Ripple (XRP) einfach erklärt!

Auch wenn Bitcoin noch immer der unangefochtene Platzhirsch im Bereich der Kryptowährungen ist, so stehen immer mehr junge Unternehmen mit innovativen Lösungen in den Startlöchern, um Bitcoin den Platz an der Spitze streitig zu machen. Ein sehr aussichtsreiches Projekt ist das Ripple-Protokoll mit seiner zugehörigen Kryptowährung XRP. Das Protokoll sorgte dabei erst kürzlich für Aufsehen in den Medien, als der ehemalige US-Notenbankchef Ben Bernanke sowie Multimilliardär Bill Gates öffentlich zugaben, auf Ripple zu setzen. Doch was ist Ripple, wo kann man Ripple kaufen und wie funktioniert das Ripple-Protokoll im Detail?

Was ist Ripple?

Ripple ist ein Zahlungsnetzwerk, welches auf einem Open-Source-Protokoll basiert und somit transparent für jeden einsehbar ist. Ripple selbst ist jedoch keine Kryptowährung, auch wenn Ripple in den Medien fälschlicherweise häufig als Kryptowährung bezeichnet wird. Die zugehörige Kryptowährung von Ripple ist XRP. Wenn du also Ripple kaufst, kaufst du immer nur die zugrunde liegende Währung XRP und nicht Ripple selbst.

Wer oder was steckt hinter Ripple?

Das Unternehmen, welches hinter Ripple steckt, hieß früher Ripple Labs und wurde im Jahr 2015 einfach zu Ripple umbenannt. Das Unternehmen verkauft Softwarelösungen an Banken, die auf dem Ripple-Protokoll basieren. Für diese Beratungs- und Vermittlungsdienstleistung kassiert Ripple Gebühren von seinen Kunden.

Das Ripple-Protokoll ist ein Zahlungsprotokoll, welches es Banken ermöglicht, internationale Zahlungen in Echtzeit abzuwickeln. Der Gründungsvater des Protokolls ist der Kanadier Ryan Fugger, der schon im Jahr 2004 mit Ripple Pay bekannt wurde. Mit der Zeit schlossen sich immer mehr Entwickler dem Projekt an, sodass 2011 eine veränderte Version des Ripple-Protokolls veröffentlicht wurde. Im Jahr 2012 wurde dann das Unternehmen Ripple Labs gegründet, welches einen Großteil der Krypotwährung XRP verwaltet.

Wie funktioniert Ripple?

Das Ripple-Protokoll basiert auf einer öffentlichen Datenbank. Diese Datenbank enthält ein Register mit allen Kontoständen der Mitglieder dieses Netzwerks. Jeder kann dieses Register einsehen und auch die Aufzeichnungen, also die Zuschreibungen und Abbuchungen auf den einzelnen Konten, können transparent nachvollzogen werden.

Kommt es zu einer Änderung auf einem Konto, weil Person A beispielsweise Geld an Person B überweisen möchte, so findet die Einigung über ein sogenanntes Konsensverfahren statt. Das heißt nichts anderes, als dass sich alle Mitglieder im Netzwerk auf die Änderung im Zahlungsbuch einigen. Die Banken und Unternehmen, die am Ripple-Netzwerk teilnehmen, müssen somit alle Transaktionen bestätigen.

Beispiel: Überweisung im Ripple-Netzwerk

Möchte ein Bankkunde innerhalb des Ripple-Netzwerks Geld von einer Bank zu einer anderen überweisen, müssen alle Netzwerkteilnehmer diese Transaktion bestätigen. Dieser Einigungsprozess findet alle 2 bis 5 Sekunden statt. Das Geld kann somit innerhalb kürzester Zeit, unabhängig vom geografischen Standort und ohne zentrale Verwaltungsstelle, überwiesen werden.

Das Potenzial des Ripple-Protokolls

Das Ripple-Protokoll könnte für verschiedenste Kontoarten angewendet werden. So wäre es beispielsweise möglich, das Protokoll auch für Assets zu nutzen, in denen festgeschrieben ist, wem welche Aktie gehört. Dasselbe könnte zudem auch mit Waren und Dienstleistungen passieren, die Unternehmen sich gegenseitig überweisen.

Der aus heutiger Sicht beste Anwendungsfall ist es aber, das Ripple-Protokoll für internationale Zahlungen als Zahlungsprotokoll zu verwenden. Gerade dieser Bereich ist heutzutage noch sehr langsam und auch teuer.

Internationaler Zahlungsverkehr

Internationale Zahlungen werden heutzutage über das sogenannte Korrespondenzbanksystem abgewickelt. Möchtest du beispielsweise Geld aus Europa in ein anderes Land überweisen, in welchem deine Hausbank keine Niederlassung hat, so muss deine Hausbank eine entsprechende Korrespondenzbank in diesem Land finden. Im schlimmsten Fall muss deine Hausbank dabei sogar über Dritt- und Viertbanken gehen.

Das System ist, wie die Beschreibung schon vermuten lässt, sehr langsam und teuer. Zudem kann es auch passieren, dass Zahlungen scheitern. In diesem Fall müssen die Banken nachforschen, wo das Geld geblieben ist und was nicht funktioniert hat. Diese Maßnahmen sind dann natürlich mit weiterem Zeit- und Geldeinsatz behaftet.

Welche Ziele verfolgt Ripple?

Das Ziel von Ripple ist es, dass mehr und mehr Banken dem Ripple-Netzwerk beitreten und dass diese Banken ihre internationalen Zahlungsströme über das Ripple-Protokoll abwickeln. Im Endausbau würde das für eine Standardisierung sorgen und das internationale Zahlungssystem nicht nur beschleunigen, sondern auch deutlich günstiger werden lassen.

Was ist XRP?

XRP ist die Kryptowährung des Ripple-Protokolls, wobei XRP auch als Handelsmedium oder Wertaufbewahrung genutzt werden kann. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass diese Währung nicht zwangsläufig für Transaktionen benutzt werden muss. XRP dient dem Ripple-Protokoll vielmehr dazu, Netzwerkangriffe zu verhindern.

Netzwerkangriffe

Netzwerke können, je nach Infrastruktur, zum Teil sehr einfach überlastet werden. Gibt man beispielsweise eine hohe Anzahl an Transaktionen in das Netzwerk, so wird dieses langsamer und kann schlussendlich sogar zusammenbrechen. Angreifer können diesen Umstand ausnutzen, indem sie beispielsweise eine enorme Anzahl an Überweisungsaufträgen von einem Eurocent in japanische Yen in das Netzwerk einspeisen.

Dank XRP kann dieser Missbrauch jedoch verhindert werden, da jeder Zahlung eine gewisse Transaktionsgebühr in XRP hinzugefügt wird. Somit werden Angriffe für Spammer sehr schnell überaus kostenintensiv und somit unattraktiv.

XRP als Brückenwährung

Der Einsatz von XRP bringt jedoch noch weitere Vorteile. So kann die Kryptowährung beispielsweise auch als Brückenwährung genutzt werden, wenn nicht genügend Liquidität in einer bestimmten Währung verfügbar ist. Das ist immer dann besonders nützlich, wenn es sich um Währungspaare handelt, die selten getraded werden.

Wie entsteht XRP?

Im Gegensatz zu anderen Kryptowährungen benötigt XRP keinen Mining-Prozess. Alle Transaktionen auf dem Ripple-Protokoll werden von den einzelnen Netzwerkmitgliedern bestätigt, wodurch der Miner obsolet wird.

Die Erfinder des Netzwerks erschufen 100 Milliarden XRP. Von dieser Summe wurden 80 Milliarden XRP an das Unternehmen Ripple übertragen und 20 Milliarden XRP wanderten in die Taschen der Erfinder. Das Unternehmen Ripple hat sich in weiterer Folge dazu entschieden, 55 Milliarden XRP Schritt für Schritt innerhalb der nächsten vier Jahre, an die Teilnehmer des Netzwerks zu übertragen.

Der Verkauf selbst findet über unterschiedliche Wege statt. So wird XRP beispielsweise zu vergünstigten Konditionen an Banken verkauft, um diese zu motivieren, dem Netzwerk beizutreten. Zudem wird die Währung auch an unterschiedliche Kryptowährungsbörsen verkauft, um diesen einen Handel mit der Währung zu ermöglichen.

Welche Vorteile bietet Ripple?

Die Idee hinter Ripple und XRP ist eindeutig. Man möchte die beste Kryptowährung zur Zahlungsabwicklung werden. Dafür muss es möglich sein, eine große und wachsende Anzahl an Transaktionen durchzuführen. Genau diese Eigenschaft unterscheidet Ripple und XRP vom Bitcoin. Durch die immer größer werdende Nachfrage kämpft Bitcoin mit einem Skalierungsproblem. Das führt aktuell dazu, dass es zu langen Wartezeiten bei Transaktionen kommt und auch die Transaktionskosten selbst stiegen bei Bitcoin in letzter Zeit spürbar an. Das Ripple-Netzwerk kann im Gegensatz dazu die schnelle Durchführung von Transaktionen gewährleisten und konnte zudem schon einige Kooperationen mit sehr großen Banken initiieren. Die wichtigsten Banken, die derzeit mit Ripple zusammenarbeiten sind:

  • UBS
  • Santander
  • Fidor Bank

Welche Nachteile hat Ripple?

Die Entwicklung von Ripple ist sehr stark an das Unternehmen Ripple gekoppelt und somit zentralisiert. Das Unternehmen selbst hält dabei den Löwenanteil aller vorhandenen XRPs, was von Medien und Experten zunehmend kritisch beäugt wird. Ein weiterer Kritikpunkt ist zudem der Fakt, dass sich die Erfinder von Ripple 20 % aller verfügbaren XRPs einbehalten haben.

Fazit

Auch wenn die Technologie sehr fortschrittlich und innovativ klingt, so ist Ripple nicht das einzige Unternehmen, welches auf diesem Gebiet forscht und Lösungsvorschläge anbietet. Das derzeit vorherrschende Netzwerk im internationalen Zahlungsverkehr ist SWIFT, welches seit einiger Zeit vermehrt in die eigene Infrastruktur investiert. Zudem gibt es auch weitere Unternehmen wie beispielsweise das Bankenkonsortium R3 oder Stellar, die ebenfalls an Lösungen zur Verbesserung des internationalen Zahlungsverkehrs arbeiten.