Tagesgeld und Festgeld einfach erklärt!

Tages- und Festgeld sind in Deutschland sehr beliebte Finanzprodukte. Viele Menschen begehen den Fehler und haben einen Großteil ihres Vermögens auf solchen Konten liegen. Damit verlieren Sie Geld, weil die Inflationsrate meist höher ist als die Verzinsung der Konten.

Wie du ein Tages- oder Festgeldkonto richtig einsetzt, erklärt dir der nachfolgende Artikel. Darüber hinaus erläutert er die Unterschiede zwischen beiden Anlageformen und für wen sich diese Konten lohnen.

In unseren Vergleichsrechner für Tagesgeldkonten und Festgeldkonten kannst du die verschiedenen Bankangebote miteinander vergleichen.

Was ist ein Tagesgeldkonto?

Das Tagesgeldkonto ist ein Konto mit einem festen Zinssatz ohne feste Laufzeit. Daher stammt auch der Name Tagesgeldkonto, weil es täglich verfügbar ist. Du kannst dir als Sparer jederzeit dein Geld auszahlen lassen sowie neues einzahlen.

Das Tagesgeldkonto hat folgende Eigenschaften:

  • Verfügbarkeit: hoch
  • Zinsen: sehr niedrig
  • Sicherheit: hoch

Was ist ein Festgeldkonto?

Im Unterschied zum Tagesgeldkonto hat das Festgeldkonto eine feste Laufzeit. Innerhalb dieser Zeit kannst du als Anleger nicht auf das Geld zugreifen.

Aus diesem Grund wird das Festgeld auch als Termingeld bezeichnet, da es erst zu einem bestimmten Termin wieder zur Verfügung steht. Je nachdem, wie lange eine Festgeldanlage läuft, kannst du erst nach Ablauf der Vertragslaufzeit wieder über dein Guthaben verfügen

Das Festgeldkonto hat folgende Eigenschaften:

  • Verfügbarkeit: niedrig
  • Zinsen: niedrig
  • Sicherheit: hoch

Wo kann ein Tages- oder Festgeldkonto eröffnet werden?

Viele Direktbanken und Broker bieten Tages- und Festgeldprodukte auf welche du dein Geld anlegen kannst. Aber auch bei Filialbanken kannst du in derartige Zinspapiere investieren.

Welches Anlageprodukt ergibt am meisten Sinn?

Auf eine Tagesgeldanlage kannst du täglich zugreifen, während dir dein Kapital beim Festgeldkonto erst nach Ablauf der gewählten Laufzeit wieder zur Verfügung steht.

Der Verzicht auf die tägliche Verfügbarkeit ist auch der Grund, warum die Zinsen beim Festgeldkonto höher sind als beim Tagesgeldkonto. Das ist ein Grundprinzip des Dreiecks der Geldanlage:

Je höher die Verfügbarkeit eines Finanzprodukts, desto niedriger die Zinsen und umgekehrt.

Sowohl Tages- und auch Festgeldkonto zählen zu den sehr sicheren Finanzanlagen, da sie durch den europäischen Einlagensicherungsfonds abgesichert sind. Bis zu 100.000 Euro sind pro Kunde und pro Bank durch das jeweilige Mitgliedsland des Sicherungsfonds abgedeckt.

Ob du dich für ein Tages- oder Festgeldkonto entscheidest, hängt von deinen persönlichen Zielen ab.

Möchtest du dein Geld für eine längere Zeit parken, ist die Anlage in ein Festgeldkonto sinnvoll. Ist es dir sehr wichtig, jederzeit auf dein Geld zugreifen zu können, solltest du es auf ein Tagesgeldkonto einzahlen.

Zu welchem Zweck lohnt sich ein Tagesgeldkonto?

Als Anleger solltest du 3 bis 6 Monatsgehälter als Puffer auf der Seite liegen haben. Da du manchmal in dringenden Fällen sofort auf dein Geld zugreifen musst, ist zu diesem Zweck ein Tagesgeldkonto sinnvoll.

Durch diesen Puffer verhinderst du im Notfall dein Girokonto überziehen zu müssen und dadurch teure Dispozinsen zu zahlen.

Auch bei einer Investition in ETF-Sparpläne kannst du das Geld in der Zwischenzeit auf einem Tagesgeldkonto parken. Dies gilt vor allem dann, wenn du nicht monatlich in ETFs investiert, sondern nur aller 3 oder 6 Monate. In diesem Fall kannst du das Kapital auf ein Tagesgeldkonto ansparen, bis du es dann in den ETF-Sparplan investiert.

Wie du an den Beispielen erkennst, solltest du dann ein Tagesgeldkonto nutzen, wenn du das darin eingezahlte Geld demnächst für etwas anderes benötigst.

Obwohl die Zinsen dieser Konten sehr gering sind, sind die Erträge höher als auf einem nicht verzinsten Girokonto. Du solltest also kein Geld verschenken.

Auf der anderen Seite macht es keinen Sinn, dein Tagesgeldkonto für eine langfristige Geldanlage zu verwenden. Viele Menschen begehen den großen Fehler und zahlen ihr komplettes Kapital auf ein solches Konto ein. Dazu jagen sie den Lockangeboten der Banken nach und wechseln regelmäßig den Anbieter.

Da die Verzinsung bei Tages- und Festgeldkonten in den meisten Jahren niedriger ist als die Inflationsrate, verliert jeder Euro auf solchen Konten real an Wert. Diese reale Verzinsung ergibt sich aus:

Realzinsen = Nominalzinsen ‒ Inflationsrate

Dein Kapital kann auf einem Tagesgeldkonto also nicht wachsen. Stattdessen verliert es aufgrund der Inflationsrate an Kaufkraft.

In einer Niedrigzinsphase verschärft sich das Problem noch. Aktuell werden teilweise nur noch 0,01% Zinsen auf ein Tagesgeldkonto angeboten, was definitiv geringer ist als die Inflation.

Wie risikoreich sind Tages- und Festgeldkonten?

In Deutschland gelten Tages- und Festgeldanlagen als sicher. Im Falle einer Insolvenz einer Bank greift der deutsche Einlagensicherungsfonds. Er gilt als eine der stabilsten Einlagensicherungen der Welt.

Viele der oben erwähnten Zinsjäger haben in der Vergangenheit Geld in ausländische Tages- und Festgeldkonten investiert, die mit teils sehr hohen Zinsen gelockt haben.

Die Insolvenz der Kaupthing Bank

2008 hatten zum Beispiel 50.000 Deutsche Anleger, insgesamt 300 Millionen Euro auf Konten der isländischen Kaupthing-Bank liegen. Die Kaupthing Bank zahlte zu dem Zeitpunkt deutlich höhere Zinsen für Tages- und Festgeld als in Deutschland ansässige Banken.

Gleichzeitig hatte die Bank am Finanzmarkt sehr riskante Geschäfte getätigt und musste nach der Finanzkrise Insolvenz anmelden.

Die 50.000 Bundesbürger mussten monatelang auf ihr Geld warten. Die isländische Regierung weigerte sich anfangs, für die Geschäfte der Kaupthing-Bank zu bürgen. Zu diesem Zeitpunkt war es nicht sicher, ob die deutschen Anleger ihr Geld überhaupt zurück bekommen würden.

Das Beispiel der Kaupthing-Bank zeigt sehr gut, dass auch eine vermeintlich sichere Geldanlage mit einem gewissen Risiko verbunden ist. Hier gilt ein weiteres Prinzip des Dreiecks der Geldanlage:

Höhere Zinsen bedeuten gleichzeitig auch ein höheres Risiko.

Zum zwischenzeitlichen Parken von Kapital, das du demnächst benötigst, ist es daher nicht sinnvoll, ein höheres Risiko einzugehen.

Für eine höhere Rendite solltest du kalkulierte Risiken eingehen und dein Kapital auf verschiedene Anlageformen verteilen. So kannst du zum Beispiel einen Teil deines Geldes in ein breites ETF-Portfolio investieren.

Es ist viel effektiver, wenn du dich intensiv mit dem Thema Geldanlage auseinandersetzt, anstatt die Zeit darauf zu verwenden, minimal höheren Zinsen der Lockangeboten nachzujagen.

Welche Alternativen aus dem FinTech-Bereich kannst du nutzen?

Damit du trotzdem höhere Zinsen als im Durchschnitt bekommst, ohne jedes Mal ein neues Konto eröffnen zu müssen, kannst du die Angebote von ZinsPilot oder Weltsparen nutzen.

Das Prinzip der beiden Plattformen ist einfach: Du eröffnest nur ein einziges Konto und kannst mit diesem auf verschiedene Tages- und Festgeldangebote zugreifen. Damit entfällt das aufwendige Eröffnen und Schließen mehrerer Konten.

Sei dir bewusst, dass dein Geld je nach Angebot auch im EU-Ausland angelegt wird. Es wird konkret aufgelistet, bei welcher Bank das Tages- oder Festgeld genutzt wird. Informiere dich daher auch darüber, ob die Bank solide ist und wie die Einlagensicherung in dem Land funktioniert.

Tagesgeldkonten und Festgeldkonten vergleichen

Wenn du dich über die aktuellen Konditionen für Tagesgeld und Festgeld informieren möchtest kannst du hierzu auch gerne unsere beiden Vergleichsrechner nutzen: