Das musst du zur Riester-Rente wissen

Finanzfluss Team
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Die Riester-Rente ist eine teils staatliche und teils private Altersvorsorge. Auf deine Einzahlungen kannst du staatliche Förderung erhalten, deren Höhe abhängig von deiner Lebenssituation ist. Ob sich die Riester-Rente für dich lohnt, lässt sich also nur individuell beantworten.

Was du wissen musst
  • Die Riester-Rente wurde 2001 von Walter Riester eingeführt, um das Absinken der staatlichen Renten aufzufangen.
  • Einen Riestervertrag kannst du abschließen, wenn du „unmittelbar förderungsberechtigt“ bist. Dazu zählen alle Arbeitnehmerinnen und Arbeinehmer, die verpflichtend in die gesetzliche Krankenkasse einzahlen, sowie Beamte und einige weitere Personengruppen. Außerdem kannst du „mittelbar förderungsberechtigt“ sein, wenn dein Ehepartner oder deine Ehepartnerin riestern darf.
  • Bei einem Riester-Vertrag erhältst du jährlich eine staatliche Unterstützung von 175€, wenn du 4% bis zu einer Höchstgrenze von 2100€ einzahlst. Zusätzlich gibt es Zulagen für jedes Kind im Kindergeld-fähigen Alter.
  • Eine weitere Möglichkeit, von der Riester-Rente zu profitieren, sind Steuervorteile. Ob sich die Zulagen oder der Steuernachlass rentabler für dich sind, wird beim Finanzamt automatisch geprüft.
Wie du vorgehst
  • Berechne mit unserem Riester-Rechner, wie viel du von einem Riester-Vertrag profitieren kannst.
  • Vergleiche die Kosten: Suche dir einen Riester-Anbieter mit geringen Gebühren und guten Konditionen. Sonst kann es passieren, dass die laufenden Kosten einen Großteil deiner Rendite tilgen.
  • Riester-Anbieter kannst du auch wechseln. Wenn du im Laufe der Zeit einen Versicherer mit besseren Konditionen findest, kannst du deinen Vertrag „umziehen“.
Inhalte

Was ist die Riester-Rente?

Die Riester-Rente gibt es seit 2001. In diesem Jahr gab es große Einschränkungen für künftige Rentenzahlungen. Um das abzufedern, entwickelte der damalige Minister für Arbeit und Sozialordnung, Walter Riester, die nach ihm benannte Zulage. Das besondere an der Riester-Rente ist, dass es sich zwar um eine private Altersvorsorge handelt, die aber durch Zuschüsse vom Staat oder in manchen Fällen mit einem steuerlichen Vorteil unterstützt wird. Mit unserem Riester-Rechner kannst du ermitteln, wie hoch die Eigenbeteiligung ist und welche Renten-Zulagen sich durch die Einzahlungen ergeben.

Nach Abschluss eines Riester-Renten-Vertrags muss eine Mindestsparleistung erfüllt werden, um den Anspruch auf die Zulagen zu erhalten. Der Vertrag kann zum Beispiel als Lebensversicherung, als Riester-Banksparplan, als Wohn-Riester oder als Fondsparpläne abgeschlossen werden. Alle Varianten unterliegen staatlichen Auflagen, von denen für dich vor allem die Kapitalgarantie relevant ist: das eingezahlte Kapital darf keine Verluste machen. Du bekommst also immer mindestens das, was du eingezahlt hast.

Die Riester-Rente ist ein komplexes Thema. Mehr Informationen über die Funktionsweise der Renten-Zulagen findest du in unserem Video:

Wie viel gesetzliche Rente du später bekommen wirst, kannst du mit unserem Rentenrechner ermitteln. Mit unserem Rentenlückenrechner findest du heraus, wie wie viel dir zu deiner Wunschrente dann noch fehlt.

Lohnt sich die Riester-Rente?

Ob sich die Riester-Rente für dich lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Dafür musst du dir erst die Frage stellen, wofür die genau riestern willst. Außerdem haben verschiedene Faktoren wie dein Gehalt und deine Lebenssituation darauf Einfluss. 

Generell lässt sich sagen, dass ein Riester-Rente-Vertrag dir Sicherheit bietet, du jedoch, zum Beispiel im Vergleich mit einem Investment in Aktien oder ETFs, nur wenig Rendite erwarten kannst. Denn die sogenannte Beitragsgarantie sichert dir zu, dass du mindestens deine Beiträge sowie die staatlichen Förderungen am Ende der Laufzeit zur Verfügung stehen müssen. Um dir das zu garantieren, können Anbieter eines Riester Vertrags nur sehr geringe Risiken am Kapitalmarkt für dich eingehen. Das schlägt sich negativ auf die zu erwartende Rendite nieder.

Ein weiterer Punkt, der zu beachten ist: Die Riester-Rente wird dir mit Renteneintritt (frühestens ab dem 60. Lebensjahr) ausgezahlt, aber nur solange du lebst. Falls dann noch Geld von deinen Auszahlungen übrig sein sollte, lässt es sich nicht vererben. Somit lohnt sich ein Riester-Vertrag für dich als sichere, zusätzliche Altersvorsorge, auch für den Fall, dass du sehr lange leben wirst, jedoch nicht als Absicherung für deine Lieben. Man spricht hier von der Absicherung des “Langlebigkeitsrisikos” da dir die Rentauszahlung bis zum Tod zugesichert wird.

Zudem kann man sagen, dass die Riester-Rente eher dann für dich sinnvoll ist, wenn du wenig verdienst. Denn die volle staatliche Förderung von 175€ im Jahr erhältst du dann, wenn du 4% deines Bruttolohns einzahlst. Bei Wenigverdienern ist das Verhältnis von Einzahlung und Zulage also rentabler.

Was in Deutschland als Durchschnittsgehalt gilt, kannst du in in unserem Artikel zum Stundenlohnrechner nachlesen.

Außerdem kann sich Riester-Rente lohnen, wenn du mehrere Kinder hast. Denn für jedes Kind im kindergeld-pflichtigen Alter erhältst du eine Zulage von 185€ bzw. 300€, je nach Geburtsjahr des Kindes. 

Wann darfst du riestern?

Unmittelbar Berechtigte sind rentenversicherungspflichtig

Ganz einfach ausgedrückt darf jeder Arbeitnehmer oder jede Arbeitnehmerin in Teilzeit oder Vollzeit einen Riester-Vertrag abschließen, sofern er oder sie verpflichtend in die gesetzliche Rente einzahlt. In diesem Fall giltst du als „unmittelbar förderberechtigt“.

Zudem gibt es Außnahmen, die ebenso einen Anspruch auf Riester-Förderung haben: Auch Beamte, Richterinnen, Pfarrer oder Berufssoldatinnen dürfen Riesterverträge abschließen. Außerdem bist du auch dann riester-berechtigt, wenn du Auszubildender oder ein arbeitnehmerähnliche Selbständige bist, wenn du als körperlich oder geistig beeinträchtigter Arbeitnehmer in Werkstätten tätig bist, wenn du Arbeitslosengeld I oder II erhältst oder wenn du in Erziehungsurlaub bist. Sogar als Midijobber, als Pflegeperson oder als Wehr- und Zivildienstleistende darfst du einen Riester-Vertrag abschließen.

Mittelbar Berechtigte profitieren von ihrem Ehepartner

Es gibt aber auch die „mittelbar Berechtigten“. Darunter zählen Menschen, die nicht selbst in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen oder andersweitig unmittelbar berechtigt sind. Sofern sie aber verheiratet sind und der Ehepartner riester-berechtigt ist, dürfen auch sie eine Riester-Rente abschließen. Wenn ein mittelbar Berechtigter einen Vertrag abschließen will, muss der direkt begünstigte Partner selbst eine Riester-Rente halten. Der erforderliche Mindestbetrag, den je der mittelbar und der unmittelbar Berechtigte Ehepartner einzahlen muss, liegt bei 5€ im Monat oder bei 60€ im Jahr. Dieser Betrag wird auch als „Sockelbetrag“ bezeichnet.

Wie hoch sind die Zulagen?

Es sind vor allem die staatlichen Zulagen, die die Riester-Rente interessant machen. Die Zulagen umfassen die

  • Grundzulage
  • Kinderzulage

Seit 2018 zahlt der Staat eine Grundzulage von 175€ im Jahr an. Zur Grundzulage kommt die Kinderzulage. Sie beträgt 185€, sofern dein Kind bis zum 31.12.2007 geboren wurde. Für Kinder mit einem Geburtsdatum ab dem 01.01.2008 wird eine Zulage von 300€ im Jahr gezahlt. Die Kinderzulage wird für jedes Kind gezahlt, solange ein Anspruch auf Kindergeld besteht. Alle Zulagen werden jedes Jahr in den Vertrag eingezahlt.

Sofern du das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hast, bekommt du einen zusätzlichen Bonus. Er beträgt 200€ für alle Sparer dieser Altersgruppe, unabhängig davon, ob du Auszubildender, Student oder Berufseinsteiger bist. Dieser Bonus wird etwas verwirrend als „Berufseinsteigerbonus“ bezeichnet.

Damit du die Zulagen in voller Höhe bekommen möchtest, musst du lediglich 4% deines Bruttoeinkommens aus dem letzten Jahr als Beitrag in den Vertrag einzahlen. Ist deine Einzahlung kleiner, wird die Zulage anteilig gekürzt. Um überhaupt eine Zulage zu erhalten, musst du wiederum den Sockelbeitrag von mindestens 5€ im Monat in deinen Vertrag einzahlen.

So bekommst du die Zulagen

Beantragen musst du deine Zulage übrigens bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen. Sie gehört zur Deutschen Rentenversicherung und ist zuständig für die Auszahlung der Zulagen. Die Stelle entscheidet auch darüber, ob du alle Anforderungen erfüllst, um Anspruch auf die Zulage zu haben. Alle Zulagen werden von der Zentralen Zulagenstelle im Folgejahr an deinen Riester-Anbieter ausgezahlt und von ihm in den Vertrag eingebracht.

Eigentlich musst du die Zulage jedes Jahr neu beantragen. Wenn du jedoch einen Dauerzulagenantrag stellst, ist der Antrag nur einmal bei der Zulagenstelle vorzulegen. Die jährliche Beantragung entfällt dann, du sparst dadurch viel Zeit und Geld. Viele Sparer verschenken übrigens einen großen Teil ihrer Zulagen, weil sie diesen Antrag nicht stellen. Diesen Fehler solltest du vermeiden, denn die staatlichen Zulagen machen einen wichtigen Vorteil der Riester-Rente aus. Am besten stellst du deinen Antrag direkt zu Beginn der Vertragslaufzeit. Wenn du das vergisst, hast du bis zu zwei Jahre lang Zeit, die Zulagen zu beantragen. Danach hast du keinen Anspruch mehr auf die Zahlung der Zulagen für den betreffenden Zeitraum.

Wie berechnest du deinen Steuervorteil?

Der Steuervorteil ist ein weiterer Pluspunkt der Riester-Rente. Wie schon gesagt sind jedes Jahr höchstens 4% deines rentenversicherungspflichtigen Einkommens förderungsfähig – diese Summe kannst bei der Steuererklärung angeben. Die Höchstgrenze pro Jahr liegt bei 2.100€. Selbst wenn du also mehr in deinen Vertrag einzahlst, bringt dir das keine steuerlichen Vorteile.

Beachten musst du außerdem, dass der Betrag, der bei der Steuer abgezogen wird, um die Zulagen verringert wird. Den Steuervorteil gibt es also nicht zusätzlich zu den Zulagen. Das Finanzamt prüft vielmehr, ob der Steuervorteil höher ist als die Zulagen. Ist das der Fall, wird die Differenz zwischen Steuervorteil und Zulage rückerstattet. Ist der Steuervorteil geringer als die Zulagen, werden nur die Zulagen erstattet.

Gerade bei vielen Kindern ist die Summe der Zulagen unter Umständen höher als dein Steuervorteil. Im Prinzip gilt also der Ansatz: Kinderreiche Familien profitieren besonders von den Zulagen, Alleinstehende ziehen den größten Nutzen aus dem Steuervorteil. Tendenziell ist dein Steuervorteil umso größer, je höher dein Steuersatz ist. Deshalb profitieren vor allem Alleinstehende mit einem gehobenen Einkommen von der Absetzbarkeit bei der Steuer.

Damit du den Steuervorteil erhältst, gibst du die gezahlten Beiträge in deiner Steuererklärung unter den „Sonderausgaben“ an. Der Abzug bei der Steuer ist übrigens auch dann möglich, wenn du nur den Sockelbeitrag in deinen Vertrag eingezahlt hast.

Wie läuft die Auszahlung der Riester-Rente im Alter?

Sobald du eine Leistung aus deinem Riester-Vertrag bekommst, musst du dafür Steuern zahlen. Da du als Rentner vermutlich einen geringeren Steuersatz hast als im Berufsleben, zahlst du voraussichtlich auch weniger Steuern auf die Rente. Trotzdem darfst du die Steuerbelastung nicht vergessen, wenn du mit der Riester-Rente rechnest, um deine Rentenlücke zwischen deinem bisherigen Nettoeinkommen und deiner gesetzlichen Rente zu schließen.

Die Auszahlung beginnt mit dem Zeitpunkt des Renteneintritts, wobei du das 60. Lebensjahr vollendet haben musst. Das ist eine Vorgabe des Gesetzgebers. Du hast dann Anspruch auf die Summe deiner Einzahlungen, auf die Zulagen und auf die gesetzlich garantierte Verzinsung deiner eingezahlten Beiträge.

Das Geld bekommst du als lebenslange Rentenzahlung. Da die Riester-Rente als lebenslange Rente gedacht ist, profitierst du natürlich besonders davon, wenn du ein hohes Alter erreichst. Alternativ kannst du schon zu Beginn der Auszahlungszeit einen Anteil von bis zu 30% des eingezahlten Kapitals in einer einmaligen Zahlung entnehmen. Auch diese Summe ist natürlich zu versteuern.

Im Prinzip unterteilt sich die Riester-Rente in zwei Phasen: die Ansparphase und die Auszahlungsphase. In der Ansparphase zahlst du deinen Eigenanteil in den Vertrag ein. Hinzu kommen die Zulagen. Unter Umständen erzielst du einen Steuervorteil.

In der Auszahlungsphase bekommst du eine lebenslange Rente. Diese musst du mit deinem dann geltenden Steuersatz versteuern. Du bekommst also nicht den vollen Betrag deiner Riester-Rente ausgezahlt, sondern die um die Steuer verringerte Summe.

Welche Riester-Variante passt zu dir?

Wenn du dich entschließt, einen Riester-Vertrag abzuschließen, stellt sich unweigerlich die Frage nach der Art des Vertrags. Die Riester-Familie besteht heute aus den Varianten der Riester-Rente, aus Wohn-Riester, dem Riester-Bausparvertrag, dem Riester-Banksparplan und dem Riester-Fondssparplan.

Welche Variante am besten für dich geeignet ist, hängt von deinen Zielen, aber auch von deinen persönlichen Präferenzen ab.

Alle staatlichen Riester-Varianten haben einen Vorteil: Die Einzahlungen dürfen keine Verluste bringen. Du bekommst also garantiert das Geld wieder heraus, dass du eingezahlt hast. Diese Risikofreiheit senkt jedoch die mögliche Rendite.

Die klassische Riester-Rente

Die Riester-Rentenversicherung gibt es als klassische und als fondsgebundene Rentenversicherung. Für deine eingezahlten Beiträge werden Garantiezinsen gezahlt, Seit Anfang 2017 liegt der Garantiezins bei 0,9% pro Jahr, er wird auf den eingezahlten Sparbeitrag gezahlt – jedoch wird um eine Senkung auf 0,25% auf Neuverträge debattiert (Stand 02/2021). Altverträge haben Garantiezinsen mit bis zu 4%.

Dein Sparbeitrag errechnet sich also aus den eingezahlten Beiträgen abzüglich der Kosten. Zusätzlich zur garantierten Verzinsung bekommst du unter Umständen noch eine Beteiligung an den Gewinnen und an den Überschüssen, die dein Versicherer erzielt. Allerdings sind diese Beteiligungen eben nicht garantiert, auch sie sind in den letzten Jahren immer weiter gefallen.

Ein maßgeblicher Faktor bei deiner klassischen Riester-Rente sind die Gebühren, die dein Versicherer verlang. Hier sind die Abschluss- und Verwaltungskosten zu unterscheiden. Da die Kosten deinen Sparbeitrag unmittelbar verringern, solltest du einen Anbieter mit geringen Kosten zu wählen. Direktversicherer verlangen dabei oft niedrigere Abschluss- und Verwaltungsgebühren als Versicherer mit Filialnetz.

Die fondsgebundene Riester-Rente

Neben der klassischen Riester-Rentenversicherung gibt es die fondsgebundene Riester-Rente. Hier wird ein Teil deines Sparbeitrags in Fonds angelegt. Diese Fonds kannst du selbst auswählen. Gerade bei Aktienfonds ist deine Rendite mit großer Sicherheit höher als bei der klassischen Riester-Rente. Allerdings raten einige Fachleute davon ab, eine fondsgebundene Riester-Rente abzuschließen. Sie ist nämlich oft mit hohen Kosten verbunden, die die Rendite verringern.

Wohn-Riester als Alternative

Eine andere Variante aus der Riester-Familie ist Wohn-Riester. Wohn-Riester bietet sich an, wenn du in absehbarer Zeit eine Immobilie kaufen willst. Für Wohn-Riester nimmst du ein Darlehen auf. Die Rückzahlung wird durch die Riester-Zulagen und den Steuervorteil unterstützt.

Dein Darlehen ist also durch die staatlichen Hilfen schneller abgezahlt. Um für Wohn-Riester berechtigt zu sein, musst du das Objekt selbst bewohnen. Wenn du es nur vermietest, erhältst du die Riester-Förderung nicht. Die Versteuerung im Rentenalter läuft bei Wohn-Riester über ein Wohnförderkonto. Bei Wohn-Riester bekommst du im Alter keine Rentenzahlung. Dein Vorteil ist aber das mietfreie Wohnen.

Deine Steuerlast wird deshalb über das Wohnförderkonto berechnet. Wenn du an Wohn-Riester Interesse hast und ein Darlehen aufnehmen willst, solltest du dich eingehend rund um das Thema Immobilienfinanzierung informieren. Dabei helfen kann dir beispielsweise die Plattform Dr. Klein, die sich auf die Baufinanzierung und die Konditionen von Riester-Krediten spezialisiert hat.

Der Riester-Bausparvertrag

Sofern du für Wohn-Riester kein Immobiliendarlehen aufnehmen willst, kannst du auch einen Bausparvertrag abschließen. Er kommt für dich in Frage, wenn du erst in fünf bis sieben Jahren ein Haus kaufen oder bauen willst. Durch den Bausparvertrag bekommst du eine gewisse Planungssicherheit, denn du weißt schon heute, welche Darlehenszinsen auf dich zukommen, wenn du ein Bauspardarlehen aufnimmst.

Die Verzinsung aus einem Bausparvertrag ist meist etwas geringer als bei anderen Riester-Produkten. Ob ein Riester-Bausparvertrag deshalb für dich geeignet ist, musst du sehr gut überlegen. Die Zulagen greifen natürlich auch hier, sie werden in deinen Riester-Vertrag eingezahlt.

Der Riester-Banksparplan

Wenn du heute noch nicht sicher weißt, ob du dir später eine Immobilie kaufen willst, kann der Riester-Banksparplan für dich in Frage kommen. Du zahlst jeden Monat eine bestimmte Rate in den Vertrag ein. Diese Rate wird verzinst. Die Verzinsung richtet sich nach den Gegebenheiten am Markt. Deine Zulagen gehen ebenfalls in den Vertrag ein. Im Augenblick haben nur wenige Banken einen Riester-Banksparplan in ihrem Angebot.

Der Riester-Fondssparplan

Bei einem Riester-Fondssparplan werden deine Sparbeiträge in Aktienfonds oder in Aktien-ETFs eingezahlt. Auch hier gilt die Auszahlungsgarantie auf deine eingezahlten Beiträge und auf die Zulagen hast. Das heißt, du bekommst mindestens so Geld ausgezahlt, wie du im Lauf der Jahre eingezahlt hast. Dieses Prinzip gilt auch bei Fondsriester.

Der Anbieter wird deshalb nicht deinen gesamten Sparbeitrag in einen rentablen Aktienfonds einzahlen. Einen Teil wird er vielmehr in sichere Rentenfonds einbringen, die eine geringere Rendite bringen. Trotzdem bringt der Riester-Fondssparplan immer noch die höchste Rendite-Chance, sofern du auf die Kosten achtest.

Fazit: Ob sich Riestern lohnt, kommt auf die Höhe der Zulagen an

Die Riester-Rente ist dank der Auszahlungsgarantie ein sicherheitsorientiertes Finanzprodukt ohne hohe Rendite-Chancen. Damit ist dein Erspartes jedoch nicht vor Inflation geschützt. Um höhere Renditen zu erzielen, kann es sinnvoller sein, die Ersparnisse selbst passiv zu investieren. Damit umgehst du auch die teilweise hohen Gebühren, die Versicherer für Riester-Verträge verlangen.

Doch vor allem für Riester-Berechtigte mit Kindern kann sich riestern aufgrund der extra Zulagen lohnen. Auch, wenn du aufgrund eines niedrigeren Gehalts nicht so viel einzahlen musst, um die maximale Förderung zu erhalten, oder du durch die Riester-Rente große steuerliche Vorteile erhältst, kann riestern für dich sinnvoll sein.