Postbank Giro Direkt im Test: Kosten & Gebühren im Überblick

Mit dem Postbank Giro Direkt bietet die Postbank ein Online-Konto mit geringer monatlicher Grundgebühr. Zugleich fungiert es als kostenloses Girokonto für Auszubildende und Studierende. Wichtige Leistungen wie eine Girocard sind inklusive, Extras wie eine Kreditkarte musst du gegen eine Jahresgebühr hinzubuchen.

Postbank Giro Direkt – Das Wesentliche im Überblick

  • kostenlose Debitkarte
  • kostenloses Bargeld an Automaten der Cash-Group und an Shell-Tankstellen
  • geringe monatliche Grundgebühr von 1,90 €
  • für Auszubildende und Studierende gegen Nachweis gebührenfrei

Postbank Giro Direkt: Die Leistungen

Dieses Girokonto umfasst sämtliche Grundleistungen, die du von einer Bank erwarten kannst. Ein Highlight ist die kostenlose Versorgung mit Bargeld an rund 10.000 Geldautomaten. Als Postbank-Kunde kannst du zudem die zahlreichen Filialen aufsuchen, um zum Beispiel ein Problem persönlich zu klären oder dich beraten zu lassen. Beachte aber, dass Leistungen wie eine beleghafte Überweisung Gebühren kosten.

Girocard und optionale Kreditkarte

Postbank Giro Direkt Debitkarte

Mit dem Postbank Giro Direkt erhältst du eine Girokarte an der du an ca. 10.000 Automaten in Deutschland Geld abheben kannst (Bild: Postbank).

Die Postbank offeriert mit diesem Girokonto eine klassische Debitkarte, mit der du bargeldlos bezahlen und am Automaten Geld abholen kannst. Die Belastung deines Kontos erfolgt unmittelbar. Mit der Postbank Card hebst du an allen Geldautomaten der Postbank sowie der Mitgliedsbanken der Cash-Group gratis Geld ab. Zur Cash-Group gehören unter anderem die Commerzbank und die Deutsche Bank. Neben diesen etwa 10.000 Automaten stellen rund 1.300 Shell-Tankstellen eine weitere Option dar, um Bargeld zu erhalten. Möchtest du zusätzlich eine Kreditkarte, kommen die Postbank Visa Card und die Postbank Mastercard infrage. Diese Visa Card kannst du in mehreren Ausführungen wie Gold oder Platinum beantragen. Vor allem bei Bestellungen im Internet sowie bei Aufenthalten im Ausland sind Kreditkarten ein probates Zahlungsmittel. Erwähnung verdient, dass du Kreditsummen bei vorhandener Bonität in mehreren Raten zurückzahlen kannst. Benutzt du die Girocard oder eine Kreditkarte außerhalb des oraums, trägst du eine Auslandseinsatzgebühr. Diese berechnet die Bank prozentual am Umsatz.

Von der Bonität abhängig: Der Dispo auf dem Girokonto

Es besteht die Möglichkeit, einen auf dem Konto einen Dispo einrichten zu lassen. Die Bank prüft nach einem Antrag auf einen Dispo deine Bonität. Zum einen greift sie auf die Daten der bekannten Auskunftei Schufa zurück, zum anderen fordert sie bei höheren Summen Einkommensnachweise. Die Entscheidung erfolgt individuell, pauschale Voraussetzungen gibt es nicht. Rechne damit, dass die Obergrenze bei einer grundsätzlich guten Bonität etwa das 2- bis 3-fache deines monatlichen Einkommens beträgt.

Bei Zahlungsverfehlungen in der Vergangenheit, einem niedrigen Einkommen oder unsicheren Einkünften musst du eine Ablehnung einplanen. Du kannst es dennoch versuchen: Eine Ablehnung wirkt sich nicht negativ aus. Bei einem Antrag auf Kontoeröffnung verweigert die Bank zwar im Zweifelsfall einen Dispo, dem Konto stimmt sie jedoch zu. Den Antrag auf einen Dispo oder auf eine Änderung der Summe erledigst du im Onlinebanking. Die Entscheidung erhältst du mit einer Mitteilung in dein Postfach.

Der Dispo eröffnet dir die Chance, bis zur Obergrenze flexibel zu finanzieren. Es handelt sich um eine eingeräumte Kontoüberziehung, für welche die Bank tagesaktuell Zinsen berechnet. Er leistet zum Beispiel wertvolle Dienste, wenn du einen kurzen zeitlichen Engpass überbrücken musst. Du solltest den Disporahmen aber nicht dauerhaft ausschöpfen, da du ansonsten hohe Zinszahlungen stemmen musst. Bei der Rückzahlung existieren keine fixen Fristen, du kannst dein Konto je nach Einnahme- und Ausgabesituation ausgleichen. Davon sind geduldete Überziehungen zu unterscheiden. Die Postbank bucht zum Beispiel im Zusammenhang mit einer Lastschrift den Betrag ab, obwohl du weder ausreichend Guthaben noch einen Disporahmen dafür zur Verfügung hast. Erstens duldet die Bank diese Überziehungen nur für wenige Tage und in Ausnahmefällen. Zweitens verlangt sie dafür höhere Zinsen als beim Dispo.

Extras: Kostenloses Tagesgeldkonto und Wertpapierdepot

Als Kontoinhaber kannst du ein gratis Tagesgeldkonto, ein Wertpapierdepot sowie damit zusammenhängend ein Anlagekonto abschließen. Du gehst damit keine Verpflichtungen ein. Das Tagesgeldkonto dient der kurzfristigen und flexiblen Geldanlage, du kannst jederzeit über dein Geld verfügen. Mit dem Wertpapierdepot und dem Anlagekonto wickelst du Wertpapiergeschäfte ab, du kannst zum Beispiel Aktien und Investmentfonds erwerben. Du solltest dir aber die Kosten für diese Transaktionen gründlich ansehen. Ausschließlich die Depot- und Kontoführung sind gebührenfrei, für jeden Kauf und Verkauf verlangt die Bank Gebühren. Inwieweit diese Gebühren für dich teuer oder günstig sind, hängt unter anderem vom Ordervolumen ab.

Wer kann das Postbank Giro Direkt kostenlos nutzen?

Auszubildende und Studierende müssen kein Kontoführungsentgelt zahlen. Dasselbe gilt für alle, die einen freiwilligen Wehrdienst, ein freiwilliges soziales Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst ableisten. Diese Gebührenfreiheit erfordert einen Nachweis, den du per E-Mail oder in einer Filiale einreichen kannst. Aus diesem Dokument muss der Befreiungsgrund sowie die Dauer hervorgehen.

Bist du zum Beispiel Auszubildender und legst deinen Ausbildungsvertrag vor, kann die Bank diesem Vertrag die Dauer entnehmen: Bis zum Ende deiner Ausbildung hat die Befreiung Gültigkeit. Eine Besonderheit gibt es für Studierende ab dem 26. Lebensjahr: Sie müssen die Fortsetzung ihres Studiums jährlich mit ihrem Studentenausweis belegen. Zuvor reicht ein einmaliger Nachweis bis zu dieser Altersgrenze. Ein Antrag befreit rückwirkend bis zum Beginn des jeweiligen Quartals von den Kontoführungsgebühren. Entfällt der Befreiungsgrund, erhebt die Postbank die normalen Gebühren wie für alle Kunden.

Postbank Giro Direkt: Die Konditionen

Die aktuellen Konditionen für das Postbank Giro Direkt findest du im Preis-Leistungs-Verzeichnis des Instituts. Alle relevanten Konditionen entnimmst du übersichtlich der folgenden Tabelle:

LeistungGebühr
Kontoführungsentgelt1,90 € im Monat
Kontoführungsentgelt für Auszubildende und Studierendekostenlos bei entsprechendem Nachweis
Postbank Card (Debitkarte)kostenlos
Bargeld bei Geldautomaten der Cash-Group-Mitglieder sowie an Shell-Tankstellenkostenlos
Bargeld an Schaltern der Postbank bis 1.000,00 €1,50 €
Bargeld an Schaltern der Postbank ab 1,0000 €kostenlos
Postbank Visa Card29,00 € im Jahr
Transaktionen im Onlinebankingkostenlos
Aufträge per Telefonbanking1,50 € pro Stück
beleghafte Aufträge1,50 € pro Stück
Nutzung von Kontoauszugsdruckern0,50 € pro Auszug
Versand des monatlichen Finanzstatus1,90 € je Brief
Zinsen für eingeräumte Überziehung (Dispo)10,55 % per anno
Zinsen für geduldete Überziehung14,95 % per anno

Das Postbank Giro Direkt bequem von zu Hause aus eröffnen

Berücksichtige, dass sich diese Konditionen ändern können. Insbesondere die Zinssätze für den Dispo und die geduldete Überziehung passt die Postbank in regelmäßigen Intervallen an die Entwicklungen auf dem Zinsmarkt an.

Die Postbank nimmt den Anspruch eines Onlinekontos ernst: Du kannst das Konto im Internet eröffnen, ein Gang zur Filiale ist nicht notwendig. Das beruht darauf, dass du die Identitätsprüfung per VideoIdent absolvieren kannst. Im ersten Schritt stellst du einen Antrag auf Kontoeröffnung. Im Antrag nennst du deine persönlichen Daten und entscheidest dich, wie du dich legitimieren willst. Mit VideoIdent dauert der Vorgang rund 10 Minuten, danach kannst du dein Konto sofort nutzen. Dafür genügen diese technischen Voraussetzungen:

  • PC oder ein mobiles Gerät wie ein Smartphone
  • Webcam, Mikrofon und Lautsprecher
  • eine stabile Internetverbindung

Diese Prüfung verantwortet ein Dienstleister im Auftrag der Postbank. Nach erfolgtem Verbindungsaufbau hältst du deinen Personalausweis oder Reisepass in die Kamera. Der zuständige Mitarbeiter kontrolliert die Daten und fertigt ein Foto an. Du liest daraufhin laut die Nummer des Ausweises vor, der Mitarbeiter notiert sich diese. Nun verzeichnest du 2 Zugangsdaten, separat per SMS und E-Mail. Mit diesen beiden Daten kannst du dich in das Onlinebanking einloggen, sämtliche Funktionen stehen dir zu Verfügung. Die Girocard versendet die Bank kurze Zeit später mit der Post. Im Onlinebanking kannst du weitere Leistungen wie einen Dispo und eine Kreditkarte beantragen.

Alternativ kannst du die Prüfung auf einer Filiale der Postbank vornehmen lassen. Sollte vor Ort keine Filiale existieren, sondern nur ein Standort der Deutschen Post, kannst du das PostIdent-Verfahren anwenden. Aufgrund des geringen Aufwands ist das VideoIdent-Verfahren jedoch die bessere Wahl. Du sparst dir die An- und Abreise zur nächsten Filiale, ein Anstehen in der Schlange vermeidest du ebenfalls.

Checklist: Welche Unterlagen brauchst du für die Kontoeröffnung?

Postbank Giro Direkt eröffnen

Nach dem Ausfüllen dieses Online-Formulars musst du dich legitimieren (Bild: Postbank).

Eröffnest du dein Konto online und legitimierst dich per VideoIdent, musst du in der Regel keine Unterlagen einreichen. Ausnahmen kann es aber geben:

  • Wenn du dich mit einem Reisepass identifizierst, musst du eine Kopie deiner Meldebescheinigung einsenden.
  • Sofern du ein ausländischer Mitbürger bist, musst du eine Kopie deines Aufenthaltstitels schicken.
  • Bei der Beantragung eines Dispos, kann die Bank Kopien von Einkommensnachweisen und dem Arbeitsvertrag fordern.

Sofern du dich in einer Postbankfiliale oder mit dem Post-Ident-Verfahren legitimieren willst, musst du beim Besuch der Filiale deinen Personalausweis oder deinen Reisepass sowie den unterschriebenen Kontoantrag mitbringen. Die zuätzliche Meldebescheinung oder ein Aufenthaltstitel sind gegebenenfalls ebenso vonnöten.

Änderung des Postbank Giro Direkt: Gemeinschaftskonto und Kontowechsel

Beim Postbank Giro Direkt profitierst du von Flexibilität: So kannst du ein Einzelkonto jederzeit in ein Gemeinschaftskonto mit einem weiteren, gleichberechtigten Kontoinhaber umwandeln. Dafür genügen ein Antrag auf Umwandlung sowie die Legitimierung des zusätzlichen Kontoinhabers. Wie bei der Kontoeröffnung lässt sich diese mittels Videochat oder Gang auf eine Postbankfiliale realisieren. Zugleich kannst du ein Gemeinschaftskonto auf ein Einzelkonto umstellen lassen, das erfordert die Zustimmung beider Kontoinhaber.

Einen Wechsel des Kontomodells verwirklichst du ebenfalls kurzfristig. Mit dem Postbank Giro Direkt entscheidest du dich für das günstige Einstiegskonto, darüber hinaus wählst du aus mehreren Konten mit umfangreicheren Leistungen. Das Postbank Giro Extra Plus enthält zum Beispiel eine kostenlose Visa Card. Der Wechsel zu diesem Konto kann sich aus einem weiteren Grund empfehlen: Es handelt sich um das einzige Angebot, das ab einem bestimmten monatlichen Mindestgeldeingang gebührenfrei ist. Momentan liegt diese Grenze bei 3.000,00 € im Monat. Übersteigst du diese Grenze, etwa nach einer Gehaltserhöhung, spricht alles für den Kontowechsel: Du zahlst keine Gebühren mehr und kannst dich über zahlreiche Zusatzleistungen freuen.

Postbank Giro Direkt kündigen

Beim Abschluss eines Girokontos musst du dir keine Sorgen machen, dass du dich zu lange bindest. Laut Gesetz kannst du ein Girokonto innerhalb eines Monats kündigen, du bleibst flexibel. Es spielt keine Rolle, ob du das Kontomodell innerhalb einer Bank wechselst oder einen anderen Anbieter bevorzugst. Die Kündigung kannst du auf einer Filiale der Postbank aussprechen, ein Mitarbeiter händigt dir das dafür vorgesehene Formular aus. Du kannst die Kündigung aber auch schriftlich und formlos einreichen, das Portal Aboalarm hält dir die passenden Formulierungsvorschläge bereit. Wichtig ist, dass du keine unverzichtbare Angabe vergisst:

  • Name und Anschrift
  • Kontonummer: Unterhältst du weitere Konten wie ein Tagesgeldkonto, musst du diese Konten ebenfalls benennen.
  • Kündigungszeitpunkt: Du kannst auf einer sofortigen Kündigung bestehen oder einen späteren Zeitpunkt angeben.
  • Referenzkonto: Teile deine neue Bankverbindung mit, damit die Postbank den Restbetrag auf deinem Konto überweisen kann.

Bei einem Bankenwechsel empfiehlt es sich, vorab ein neues Konto zu beantragen und die erfolgreiche Eröffnung abzuwarten. So stellst du einen reibungslosen Übergang des Zahlungsverkehrs sicher.

Postbank Giro Direkt: Aktionen für Neukunden

Die Postbank wirbt regelmäßig mit Prämien um Neukunden. Aktuell hast du die Chance auf 2 BestChoice-Gutscheine im Wert von jeweils 50,00 €, die du mittels Gutscheincode bei zahlreichen Onlinehändlern einlösen kannst:

  • Kontoeröffnung: Den 1. Gutschein empfängst du für die bloße Kontoeröffnung.
  • Aktive Nutzung: Einen 2. Gutschein schenkt dir die Postbank, wenn du das Konto in der Anfangsphase ausreichend nutzt. Die Bank erwartet eine Mindestanzahl an Aktivitäten wie Überweisungen und Lastschriften.

(16.05.2018)

Darüber hinaus belohnt die Bank mit wechselnden Prämien Freundschaftswerbungen, ein Blick auf die momentanen Aktionen zahlt sich aus.

Fazit: Für wen sich das Postbank Giro Direkt empfiehlt

Grundsätzlich eignet sich dieses Kontomodell für alle, die ihre Finanzen hauptsächlich online abwickeln. Zu einer niedrigen Grundgebühr erhalten sie ein Konto mit allen relevanten Leistungen, für Auszubildende und Studierende ist es kostenlos. Du solltest aber bedenken, dass für die meisten Offline-Leistungen wie dem Versand von Kontoauszügen hohe Kosten anfallen. Deshalb solltest du dieses Konto nur abschließen, wenn du unter anderem beim Einsehen der Kontoauszüge und bei Überweisungen konsequent das Onlinebanking nutzt. Ansonsten erhöhen die einzelnen Gebühren die Gesamtkosten erheblich.

Verzeichnest du einen monatlichen Geldeingang von über 3.000,00 € im Monat, solltest du das Postbank Giro Extra Plus vorziehen. Ab dieser Summe verzichtet die Postbank auf Kontoführungsgebühren, du sicherst dir ein gratis Konto mit einem größeren Leistungsumfang.

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