Das musst du über Investmentfonds wissen

Finanzfluss Team
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Wer in Zeiten niedriger Zinsen langfristig Geld anlegen will, kommt an einer Investition am Kapitalmarkt nicht vorbei. Dabei kannst du nicht nur in Einzelaktien oder Immobilien, sondern auch in Investmentfonds investieren. Denn erfahrungsgemäß erzielen diese Fonds langfristig deutlich bessere Renditen als Spareinlagen bei Banken. Außerdem investiert du dein Geld mit Investmentfonds breit in vielen verschiedene Werte und streust dadurch das Risiko.

Was du wissen solltest
  • Ein Investmentfonds sammelt Geld von Anlegern ein und legt dieses nach vorher festgelegten Regeln an.
  • Der Begriff “Investmentfonds” oder “Fonds” wird synonym verwendet. Im allgemeinen Sprachgebrauch sind damit meist aktive Fonds gemeint, jedoch sind in der Definition auch passive Fonds / ETF mit eingeschlossen.
  • Während bei aktiven Investmentfonds ein Manager aktiv die Anlagestrategie festlegt, bilden sogenannte passive Investmentfonds, also ETF- oder Indexfonds, einen Börsenindex ab. Diese werden also nicht aktiv gemanagt und sind deshalb kostengünstiger.
  • Beim Kauf von aktiven Investmentfonds wird häufig ein Ausgabeaufschlag erhoben. Dieser kann mehr als 5% betragen. Über die Börse oder ausgewählte Online-Broker kannst du diesen großen Kostenblock umgehen.
  • Investmentfonds und ETF eignen sich besonders für die langfristige Vermögensbildung ab mindestens 10 Jahren Anlagezeitraum, zum Beispiel für die Altersvorsorge.
  • In ETF kann man monatlich mit einem Sparplan schon ab einem Betrag von 25€ investieren.
Wie du vorgehst
  • Überlege, wie lange du dein Geld anlegen willst und wie groß der risikobehaftete Teil deiner Anlage sein soll.
  • Informiere dich über verschiedene Investmentfonds / ETF und triff eine Anlageentscheidung.
  • Lege für die Fondsanteile ein Wertpapierdepot an. Die günstigsten Konditionen für ein Depot bieten Direktbanken.
  • Kaufe die von dir ausgewählten Fonds oder lege einen Sparplan an.
Inhalte

Was sind aktive Fonds, was sind passive Fonds?

Ein Fonds bietet dir die Möglichkeit, dein Geld breit gestreut anzulegen. Viele Anleger zahlen in einen Fonds ein. Dann wird dieses Vermögen nach festgelegten Regeln angelegt. Zum Beispiel kann ein Kleinanleger mithilfe eines Immobilienfonds sein Geld in vielen Wohn- und Gewerbeimmobilien anlegen.

Aktive Fonds (Publikumsfonds)

Landläufig bezeichnet man aktive Fonds, oder auch Publikumsfonds, als Investmentfonds. Diese werden von einem Fondsmanager und seinem Team aktiv verwaltet. Das heißt, dass diese Experten entscheiden, welche Aktien oder Anleihen der Fonds für seine Anleger erwirbt oder verkauft.
Um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, recherchieren Manager und schauen sich Unternehmen genau an. Auf diese Weise versuchen sie, besser zu sein als der Markt. Legt ein Fonds zum Beispiel sein Geld in Aktien weltweit an, so kann das Ziel des Fondsmanagers darin bestehen, besser abzuschneiden als zum Beispiel der Aktienindex MSCI World.

Übrigens: Fonds sind Sondervermögen. Das bedeutet, dass das Geld geschützt ist, auch wenn die Kapitalverwaltungsgesellschaft, die den Fonds verwaltet, zahlungsunfähig ist.

Passive Fonds (ETF & Indexfonds)

Fondsmanager von passiven Fonds treffen keine aktive Anlageentscheidung. Sie sind für mehrere passive Fonds zuständig und investieren das Sondervermögen nach festgelegten Regeln. Dabei sind sie immer an Indizes gebunden. Zu den passiven Fonds zählen Indexfonds oder ETF (Exchange Traded Funds). Indexfonds erwirbt und veräußert man über den Fondsanbieter oder seine Hausbank. Sie werden nicht an der Börse gehandelt. Ganz anders ETF: Diese kauft und verkauft man über die Börse.

KriterienAktive FondsPassive Fonds
GebührenAusgabeaufschlag(3 bis 6%), höhere Managementgebühren,da aktiv gemanagtkein Ausgabeaufschlag,niedrigere Verwaltungsgebühren (0,2 bis 1,5%)
ManagementFondsmanager wählt aktiv Assets aus aufgrund aufwändiger RechercheFondsmanager investiert Geld auf Grundlage eines Index
AnlagezweckZiel ist es,den vergleichbaren Markt zu schlagen, was langfristig selten gelingt oder auch die Finanzierung eines bestimmten Projekts (geschlossene Fonds)Ziel ist es, an der Marktentwicklung eines Börsenindex’ teilzuhaben
Investieren in …Investieren in verschiedene Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien oder auch z.B. den Bau eines Flugzeugs oder einen Kinofilm (geschlossene Fonds)Verschiedene Aktien je nach zugrunde liegendem Index (z.B. in Technologie-Branche oder nachhaltige Unternehmen)

Offene und geschlossene Fonds

Man unterscheidet zwischen offenen und geschlossenen Fonds. Bei offenen Fonds kann man jederzeit Anteile kaufen oder verkaufen, in der Regel direkt über die Fondsgesellschaft. ETF werden an der Börse gehandelt und können deshalb börsentäglich gekauft oder verkauft werden. Offene Fonds investieren zum Beispiel in Aktien, Anleihen, Rohstoffen oder Immobilien.

Geschlossene Fonds dagegen sammeln eine bestimmte Summe Kapital für einen bestimmten Zweck ein. Dieser Zweck kann der Kauf von einer oder mehreren Immobilien, eines Flugzeugs oder die Finanzierung eines Kinofilms sein. Ist das Kapital eingesammelt, wird der Fonds für eine bestimmte Laufzeit geschlossen, in der das Geld fest angelegt ist. Dann können sich daran keine weiteren Anleger mehr beteiligen. 

Wichtig zu beachten ist, dass man als Anleger seine Anteile hier nicht einfach wieder verkaufen kann. Dadurch sind geschlossene Investmentfonds eine sehr illiquide Anlageklasse.Und man kann seine Anteile auch nicht einfach wieder verkaufen. Diese Fonds verfügen über eine bestimmte Laufzeit, für die das Geld fest angelegt ist.

Geschlossene Fonds sind immer aktive Fonds und unternehmerische Beteiligungen. Sie bergen deshalb erhebliche Risiken. So sind die prognostizierten Ausschütten nicht gesichert. Außerdem besteht die Gefahr, dass man Geld nachzahlen muss, wenn der geschlossene Fonds weiteres Kapital benötigt (Nachschusspflicht). Wir raten deshalb dringend ab von einer Anlage in geschlossenen Fonds.

Fondsarten: So investieren Investmentfonds

Es gibt unterschiedliche Arten von Investmentfonds. Sie unterscheiden sich dadurch, in welche Anlageformen sie das ihnen anvertraute Geld investieren. Fonds, in die Privatanleger und institutionelle Anleger (z. B. Versicherungen, Pensionsfonds) anlegen können, nennt man Publikumsfonds. In Spezialfonds können nur institutionelle Anleger ihr Geld einzahlen.

Aktienfonds

Aktienfonds investieren ihr Geld in börsennotierte Aktiengesellschaften. Aktien sind Unternehmensanteile von Unternehmen. Laufen die Geschäfte gut, schüttet ein Unternehmen eine Dividende an seine Aktionäre aus. Viel wichtiger ist es aber, dass Kurse von börsennotierten Aktien in der Regel steigen, wenn die Unternehmen sich gut entwickeln. Ein Fonds, der in solche Aktien investiert, profitiert von diesen Kursgewinnen. Natürlich können Aktienkurse auch fallen. Deshalb ist es wichtig, sein Risiko als Anleger zu streuen und einen langen Investitionshorizont zu haben. Das erreicht man, indem man in möglichst viele unterschiedliche Unternehmen, Branchen und Regionen investiert.

Innerhalb der Aktienfonds unterscheidet man zwischen weltweit und regional investierenden Fonds sowie zwischen Branchen- und Themenfonds. Du kannst also bei deiner Geldanlage wählen, in welche Anlageschwerpunkte du investieren willst. Länder- und Regionenfonds investieren ihr Geld in einzelnen Ländern, zum Beispiel in den USA oder in Deutschland, oder in bestimmte Regionen, wie Europa, Nordamerika oder Asien. Wer in solche Fonds sein Geld investiert, will von Wachstumschancen in diesen Ländern oder Regionen profitieren.

Branchenfonds sind zum Beispiel auf Themenbereiche wie Gesundheit, Technologie, Erneuerbare Energien, Finanzen oder Ernährung spezialisiert. Themenfonds dagegen investieren branchen- und länderübergreifend. 

Schwellenländerfonds halten Aktien von Unternehmen aus Schwellenländern. Diese Länder rechnet man nicht mehr den Entwicklungsländern, aber auch noch nicht den entwickelten Ländern zu. Sie befinden sich sozusagen auf der Schwelle zu den entwickelten Ländern. Ihre Volkswirtschaften sind durch eine große Dynamik geprägt. Sie verfügen teilweise über zweistellige Wachstumsraten. Allerdings sind die Kurse solcher Aktien stark volatil, das heißt, sie können stark schwanken. Solche Fonds zählen deshalb zu den riskanten Anlagen. Man sollte von diesen deshalb nur einen kleinen Teil seinem Depot beimischen.

Renten- Anleihenfonds

Unter „Renten“ versteht man Anleihen beziehungsweise festverzinsliche Wertpapiere. Unternehmen oder Staaten (Emittenten genannt) geben eine Anlage mit einem bestimmten Zinssatz heraus. Die Höhe dieses Zinssatzes ist abhängig von vielen Faktoren wie der Laufzeit der Anleihe und der Bonität des Emittenten. 

Man kann sein Geld in Fonds mit langlaufenden oder kurzlaufenden Anleihen investieren sowie in Fonds, die Fremdwährungs- oder Euro-Anleihen im Portfolio halten. Anleger profitieren von Zinszahlungen und möglichen Kursgewinnen. Da hier Kursschwankungen in der Regel nicht so hoch ausfallen wie zum Beispiel bei Aktien, dienen Rentenfonds dazu, dein Vermögen abzusichern.

Rentenfonds legen ihr Geld in Anleihen von Staaten, Unternehmen oder in beiden Bereichen an. Wer in Renten beziehungsweise Rentenfonds investiert, ist von drei Risiken betroffen:

  • Bonität des Emittenten

  • Risiko der Zinsentwicklung

  • Währungsrisiko

Die Bonität des Emittenten reicht von erstklassigen Staatsanleihen bis zu Hochzinsanleihen von stark verschuldeten Staaten oder Unternehmen. 

Das Zinsänderungsrisiko besteht darin, dass sich der Marktzins ändert, während man die Anleihe hält. Denn dann ändert sich auch der Kurs der Anleihe. 

Das dritte Risiko besteht in möglichen Währungsschwankungen. Wer als Bewohner der Euro-Zone in Euro-Währungsanleihen investiert, umgeht dieses Risiko. Das Wechselkursrisiko besteht also nur bei Fonds, die in Fremdwährungsanleihen angelegt sind. 

Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds legen ihr Geld in Gewerbeimmobilien, zum Beispiel in Bürogebäuden, Hotels und Einkaufszentren an. Eine Risikostreuung erreichen sie dadurch, dass sie meist mehrere Dutzend an Objekten aus unterschiedlichen Branchen und Regionen (teil-)besitzen. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass offene Immobilienfonds mehr als drei unterschiedliche Objekte besitzen müssen. Zudem dürfen Immobilien, deren Einzelwerte mehr als 10% vom Fondsvermögen ausmachen, insgesamt nicht mehr wert sein als die Hälfte des Fondsvermögens. 

Wie sich der Wert der Anteile berechnet

Der Wert der Anteile von Immobilienfonds hängt vom Netto-Fondsvermögen ab. Dieses wird berechnet. Dazu bewerten Gutachter in regelmäßigen Abständen die Immobilien des Fonds. Zu diesem Betrag werden die liquiden Mitteln des Fonds addiert und mögliche Verbindlichkeiten abgezogen. So erhält man den sogenannten Net Asset Value (NAV), der übrigens auch für andere Fonds ermittelt wird. Das Gesamtvermögen des Fonds wird durch die Anzahl der Anteile geteilt. Die Kapitalanlageverwaltungsgesellschaft veröffentlicht den Anteilswert börsentäglich, der Börsenwert orientiert sich daran. Meist werden diese Fonds jedoch direkt mit der Fondsgesellschaft gehandelt und wegen des geringen Volumens eher selten über die Börse. Die Fonds erwirtschaften ihre Wertentwicklung durch Mieteinnahmen und Gewinne aus Immobilienverkäufen. 

Die Anteile von offenen Immobilienfonds kann man direkt bei den Fondsgesellschaften oder an der Börse erwerben. Seit dem Jahr 2008 kann man die Anteile allerdings nicht börsentäglich an die Fondsgesellschaft zurückgeben. Denn im Zuge der Finanzkrise wollten viele Anleger ihre Anteile zu Geld machen. Vielen Fonds fehlte das verfügbare liquide Vermögen zur Rücknahme der Anteile. Aus diesem Grund wurden die meisten Fonds über längere Zeit geschlossenen, und Anleger kamen nicht an ihr Geld. Viele Fonds wurden auch komplett abgewickelt.

Deshalb gelten neue Regeln. So muss man seine Anteile mindestens 24 Monate lang halten. Außerdem gilt eine Kündigungsfrist von 12 Monaten. Diese kann man nicht widerrufen. Unabhängig davon kann man seine Fondsanteile auch an der Börse anbieten. Allerdings muss man dann mögliche Kursverluste in Kauf nehmen. Diese Anlageform ist also sehr unflexibel. Aus all diesen Gründen ist von einer Anlage in offenen Immobilienfonds abzuraten. 

REIT oder Immobilien-Aktienfonds und -ETF

REITs legen ihr Vermögen in Immobilien, Immobilienbeteiligungen und Hypothekenkrediten an. Sie sind Immobilien-Aktiengesellschaften, die an der Börse gehandelt werden. Allerdings verfügen nicht alle Immobilienaktiengesellschaften über einen REIT-Status. 

REITS erzielen Einnahmen aus Mieten, Ausschüttungen und Zinsen. Ein Vorteil von REITS liegt darin, dass sie keine Unternehmenssteuer auf ihre Erträge zahlen müssen. Außerdem müssen sie 90 Prozent ihres Gewinns an die Anleger ausschütten. Ein REIT-Fonds legt sein Vermögen in mehrere REITs und meist in Immobilien-Aktiengesellschaften an. Da in Deutschland bislang nur drei REITS an der Börse notiert sind, empfiehlt es sich, in einen REIT-Fonds zu investieren, der international engagiert ist.

Der Vorteil solcher REIT-Fonds im Vergleich zu offenen Immobilienfonds liegt darin, dass diese liquider sind. Denn du investiert dabei in Immobilien-Aktien und nicht direkt in Immobilien. Du kann deine Anteile deshalb börsentäglich veräußern und kommst schnell wieder an sein Geld. Somit kannst du auch als Kleinanleger in Immobilien investieren und damit das Risiko deiner Gesamtanlage noch mehr streuen.

Geldmarktfonds

Geldmarktfonds investieren zum Beispiel in festverzinsliche Wertpapiere mit kurzen Restlaufzeiten, in Schuldscheindarlehen und in Termingelder. Ihre Rendite ist stark vom aktuellen Zinsniveau abhängig. Geldmarktfonds dienen in der Regel dazu, Geld kurzfristig zu parken. Die Verfügbarkeit steht hier im Vordergrund.

Mischfonds

Legt ein Fonds sein Vermögen in mehrere Assetklassen an, so handelt es sich um einen Mischfonds. Weit verbreitet sind Fonds, die in Aktien und Anleihen investieren. Bei flexiblen Mischfonds kann der Fondsmanager, je nach Marktlage, 

Aktien und Anleihen unterschiedlich gewichten. Man unterscheidet zwischen:

  • konservativen Mischfonds

  • ausgewogenen Mischfonds

  • offensiven Mischfonds.

Die Unterschiede beruhen auf einen unterschiedlich hohen Aktienanteil. Je mehr Aktien ein Mischfonds hält, desto größer sind langfristig die Ertragschancen. Allerdings ist dann auch das Risiko schwankender Kurse (Volatilität genannt) höher. Die Herausforderung für die Manager von Mischfonds liegt vor allem darin, den richtigen Zeitpunkt für eine Umschichtung zu wählen.

Dachfonds

Einen Investmentfonds, der selbst in verschiedenen Investmentfonds investiert, nennt man Dachfonds. Dachfonds können verschiedene Aktien- und Rentenfonds, aber auch Immobilien- und Rohstofffonds enthalten. Dachfonds haben den Nachteil, dass sie meist sehr kostenintensiv sind. Denn in ihnen sind die Gebühren für das Management der einzelnen Fonds und die Gebühr für das Management des Dachfonds enthalten.

Risiken und Chancen von Investmentfonds

Aktive Investmentfonds boten Kleinanlegern lange Zeit die einzige Möglichkeit, in eine Vielzahl von Wertpapieren, breit diversifiziert, zu investieren. Als Sparer konnte man sich in kleinen regelmäßigen Raten dank eines Fonds und den zugehörigen Experten ein Vermögen aufbauen oder für die Altersvorsorge Geld zurücklegen und an den Entwicklungen des Aktien- oder Anleihenmarkts teilhaben. 

Inzwischen kannst du dich im Internet einfach und umfassend informieren und über dein Handy oder deinen Desktop-PC Depots zu eröffnen. Mit ETFs kannst du dieselben Vorteile bei deutlich geringeren Kosten erreichen.

Die höheren Chancen sind jedoch auch mit höheren Risiken verbunden. Der Aktienmarkt unterliegt Schwankungen. Wer während eines Kurstiefs über sein Geld verfügen muss, erleidet möglicherweise einen Verlust. Über einen Zeitraum von 15 oder 20 Jahren allerdings haben Aktienfonds in den vergangenen 45 Jahren eine Rendite von durchschnittlich 7% erwirtschaftet.

Bei aktiv gemanagten Fonds kann ein Risiko darin bestehen, dass der Fondsmanager an einer falschen Strategie festhält oder häufiger seine Anlagestrategie wechselt. Wenn ein lange Jahre erfolgreicher Manager die Fondsgesellschaft verlässt und durch einen neuen, unerfahrenen Manager ersetzt wird, könnte sich das nachteilig auf die Entwicklung des Fonds auswirken. Legt man sein Geld in ETFs an, ist man von diesem Risiko nicht betroffen. Wer in Fonds mit fremder Währung investiert, geht außerdem ein Währungsrisiko ein.

Was muss man beim Investieren in Fonds beachten?

Wenn du in Fonds investieren möchtest, solltest du zunächst dein Risikoprofil ermitteln. Je mehr Risiko du eingehen möchtest, umso größer kann der Aktienanteil deiner Geldanlage sein. Außerdem solltest du bei deiner Anlageentscheidung darauf achten, das Risiko zu streuen. Also eher weltweit anlegen als regional, branchenübergreifend statt branchenbezogen. Außerdem solltest du dein Geld langfristig anlegen, mindestens 10, besser 15 Jahre lang. 

Für die Auswahl von passiven Fonds solltest du dich mit Faktoren wie der TER oder dem Tracking Error auseinander setzen. Die findest du im ETF-Factsheet

Bei der Auswahl von aktiven Investmentfonds kannst du dir folgende Kennzahlen anschauen:

  • Volatilität

    Diese zeigt die Kursschwankungen des Fonds innerhalb eines bestimmten Zeitraums an. Also den niedrigsten Wert und den höchsten Wert.

  • Durchschnittsrendite (Performance)

    In Kurstabellen findet man meist die Performance von Fonds über verschiedene Zeiträume in der Vergangenheit. Allerdings ist in diese ein möglicher Ausgabeaufschlag nicht einberechnet.

  • Maximaler Verlust (Maximum Drawdown)

    Dieser Wert gibt den größten Wertrückgang an, den ein Fonds während der vergangenen drei Jahre innerhalb eines Zeitraums von 6 Monaten erreicht hat.

  • Beta

    Der Beta-Faktor gibt an, wie volatil ein Fonds im Vergleich zum Benchmark ist. Unter Benchmark versteht man den Vergleichsmarkt, bei weltweit investierenden Aktienfonds zum Beispiel den Index MSCI World. Mit volatil ist gemeint, wie stark die Kurse des Fonds schwankten. Je stärker Kurse schwanken, umso größer ist das Risiko für den Anleger.

  • Alpha

    Dieser Wert gibt an, um wieviel Prozent der Kurs des Fonds von der Entwicklung des Benchmarks abweicht. Es ist ein anderes Wort für Outperformance.

  • Sharpe-Ratio

    Mit der Sharpe-Ratio, auch risikoadjustierte Wertentwicklung genannt, ermittelt man, ob sich das höhere Risiko einer Fondsanlage gegenüber einer sicheren Anlage gelohnt hat. Wenn eine Festzinsanlage zum Beispiel 1,5% Rendite erbringt und ein Fonds 6,5%, beträgt die Risikoprämie 5%. Man teilt die Risikoprämie durch die Volatilität. Liegt diese zum Beispiel bei 2%, beträgt die Sharpe-Ratio in diesem Fall 2,5. Je höher dieser Wert ist, umso besser für den Investor.

Kosten

Bei aktiven Fonds fällt ein Ausgabeaufschlag in Höhe von 2 bis 6% an. Außerdem fällt eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 0,5 bis 2% pro Jahr an. Diese wird in der Regel in die Kursentwicklung eingepreist. Manche Fonds berechnen auch eine Performance Fee, wenn der Fonds besser als der Benchmark abgeschnitten hat. 

Tipp: Wenn du Fonds direkt an der Börse kaufst und nicht über die Bank oder einen Vermittler, sparst du dir die Ausgabeaufschläge.

Passive Fonds beziehungsweise ETF verfügen über eine deutlich geringere Kostenquote. Der sogenannte Spread, also der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs, ist meist gering. Ausgabeaufschläge fallen nicht an. Die Verwaltungskosten liegen bei 0,15 bis 0,9%. Somit schneiden ETF bei der Gesamtkostenquote wesentlich besser ab als aktive Fonds.

In Fonds investieren – Wie geht das?

  • Eröffnen eines Depotkontos

  • Die Konditionen bei Direktbanken sind meist am günstigsten

  • Eröffnung eines Geldkontos zur Kaufabwicklung

  • Auswahl der zu kaufenden Fonds

  • Kauf der Fonds

Tipp: Wie du Fonds und ETFs kostengünstig kaufst

Wenn du einen Einmalbetrag anlegen willst, lohnt es sich, die Konditionen von Direktbanken anzuschauen. Für das Depotkonto zahlt man oft keine Gebühr, und auch die Transaktionskosten sind meist erheblich günstiger. Bei aktiven Fonds erhält man in der Regel Rabatte auf den Ausgabeaufschlag. Manche Direktbanken verzichten sogar gänzlich darauf. Falls nicht, sollte man die Fondsanteile an der Börse kaufen, ganz ohne Ausgabeaufschlag. Die Gebühren für den Kauf liegen in diesem Fall bei einigen wenigen Euro. Beim Kauf an der Börse sollte man allerdings den sogenannten Spread beachten. Das ist der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs. 

Wer ETFs über die Börse kauft, zahlt keinen Ausgabeaufschlag. Der Spread ist meist gering. Bei Sparplänen mit aktiven Fonds oder ETFs bieten Direktbanken ebenfalls die besseren Konditionen. 

Indexfonds und ETFs: die bessere Wahl

Was ist besser: In aktive Fonds zu investieren oder in Indexfonds beziehungsweise ETF? Historisch betrachtet zeigt sich, dass ETF eine bessere Performance erzielt haben als gemanagte Fonds. Wer allerdings mit seinem Investment einem Fondsmanager besonders vertraut oder eine bestimmte Anlagestrategie verfolgen will, sollte in den entsprechenden Fonds investieren.

Ansonsten gilt: Die Anlage in ETF ist deutlich kostengünstiger und ihre Performance ist langfristig besser.

Häufig gestellte Fragen

  • Was sind Fonds?

    Ein Fonds sammelt Geld von vielen Anlegern ein und legt es nach bestimmten Regeln auf dem Kapitalmarkt an. So können Anleger von Wertsteigerungen und Ausschüttungen von Aktien, Anleihen oder Immobilien profitieren. Ein Investmentfonds ist ein Sondervermögen. Dieses ist geschützt, falls die Fondsgesellschaft insolvent wird oder Pleite geht.

  • Wie funktionieren Investmentfonds?

    Investmentfonds werden an der Börse gehandelt. Man kann sie auch direkt bei den Fondsgesellschaften erwerben. Sie investieren in verschiedene Assets, zum Beispiel in Aktien oder Anleihen. Ihr Wert berechnet sich nach dem Wert der Assets, die in ihrem Besitz sind. Steigen die Kurse dieser Anlagen, steigt auch der Kurs des Fonds. Fallen die Kurse, verlieren auch die Fondsanteile an Wert.

  • Was ist ein aktiver Fonds, was ist ein passiver Fonds?

    Ein aktiver Fonds wird von deinem Fondsmanager gemanagt. Dieser entscheidet, in welche Assets das Fondsvermögen investiert wird. Ein passiver Fonds bildet in der Regel einen Index ab. Deshalb organisieren Manager nur, dass das Geld in bestimmten Indizes angelegt wird. Das ist deutlich kostengünstiger. ETFs werden an der Börse gehandelt.

  • Wie sicher sind Fonds?

    Bei dem von Investmentfonds verwalteten Geld handelt es sich um Sondervermögen. Es ist vor Insolvenz der Kapitalverwaltungsgesellschaft geschützt. Außerdem unterliegen die Fonds strengen gesetzlichen Regelungen. Die Aufsicht führende Behörde ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

  • Was sind geschlossene Fonds?

    Geschlossene Fonds sammeln Kapital für einen bestimmten Zweck, zum Beispiel um eine Immobilie zu kaufen. Reicht das Geld dafür aus, wird der Fonds geschlossen. Es können keine weiteren Anleger aufgenommen werden. Ein geschlossener Fonds hat eine feste Laufzeit, während der man über sein Geld nicht verfügen kann. Bei geschlossenen Fonds handelt es sich um unternehmerische Beteiligungen. Deshalb ist von ihnen abzuraten.

  • Was sind thesaurierende Investmentfonds?

    Bei thesaurierenden Investmentfonds werden Erträge, zum Beispiel Dividenden, nicht ausgeschüttet. Sie vergrößern das Fondsvermögen und werden wieder angelegt.