Robo-Advisor im Test: Deutsche Anbieter im Vergleich

Seit der globalen Finanzkrise ab dem Jahr 2007 ist das Vertrauen der Anleger in Finanzberater gesunken. Immer mehr Sparer sind verunsichert, wem sie ihr Geld anvertrauen können und in welche Finanzprodukte sie investieren sollen. Führende amerikanische Investmentberater haben den Trend erkannt und stellen spezielle Plattformen bereit, die den Sparern eine Anlagestrategie vorschlagen, die durch einen Algorithmus berechnet wird.

Solch eine Investmentplattform wird als Robo-Advisor bezeichnet. Es handelt sich aber nicht um einen Roboter, der die Anlageempfehlungen gibt. Stattdessen erstellen erfahrene Investmentberater und IT-Experten ein spezielles Programm, das dir entweder nur Anlagetipps gibt oder gleich die komplette Vermögensverwaltung für dich übernimmt.

Neben vielen ausländischen Anbietern gibt es inzwischen auch einige Robo-Advisor aus Deutschland. Aber wie findet man den besten Robo-Advisor? Mit unserem Vergleichsrechner kannst du nach dem passenden Anlageroboter suchen:

Robo-Advisor Vergleichstabelle

Vorteile
Service-
gebühr
Testsiegel
quirion
Robo Advisor Basis Paket
4.1
  • 11 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 5.000 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 30 €
    WeltSparen
    WeltInvest
    3.5
    • 4 Anlagestrategien
    • Einmalige Einlage möglich ab 500 €
    • oder Sparplan (mtl.) ab 50 €
    growney
    Robo Advisor
    4.1
    • 5 Anlagestrategien
    • Einmalige Einlage (ohne Mindestbetrag)
    • oder Sparplan (mtl.) ab 1 €
      fintego
      Managed Depot
      4.6
      • 5 Anlagestrategien
      • Einmalige Einlage möglich ab 2.500 €
      • oder Sparplan (mtl.) ab 50 €
        OSKAR
        OSKAR
        4.6
        • 5 Anlagestrategien
        • Einmalige Einlage möglich ab 1.000 €
        • oder Sparplan (mtl.) ab 25 €
          VTB Direktbank
          VTB Invest
          4.1
          • 9 Anlagestrategien
          • Einmalige Einlage möglich ab 500 €
          • oder Sparplan (mtl.) ab 50 €
            Whitebox
            Robo Advisor
            4.7
            • 23 Anlagestrategien
            • Einmalige Einlage möglich ab 5.000 €
            • oder Sparplan (mtl.) ab 5 €
              investify
              Robo Advisor
              4.9
              • 200000 Anlagestrategien
              • Einmalige Einlage möglich ab 5.000 €
              • oder Sparplan (mtl.) ab 0 €
                comdirect bank
                cominvest
                4.3
                • 3 Anlagestrategien
                • Einmalige Einlage möglich ab 3.000 €
                • oder Sparplan (mtl.) ab 0 €
                  * Werte für gewählten Zeitraum, die Berechnung erfolgt auf Basis der aktuellen Zinssätze vom 19.08.2019. Alle Angaben ohne Gewähr, © 2017 financeAds.net

                   

                  Was ist ein Robo-Advisor?

                  Ein Robo-Advisor ist eine Software, die eine vorgefertigte Anlagestrategie anbietet. Die Bezeichnung setzt sich aus den englischen Vokabeln robot für Roboter und advisor für Berater zusammen.

                  Durch einen Robo-Advisor erhältst du eine digitale Finanzberatung, die mithilfe eines Algorithmus berechnet wird. Dabei setzen die Anlageroboter auf einen Mix aus Aktien, Anleihen und einigen exotischen Anlageformen, wie Devisen oder Rohstoffe.

                  Um die passende Anlagestrategie für einen Sparer zu entwickeln, sind auf den Internetseiten von empfehlenswerten digitalen Anlageberatern Fragebögen hinterlegt. Die Fragen befassen sich mit deinen Erfahrungen mit den unterschiedlichen Anlageklassen und schätzen deine Risikobereitschaft bei der Geldanlage ein.

                  Dieser Service kostet eine Gebühr, die höher ausfällt als die Kosten für einen selbst aufgestellten Investmentplan. Dafür bieten die Anlageroboter bequeme Portfolios an, die deinem Anlageverhalten und deinen Gewinnerwartungen entsprechen.

                  Wie funktioniert die digitale Geldanlage mit einem Robo-Advisor?

                  Wenn du dich nach einem Robo-Advisor Test für einen Anbieter entschieden hast, ist die Geldanlage mit wenigen Mausklicks erledigt.

                  Du musst zuerst den Fragebogen ausfüllen und zwischen zehn und etwa dreißig Fragen beantworten. Die Anzahl der Fragen hängt von den verschiedenen Anbietern ab und du solltest wahrheitsgemäße Angaben machen. Insgesamt dauert die Beantwortung aller Fragen bei den meisten Anlagerobotern circa fünf bis fünfzehn Minuten.

                  Wenn du dir die Zeit genommen hat, ist der Robo-Advisor gut über dich und deine finanzielle Situation informiert und kann dein persönliches Risikoprofil anfertigen.

                  Der Anbieter stellt anschließend ein sogenanntes Portfolio zusammen, also eine Art Warenkorb mit verschiedenen Finanzprodukten. Mit wenigen Klicks kannst du die vorgeschlagenen Wertpapiere kaufen.

                  Um einen Robo-Advisor auszuprobieren, kannst du nach einem Anbieter suchen, der nur einen geringen Mindestbetrag zur Geldanlage verlangt. So kannst du bei Vaamo, einem Robo-Advisor aus Deutschland, schon mit einem Betrag von 10,00 Euro einsteigen und die digitale Geldanlage ohne Risiko kennenlernen.

                  Kompletter Service oder Unterstützung – du hast die Wahl

                  Einige bekannte Banken setzen schon einen Robo-Advisor in Deutschland ein. Dabei handelt es sich meist um eine Beratungssoftware, die nur Anlagetipps gibt.

                  Du findest solch eine Software unter anderem bei Comdirect als Direktbank der Commerzbank, oder bei Maxblue, einer Online-Investmentplattform der Deutschen Bank. Auch die Targobank, die Consors Bank und 1822 direkt als Direktbank der Frankfurter Sparkasse geben digitale Anlageempfehlungen.

                  Du erhältst online regelmäßig Vorschläge, welche Wertpapiere zu deinem Risikoprofil passen und von welchen Papieren du dich trennen solltest. Um keine Empfehlung zu verpassen, musst du dich regelmäßig, am besten täglich, um deine Geldanlage kümmern.

                  Bequemer als die Beratungssoftware ist die Komplettlösung, die Anbieter wie Vaamo, Quirion oder Fintego bereitstellen. Hier übernimmt der Robo-Advisor die komplette Investition selbstständig und du musst dich um nichts kümmern. Damit diese bequeme Art der Geldanlage erfolgreich ist, solltest du jedoch bei einem Robo-Advisor Vergleich auf eine passive Anlagestrategie achten.

                  Aktive oder passive Anlagestrategie?

                  Eine aktive Anlagestrategie ist bei der Wahl eines Anlageroboters nicht zu empfehlen. Bei dieser Strategie schichtet der Robo-Advisor zwischen den einzelnen Anlagekategorien regelmäßig um. Das bedeutet, dass die Software nach einem finanzmathematischen Modell darüber entscheidet, bestimmte Papiere zu kaufen oder zu verkaufen.

                  Diese Umschichtungen sind mit Gebühren verbunden, die von deinem Gewinn abgezogen werden. Es ist schwierig und kostet viel Zeit, die Umschichtungen zu verfolgen und zu verstehen. Außerdem sind Robo-Advisor noch nicht lange genug am Markt vertreten, um zu beweisen, dass ihre theoretischen Berechnungen erfolgreich sind.

                  Bei einem digitalen Anlageberater mit einer passiven Strategie erkennst du genau, wie dein Geld investiert wird. Die Software gibt vor, auf welche Fonds das Anlagevermögen aufgeteilt wird. Diese Berechnungen werden regelmäßig überprüft und auf die ursprüngliche Aufteilung zurückgesetzt. Da dein Geld in Indexfonds investiert wird, ist die Kursentwicklung leicht nachzuvollziehen. Du musst nur die Kurse der zugrunde liegenden Indizes beobachten und schon wird deutlich, wie sich deine Geldanlage entwickelt. Daher muss der Robo-Advisor keine langjährigen Daten vorlegen, sondern du kannst den Erfolg deiner Investition direkt selbst überprüfen.

                  In welche Wertpapiere investieren Anlageroboter?

                  Alle führenden Anlageroboter investieren in Indexfonds, auf Englisch auch als Exchange Traded Funds mit der Abkürzung ETF bezeichnet. Es handelt sich um Fonds, die an der Börse gehandelt werden. Das ist ungewöhnlich, da herkömmliche Investmentfonds ihre Fondsanteile selbst verkaufen beziehungsweise die Anteile über Banken und Vermittler anbieten. Ein Börsenhandel ist bei einem klassischen Investmentfonds nur in Ausnahmefällen vorgesehen.

                  Ein ETF ist ein Fonds, der die Kursentwicklung eines Index, wie DAX, Euro Stoxx oder MSCI World Index, nachbildet. Diese Indizes beinhalten Aktien oder Anleihen und stellen eine Mischung bekannter Unternehmen beziehungsweise Industriestaaten dar. Die Kursentwicklung und die Zusammensetzung der Fonds kannst du leicht nachvollziehen.

                  Weil es sich um passiv gemanagte Fonds handelt, muss kein teurer Fondsmanager bezahlt werden. Das spart Gebühren und erhöht damit deinen Gewinn.

                  In einigen Portfolios findest du auch Fonds von Dimensional, einem amerikanischen Vermögensverwalter. Auch wenn es sich um aktiv gemanagte Fonds handelt, sind die Fondsmanager in ihren Handlungen sehr eingeschränkt. Dadurch kommt es zu wenigen falschen Entscheidungen und die Kosten eines Fonds von Dimensional sind nur geringfügig höher als bei einem ETF.

                  Jeder Robo-Advisor trifft eigene Entscheidungen, wie sich dein Depot zusammensetzt. Trotzdem finden sich in den meisten Depots circa 15 Indexfonds und Fonds von Dimensional. Sobald ein Fonds eine positive Kursentwicklung aufweist, erhöht sich sein Anteil innerhalb des Portfolios. Dann erfolgt das sogenannte Rebalancing, bei dem zu hohe Fondsanteile verkauft und gegen Anteile mit einer geringeren Wichtung ausgetauscht werden.

                  Die Kosten nicht unterschätzen

                  Wenn du Geld am Kapitalmarkt anlegen möchtest, hast du die Wahl zwischen einem selbst zusammengestellten Portfolio und der Beratung durch:

                  • einen unabhängigen Vermögensberater oder
                  • den Anlageberater deiner Bank oder Sparkasse oder
                  • einer Beratungssoftware

                  Jede der Anlageformen ist mit anderen Kosten verbunden. So verlangt ein unabhängiger Anlageberater durchschnittlich 150,00 Euro pro Beratungsstunde. Die Beratung durch einen Bankangestellten ist zwar kostenlos, dafür berechnet die Bank eigene Kosten für eine telefonische Ordererteilung oder die Platzierung einer Order an der Börse. Außerdem versuchen viele Bankberater, Papiere des eigenen Hauses zu verkaufen, die nicht unbedingt die beste Performance abwerfen.

                  Wenn du aktiv an der Börse mit Aktien handelst, musst du Börsengebühren, Maklercourtage, Bankgebühren und eventuell Depotkosten tragen. In diesem Fall ist ein Robo-Advisor günstiger, weil er nur Fonds kauft und verkauft.

                  Gleichzeitig ist der Anlageroboter aber teurer als eine komplett selbst zusammengestellte Geldanlage, die aus einem Tagesgeld oder Festgeld und einem Depot mit ETFs besteht. Für das selbst verwaltete Portfolio fallen nur die Kosten für den Indexfonds an, die meistens bei circa 0,2-0,7 % pro Jahr liegen. Ein Robo-Advisor berechnet etwa 1 % Gebühren jährlich. Die höheren Gebühren schmälern deine Rendite, dafür erhältst du jedoch Unterstützung bei deinen Investitionen und musst dich nicht um alles selber kümmern.

                  Wie sicher ist mein investiertes Geld bei einem Robo-Advisor?

                  Wenn du bei einer deutschen Bank ein Tagesgeldkonto oder ein Festgeldkonto eröffnest, ist dein Guthaben über die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000,00 Euro gegen eine Insolvenz der Bank abgesichert.

                  Viele Banken sind außerdem Mitglied in einem institutseigenen Sicherungsfonds, über den die Kundengelder in vielen Fällen in unbegrenzter Höhe geschützt sind. Bei einer Geldanlage in Wertpapieren gehst du niemals das Risiko ein, die Papiere bei einer Bankenpleite zu verlieren. Das liegt daran, dass es sich bei den Papieren um dein Eigentum handelt, das die Bank nur für dich verwahrt.

                  Du kannst jederzeit die Herausgabe der Wertpapiere verlangen und sie in ein Depot bei einer anderen Bank übertragen.

                  Wenn du dein Geld einem Robo-Advisor anvertraust, erfolgt die Investition in einen Fonds. Das Fondsvermögen stellt ein Sondervermögen dar, das auch bei der Insolvenz des Anlageroboters oder der Fondsgesellschaft nicht verloren geht. Du musst dir nur einen neuen digitalen Berater suchen, falls der von dir ausgesuchte Robo-Advisor aus Deutschland oder aus dem EU-Ausland seinen Betrieb einstellt.

                  Wer haftet bei einer falschen Beratung?

                  Banken und Sparkassen sind verpflichtet, ein Beratungsprotokoll zu erstellen, wenn sich ein Kunde wegen seiner Investitionen beraten lässt. Das Protokoll ist ein Beweis dafür, welche Aussagen der Bankangestellte getroffen hat und ob es zu einer fehlerhaften Beratungsleistung gekommen ist. Wenn ein Anleger Verluste wegen der falschen Beratung erleidet, kann er die Bank auf Schadensersatz verklagen.

                  Das ist auch bei einem digitalen Anlageberater möglich, sofern es sich um einen Vermögensberater nach §32 Kreditwesengesetz oder um einen Anlagevermittler nach §34f Gewerbeordnung handelt. Als solche sind viele Anlageroboter tätig, die eine Komplettlösung bei der Geldanlage anbieten.

                  Falls es sich nur um eine Beratungssoftware mit Anlagetipps handelt, wird oft kein Beratungsprotokoll erstellt. Du kaufst und verkaufst die empfohlenen Papiere selbst und handelst damit auf eigenes Risiko, auch Verluste zu erleiden. Falls du dich von dem Robo-Advisor falsch beraten fühlst, musst du nachweisen, dass es sich um eine fehlerhafte Beratung gehandelt hat. Der Nachweis ist nicht einfach und wird in jedem Beschwerdefall einzeln entschieden, wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin) erklärt.

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