Robo-Advisor im Test: Deutsche Anbieter im Vergleich

Seit der globalen Finanzkrise ab dem Jahr 2007 ist das Vertrauen der Anleger in Finanzberater gesunken. Immer mehr Sparer sind verunsichert, wem sie ihr Geld anvertrauen können und in welche Finanzprodukte sie investieren sollen. Führende amerikanische Investmentberater haben den Trend erkannt und stellen spezielle Plattformen bereit, die den Sparern eine Anlagestrategie vorschlagen, die durch einen Algorithmus berechnet wird.

Solch eine Investmentplattform wird als Robo-Advisor bezeichnet. Es handelt sich aber nicht um einen Roboter, der die Anlageempfehlungen gibt. Stattdessen erstellen erfahrene Investmentberater und IT-Experten ein spezielles Programm, das dir entweder nur Anlagetipps gibt oder gleich die komplette Vermögensverwaltung für dich übernimmt.

Neben vielen ausländischen Anbietern gibt es inzwischen auch einige Robo-Advisor aus Deutschland. Aber wie findet man den besten Robo-Advisor? Mit unserem Vergleichsrechner kannst du nach dem passenden Anlageroboter suchen:

Was ist ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor ist eine Software, die eine vorgefertigte Anlagestrategie anbietet. Die Bezeichnung setzt sich aus den englischen Vokabeln robot für Roboter und advisor für Berater zusammen.

Durch einen Robo-Advisor erhältst du eine digitale Finanzberatung, die mithilfe eines Algorithmus berechnet wird. Dabei setzen die Anlageroboter auf einen Mix aus Aktien, Anleihen und einigen exotischen Anlageformen, wie Devisen oder Rohstoffe.

Um die passende Anlagestrategie für einen Sparer zu entwickeln, sind auf den Internetseiten von empfehlenswerten digitalen Anlageberatern Fragebögen hinterlegt. Die Fragen befassen sich mit deinen Erfahrungen mit den unterschiedlichen Anlageklassen und schätzen deine Risikobereitschaft bei der Geldanlage ein.

Dieser Service kostet eine Gebühr, die höher ausfällt als die Kosten für einen selbst aufgestellten Investmentplan. Dafür bieten die Anlageroboter bequeme Portfolios an, die deinem Anlageverhalten und deinen Gewinnerwartungen entsprechen.

Wie funktioniert die digitale Geldanlage mit einem Robo-Advisor?

Wenn du dich nach einem Robo-Advisor Test für einen Anbieter entschieden hast, ist die Geldanlage mit wenigen Mausklicks erledigt.

fragebogen

Du musst zuerst den Fragebogen ausfüllen und zwischen zehn und etwa dreißig Fragen beantworten. Die Anzahl der Fragen hängt von den verschiedenen Anbietern ab und du solltest wahrheitsgemäße Angaben machen. Insgesamt dauert die Beantwortung aller Fragen bei den meisten Anlagerobotern circa fünf bis fünfzehn Minuten.

Wenn du dir die Zeit genommen hat, ist der Robo-Advisor gut über dich und deine finanzielle Situation informiert und kann dein persönliches Risikoprofil anfertigen.

Der Anbieter stellt anschließend ein sogenanntes Portfolio zusammen, also eine Art Warenkorb mit verschiedenen Finanzprodukten. Mit wenigen Klicks kannst du die vorgeschlagenen Wertpapiere kaufen.

Um einen Robo-Advisor auszuprobieren, kannst du nach einem Anbieter suchen, der nur einen geringen Mindestbetrag zur Geldanlage verlangt. So kannst du bei Vaamo, einem Robo-Advisor aus Deutschland, schon mit einem Betrag von 10,00 Euro einsteigen und die digitale Geldanlage ohne Risiko kennenlernen.

In welche Wertpapiere investieren Anlageroboter?

Alle führenden Anlageroboter investieren in Indexfonds, auf Englisch auch als Exchange Traded Funds mit der Abkürzung ETF bezeichnet. Es handelt sich um Fonds, die an der Börse gehandelt werden. Das ist ungewöhnlich, da herkömmliche Investmentfonds ihre Fondsanteile selbst verkaufen beziehungsweise die Anteile über Banken und Vermittler anbieten. Ein Börsenhandel ist bei einem klassischen Investmentfonds nur in Ausnahmefällen vorgesehen.

Ein ETF ist ein Fonds, der die Kursentwicklung eines Index, wie DAX, Euro Stoxx oder MSCI World Index, nachbildet. Diese Indizes beinhalten Aktien oder Anleihen und stellen eine Mischung bekannter Unternehmen beziehungsweise Industriestaaten dar. Die Kursentwicklung und die Zusammensetzung der Fonds kannst du leicht nachvollziehen.

etfbasiert

Weil es sich um passiv gemanagte Fonds handelt, muss kein teurer Fondsmanager bezahlt werden. Das spart Gebühren und erhöht damit deinen Gewinn.

In einigen Portfolios findest du auch Fonds von Dimensional, einem amerikanischen Vermögensverwalter. Auch wenn es sich um aktiv gemanagte Fonds handelt, sind die Fondsmanager in ihren Handlungen sehr eingeschränkt. Dadurch kommt es zu wenigen falschen Entscheidungen und die Kosten eines Fonds von Dimensional sind nur geringfügig höher als bei einem ETF.

Jeder Robo-Advisor trifft eigene Entscheidungen, wie sich dein Depot zusammensetzt. Trotzdem finden sich in den meisten Depots circa 15 Indexfonds und Fonds von Dimensional. Sobald ein Fonds eine positive Kursentwicklung aufweist, erhöht sich sein Anteil innerhalb des Portfolios. Dann erfolgt das sogenannte Rebalancing, bei dem zu hohe Fondsanteile verkauft und gegen Anteile mit einer geringeren Wichtung ausgetauscht werden.

Wie sicher ist mein investiertes Geld bei einem Robo-Advisor?

Wenn du bei einer deutschen Bank ein Tagesgeldkonto oder ein Festgeldkonto eröffnest, ist dein Guthaben über die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000,00 Euro gegen eine Insolvenz der Bank abgesichert.

Viele Banken sind außerdem Mitglied in einem institutseigenen Sicherungsfonds, über den die Kundengelder in vielen Fällen in unbegrenzter Höhe geschützt sind. Bei einer Geldanlage in Wertpapieren gehst du niemals das Risiko ein, die Papiere bei einer Bankenpleite zu verlieren. Das liegt daran, dass es sich bei den Papieren um dein Eigentum handelt, das die Bank nur für dich verwahrt.

Du kannst jederzeit die Herausgabe der Wertpapiere verlangen und sie in ein Depot bei einer anderen Bank übertragen.

Wenn du dein Geld einem Robo-Advisor anvertraust, erfolgt die Investition in einen Fonds. Das Fondsvermögen stellt ein Sondervermögen dar, das auch bei der Insolvenz des Anlageroboters oder der Fondsgesellschaft nicht verloren geht. Du musst dir nur einen neuen digitalen Berater suchen, falls der von dir ausgesuchte Robo-Advisor aus Deutschland oder aus dem EU-Ausland seinen Betrieb einstellt.

Wer haftet bei einer falschen Beratung?

Banken und Sparkassen sind verpflichtet, ein Beratungsprotokoll zu erstellen, wenn sich ein Kunde wegen seiner Investitionen beraten lässt. Das Protokoll ist ein Beweis dafür, welche Aussagen der Bankangestellte getroffen hat und ob es zu einer fehlerhaften Beratungsleistung gekommen ist. Wenn ein Anleger Verluste wegen der falschen Beratung erleidet, kann er die Bank auf Schadensersatz verklagen.

Gesetzbuch

Das ist auch bei einem digitalen Anlageberater möglich, sofern es sich um einen Vermögensberater nach §32 Kreditwesengesetz oder um einen Anlagevermittler nach §34f Gewerbeordnung handelt. Als solche sind viele Anlageroboter tätig, die eine Komplettlösung bei der Geldanlage anbieten.

Falls es sich nur um eine Beratungssoftware mit Anlagetipps handelt, wird oft kein Beratungsprotokoll erstellt. Du kaufst und verkaufst die empfohlenen Papiere selbst und handelst damit auf eigenes Risiko, auch Verluste zu erleiden. Falls du dich von dem Robo-Advisor falsch beraten fühlst, musst du nachweisen, dass es sich um eine fehlerhafte Beratung gehandelt hat. Der Nachweis ist nicht einfach und wird in jedem Beschwerdefall einzeln entschieden, wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin) erklärt.