Inflation – Und wie du dich vor ihr schützt!

Das Thema Inflation kursiert fast täglich durch die Medien und nicht nur Politiker greifen diese Materie gerne auf. Auch in der Wirtschaft und auf den Finanzmärkten sorgt die Inflation immer wieder für Gesprächsstoff. Aber was ist Inflation überhaupt, wie entsteht sie und kann man sich davor schützen?

Was ist Inflation?

Von einer Inflation spricht man, wenn das Preisniveau von Waren und Dienstleistungen steigt. Wenn das passiert, bedeutet das nichts anderes, als dass Geld weniger wert ist als zuvor. Wir können uns somit für den gleichen Eurobetrag weniger kaufen.

Kostete eine Kugel Eis in der Vergangenheit beispielsweise 50 Cent und heute 1 Euro, dann hat der Euro über die Zeit die Hälfte seiner Kaufkraft verloren. Genau dieser Effekt wird Inflation genannt. Der Begriff Inflation ist übrigens auch unter anderen Namen wie Kaufkraftminderungen oder Geldentwertung bekannt.

Wie kann eine Inflation festgestellt werden?

Das Problem mit der Inflation ist, dass man nicht die Preise der Vergangenheit aller Waren und Dienstleistungen im Kopf haben kann. Das heißt, man hat kein wirkliches Gefühl für eine Inflation, sondern nur ein subjektives Empfinden, dass sich bestimmte Dinge verteuert haben.

Von daher stellt sich die Fragen, wie man herausfinden kann, wie hoch die Inflation nun wirklich ist.
In Deutschland wird die Inflation vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden gemessen.

Die Beamten des Statistischen Bundesamts erstellen hierfür einen Warenkorb, der den durchschnittlichen Konsum eines deutschen Haushalts abbildet.

Da ein durchschnittlicher deutscher Haushalt aus 2,3 Mitgliedern besteht und keine individuellen Präferenzen und Lebensumstände berücksichtigt, ist dieser Warenkorb jedoch nur als allgemeiner Referenzwert zu sehen.

Der statistische Warenkorb

Der statistische Warenkorb lässt sich in drei unterschiedliche Kategorien einteilen. Die erste Kategorie umfasst Alltagsprodukte wie Lebensmittel oder Drogerieprodukte, die man im täglichen Leben benötigt.

Eine weitere Kategorie umfasst langlebige Wirtschaftsgüter wie Autos, Computer, Haushaltsgeräte oder Kleidung.

Zum Schluss gibt es einen Warenkorb für die Kategorie Dienstleistungen. In diese Kategorie fallen beispielsweise Versicherungsprämien oder Friseurbesuche.

Die Beamten des Statistischen Bundesamts vergleichen die Preise dieses Warenkorbs jeden Monat und untersuchen, wie sich die Preise entwickeln. Diese Entwicklung kannst du dann in den sogenannten Verbraucherpreisindizes nachlesen. Kostet der Warenkorb beispielsweise im Jahr 2017 100 Euro und im Jahr 2018 103 Euro, so beträgt die Inflationsrate für diesen repräsentativen Warenkorb 3 %.

Aussagekraft des statistischen Warenkorb

Da Menschen unterschiedliche Bedürfnisse und Lebensstile haben, kann der Warenkorb nur als allgemeiner Referenzwert angesehen werden. Lebst du beispielsweise in der Stadt und besitzt kein Auto, so wird dich eine Erhöhung der Benzinpreise weitaus weniger beeinflussen, als Pendler, die ihr Auto täglich benötigen.

Da das natürlich auch die Behörden wissen, findest du auf der Webseite des Statistischen Bundesamts einen Rechner, mit dessen Hilfe du deine persönliche Inflationsrate berechnen kannst. Du kannst auch einfach hier klicken.

Gründe für Inflation

Steigende Preise können beispielsweise darin begründet sein, dass die Geldmenge schneller wächst, als die Warenmengen. Das heißt, es ist mehr Geld im Umlauf, jedoch ist die Anzahl der angebotenen Waren unverändert.

In diesem Fall wird für die Waren mehr Geld bezahlt werden müssen. Die Geldmenge, die sich im Umlauf befindet, kann sich beispielsweise durch eine expansive Geldpolitik der EZB, der Europäischen Zentralbank, erhöhen.

Auch steigende Produktionskosten können ein Grund für steigende Preise und somit für eine Inflation sein. Werden die Rohstoffe teurer oder werden höhere Löhne an Angestellte bezahlt, so werden Unternehmen diese höheren Kosten an ihre Kunden weitergeben. Dadurch steigt schlussendlich der Preis für Waren und Dienstleistungen.

Inflationszyklen

In guten Wirtschaftsjahren kommt es häufig zu Inflationszyklen. Wenn Unternehmen gute Gewinne erwirtschaften, lassen sie ihre Mitarbeiter häufig an den Gewinnen teilhaben. Die Angestellten haben dann mehr Geld zur Verfügung und können mehr konsumieren.

Dieser erhöhte Konsum kurbelt wiederum die Wirtschaft an, woraufhin die Unternehmen aufgrund der steigenden Nachfrage an Produktionslimits stoßen und wiederum die Preise erhöhen.
Dabei ist eine Inflation während einer starken Wirtschaftsphase nicht immer schlecht, solange sich die Geldentwertung in einer Größenordnung von 2 % bewegt.

Inflationsstufen

Die Inflation wird prinzipiell in drei unterschiedliche Stufen eingeteilt. Die erste Stufe ist die schleichende Inflation. Zu dieser Stufe zählen Inflationsraten von bis zu 5 %.

Die zweite Stufe die sogenannte galoppierende Inflation, die für Inflationsraten von bis zu 20 % steht. Steigt die Inflationsrate auf über 50 %, so spricht man schlussendlich von einer Hyperinflation.

Während eine schleichende Inflation nicht immer schlecht ist, sind eine galoppierende Inflation und eine Hyperinflation immer gefährlich.

Hyperinflation in Deutschland

In Deutschland kam es in den Jahren zwischen 1914 bis 1923 zu einer Hyperinflation. Diese Hyperinflation löste eine enorme Wirtschaftsrezession aus, die mit hoher politischer Instabilität einherging. Während dieser Phase kostete Brot beispielsweise mehrere Millionen Mark und Geldscheine wurden weniger wert als Tapete, weswegen sie auch auf die Wand geklebt wurden.

Was bedeutet Inflation für dich?

Prinzipiell ist eine Inflation gut für Schuldner, die dadurch geringere Schulden haben und schlecht für Investoren, da das angelegte Geld an Wert verliert. Daher unterscheidet man auf Investorenseite bei Zinsen auch zwischen nominalen und realen Zinsen.

Nominale und reale Zinsen

Der nominale Zinssatz ist der nicht inflationsbereinigte Zinssatz, den du auf deine Geldanlage bekommst. Investierst du beispielsweise 100 Euro für ein Jahr mit einem Zinssatz von 5 %, so beträgt die Höhe deiner Auszahlung am Ende des Jahres 105 Euro.

Kommt es in diesem Jahr jedoch zu einer Inflation von beispielsweise 3 %, so musst du diesen Wert von deiner Endsumme abziehen, um den realen Zinssatz zu berechnen.

  • Investiertes Kapital: 100 Euro
  • Nominaler Zinssatz: 5 %
  • Kapital nach Ende der Laufzeit: 105 Euro
  • Inflationsrate: 3 %
  • Realer Zinssatz: 2 %

In unserem Beispiel erwirtschaftet deine Investition auch inflationsbereinigt noch immer eine positive Rendite. Das ist in der Realität leider nicht immer der Fall. Viele Finanzprodukte wie beispielsweise Sparbücher oder Taggeldkonten gewähren teilweise so niedrige Zinsen, dass du nach Abzug der Inflation einen Verlust erleidest.

Investitionen in Sachwerte als Inflationsschutz

Aus diesem Grund ist es für Investoren wichtig, in Sachwerte zu investieren. Sachwerte sind dabei Gegenstände, die man als inflationsgeschützt bezeichnen kann. Hierzu zählen beispielsweise Aktien, Immobilien und entsprechende Produkte auf diese Sachwerte wie Aktienfonds, Immobilienfonds oder ETFs.

Vorteile von Investitionen in Sachwerte

Aktiengesellschaften haben den Vorteil, dass sie auf eine Inflation reagieren können. Steigt das allgemeine Preisniveau, so kann das Unternehmen selbst mit steigenden Preisen reagieren.

Investoren, die diese Aktien besitzen, profitieren in weiterer Folge von der Reaktion des Unternehmens. Durch eine Investition in ein breit diversifiziertes und langfristig angelegtes Aktienportfolio kannst du so von der Inflation profitieren und in der Regel immer eine positive Rendite erwirtschaften.

Das bedeutet, dass du mit deiner Investition an Kaufkraft gewinnst.

Wie können Schuldner von einer Inflation profitieren?

Wie bereits erwähnt, profitieren Schuldner von einer Inflation, da der Geldwert sinkt und sich ihre Schuldenlast so gemessen an der Kaufkraft ebenfalls verringert.

Aus diesem Grund haben hoch verschuldete Staaten ein begründetes Interesse daran, die Inflationsrate hochzuhalten. Sie können die Inflationsrate dabei relativ einfach aktiv beeinflussen, indem sie mehr Geld drucken. Diese Tatsache solltest du besonders beim Kauf von Anleihen im Hinterkopf behalten.

Anleihen sind nichts anderes als Schulden, die genauso auf eine Inflation reagieren und ebenfalls an Wert verlieren.

Fazit

In den letzten Jahren waren die Inflationsraten in Deutschland durchwegs moderat und akzeptabel. Es ist somit nicht notwendig, das Thema Inflation als Schreckgespenst zu sehen und sich von ihr einschüchtern zu lassen.

Oftmals versuchen sogenannte Finanzberater ihren Kunden Produkte zu verkaufen, die als besonders inflationssicher gelten. Wir sind der Meinung, dass man ein Finanzprodukt nicht aufgrund von Inflationssicherheit und auch nicht aus rein steuerlichen Gründen kaufen sollte, sondern einzig und allein darum, weil es sich um ein gutes Produkt handelt.