Verzugszinsrechner: Verzugszinsen einfach berechnen

Bist du mit einer Zahlung im Rückstand, kann es sein, dass du Verzugszinsen zahlen musst. Da ist es wichtig, den Überblick zu behalten und die Schulden möglichst schnell abzubauen. Mit unserem Verzugszinsrechner kannst du kalkulieren, wie hoch deine Zinslast ist oder auch prognostizieren, wie hoch sie nach bestimmten Szenarien sein wird.

Verzugszinsrechner
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Inhalte

Was sind Verzugszinsen?

Wenn du als Schuldner eine Rechnung, die zu einem festgesetzten Datum fällig wird, nicht begleichen kannst, musst du damit rechnen, dass der Gläubiger Verzugszinsen einfordert. Das bedeutet, dass du – da du die Rückzahlung nicht rechtzeitig geleistet hast – eine Entschädigung dafür zahlst, dass du dich mit der Zahlung verspätet hast. Je höher der offene Betrag ist und je länger du die Zahlung nicht tätigst, desto höher wird die Summe, die du aufgrund des Verzugs zahlen musst.

Verzugszinsen händisch auszurechnen wird schnell kompliziert. Nutze daher einfach unseren kostenfreien Rechner. | Bild: unsplash.com

So kannst du Verzugszinsen berechnen: Verzugszinsrechner erklärt!

Auch wenn Konsumschulden natürlich in erster Linie vermieden werden sollten, kann es vorkommen, dass Geld für eine notwendige Anschaffung benötigt wird. Wenn ein Kredit dann jedoch nicht zurückgezahlt wird, kann es brenzlig werden. Oft werden Kredite dann umgeschuldet, umgeschichtet, aufgeschoben. Das birgt einige Risiken und daher sollte man sich vor dem Abschluss eines Kredits genau überlegen, ob man die Summe auch zurückzahlen kann. Kann man das nicht, kommen nämlich Verzugszinsen auf einen zu – und das schon ab dem ersten Tag des Verzugs.

Verzugszinsen werden taggenau berechnet, das bedeutet, dass die Zinsen jeden Tag, den du die Zahlung nicht tätigen kannst, wachsen. Der Verzugszinssatz ist dabei p.a. also pro Jahr angegeben.

Ein Beispiel

Bist du mit der Zahlung in Höhe von 1.000€ ein ganzes Jahr lang in Verzug und beträgt der Zinssatz p.a. 6%, dann werden Verzugszinsen in Höhe von 60€ fällig. Wärst du nur ein halbes Jahr lang mit der Zahlung in Verzug gewesen, wären die Verzugszinsen nur halb so hoch, also 30€.

Art des Verzugszinssatz

Mit unserem Verzugszinsrechner kannst du auswählen, mit welchem Verzugszinssatz du rechnen möchtest. Der Verzugszinssatz ist gesetzlich festgesetzt, er orientiert sich am Basiszins. Für Verbrauchergeschäfte gilt, der Verzugszinssatz liegt 5% über dem Basiszins, für Handelsgeschäfte sind es 9%.

Für das Jahr 2020 wurde der Basiszins auf minus 0,88% festgesetzt, das bedeutet, dass Verbraucher, sollten sie mit einer Zahlung in Verzug geraten, 4,12% Verzugszinsen zahlen müssen.

In unserem Rechner kannst du auswählen, ob du diesen Zinssatz nutzen möchtest oder einen eigenen, individuellen Zinssatz festlegen willst. In Einzelfällen kann auch ein veränderter Zinssatz gefordert werden.

Zinsmethode

Du hast in unserem Verzugszinsrechner die Möglichkeit, die Zinsmethode selbst zu wählen. Als Standard festgelegt ist die „deutsche Zinsmethode“, die von einem Jahr mit 360 Tagen ausgeht. Die Abkürzung „act“ bedeutet „actual“ und besagt, dass die Zinsen taggenau abgerechnet werden. Das haben alle Zinsmethoden gemeinsam.

„act/365“ bedeutet folglich, dass mit 365 Tagen pro Jahr gerechnet wird, „act/366“, dass mit 366 Tagen gerechnet wird und so weiter.

Verzugspauschale

Eine Verzugspauschale ist eine Strafgebühr, die du zahlen musst, wenn du mit deiner Zahlung in Verzug gerätst. Ob du sie zahlen musst, hängt von deinem Vertragspartner ab. Du kannst bei deinem Geschäftspartner erfragen, ob eine Verzugspauschale vereinbart ist, oder es in den Geschäftsbedingungen nachlesen.

Die Pauschale beträgt 40€.

Verzugszinsrechner: Ergebnis erklärt

Hast du alle Felder ausgefüllt und auf „berechnen“ geklickt, wird dir das Endergebnis mit allen relevanten Daten angezeigt.

Anhand deiner Angaben werden die „Tage in Verzug“ gezählt – also die Tage, für die du die Verzugszinsen zahlen musst.

Der durchschnittliche Zinssatz ist nur dann relevant, wenn verschiedene Zinssätze zum tragen kommen, beispielsweise, wenn du mit der Zahlung über den Jahreswechsel in Verzug bist und sich der Basiszinssatz verändert hat. Ist der Zeitraum innerhalb eines Jahres oder bleibt der Basiszins unverändert, entspricht der durchschnittliche Zinssatz dem Verzugszinssatz.

Die Verzugszinsen werden anhand der Zeit, die du die Zahlung nicht getätigt hast und dem Zinssatz errechnet. Das Ergebnis zeigt dir, wie hoch die Zinsen für die von dir eingegebenen Daten sind.

Die Verzugspauschale erscheint nur im Ergebnis, wenn du angegeben hast, dass eine solche fällig wird. Sie wird dann nur zur besseren Übersicht erneut eingeblendet.

Zu guter Letzt siehst du im letzten Punkt „Gesamtforderung mit Verzugszinsen“, wie viel Geld du deinem Schuldner insgesamt zurückzahlen musst. Inkludiert sind der geschuldete Betrag, die Verzugszinsen und gegebenenfalls eine Verzugspauschale.

Was steht im BGB über Verzugszinsen?

Verzugszinsen sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) § 288 Verzugszinsen und sonstiger Verzugsschaden geregelt. Dort heißt es:

(1) Eine Geldschuld ist während des Verzugs zu verzinsen. Der Verzugszinssatz beträgt für das Jahr fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz.
(2) Bei Rechtsgeschäften, an denen ein Verbraucher nicht beteiligt ist, beträgt der Zinssatz für Entgeltforderungen neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz.
[…]

Quelle: § 288 BGB

Das bedeutet, dass der Zinssatz gesetzlich geregelt und nicht frei wählbar ist.
Doch im Gesetzestext heißt es weiter:

[…]
(3) Der Gläubiger kann aus einem anderen Rechtsgrund höhere Zinsen verlangen.
[…]

Quelle: § 288 BGB

Das bedeutet, dass aufgrund anderer Gesetze auch höhere Zinsen verlangt werden können. Aktuell (11/2020) ist jedoch kein solches Gesetz bekannt.

Die maximale Höhe von Verzugszinsen ist gesetzlich geregelt. | Bild: unsplash.com

Verzugsszinsen vom Finanzamt: Das musst du dabei beachten

Wenn du aufgrund deiner Steuererklärung vom Finanzamt eine Steuerrückzahlung erwarten kannst, ist es auch möglich, dass das Finanzamt Verzugszinsen an dich zahlen muss. Denn sobald 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuern gezahlt wurden, vergangen sind, zahlt das Finanzamt 0,5% Verzugszinsen pro vollen Monat auf deine Rückerstattung.

Natürlich braucht das Finanzamt im Regelfall nicht so lange für die Bearbeitung der Steuererklärung und die etwaige Auszahlung einer Rückerstattung. Doch wenn du nicht zur Steuererklärung verpflichtet bist, kannst du sie auch verspätet abgeben. Und zwar bis zu 4 Jahre nach Ablauf des Steuerjahres.
Das bedeutet, dass du eine Steuererklärung, bei der du sicher bist, dass du eine Erstattung erhältst Rückwirkend einreichen kannst und für die Zeit, die das Finanzamt „in Verzug ist“ Verzugszinsen erhalten.

Doch beachte: Diese Zinsen musst du als Kapitaleinkünfte versteuern.

Verzugszinsen berechnen: Formel

Das ist die Formel, mit der Verzugszinsen für Verbrauchergeschäfte berechnet werden:

offener Forderungsbetrag x (aktueller Basiszinssatz+5) x Säumnistage/360 x 100 = Zinsbetrag

An erster Stelle der Formel steht der offene Forderungsbetrag. Wie viel Geld musst du dem Gläubiger also zurückzahlen? Die Verzinsung richtet sich nach dem Basiszinssatz und liegt 5 Prozentpunkte darüber.

Der Basiszinssatz wird jährlich neu festgesetzt und lag 2019 und 2020 bei minus 0,88%. Der Verzugszinssatz ist also für das Jahr 2020 festgesetzt auf 4,12%.

Säumnistage, also die Anzahl der Tage, die du in Verzug bist, werden durch 360 (einem Jahr nach der deutschen Zinsmethode) geteilt, da der Zinssatz p.a., also pro Jahr gilt.

Häufig gestellte Fragen

  • Was sind Verzugszinsen?

    Verzugszinsen entstehen, wenn du deiner Zahlschuld nicht nachkommst und mit der Zahlung „in Verzug gerätst“. Sie werden prozentual am geschuldeten Betrag errechnet und sind somit umso höher, je größer der Betrag ist, den du schuldest.

  • Ab wann muss man Verzugszinsen zahlen?

    War es dir nicht möglich, deine Schuld zum vereinbarten Termin zu begleichen, werden unverzüglich Verzugszinsen fällig. Sie werden taggenau abgerechnet und bereits der erste Tag zählt.

  • Wie berechnet man Verzugszinsen?

    Verzugszinsen liegen für Verbrauchergeschäfte 5% über dem Basiszinssatz, der jährlich festgesetzt wird. Außerdem wird die Höhe durch die Länge des Verzugs und die Höhe des geschuldeten Betrags beeinflusst.

  • Wie hoch sind Verzugszinsen?

    Für das Jahr 2020 gilt für Verbrauchergeschäfte ein gesetzlich geregelter Verzugszinssatz in Höhe von 4,12% (5% über dem Basiszinssatz von minus 0,88%).