Welche Versicherungen braucht man und welche nicht?

Mortimer Glückstein
Stand:

Wenn es um das Thema Versicherungen geht, denken viele Menschen noch immer an den klassischen Vertreter, der einmal im Jahr auf einen Kaffee vorbeikommt und die laufenden Verträge prüft. Bei einigen komplexen Produkten kann es auch sehr hilfreich sein, einen Fachmann zu haben, der sich um eine korrekte Bedarfsanalyse kümmert und die passenden Produkte anbietet. Doch natürlich sollte man sich nicht nur auf das Urteil seines auf Provisionsbasis arbeitenden persönlichen Beraters verlassen. Welche Versicherungen du tatsächlich brauchst – und auf welche du getrost verzichten kannst – erfährst du hier.

Was du wissen solltest
  • Einige Versicherungen sind in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Dazu zählen die Krankenversicherung und Kfz-Haftpflichtversicherung.
  • Eine private Haftpflichtversicherung ist unverzichtbar und günstig.
  • Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist wichtig, um dein Einkommen abzusichern.
  • Für Eigenheimbesitzer sind die Wohngebäude- und Risikolebensversicherung interessant.
  • Einige Versicherungen können fallbedingt nützlich sein. Dazu zählen die Hausrat-, Rechtsschutz- oder Kfz-Kaskoversicherung.
  • Es gibt unzählige Spezial-Versicherungen. Die meisten sind sinnlos.
Wie du vorgehst
  • Prüfe deinen Bedarf und deine aktuelle Situation genau.
  • Stelle sicher, dass du die Versicherungen hast, die existenzbedrohende Risiken abdecken.
  • Überlege immer, ob du eine Versicherung wirklich brauchst. Wenn du die entstehenden Kosten im Versicherungsfall aus eigener Tasche zahlen kannst, benötigst du die Versicherung nicht.
  • Vergleiche verschiedene Anbieter und Tarife.
Inhalte

Versicherungen haben kein besonders gutes Image – und doch geht es manchmal nicht ohne. Es gibt Risiken, die deine Existenz bedrohen können und solche Risiken sollten versichert sein. Doch viele Verträge kannst du dir auch sparen, also überlege dir vor Abschluss einer neuen Versicherung, ob du den möglichen Schaden nicht auch aus eigener Tasche zahlen könntest.

Was sind die gängigsten Versicherungen?

Heutzutage kann alles versichert werden. Vom Model, das ihr linkes Bein versichert bis zur Versicherung gegen die Entführung von Aliens ist alles dabei. Um sich einen besseren Überblick zu verschaffen, lohnt es sich, sich die gängigsten Versicherungen genauer anzusehen. Neben den Sozialversicherungen, die jeden Monat automatisch aus dem Bruttogehalt gezahlt werden, gibt es private Versicherungen, die du freiwillig abschließen kannst. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Sachversicherungen und Personenversicherungen, bei beiden Formen wird jedoch das gleiche Risiko abgedeckt: Ein unvorhergesehener Schaden an einem Gegenstand oder einer Person.

Sachversicherung

Eine Sachversicherung sichert das Risiko ab, dass ein Gegenstand beschädigt oder zerstört wird. Klassische Sachversicherungen sind zum Beispiel:

Personenversicherung

Eine Personenversicherung soll bestimmte Risiken im persönlichen Leben abdecken. Dazu gehört unter anderem der Schutz vor finanziellen Problemen aufgrund von Berufsunfähigkeit, Unfall, Krankheit oder Tod. Zu den gängigen Personenversicherungen gehören:

Welche Versicherungen du haben solltest, erfährst du in diesem Video:

Welche Versicherungen sind Pflicht?

Einige Versicherungen sind in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Zu diesen Pflichtversicherungen gehören unter anderem die Krankenversicherung, gesetzliche Rentenversicherung für Arbeitnehmer und die Kfz-Haftpflichtversicherung für Fahrzeughalter. Außerdem gibt es noch spezielle Pflichtversicherungen wie die Hundehaftpflichtversicherung in einigen Bundesländern oder die Pferdehalterhaftpflicht für Reiter.

Krankenversicherung

Jeder deutsche Staatsbürger muss zu jeder Zeit krankenversichert sein. Unterschieden wird zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung, die als ein Teil der Sozialabgaben direkt aus dem Bruttogehalt gezahlt wird und der privaten Krankenversicherung, für die sich  Besserverdiener und Selbstständige entscheiden können. So ist die medizinische Grundversorgung im Krankheitsfall finanziell abgesichert. Zusatzversicherungen, wie die Zahnzusatz- oder Krebsversicherung sind nicht verpflichtend und können zusätzlich abgeschlossen werden.

Kfz-Haftpflicht Versicherung

Über 65 Mio. Fahrzeuge sind in Deutschland zugelassen (Stand 01/2020) und jeder einzelne Fahrzeughalter muss zwingend eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen. Sie deckt Schäden, die man selbst im Straßenverkehr verursacht – sowohl Sachschäden an anderen Fahrzeugen als auch Personenschäden. Schäden am eigenen Fahrzeug, zum Beispiel durch Diebstahl oder einen selbst verschuldeten Unfall kann man zusätzlich absichern. Das geht über Voll- und Teilkaskoversicherungen, die nicht gesetzlich vorgeschrieben und somit freiwillig sind.

Übersicht: Was ist versichert?

Die Haftpflichtversicherung deckt finanzielle Schäden, die durch das eigene Fahrzeug verursacht wurden. Wenn du einen Schaden schuldhaft verursachst, zahlt der Versicherer dem Unfallgegner unter anderem Abschleppkosten, Kosten für Reparaturen am Fahrzeug und Heilkosten oder gegebenenfalls Schmerzensgeld.

Die Teilkaskoversicherung kann zusätzlich abgeschlossen werden und deckt Risiken, die durch äußere Einflüsse entstehen. Dazu gehören zum Beispiel Diebstahl des Kfz, Hagelschäden, Schäden durch Wild oder Glasbruchschäden durch Steinschläge. Der Tarif sollte jedoch in jedem Fall genau geprüft und auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.

Die Vollkaskoversicherung deckt Schäden an deinem eigenen Fahrzeug – auch wenn du sie selbst verursacht hast. Wenn du beispielsweise beim Einparken gegen einen Baum fährst, kannst du den Blechschaden über die Vollkasko ausbessern lassen. Das gilt jedoch nicht, wenn man das Fahrzeug unter dem Einfluss von Alkohol geführt hat oder für vorsätzlich herbeigeführte Schäden.

Natürlich steigt der Versicherungsbeitrag, wenn du dich für eine zusätzliche Kaskoversicherung entscheidest – daher solltest du dir gut überlegen, welcher Tarif für dich sinnvoll ist.

Voll- oder Teilkasko?

Hast du einen Neuwagen, solltest du über eine Vollkasko nachdenken.
Bei einem Gebrauchtwagen, den du nicht aus eigener Tasche ersetzen könntest, ist eine Teilkasko sinnvoll.

Wenn du ein älteres Auto hast, reicht eine Haftpflichtversicherung meistens aus. (Bild: unsplash.com)

Weitere Haftpflichtversicherungen

Eine Haftpflichtversicherung schützt dich vor einer großen finanziellen Belastung aufgrund von Schäden, die du verursacht hast. Neben der gängigen Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es zum Beispiel die Hundehaftpflichtversicherung, die in einigen Bundesländern gesetzlich vorgeschrieben ist. Außerdem gibt es Berufsgruppen, die zwingend eine Haftpflichtversicherung abschließen müssen. Dazu zählt die Berufshaftpflichtversicherung für Ärzte, Anwälte, Notare und Architekten oder auch die Jagdhaftpflichtversicherung für Jäger.

Welche Versicherungen sind wichtig?

Über die gesetzlich verpflichtenden Versicherungen hinaus gibt es eine ganze Reihe privater Versicherungen, die du noch zusätzlich abschließen kannst. Einige davon sind unumgänglich, da sie existenzbedrohende Risiken absichern, andere kannst du dir sparen. 

Wir geben dir eine Übersicht über die wichtigsten und sinnvollsten Versicherungen.

Unverzichtbar: Die private Haftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung bietet Schutz vor finanziellen Schäden, die durch selbstverschuldetes Handeln entstehen. Sowohl Sachschäden als auch Personenschäden, die durch nicht vorsätzliches, schuldhaftes Handeln entstehen, sind versichert.

Wenn beispielsweise ein anderer Mensch zu Schaden kommt, weil du ihn aus Unachtsamkeit verletzt hast, bist du verpflichtet, für etwaige ärztliche Behandlungen aufzukommen. Wenn Pflegekosten entstehen, müssen auch diese getragen werden und können schnell zu einer wirtschaftlichen Notlage oder sogar dem finanziellen Ruin führen. Die private Haftpflichtversicherung deckt eben dieses Risiko und ist daher unverzichtbar.

Eine private Haftpflichtversicherung ist ratsam. Doch nicht immer benötigt jede einzelne Person einen eigenen Vertrag – oft sind alle im Haushalt lebenden Personen oder die gesamte Familie mitversichert. Es lohnt sich also, die Bedingungen genau zu prüfen.

Sichert deine Arbeitskraft: Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Sicherst du deinen Lebensunterhalt durch deine tägliche Arbeit und das Gehalt, das du bekommst, dann ist deine Arbeitskraft natürlich ein fundamentaler Bestandteil deines Lebens. Du kannst diese Arbeitskraft finanziell absichern und so für den Fall, dass du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst, vorsorgen.

Bist du beispielsweise Gärtner und entwickelst eine heftige Allergie, kannst du deinen Beruf nicht mehr ausüben. Das gleiche gilt für Lehrer bei psychischen Erkrankungen, wie Burnout.

Es ist wichtig zu unterscheiden zwischen der Erwerbsunfähigkeitsversicherung und der Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn als Teil der Sozialversicherung schützt dich die Erwerbsunfähigkeitsversicherung vor dem finanziellen Risiko, keiner Arbeit mehr nachgehen zu können. Solltest du also durch einen Unfall oder eine psychische Erkrankung in keinem Beruf mehr  arbeiten können, erhältst du eine Erwerbsminderungsrente. Die BU zahlt dann, wenn du deinen speziellen Beruf nicht mehr ausführen kannst. Ein kleiner aber alles entscheidender Unterschied.

Wenn du als Fliesenleger durch einen Unfall körperlich nicht mehr in der Lage bist zu arbeiten, also deinen Beruf nicht mehr ausführen kannst, bist du zwar berufsunfähig, aber nicht erwerbsunfähig. Denn auch mit körperlichen Einschränkungen kann man noch anderen Tätigkeiten nachgehen, wie zum Beispiel einem Bürojob.

In Deutschland wird ca. jeder vierte im Laufe seines Lebens berufsunfähig, laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (www.GDV.de). Die häufigste Ursache ist dabei eine psychische Erkrankung wie zum Beispiel Burnout oder eine Psychose.

Hast du eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, zahlt dir der Versicherer im Versicherungsfall eine vorher vereinbarte monatliche Rente – im Optimalfall entspricht diese Berufsunfähigkeitsrente dem Gehalt, das du zuvor bekommen hast.

Es lohnt sich immer, verschiedene Berufsunfähigkeitsversicherungen vergleichen.

Versicherungen, die sich lohnen könnten

Viele Versicherungen eignen sich nur für bestimmte Personengruppen. Du solltest dir überlegen, welche Bereiche in deinem Leben besonders schützenswert und welche Risiken für dich und dein Umfeld existenzbedrohend wirken können. Bist du zum Beispiel der Alleinverdiener einer Familie, sieht dein Bedarf natürlich anders aus, als bei einem Studenten der von seinen Eltern finanziell unterstützt wird.

Gebäudeversicherung

Solltest du Eigentümer einer Immobilie sein, ist eine Wohngebäudeversicherung von elementarer Wichtigkeit. Sie schützt vor Schäden durch Brand, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Zusätzlich kannst du Elementarschäden durch eine Zusatzversicherung absichern.
Reparaturen am Gebäude können mit extrem hohen Kosten verbunden sein – daher sollte man darüber nachdenken, ob man eine solche Maßnahme aus eigener Tasche zahlen könnte oder das Risiko versichern möchte. Zahlst du dein Haus noch ab und es wird durch einen Brand zerstört, hast du kein Haus mehr – aber noch immer die Schulden bei der Bank. Das gilt sowohl für Eigentümer, die ihre Immobilie selbst bewohnen, als auch für Vermieter. Außerdem wird bei einer Finanzierung über eine Bank oft eine Wohngebäudeversicherung gefordert.

Ein Eigenheim ist schützenswert, daher solltest du in einem solchen Fall eine Wohngebäudeversicherung abschließen. (Bild: unsplash.com)

Beispiel

Wird durch einen Blitzschlag das Dach eines Einfamilienhauses beschädigt, kommt die Gebäudeversicherung für die Reparatur des Daches auf. Alles, was jedoch nicht fest mit dem Gebäude verbunden ist (Möbel, persönliche Gegenstände etc.), ist nicht abgedeckt. Dafür kommt die Hausratversicherung auf.

Risikolebensversicherung

Eine weitere Versicherung, die häufig mit einem Immobilienkredit einhergeht, ist die Risikolebensversicherung. Typisch für eine „Risiko-Versicherung“ ist, dass nur im Schadensfall die vorher vereinbarte Summe ausgezahlt wird. Je höher die Versicherungssumme ist, die im Todesfall ausgezahlt wird, desto höher ist auch der Versicherungsbeitrag. Viele Banken fordern eine solche Police als Sicherheit für den Kredit – sollte also die versicherte Person während der Tilgungsphase des Kredits versterben, kann die Restschuld durch die Auszahlung der Versicherungssumme beglichen werden.

Auch für die finanzielle Absicherung der Familie kann eine Riskio-Lebensversicherung sinnvoll sein. Stirbt ein Elternteil, muss der Partner oder die Partnerin das Einkommen der Familie plötzlich alleine sichern. Um die Hinterbliebenen vor wirtschaftlichen Problemen zu schützen, kann eine Versicherungssumme vereinbart werden, die die finanzielle Differenz ausgleicht.

Auslandsreisekrankenversicherung

Auch im Ausland sollte die medizinische Versorgung stets gewährleistet sein. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt jedoch Kosten für Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte im Ausland oft nicht. Das gilt auch für private Krankenversicherungen, wenn es nicht im Tarif gesondert geregelt ist. Daher sollte vor einem Auslandsaufenthalt stets geprüft werden, ob eine Reisekrankenversicherung besteht, die gegebenenfalls Behandlungskosten im Ausland oder sogar einen medizinisch notwendigen Rücktransport nach Deutschland abdeckt.
Achte jedoch hier besonders auf Einschränkungen und Sonderregelungen bei Reisen nach Kanada und die USA. Wenn du dort Urlaub machst und eine ärztliche Behandlung notwendig wird, können horrende Kosten auf dich zukommen.

Viele Versicherungen eignen sich nur für bestimmte Personengruppen. Du solltest dir überlegen, welche Bereiche in deinem Leben besonders schützenswert und welche Risiken für dich und dein Umfeld existenzbedrohend wirken können. Bist du zum Beispiel der Alleinverdiener einer Familie, sieht dein Bedarf natürlich anders aus, als bei einem Studenten, der von seinen Eltern finanziell unterstützt wird.

Hausratversicherung

Die Hausratversicherung schützt dein Hab und Gut vor verschiedenen Risiken. Dazu gehören je nach Tarif unter anderem Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Leitungswasser oder Einbruchdiebstahl. Viele Versicherer bieten auch zusätzliche Leistungen an, zum Beispiel bei Vandalismus nach einem Einbruch oder Fahrraddiebstahl außerhalb des Hauses. Oft kannst du dir den Tarif nach deinen Vorstellungen zusammenstellen.

Auch hier gilt wieder: Wenn dein Hausrat überschaubar ist und du im Ernstfall auch neue Einrichtung, Kleidung etc. aus eigener Tasche zahlen könntest, lohnt sich die Versicherung nicht für dich. Sollte dieses Risiko aber existenzbedrohend sein, solltest du die Versicherung abschließen.

Wenn du Wertgegenstände wie hochwertige Kleidung oder viel technisches Equipment besitzt, liegt es nahe, dieses zu versichern. Doch eine Hausratversicherung kann auch sinnvoll sein, wenn die Neuanschaffung von alltäglichen Gegenständen ein finanzielles Risiko darstellen würde. Wird beispielsweise Hausrat durch einen Brand beschädigt oder zerstört, kommen unvorhergesehene Kosten für neue Kleidung, Möbel, elektronische Geräte etc. auf dich zu. Diese Kosten übernimmt die Hausratversicherung.

Rechtsschutzversicherung

„Recht haben und Recht bekommen ist zweierlei“ heißt es so schön. Ein Rechtsstreit kann teuer werden und daher scheuen sich viele Menschen, in einem Streitfall vor Gericht zu ziehen. Tritt tatsächlich der Fall ein, dass du dein Recht vor Gericht einklagen musst und der entsprechende Bereich in deinem Vertrag mitversichert ist, kümmert sich deine Rechtsschutzversicherung um einen Anwalt und führt den Rechtsstreit für dich aus.

In einem Rechtsschutzversicherungsvertrag können verschiedene Bereiche versichert werden:

  • Privatrechtsschutz
    zum Beispiel bei der Forderung von Schadensersatzansprüchen

  • Berufsrechtsschutz
    zum Beispiel bei verspäteter oder ausbleibender Gehaltszahlung

  • Wohnrechtsschutz
    zum Beispiel bei Mietminderung wegen Mängeln

  • Verkehrsrechtsschutz
    zum Beispiel bei der Schuldfrage nach einem Unfall

Je nachdem, welcher Bereich für dich sinnvoll ist, können die Sparten auch kombiniert werden. Die Rechtsschutzversicherung ist definitiv eine Versicherung, über die man nachdenken kann, doch sie ist kein „must-have“.

Einen Rechtsstreit wünscht sich niemand. Doch wenn es hart auf hart kommt, ist es gut, finanziell abgesichert zu sein. (Bild: unsplash.com)

Welche Versicherungen sind überflüssig?

Grundsätzlich solltest du dir immer überlegen, ob du einen finanziellen Schaden oder eine Neuanschaffung aus eigener Tasche ausgleichen könntest. Ist das der Fall, dann ist die Versicherung unnötig. Denn eins darfst du nicht vergessen: Die Versicherungsprämie beinhaltet nicht nur Kosten für das versicherte Risiko, sondern auch einen Gewinn für den Versicherer und gegebenenfalls Provision für den Vertreter. Mittlerweile gibt es unzählige Versicherungen, die alles Mögliche absichern und auf einige davon kannst du getrost verzichten.

Handyversicherung

Ein neues Smartphones kann mittlerweile schon so viel kosten wie ein Gebrauchtwagen. Da liegt die Überlegung nahe, eine Handyversicherung abzuschließen. In der Regel sind Schäden durch Wasser, Sturz oder Kurzschlüsse versichert – doch es ist Vorsicht geboten: Die meisten Verträge schließen viele Risiken aus. Daher lohnt es sich entweder die Bedingungen genau zu prüfen und gegebenenfalls Tarife zu vergleichen oder auf die Versicherung zu verzichten.

Unfallversicherung

Die Unfallversicherung zahlt dir einmalig eine bestimmte Summe Geld aus, wenn du nach deinem Unfall körperlich eingeschränkt bist. Die Höhe der Auszahlung richtet sich nach dem sogenannten Invaliditätsgrad. Je schlimmer die Verletzung ist, desto höher ist der Invaliditätsgrad und die damit verbundene Auszahlung. Doch meistens ist der Versicherungsbeitrag für eine Unfallversicherung relativ teuer und eine einmalige Auszahlung, wenn man beispielsweise einen Arm nach einem Unfall nicht mehr bewegen kann, ist zwar für eine Lebensumstellung erst einmal hilfreich – doch wenn man deshalb seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, ist es langfristig nicht hilfreich.
Außerdem greift in einem solchen Fall die Berufsunfähigkeitsversicherung, die euch nicht nur kurz-, sondern auch langfristig schützt.

Reisegepäckversicherung

Wenn das Reisegepäck verloren geht, ist das natürlich ärgerlich. Doch erstens sollten Wertgegenstände im Handgepäck aufbewahrt werden und zweitens wird auch eine finanzielle Erstattung das verloren gegangene Lieblingshemd nicht ersetzen können. Also kann man sich auch diese Versicherung sparen, wenn man einige neue Kleidungsstücke für den Urlaub aus eigener Tasche zahlen kann.

Glasbruchversicherung

Die Glasbruchversicherung kannst du meistens als Zusatzbaustein deiner Hausratversicherung abschließen. In der Hausratversicherung sind Risiken wie Brand, Blitzschlag, Leitungswasserschäden etc. versichert. Doch wenn ein Glastisch zu Schaden kommt und zerbricht, ist das kein versichertes Risiko der Hausratversicherung und muss deshalb separat versichert – und natürlich auch bezahlt werden.
Auch diese Versicherung ist teilweise sehr teuer und du solltest dir überlegen, ob du Monat für Monat Geld dafür ausgeben möchtest, oder ob du nicht im Falle eines Glasbruchs eben dieses Glas selbst ersetzen könntest.

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Häufig gestellte Fragen

  • Welche Versicherungen sind gesetzlich vorgeschrieben?

    Einige wenige Versicherungen sind in Deutschland Pflicht. Neben speziellen Berufshaftpflichtversicherungen sind die Kfz-Haftpflicht- und die Krankenversicherung gesetzlich vorgeschrieben.

  • Welche Versicherungen sind besonders wichtig?

    Die private Haftpflichtversicherung ist unverzichtbar und sehr erschwinglich. Schon für wenige Euro im Monat sind Versicherungssummen in Millionenhöhe abgedeckt. Außerdem lohnt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung, da so deine Arbeitskraft geschützt wird.

  • Welche Versicherungen können sich lohnen?

    Je nach Lebenslage kann es sinnvoll sein, bestimmte Risiken zu versichern. Hast du ein Eigenheim, solltest du eine Wohngebäudeversicherung abschließen. Bist du täglich viel mit dem Auto unterwegs, lohnt sich eine Verkehrsrechtsschutzversicherung. Fliegst du in den Urlaub, kannst du über eine Auslandsreisekrankenversicherung nachdenken.

  • Welche Versicherungen sind unnötig?

    Versicherungen, die nur kleine Risiken abdecken und Schäden versichern, die du eigentlich aus eigener Tasche zahlen könntest, lohnen sich meist nicht. Die Beiträge für eine Handyversicherung, Glasbruchversicherung und Reisegepäckversicherung kannst du dir sparen.