Restschuldrechner: Restschuld einfach berechnen

Es ist grundsätzlich sehr wichtig, bereits im Vorfeld die Restschuld zu berechnen und möglichst niedrig zu halten. In diesem Beitrag erfährst du, welche Faktoren die Höhe der Restschuld beeinflussen und wie einfach der Tilgungsrechner funktioniert.

Was möchtest du berechnen?

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Wie funktioniert der Rechner?

Mit dem Annuitätenrechner bist du in der Lage, diverse Varianten der Tilgung deines Kredits berechnen und miteinander vergleichen zu können.

Insgesamt kannst du mit dem Tool fünf verschiedene Eckdaten eines Darlehens berechnen:

  • Kreditrate

  • Kreditlaufzeit

  • Zinssatz

  • Maximaler Kreditbetrag

  • Restschuld am Ende der Laufzeit

Du solltest wissen, dass die Restschuld optional ist und nicht bei jedem Kredit auftritt. Normale Ratenkredite sind vergleichsweise schnell abbezahlt, so dass du in den Rechner eine 0 bei der Restschuld eintragen kannst.

Langzeitdarlehen wie Baufinanzierungen hingegen erfordern im Normalfall eine Restschuld. Damit du die Restschuld berechnen kannst, musst du den Rechner mit einigen Angaben füttern.

So benötigt der Restschuldrechner insgesamt sechs Kenndaten:

  1. Finanzierungsbetrag
  2. Monatliche Kreditrate
  3. Finanzierungsdauer in Jahren
  4. Finanzierungsdauer in Monaten
  5. Jährlicher Zinssatz (nominal)
  6. Jährlicher Zinssatz (effektiv)

Gibst du auch nur eine einzige dieser Informationen nicht in den Restschuldrechner ein, kann er dir keine Restschuld kalkulieren.

Bei der Finanzierungsdauer und dem effektiven Jahreszins ergänzt das System die Angaben entsprechend, wenn du den Nominalzins und die Laufzeit entweder in Monaten oder in Jahren nennst.

Hast du die Daten eingetragen, musst du nur noch auf „Berechnen“ klicken, um dir die Restschuld am Ende der Laufzeit anzeigen zu lassen.

Doch was bedeuten diese Kenndaten eigentlich, mit denen du die Restschuld berechnen und die Formel des Rechners nutzen kannst?

Finanzierungsbetrag

In dieses Feld trägst du jene Summe ein, die du dir von der Bank leihen möchtest. Sie wird auch als Nettodarlehensbetrag bezeichnet und darf sich durchaus unterscheiden von der Kaufsumme der Immobilie beziehungsweise eines anderen Produkts, das du mit dem Darlehen finanzieren möchtest.

Gerade beim Erwerb oder Bau eines Hauses ist Eigenkapital vonnöten.

Merke

Nimm also nur jene Kreditsumme auf, die du auch tatsächlich benötigst. Es ist auch durchaus möglich, dass du auf die Bezeichnung „anfängliche Tilgungssumme“ stößt.

Monatliche Kreditrate

Da du deinen Kredit nicht auf einen Schlag abbezahlst, musst du erst die Tilgung berechnen. Nach der Kalkulation ergibt sich deine monatliche Rate, die bei einem Annuitätendarlehen während der gesamten Laufzeit identisch bleibt und sich lediglich in ihrer Zusammensetzung ändert (Tilgungsanteil und Zinsanteil).

Diese Art der Monatsraten gibt dir reichlich Planungssicherheit, macht dich ohne spezielle Vereinbarungen wie Sondertilgungen aber auch etwas unflexibel.

Beachte

Denke daran, dass gegebenenfalls von der Bank verlangte Gebühren oder die Prämien für eine Restkreditversicherung noch nicht in deinen monatlichen Raten enthalten sind.

Finanzierungsdauer (Jahre)

Die Finanzierungsdauer ist nichts anderes als die Laufzeit deines Darlehens. Damit wird jene Phase bezeichnet, in der du das geliehene Geld an die Bank zurückzahlst.

Sie reicht vom Moment der Auszahlung bis zur Tilgung des letzten Euros samt Zinsen. Es ist möglich, die Kreditlaufzeit in Monaten oder Jahren anzugeben.

Ratenkredite haben in der Regel eine Finanzierungsdauer von 1 bis 7 Jahren.

Räumt dir dein Kreditgeber mehr Zeit für die Tilgung ein, ist von Langzeitkrediten die Rede.

Finanzierungsdauer (Monate)

Wenn du dein Annuitätendarlehen im Rechner kalkulierst, siehst du die Laufzeit auch in Monaten. Das System fügt diese Angabe automatisch hinzu, falls du die Finanzierungsdauer zunächst in Jahren angibst.

Die Präsentation in Monaten bietet den Vorteil, dass die Darlehenslaufzeit dann besser an die monatliche Kreditrate angepasst ist und du bequemer rechnen kannst. Für die gängigen Laufzeiten von Ratenkrediten bedeutet diese Variante, dass dir 12 bis 84 Monate in der Anzeige begegnen.

Jährlicher Zinssatz (nominal in Prozent)

Dem Zinssatz kommt im Zins und Tilgungsrechner große Bedeutung zu. Er bestimmt, wie teuer dein Kredit für dich wird. Der Nominalzins beziehungsweise der Sollzins enthält keine Nebenkosten, sondern ausschließlich die reine „Gebühr“, die Banken für das Leihen des Geldes berechnen.

Angegeben wird der Nominalzinssatz in Prozent, häufig findest du die Darstellung „Sollzins geb. p.a.“.

Jährlicher Zinssatz (effektiv)

Wichtiger als der Nominalzins ist eindeutig der effektive Jahreszins. Du solltest beim Vergleichen von Krediten insbesondere ihn betrachten, denn nur er enthält alle Nebenkosten.

Beachte

Somit zeigt dir nur der Effektivzins die tatsächlichen Kosten an, die durch dein Darlehen auf dich zukommen.

Dieser Kreditzins berücksichtigt nämlich bereits die unterjährige Verzinsung, die ganz automatisch dadurch entsteht, dass du deinen Kredit in monatlichen Raten abbezahlst und nicht jährlich.

Die Tilgungsverrechnung ist im effektiven Jahreszins also schon enthalten. Es liegt auf der Hand, dass er stets höher ausfällt als der Sollzins. Angegeben wird der Effektivzins meist als „eff. Zins p.a.“.

Was beeinflusst die Höhe der Restschuld?

So, wie du die Höhe deiner monatlichen Rate beeinflussen kannst, hast du auch hinsichtlich der Restschuld Handlungsoptionen. Denn auch die nach der Zinsbindungsfrist verbleibende Tilgungssumme wird von bestimmten Faktoren beeinflusst.

Nutzt du also den Annuitätenrechner, um die Restschuld vom Kredit zu berechnen, solltest du auf zwei Eckdaten ganz besonders achten:

  • Dauer der Zinsbindung

  • Anfängliche Tilgungssumme

Bei der Zinsbindungsfrist handelt es sich um nichts anderes als um die Laufzeit deines Kredits. Ist jene vorbei, muss für die verbleibende Restschuld eine Anschlussfinanzierung vereinbart werden.

Dabei hast du zwei Möglichkeiten.

Prolongation oder Umschuldung?

Zum einen könntest du bei deiner bisherigen Bank bleiben und eine Prolongation vornehmen. Dies bedeutet, dass dein bestehender Kreditvertrag beim selben Darlehensgeber verlängert wird.

Merke

Beachte, dass du die Konditionen neu verhandeln musst.

Vorteilhaft ist die Verlängerung vor allem dadurch, dass du dir das Vergleichen von Anschlussfinanzierungen sparst und – falls du mit deiner Bank zufrieden bist – weiterhin den guten Service nutzt.

Zum anderen kannst du eine Umschuldung vornehmen lassen. Dabei schließt du die Anschlussfinanzierung bei einer anderen Bank ab und profitierst in der Regel von einem besseren Angebot.

Prolongationen sind nämlich häufig teurer als Umschuldungen, wobei bereits wenige Prozent-Punkte mehrere tausend Euro Ersparnis bringen können.

Falls du bereits vor Ablauf der Zinsbindung zu einer anderen Bank wechseln möchtest, solltest du wegen der Vorfälligkeitsentschädigung durch die entgangenen Zinsen nachrechnen.

So wirken sich Anfangstilgung und Laufzeit aus

Du solltest dir auf jeden Fall die folgende Faustregel merken und sowohl bei der Kalkulation mit dem Rechner als auch beim Abschluss des Darlehens beachten:

Tipp

Je höher du die anfängliche Tilgungssumme wählst, desto geringer ist die Restschuld nach Ablauf der Zinsbindungsfrist.

Kombinierst du hingegen eine niedrige Tilgungssumme und eine kurze Laufzeit miteinander, wird dies unweigerlich zu einer höheren Restschuld führen.

Ein kleines Beispiel soll dir die bedeutenden Unterschiede vor Augen führen:

Du möchtest eine Immobilie mit einem Darlehen in Höhe von 200.000 Euro finanzieren. Der Zinssatz liegt bei 3 Prozent, die Zinsbindung bei 15 Jahren. Getilgt wird mit einem Kreditzins von 1 Prozent.

Unter diesen Voraussetzungen bleibt nach der Zinsbindungsfrist eine Restschuld in Höhe von 162.000 Euro übrig.

Lediglich für 90.600 Euro müsstest du eine Anschlussfinanzierung vereinbaren, wenn die Kreditlaufzeit bei 20 Jahren und die Tilgung bei 2 Prozent liegen würden.

Eine 5 Jahre längere Zinsbindung und ein doppelt so hoher Tilgungssatz sorgen demnach für eine knapp 72.000 Euro geringere Restschuld.

Blieben die jeweiligen Konditionen auch im Rahmen der Anschlussfinanzierung erhalten, stünden in puncto Gesamtdarlehensdauer 50 Jahren zirka 30 Jahre gegenüber.

Mit einer geringeren Restschuld sorgst du also auch dafür, dass dir die Immobilie deutlich schneller gehört – und nicht mehr der Bank.

Wie lassen sich die Kosten außerdem minimieren?

Zudem lassen sich mit einer höheren Anfangstilgung auch die Kreditkosten senken. Mehrere tausend Euro weniger Zinszahlungen sind keine Seltenheit.

Es muss dir also ein wichtiges Anliegen sein, die Restschuld so niedrig wie möglich zu halten. Dies gelingt dir bekanntermaßen mit einer zu Beginn möglichst hohen Tilgung, doch auch außerplanmäßige Zahlungen helfen dir dabei. Es schadet demnach nicht, den Tilgungsrechner mit einer Sondertilgung pro Jahr zu füttern.

Das Ergebnis ist klar:

Zahlst du jährlich beispielsweise 2000 Euro zusätzlich und ohne extra Kosten als Sondertilgung an die Bank zurück, minimiert dies deine Restschuld bei 15-jähriger Zinsbindung um 30.000 Euro. Du solltest dir gebührenfreie Sondertilgungen daher unbedingt in den Kreditvertrag schreiben lassen.

Bei Ratenkrediten bieten dies viele Banken mittlerweile sowieso an. Doch achte trotzdem bei Langzeitkrediten generell darauf, dass du zumindest die Möglichkeit erhältst, einmal im Jahr außerplanmäßig dein Darlehen zu tilgen. Bereits beim Vergleich verschiedener Kreditangebote solltest du diesen Punkt als K.O.-Kriterium ansehen.

Ähnliches gilt für einen weiteren Passus im Vertragswerk, der dir die Kreditkosten senken und das Leben leichter machen kann. So sollte es dir während der Laufzeit des Darlehens möglich sein, die Höhe deiner monatlichen Rate zwei- oder zumindest einmal anzupassen.

Zentraler Richtwert ist hier nach einer ausführlichen Haushaltsrechnung dein frei verfügbares Einkommen. Zwar gibt dir die Zinsbindungsfrist Planungssicherheit, doch natürlich können sich auch während der Laufzeit Veränderungen am Markt ergeben. Du solltest ihn daher stets im Auge behalten und gegebenenfalls dein Darlehen so berechnen, dass du mit einem höheren Tilgungsanteil eine niedrigere Restschuld bewirkst.

Zur Optimierung der Kreditkonditionen solltest du den Finanzmarkt sowieso immer im Blick haben. Dies ist besonders hinsichtlich der Anschlussfinanzierung wichtig. Mit deren Abschluss musst du nämlich nicht zwingend warten, bis die Zinsbindungsfrist abläuft. Mit einem Forward Darlehen kannst du dir bereits mehrere Jahre vorher günstige Zinsen sichern.

Dieses Modell bietet sich nur dann an, wenn am Markt deutlich steigende Zinsen erkennbar sind, die deine Anschlussfinanzierung in einigen Jahren unnötig verteuern würden.

Zwar erheben Banken für diesen Service einen Aufschlag, allerdings fällt jener vergleichsweise klein aus. Dadurch lohnt sich ein Forward Darlehen durchaus.

Fazit

Nicht immer kannst du ein Darlehen innerhalb der Laufzeit abzahlen. Dies ist vor allem bei Krediten der Fall, die sehr lange laufen und einen hohen Finanzierungsbetrag aufweisen. Der Kauf oder Bau eines Hauses beispielsweise erfordert meistens die Aufnahme eines Langzeitkredits, der mit einer 5, 10 oder 15 Jahre langen Zinsbindungsfrist daherkommt. Nach Ablauf dieses Zeitraums bleibt aufgrund der hohen Darlehenssumme in der Regel eine Restschuld übrig, die durch eine Anschlussfinanzierung getilgt werden muss.

Möchtest du von deinem Kredit die Restschuld berechnen, hilft dir ein Tilgungsrechner weiter. Du gibst neben dem Finanzierungsbetrag und der monatlichen Rate die Kreditlaufzeit und den jährlichen Zinssatz ein, um mit dem Zinsrechner dein Darlehen mit all seinen Eckdaten berechnen zu können.

Abhängig ist die Restschuld von der anfänglichen Tilgungssumme und von der Laufzeit. Mit einer hohen Anfangstilgung und vergleichsweise langen Zinsbindungsfrist kannst du die Restschuld gering halten. Zudem bieten sich kostenlose Sondertilgungen an, die auf jeden Fall in deinem Kreditvertrag stehen sollten.

Auch Änderungen an der Monatsrate während der Kreditlaufzeit sollten ein- bis zweimal möglich sein. Unbedingt zu vermeiden sind eine niedrige Anfangstilgung und eine kurze Laufzeit, da diese Kombination eine hohe Restschuld verursacht.

Grundsätzlich hast du zur Finanzierung der Restschuld die Wahl zwischen einer Vertragsverlängerung bei derselben Bank inklusive Neuverhandlung der Konditionen (Prolongation) und einer Umschuldung bei einem anderen Kreditgeber zu meist besseren Konditionen.