Was ist eine Debitkarte?

Finanzfluss Team
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Eine Debitkarte erhältst du zu fast jedem Girokonto. Mit der Karte kannst du nicht nur Bargeld abheben, sondern auch unterwegs zahlen. Die Transaktionen werden dann direkt von deinem Konto abgebucht. Wo werden die Karten aber akzeptiert und welche Unterschiede gibt es zwischen der Debitkarte und der Kreditkarte?

Was du wissen solltest
  • Debitkarte wird synonym zu Girocard und EC-Karte verwendet. Sie ist die meist verbreitete Bezahlkarte in Deutschland.
  • Debitkarten sind direkt mit einem Girokonto verknüpft. Wenn du Geld abhebst oder die Karte zum bezahlen verwendest, wird der Betrag direkt oder in den nächsten Tag von deinem Konto abgezogen.
  • Debitkarten haben also keinen Kreditrahmen, wie eine „echte“ Kreditkarte. In vielen Fällen gewährt die Bank aber ein Dispo, was ähnlich funktioniert.
Wie du vorgehst
  • Überlege zuerst, welche Anforderungen du an die Karte und das zugehörige Girokonto hast. Ist es dir z.B wichtig, dass das Konto keine Kontoführungsgebühren hast, bist du bei Direktbanken wie N26 oder der Tomorrow Bank gut aufgehoben.
  • Um das passende Konto zu finden, kann es auch helfen, verschiede Girokonten zu vergleichen.
  • Suche alle nötigen Dokumente heraus, um dein Girokonto zu eröffnen. Meist benötigst du dazu nur einen Ausweis. Die Eröffnung geht online oder bei einer Bank-Filiale. Wenige Tage später erhältst du deine Debitkarte per Post.
Inhalte

Wie funktioniert eine Debitkarte? 

Eine Debitkarte dient vor allem dazu, bargeldlos zu bezahlen sowie Bargeld am Automaten abheben zu können. Die Karte ist mit einer geheimen PIN gesichert. Neben dem Einstecken in ein Kartenlesegerät ist inzwischen auch das kontaktlose Zahlen sehr verbreitet. Dies funktioniert über einen NFC-Chip in der Karte. Die Debitkarte muss nur aufgelegt werden, damit die Zahlungsinformationen weitergeleitet werden können.

Da die Karte in der Regel an ein Girokonto gekoppelt ist, wird diese Transaktion auch direkt vom Konto abgebucht. Maximal einige Werktage liegen zwischen der Kartenzahlung und der Abbuchung deines Kontos. Zahlst du mit der Debitcard, benötigst du also entsprechendes Guthaben auf deinem Konto.

Eine Debit-Karte erkennst du am Debit-Logo rechts auf der Karte. | Bild: sparkasse.at

Debitkarte vs. Kreditkarte: Was ist der Unterschied?

Da Debitkarten im deutschen Raum sehr gängig sind, während in Ländern wie den USA viel häufiger Kreditkarten zum Einsatz kommen, gibt es hier manchmal Verwechslungsgefahr und Unsicherheiten. Dies hängt mit der größten Gemeinsamkeit zusammen: Sowohl Debitkarten als auch Kreditkarten machen es möglich, unterwegs oder online bargeldlos zu bezahlen. Doch sowohl das Abrechnungssystem, das digitale Bezahlsystem, das dahintersteckt, als auch Konto- und Kartendetails können sich unterscheiden.

Abrechnung

Bei einer Debitkarte werden Zahlungen unmittelbar oder zumindest zeitnah vom Girokonto abgebucht. Dies unterscheidet sie maßgeblich von Kreditkarten, bei denen automatisch ein Zahlungsaufschub erfolgt, der erst zu einem späteren Zeitpunkt beglichen werden muss. 

Bei „echten“ Kreditkarten (Revolving Cards) ist es möglich, das Soll in verzinsten Teilzahlungen zu begleichen. Auf Wunsch kann der ausstehende Betrag auch in einem Mal beglichen werden. Jedoch finden Abbuchungen vom Girokonto nie unmittelbar nach einer Zahlung per Kreditkarte statt. Bei Charge Cards, die auch zu den Kreditkarten zählt, gewährt bei Zahlungen innerhalb des Kreditrahmens nur einen Zahlungsaufschub bis zur monatlichen Abrechnung. 

Bezahlsystem

Bei der Zahlung mit einer Debitkarte wird in Deutschland meist das Maestro- oder V Pay-Zahlsystem benutzt, die von Mastercard bzw. Visa angeboten werden. Ein entsprechendes Logo ist häufig direkt auf der Debitkarte zu finden. Diese elektrischen Bezahlsysteme sind häufig auch im Ausland verfügbar, jedoch nicht immer. Bei Kreditkarten, die direkt über Mastercard oder Visa gezahlt, was weltweit deutlich verbreiteter ist als Maestro oder V Pay. Wo du mit welcher Karte bezahlen oder Geld abheben kannst, siehst du an den Logos am Kartenlesegerät oder am Automaten. 

Einige Debitkarten müssen zudem für den Auslandseinsatz von der Bank freigeschaltet werden. Hast du also vor, auf einer Auslandsreise mit der Debitcard zu zahlen, solltest du dich vorher mit deiner Bank auseinandersetzen. Nicht selten fallen für den Auslandseinsatz recht hohe Gebühren an.

Konto-& Kartendetails

Der Großteil der Debitkarten enthält die IBAN und die BIC des verknüpften Girokontos. Es gibt allerdings auch einige Ausnahmen. Zum Beispiel die ING Visa oder die N26 Mastercard sind eigentlich keine Kreditkarten, sondern Debitkarten. Darauf zu finden ist jedoch eine Kreditkartennummer und nicht die IBAN des Kontos. Dies führt vor allem zu einer höheren Akzeptanz bei Kartenzahlungen im Ausland und es fällt dir deutlich leichter, auf Reisen einen Mietwagen zu bekommen, im Restaurant oder in Geschäften zu zahlen. Damit genießt du die Vorteile, ohne extra eine Kreditkarte beantragen zu müssen, wenn du gar keine brauchst.

Es gibt aber auch echte Kreditkarten, welche direkt an ein Girokonto gekoppelt sind. Zum Beispiel die DKB Kreditkarte überzeugt dabei mit guten Konditionen.

Wie unterscheiden sich eine Debitkarte & eine Prepaid-Karte?

Die Prepaid-Karte scheint auf den ersten Blick ähnlich zur Debitkarte. Auch hier wird dir kein Kreditrahmen gewährt, du gibt also nur Geld aus, was du auch hast. Jedoch ist die Prepaid-Karte nicht direkt an ein Girokonto gekoppelt, sondern besitzt ein eigenes Kartenkonto, das du vor der Nutzung aufladen musst. Mit diesem Konto kannst du aber nicht wie bei einem Girokonto Überweisungen durchführen (außer zu deinem Referenzkonto) oder Beträge per Lastschrift abziehen lassen. Auch ist es keinesfalls möglich, dir einen Dispo einzurichten. Meistens kannst du auch keine Mietwagen oder Hotels damit buchen.

Aufladbare Prepaid-Karten, wie beispielsweise die Revolut Kreditkarte, bieten also den Vorteil, leicht die Übersicht über die Ausgaben behalten zu können. Es besteht nicht die Gefahr, das ganze Guthaben des Girokontos aufzubrauchen, noch eine enorm hohe Kreditkartenabrechnung am Ende des Monats zu erhalten. Die bessere Kontrolle ist auch einer der Gründe, warum die Prepaid-Karte manchmal schon für Jugendliche unter 18 Jahren verfügbar ist.

Ein Vergleich: Welche Debitkarte lohnt sich?

Wenn du auf der Suche nach einer Debitkarte bist, die du vorrangig in Deutschland einsetzen wirst, solltest du vor allem nach den Tarifen verschiedener Konten schauen. Denn die Debitkarte selbst wird in Deutschland überall akzeptiert, wo Kartenzahlung möglich ist. Die Debitkarten unterscheiden sich also hauptsächlich, was Kontoführungsgebühren & Co. betrifft. Diese hängen mit dem Girokonto der entsprechenden Bank zusammen.

Vereinzelt kommt es auch in Deutschland bei der Buchung von Hotels oder Mietwagen dazu, dass eine Kreditkartennummer als Absicherung hinterlegt werden muss. Möchtest du zudem nicht darauf verzichten, deine Debitkarte auch international einsetzen zu können, solltest du von vornherein nach einer entsprechenden Karte suchen. Wir empfehlen deshalb vor allem Konten, die eine Debit-Mastercard oder -Visa ausgeben. So stellst du sicher, dass deine Karte alle Vorteile eines normalen Girokontos mit sich bringt, aber auch im Ausland akzeptiert wird.

N26 Mastercard

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  • Kontoführungsgebühr pro Monat: 0€ (Standard), 9,90€ (You) oder 16,90€ (Metal)

  • Fremdwährungsgebühr: 0%

  • Geld abheben: 3- (Standard), 5- (You) oder 8-mal (Metal) kostenlos in Deutschland

Wichtig: Bei den N26 Mastercards handelt es sich um Debitkarten. Um die Karte zu erhalten, musst du ein Girokonto bei N26 eröffnen. Du kannst überall zahlen, wo Mastercard akzeptiert wird. Zudem kannst du kostenlos eine Maestro-Card dazubestellen.

ING Visa

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  • Kontoführungsgebühr pro Monat: 0€ bei Geldeingang über 700€, sonst 4,90€

  • Fremdwährungsgebühr: 1,99% des Umsatzes

  • Geld abheben: kostenlos in Deutschland ab 50€, Auslandseinsatz 1,75%

Wichtig: Bei der ING erhältst du zu deinem Girokonto zwei Debitkarten: eine Visa mit Kreditkartennummer und eine Girocard. Während die Visa im Ausland und oftmals auch in Deutschland akzeptiert wird, kommt die Girocard in Deutschland zum Einsatz, wenn die Visa mal nicht akzeptiert werden würde.

Transferwise Debit Card

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  • Kontoführungsgebühr pro Monat: 0€

  • Fremdwährungsgebühr: abhängig von der Transaktion und der Währung

  • Geld abheben: 2% des Umsatzes in lokaler Währung

Wichtig: Bei TransferWise kannst du ein Multi-Währungskonto eröffnen, mit dem du Bankverbindungen für über 30 Länder erhältst, die alle zu einem Konto führen. Dies erleichtert es dir, international Zahlungen zu erhalten oder zu tätigen. Zum Konto kannst du eine Debit-Mastercard beantragen.

Debitkarte: Maestro, V Pay, Girocard – Was ist was?

Rund um die Debitkarte gibt es einige wichtige Begriffe. So wird die Debitkarte beispielsweise manchmal auch als Girocard oder als EC-Karte bezeichnet. Unterschiede gibt es zwischen diesen Hier bitte die Begriffe genauer erklären, und wie was zusammenhängt. 

Diese Logos findest du auf Kartengeräten oder Automaten – was steckt dahinter? | Bild: postbank.de

Girocard

Der Begriff Girocard und auch EC-Karte werden synonym für die Debitkarte verwendet. Dabei spielt vor allen der Name EC-Karte eigentlich auf das Zahlsystem Electronic Cash an, das durch das Unternehmen Mastercard in vielen deutschen Geschäften verfügbar war. Inzwischen wurden jedoch nach und nach andere Zahlsysteme eingeführt. Seit 2007 werden deshalb keine richtigen EC-Karten mehr ausgestellt, auch wenn der Begriff manchmal noch benutzt wird.

Maestro

Das Maestro-Zahlsystem stammt vom Unternehmen Mastercard. Es gehört zu den aktuell gängigen und vor allem in Deutschland sowie einigen anderen EU-Ländern akzeptierten Zahlmethoden. Auf vielen deutschen Debitkarten ist das Maestro-Logo zu finden. Die Zahlungsinformationen werden über einen Chip ausgelesen, doch häufig besitzt die Karte zusätzlich einen Magnetstreifen.

Außerhalb der Eurozone ist Maestro jedoch wenig verbreitet. Dies kann leicht zu Verwirrung führen, denn im Ausland ist häufig das Mastercard-Logo auf ATMs und auf Kartenlesegeräten zu sehen. Die Zahlsysteme Mastercard und Maestro sind jedoch nicht identisch miteinander. In diesem Falle kannst du also mit einer Debit-Mastercard oder einer Mastercard-Kreditkarte zahlen, nicht aber mit einer der in Deutschland gängigen Maestro-Debitkarten.

Deutsche Bank Debitkarte
Eine Debitkarte erkennst du oft an den rot-blauen Maestro-Kreisen. | Bild: deutsche-bank.de

V Pay

V Pay ist das Bezahlsystem von Visa, das ausschließlich in Europa zum Einsatz kommt. Auch hier gilt, dass du mit einer Debitkarte, die V Pay unterstützt, nicht unbedingt an einem Visa-System im Ausland außerhalb der Eurozone zahlen kannst. Dafür gilt V Pay aber als besonders sicher, da sie lediglich einen Chip besitzt, der die Zahlungsdaten weiterleitet. Dieser bietet einen noch höheren Sicherheitsstandard als ein Magnetstreifen, schränkt aber auch die Kompatibilität der Karte ein.

Gibt es eine Debit Mastercard & Visa Debitkarte?

Die allermeisten Debitkarten in Deutschland haben also den passenden Chip, um entweder über das Maestro- oder das V Pay-Bezahlsystem zahlen zu können. Dies macht die Karten zu einer sehr guten Wahl, wenn man innerhalb Europas bargeldlos zahlen möchte, schränkt jedoch außerhalb der Eurozone stark ein. Es gibt inzwischen jedoch auch Debitkarten, die diese Einschränkungen umgehen.

Beispielsweise die Debit Mastercard von N26 bietet eine attraktive Mischung. Es handelt sich um eine klassische Debitkarte, die ohne Kreditrahmen funktioniert. Das heißt, Transaktionen werden umgehend vom N26 Girokonto abgebucht. Jedoch ist auf der Debitkarte eine Kreditkartennummer zu finden sowie das Mastercard-Logo. Dieses verrät bereits, dass du mit der Debitkarte auch in den USA & Co. problemlos unterwegs zahlen kannst. Zudem ist die Kreditkartennummer praktisch bei Reisebuchungen, die eine Kreditkarte zur Absicherung verlangen.

N26 Mastercard Kreditkarte
Debitkarte von N26: Mastercard mit Kreditkartennummer – aber keine Kreditkarte. | Bild: n26.com

Auch Visa bietet entsprechende Debitkarten an. Ein Beispiel dafür ist das ING Girokonto, dass gleich zwei Debitkarten mitbringt. Du erhältst eine gewöhnliche Debitkarte, wie sie in Deutschland gängig ist. Als zweites erhältst du eine Visa Debitkarte mit Kreditkartennummer. Auch hier ist zu beachten, dass es sich dennoch nicht um eine Kreditkarte handelt.

Vorteile & Nachteile einer Debitkarte

Debitkarten erhältst du zu fast jedem Girokonto. Je nach deinen Zahlungsgewohnheiten und Ansprüchen können verschiedene Debitkarten jedoch ihre Vorteile und Nachteile haben.

Vorteile

  • Überall in Deutschland und oft im Ausland akzeptiertes Zahlungsmittel

  • IBAN und BIC als sichere Bankverbindung

  • Übersichtliche Kosten durch zeitnahe Abbuchung

  • Direkt mit dem Girokonto verknüpft

Nachteile

  • Außerhalb der Eurozone kaum akzeptiert (außer Visa- und Mastercard-Debitkarten)

  • Kein Kreditrahmen

  • Keine Teilzahlung möglich

Häufig gestellte Fragen

  • Was ist eine Debitkarte?

    Eine Debitkarte ist ein bargeldloses Zahlungsmittel. Die Karte ist direkt mit einem Girokonto verknüpft und bucht Transaktionen  zeitnah von diesem Konto ab.

  • Wie funktioniert eine Debitkarte?

    Mit einer Debitkarte kannst du an Bankautomaten Geld abheben und unterwegs bezahlen. Das Geld wird zeitnah vom Girokonto abgebucht, zu dem die Debitkarte ausgegeben wird.

  • Gibt es eine Debit Mastercard und eine Visa Debit Karte?

    Ja, es gibt Debitkarten von Mastercard und Visa – bisher allerdings nur wenige. Zu beachten ist, dass es sich dabei nicht um Kreditkarten handelt. Zahlungen werden also sofort vom Konto abgebucht. Dafür eignen sie sich auch für Zahlungen außerhalb der Eurozone.

  • Was ist der Unterschied zwischen einer Kreditkarte und einer Debitkarte?

    Eine Kreditkarte gewährt dir einen Kreditrahmen. Innerhalb dieses Betrags kannst du Geld ausgeben und erhältst einmal im Monat die Abrechnung dafür. Diese kannst du meist sogar in Teilzahlungen begleichen. Bei einer Debitkarte findet die Abbuchung sofort statt. Deshalb muss genügend Guthaben auf deinem Konto verfügbar sein.

  • Was ist der Unterschied zwischen einer Debitkarte und eine Prepaid-Karte?

    Eine Debitkarte ist stets direkt mit einem Girokonto verknüpft. Eine aufladbare Kreditkarte oder Prepaid-Karte hingegen verfügt selbst über Guthaben. Zahlungen können nicht direkt von einem Konto abgebucht werden, sondern gehen stets über das Guthaben der Karte.

  • Was ist eine Maestro Debitkarte?

    Maestro ist ein Bezahlsystem von Mastercard. Kartenlesegeräte und Geldautomaten funktionieren mit einem einem solchen elektronischen Bezahlsystem, das den Chip der Karte ausliest. Meist handelt es sich bei europäischen Debitkarten dabei um Maestro oder V Pay, ein Bezahlsystem von Visa.