Weltweit investieren – aber wie? 7 Weltportfolios

Mona Linke
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Breit streuen, lautet das Credo beim passiven Investieren. Klingt eigentlich ganz einfach – gäbe es da nicht tausende verschiedene Varianten, das eigene weltweite Portfolio aufzubauen. Wir haben einmal 7 Möglichkeiten rausgesucht, wie du dein Geld weltweit diversifiziert anlegen kannst.

Nr. 1: Industrie- und Schwellenländer, oder: das Brot- und Butter-Portfolio 

ETF Portfolio 70 30
  • in beiden Varianten fließen 70% deines Investment-Kapitals in einen Fonds auf den MSCI World (bildet über 1.600 Unternehmen in den größten Industriestaaten wie USA, Deutschland oder Japan ab) und 30% in einen Fonds auf den MSCI EM (bildet über 1.440 Unternehmen aus Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien ab)
  • TER: die Total Expance Ratio (Verwaltungsgebühren des ETF Anbieters) beträgt bei allen 4 ETFs maximal 0,2%, was sehr günstig ist

Vorteil: Dein Geld ist breit angelegt und du profitierst sowohl von den starken Industriestaaten als auch von dem rasanten Wachstum von Entwicklungsländern. Mit der 70-30-Verteilung welche die Schwellenländer, verglichen mit der tatsächlichen Gewichtung der Marktkapitalisierung weltweit, bewusst etwas übergewichtet. 

Nr. 2: Industrie-, Schwellenländer & Europa 

ETF Portfolio Europa
  • in dieser Variante steckst du 20% deines Investment-Anteils zusätzlich in europäische Unternehmen
  • Achtung, dein gesamter Europa-Anteil wird am Ende mehr als 20% betragen, da du ja bereits einen großen Teil Europa im MSCI World hast.
  • Vorteil: Mit 0,07% TER ist der Lyxxor-ETF auf den europäischen Index Stoxx Europe 600 extrem günstig. Eine “europäische Beimischung” zum Portfolio kann für alle günstig sein, die zum Beispiel den USA-Anteil in ihrem Portfolio reduzieren würden. 
  • Eine mögliche Alternative zum Stoxx Europe 600 stellt der MSCI Europe dar.

Nr. 3: Die 1-ETF-Lösung, oder: wie du dir die ganze Welt kaufst 

ETF MSCI All World
  • mit einem Fonds auf den MSCI ACWI (All Countries World Index) investierst du dein Vermögen hauptsächlich in die großen Industrienationen (etwa 90%) und 10% in die Schwellenländer – das entspricht in etwa der realen Verteilung der weltweiten Wirtschaftsleistung
  • das TER sind vergleichsweisweise “teuer” (bei 100€ Einlage sind es 0,40€ pro Jahr) 

Vorteil: mit einem Investment auf den MSCI ACWI hast du einen minimalen Verwaltungsaufwand da du nicht re-balancen musst (Wiederherstellung deiner ursprünglichen Gewichtung einzelner Anlageklassen)

Nr. 4: Kauf dir noch mal die ganze Welt 

ETF FTSE All World
  • um dein Geld weltweit diversifiziert anzulegen, kannst du auch in einen Fonds auf den Welt-Index FTSE All-World investieren
  • dieser Index kommt dem MSCI ACWI sehr ähnlich
  • das geht zum Beispiel über einen ETF von Vanguard, einem der größten Fonds-Anbieter der Welt 
  • Acc. steht für accumulative, also thesaurierend: deine Rendite wird automatisch reinvestiert 
  • Dis. steht dagegen für dictributive, der Fonds ist also ausschüttend, sprich: deine Rendite wird dir jedes Mal ausgezahlt und nicht direkt investiert 

Vorteil: Mit 0,22% laufenden Gebühren sind beide Fonds deutlich günstiger als die MSCI ACWI Lösung 

Nr. 5: Nachhaltig investieren in Industrie- & Schwellenländer

Möchtest du dein Geld nicht blind in “schmutzige” Unternehmen stecken, könnte ein nachhaltiges Investment das Richtige für dich sein. Wie du erkennst, ob ein ETF wirklich “grün” ist (oder alles nur Greenwashing), haben wir in diesem Blogartikel schon mal aufgezeigt. 

ETF Portfolio Nachhaltigkeit ESG
  • die Auswahl ist inzwischen auch hier üppiger: Alleine für den MSCI World gibt es 8 verschiedene nachhaltige Tochter-Indizes, die entweder mit dem Kürzel SRI oder ESG versehen sind
  • SRI steht für Social Responsible Investment; ESG für Environment, Social & Government 
  • wie beim konventionellen Portfolio kannst du auch hier 70% deines Vermögens in Unternehmen aus Industriestaaten investiere und 30% in Firmen aus Schwellenländern 

-> Screened, Enhanced, ESG oder SRI? Was hinter den ganzen kryptischen Namen der nachhaltigen ETFs steckt, haben wir außerdem in dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung schon mal für dich erklärt. 

Nr. 6: Integriertes Faktor-Portfolio auf Industrie- und Schwellenländer 

ETF Faktor Portfolio
  • mit einem Faktor-Portfolio investierst du in einen bestimmten Faktor, also eine bestimmte Kategorie – zum Beispiel in kleine Unternehmen oder Unternehmen aus Entwicklungsländern. Bei einem Faktor-Investing steigt zwar das Risiko, dafür ist die durchschnittlich zu erwartende Rendite langfristig höher. 
  • mit einem integrierten Faktor-Portfolio kannst du verschiedene Faktor-Prämien “abgreifen”

Vorteil: Eine Möglichkeit, die Rendite deines passiven Portfolios um einige Prozentpunkte zu steigern.

Nachteil: Die Auswahl ist deutlich geringer und die Kosten (TER) sind höher als beim marktneutralen Investieren. 

Nr. 7: Industrie, Schwellenländer, Rohstoffe & Immobilien 

ETF Aktien Rohstoffe Portfolio
  • hierbei handelt es sich eher um Optionen, die du zu deinem eigentlichen Aktienportfolio dazumischen kannst 
  • während 90% deines Vermögens also z.B. in Aktien steckt, könntest du 5% Immobilien dazu mischen (FTSE EPRA) und / oder 5% in einen breiten Rohstoffekorb (ETC auf den Bloomberg Commodity Index) 

Vorteil: Mit einer solchen Beimischung kannst du über Aktien hinaus auch in andere Assets investieren. 

Bonus-Fonds: Aktien, Anleihen & Rohstoffe gleichzeitig kaufen 

Portfolio Aktien Anleihen Rohstoffe
  • der ARERO (Aktien, Renten, Rohstoffe) ist ein (bislang) sehr beliebter Fonds, bei dem kein Rebalancing mehr notwendig ist
  • Mehr dazu in diesem Artikel
  • Zum Großteil besteht der ARERO aus Aktien (60%), außerdem Staatsanleihen (25%) und Rohstoffe (15%) 
  • Vorteil: es muss nicht regelmäßig neu gewichtet werden, weil die Asset Allocation festgeschrieben ist und vom fondsmanagement übernommen wird
  • Nachteil: der Mix steht, es kann nicht individuell angepasst werden 
  • die Verwaltungskosten sind – verglichen mit einer do-it-yourself-Lösung – etwas höher