Mona Linke
Mona Linke
31. August 2022

Investieren wie die Stars: Promi-Fonds im Check Vol. 2

Wie kommen die Fonds von Thelen, Maschmeyer und Diekmann durch die Krise? Wir haben einen (zweiten) Blick auf die Fonds der Stars geworfen.

Eine bekannte Persönlichkeit zu sein, hat einige Vorteile. Zum Beispiel, dass sich die eigenen Produkte besser vermarkten lassen, wenn das eigene Gesicht darauf abgebildet ist. Das könnte ein Grund sein, warum sich TV-Juroren, Ex-Journalisten oder auch Musiker immer wieder dazu entscheiden, einen eigenen Fonds aufzusetzen. Der Nachteil am Bekanntsein ist, dass die Medienwelt bei so einem Projekt ganz besonders kritisch hinschaut.

Wir haben die Fonds von Carsten Maschmeyer, Frank Thelen und Kai Diekmann schon vor einem Jahr unter die Lupe genommen. Und jetzt, nach Monaten voller Unsicherheit, Inflationsängsten und Energiesorgen erneut einen Blick gewagt: Wie kommen die Fonds durch die aktuelle Krise, wer hat seine Versprechungen sogar übertroffen und wer viel zu dick aufgetragen?

10x DNA: „Die Performance ist beschissen“

Wie geht man am besten damit um, wenn der eigene Fonds in nicht mal einem Jahr um knapp 42% abstürzt? Man könnte es wie Frank Thelen machen und das Übel zunächst mal benennen: „Die Performance ist beschissen“, gab der TV-Juror Ende Juni auf einem Fondskonkress in Mannheim zu, wie das Branchenmagazin Fonds Professionell berichtete. Man durchlaufe nun mal eine „schwere Zeit“, der Ansatz benötige aber ohnehin Zeit, erklärte der Startup-Investor nach Informationen des Magazins.

Das mag sein. Dennoch dürfte manch ein Anleger des „10x DNA Disruptive Technologies“, der seit vergangenem September handelbar ist, aktuell ziemlich entmutigt in sein Portfolio blicken. Denn der Investmentfonds, eine Mischung aus Venture-Capital und Publikumsfonds, ist noch mal deutlich schlechter gelaufen als der Gesamtmarkt. Binnen elf Monaten hat er einen Wertverlust von knapp 42% hingelegt.

Das ist umso enttäuschender, wo Thelen noch kurz vor Auflegung eine Wertentwicklung von 300% für die kommenden vier bis acht Jahre prognostiziert hat. Aktuell müsste sich der Kurs beinah verdoppeln, um erst einmal seinen Stand von vor einem Jahr wieder zu erreichen. Doch wie konnte das passieren, wo doch nach Thelens Informationen ein versiertes Team an Physikern, Biologen, Krypto-Experten und Kapitalmarktanalysten nach den wachstumsstärksten Tech-Firmen der Welt sucht? Dafür gibt es mehrere Erklärungen.

Diversifizierung mangelhaft

Die erste ist: Der 10x DNA-Fonds ist eine ziemlich spekulative Wette. Gerade einmal 28 Positionen umfasst der Fonds aktuell, darunter Hersteller von Halbleiter-Material, Telemedizinanbieter, Software-Firmen oder E-Commerce-Plattformen, außerdem eine ganze Reihe Unternehmen aus dem Biotech-Bereich. Auch bekannte Werte wie der Autobauer Tesla (8%), der Software-Anbieter Palantir (7%) und das chinesische Internetunternehmen Tencent (5%) umfasst der Fonds aktuell. Teilweise investiert 10xDNA auch in Unternehmen, die den IPO noch vor sich haben, also noch nicht an der Börse gelistet sind. Auch Bitcoin (1%) und Ethereum (3%) werden über Zertifikate abgebildet.

Die Mischung mag durchdacht sein, dennoch fließt das Geld der Investoren in weniger als 30 Positionen, wird also alles andere als breit gestreut. Stürzt der Kurs eines Unternehmens ab, kann das schon mal den gesamten Fonds merklich herunterziehen. Und Kursrückgänge wurden in der Welt der Tech-Aktien im vergangenen Jahr reichlich verzeichnet.

Mit dem Launch am 1. September hätte sich Thelen keinen schlechteren Zeitpunkt aussuchen können, um einen Tech-Fonds an den Start zu bringen: Der Nasdaq als führender Tech-Index hatte sich zwischen Frühjahr 2020 und Herbst 2021 mehr als verdoppelt und seinen – wie wir inzwischen wissen – bisherigen Höhepunkt erreicht. Kurz darauf ging es steil bergab, zwischen November 2021 und Juni 2022 beispielsweise um 32%.

Andere Fonds mit Fokus auf disruptive Technologien haben teilweise noch deutlichere Abstürze hingelegt.

So büßte beispielsweise der ARK Innovation ETF von Star-Investorin Cathie Woods in den vergangenen zwölf Monaten sagenhafte 70% an Wert ein. In dem Fonds stecken Tech-Aktien wie der Software-Konzern Zoom, der Autobauer Tesla und das Media-Unternehmen Roku. Im Vergleich zu Thelens Investoren konnten sich die Anleger des ARKK aber zumindest in den Jahren davor über fulminante Gewinne freuen.

10xDNA Fonds
Frank Thelens 10xDNA Fonds im Vergleich

Die eher bescheidenen vergangenen zwölf Monate müssen für den 10xDNA Fonds also noch keine Bankrotterklärung sein. Rein theoretisch ist es möglich, dass der Fonds seine Verluste wieder hereinholt, vielleicht sogar einen fulminanten Aufschwung hinlegt. Niemand kann wissen, ob Thelens Wachstumsunternehmen nicht doch noch auf die 300% Wertsteigerung kommen werden, von denen der TV-Juror vergangenes Jahr gesprochen hat. Schließlich macht auch der Gesamtmarkt eine schlechte Phase durch. Das eigentliche Problem an Thelens Wachstumsfonds ist die mangelnde Diversifizierung. Denn so wenig Auswahl erhöht die Wahrscheinlichkeit für Anleger, Geld zu verlieren.

„Prämierte Anlagestrategie“ aus dem Hause Maschmeyer: der Paladin One Fonds

Wie man hohe Erwartungen weckt, wissen auch die Familienmitglieder um Thelens ehemaligen Juroren-Kollegen Carsten Maschmeyer. Schon seit 2013 betreut Sohn Marcel den Paladin One Fonds, der etwa zwei Dutzend Aktien und dabei vor allem Value Aktien enthält. Das