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Was ist Diversifikation? Risikostreuung einfach erklärt!

Finanzfluss Team
Finanzfluss Team
Stand: 5. März 2018
Das Thema Diversifikation ist für eine erfolgreiche Geldanlage unerlässlich. Bevor du dein Geld in verschiedene Wertpapiere investierst, solltest du dir über die damit verbundenen Risiken bewusst sein. Erst dann kannst du diese in einem zweiten Schritt streuen und minimieren. Der nachfolgende Artikel hilft dir dabei, das Konzept der Diversifikation besser zu verstehen

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Was du wissen solltest
  • Diversifikation ist unerlässlich wenn du keine risikoreiche Anlagestrategie verfolgst. Immer schön nach dem Sprichwort: "Lege niemals alle Eier in einen Korb."
  • Diversifikation kann zum Beispiel durch unterschiedliche Anlageklassen wie Wertpapiere, Edelmetalle und Immobilien erzeugt werden. Aber auch innerhalb eines Assets wie zum Beispiel Wertpapiere, kannst du durch ein breit gestreutes Investment den Risiko senken.
  • Neben dem Marktrisiko gibt es auch noch andere Formen wie das Zinsrisiko oder Währungsrisiko.

Risiken im Alltag

Jeden Tag setzen wir uns gewissen Risiken aus. Wenn du mit dem Auto am Straßenverkehr teilnimmst, besteht das Risiko eines Unfalls. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dafür ist zwar relativ gering, aber dennoch größer als 0 %. In Verbindung damit steht das Risiko eines Personen- oder Sachschadens, falls du wirklich in einen Unfall verwickelt wirst.

Seit Beginn des Automobils haben die Hersteller immer bessere Technologien entwickelt, um beides zu verhindern:

  • Zum einen versuchen sie die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass es überhaupt zu einem Unfall kommt.
  • Zum anderen ist es deren Ziel, Personen- und Sachschäden fortlaufend zu minimieren, falls ein Unfall eintritt.

Die Erfindung des Anschnallgurtes, des Airbags oder des ABS-Systems sind vor diesem Hintergrund klassische Beispiele.

Zusammenhang zwischen Risiko und Rendite in der Geldanlage

Auch vor einer Geldanlage ist eine gute Einschätzung der Risiken zu treffen. Du solltest dir in einem ersten Schritt überlegen, welches Risiko du mit einem Investment eingehst. Als zweiter Schritt steht die Frage, wie du es verhindern kannst, dass du durch diese Risiken Geld verlierst. Das übergeordnete Ziel ist die Vermeidung eines Totalverlusts.

In der Vergangenheit gibt es genügend Beispiele dafür, dass Risiken oft unterschätzt wurden. So haben viele Privatanleger nach der Jahrtausendwende eine Menge Geld verloren, weil sie unrealistische Wachstums- und Renditeerwartungen an noch junge Technologiefirmen hatten, deren hohe Bewertungen nicht gerechtfertigt waren.

Während der globalen Wirtschaftskrise 2008 und 2009 mussten einige Banken sogar Insolvenz anmelden, weil sie die Risiken des amerikanischen Häusermarktes falsch eingeschätzt hatten.

Je riskanter eine Geldanlage ist, desto höher ist auch die potenzielle Rendite, die Investoren als Gegenleistung für das höhere Risiko verlangen.

Wählst du dagegen ein Investment mit geringem Risiko, musst du dich auch mit einer niedrigen Rendite zufrieden geben. Aus diesem Grund sind zum Beispiel italienische Staatsanleihen höher verzinst als Staatsanleihen aus Deutschland.

Investoren sehen das Risiko auf Seiten Italiens als höher an, dass der Staat seine Schulden nicht oder nur teilweise zurückzahlen kann. Noch höher verzinst sind die Staatsanleihen aus Griechenland. Vor nicht allzu langer Zeit gab es einen Schuldenschnitt und einige Anleihe-Investoren konnten nicht ausgezahlt werden, weshalb viele Anleger die Gefahr eines griechischen Staatsbankrotts noch höher einschätzen als bei Italien.

Das Risiko in der Geldanlage reduzieren

Um dein Risiko in der Geldanlage zu minimieren, solltest du dein Kapital möglichst breit streuen (Risikostreuung = Diversifikation).

Ein passendes Sprichwort dazu lautet: "Lege niemals alle Eier in einen Korb!" Fällt ein Korb zu Boden, in dem sich alle Eier befinden würden, gehen auch alle Eier mit einmal zu Bruch.

Aus diesem Grund solltest du alle Eier auf verschiedene Körbe verteilen. Das Prinzip der Risikoverteilung geht auf die beiden Professoren sowie Nobelpreisträger Modigliani und Miller zurück, die den Zusammenhang zwischen Rendite und Risiko erforscht haben.

Zwei Formen von Risiko

Grundsätzlich existieren für jedes Wertpapier zwei Formen von Risiko: das individuelle und das allgemeine Marktrisiko.

Um die beiden Formen besser verstehen zu können, stell dir vor, dass du Besitzer eines Hauses besitzt. Für dieses Haus existiert ein individuelles Risiko, zum Beispiel durch die Gefahr eines Brandes ‒ ausgelöst durch das Umstoßen einer Kerze oder einen Blitzeinschlag.

Auch Unternehmen besitzen ein individuelles Risiko, zum Beispiel durch schlechtes Management, geringe Wettbewerbsfähigkeit oder Rechtsstreitigkeiten.

Im Gegensatz dazu beschreibt das Marktrisiko oder systemische Risiko ein allgemeines Risiko. Kommt es in deiner Region zu einem Erdbeben, dann ist nicht nur dein Haus davon betroffen, sondern auch alle anderen Häuser in der Umgebung.

Ähnliches gilt auch für mehrere Unternehmen. Ist zum Beispiel der gesamte deutsche Aktienmarkt schwach, dann sinkt nicht nur der Aktienkurs eines einzelnen Unternehmens, sondern der, der meisten deutschen börsennotierten Firmen. Auch qualitativ hochwertige Unternehmen mit guter Marktposition sind davon betroffen.

So reduzierst du dein Risiko

Nachdem du die Risiken identifiziert hast, solltest du Wege finden, diese zu minimieren. Das individuelle Risiko kannst du durch ein Versicherungsmodell eliminieren.

Versicherst du dein Haus gegen Brand, zahlst du für diese Feuerversicherung eine regelmäßige Prämie. Im Gegenzug übernimmt die Versicherungsgesellschaft das Risiko und zahlt dir im Brandfall die Schadenssumme aus. Das Versicherungsunternehmen streut ihr eigenes Risiko, indem es viele Versicherungsverträge mit Hausbesitzern abschließt.

Wenn das jährliche Risiko eines Brandes in einer Region etwa 2 % beträgt, rechnet die Versicherung damit, dass sie in einem Jahr von 100 Häusern 2 ersetzen muss.

Ausgehend von dieser Basis kalkuliert die Versicherung die Prämien, aus deren Einnahmen sie den voraussichtlichen Schaden ersetzen kann. Das Risiko wird damit auf alle Versicherungsnehmer verteilt. Auch in der Geldanlage ist es nicht sinnvoll, sein ganzes Kapital in ein einziges Unternehmen zu investieren.

Stattdessen solltest du deine gesamte Investition auf mehrere Aktien aus verschiedenen Ländern und Branchen verteilen. Dadurch reduzierst du das individuelle Risiko.

Auch das Marktrisiko kannst du ähnlich dem individuellen Risiko minimieren. Erhöht sich zum Beispiel in einer Region aufgrund einer Trockenperiode das Brandrisiko von 2 % auf 10 %, übersteigen folglich die Ausgaben aus den Schadenszahlungen die Einnahmen aus den Versicherungsprämien.

Für das Versicherungsunternehmen bedeutet das eine hohe Insolvenzgefahr, wenn sie die Prämien nicht sofort anpassen kann. Um dieses Risiko auszugleichen, kann die Versicherungsgesellschaft auf anderen Märkten aktiv werden. So kann sie zum Beispiel Gebäude gegen Hochwasser, Überflutung, Erdbeben oder andere Schäden absichern.

Des Weiteren kann sie ihre Aktivitäten auf andere Regionen ausweiten, wodurch das Risiko nicht nur zwischen verschiedenen Geschäftsbereichen, sondern auch regional gestreut wird.

Zusätzlich zum individuellen und Marktrisiko existieren weitere Risikoformen, die für einen Investor von Bedeutung sind. Beispiele dafür sind das Zinsrisiko, das Ausfallrisiko oder das Währungsrisiko.

Übertragen auf die Kapitalanlage heißt das: Verteile dein Geld auf verschiedene Körbe.

Fazit

Investiere dein Kapital in verschiedene Länder, verschiedene Branchen und verschiedene Anlageklassen. Das Risiko deines gesamten Portfolios ist dann geringer als das eines einzelnen Wertpapiers. Wenn du diese Grundsätze der Diversifizierung beachtest, ist es sehr unwahrscheinlich, dass du mit einem Mal viel Geld verlierst.

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Häufig gestellte Fragen

Was sollte man vor dem Investieren beachten?

Warum sollte ich meine Geldanlage diversifizieren?

Welche Risiken bestehen beim Investieren in Wertpapiere?

Wie diversifiziere ich meine Geldanlage?