Anfangskapital berechnen mit Zinsrechnung

Das Anfangskapital bezeichnet die Summe, die zum Zwecke eines Investments angelegt wird. Mit dem Anfangskapital Rechner lässt sich einfach zurückverfolgen, wie hoch dieses sein müsste, wenn ein gewisses Endkapital in einem festgelegten Zeitraum zu einem bestimmten Zinssatz erreicht werden soll.

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In diesem Beitrag soll es insbesondere um den Habenzins und den Nominalzins gehen, wobei Letzterer lediglich eine andere Bezeichnung für den Sollzins darstellt. Hier erfährst du, was du mit dem Zinsrechner berechnen kannst. Außerdem lernst du alle wichtigen Kenndaten und ihre Bedeutung kennen.

Für unterschiedliche Zwecke existieren verschiedene Arten von Zinsen beziehungsweise Zinssätzen:

  • Leitzins: festgelegt von der Europäischen Zentralbank (EZB), die jenen an Geschäftsbanken zahlt
  • Sollzins: dies sind die reinen Zinsen, die Kreditgeber vom Kreditnehmer als Entgelt für das Darlehen erhalten
  • Habenzins: erhalten Sparer von der Bank und liegt häufig unter dem Sollzins
  • Realzins: berücksichtigt die Inflationsrate, indem jene vom reinen Zinssatz abgezogen wird
  • Effektivzins: enthält alle Nebenkosten und zeigt die tatsächlichen Kreditkosten an
  • Negativzins: muss von Sparern für ihre Einlagen bezahlt werden, vor allem in einer Niedrigszinsphase
  • Überziehungszins: fällt an, wenn Konten oder Kreditrahmen überzogen werden
  • Zinseszins: erneute Verzinsung von Kreditzinsen, bewirkt exponentiellen Anstieg des Kapitals
  • Geldmarktzins: orientiert sich an aktuellen durchschnittlichen Zinsen europäischer Banken, für kurzfristige Kapitalanlagen
  • Kapitalmarktzins: orientiert sich an der Rendite festverzinster Wertpapiere, für Langzeitdarlehen
  • Zinsen auf Sachkapital: Entgelt für die befristete Überlassung von Objekten, bei Immobilien als Mietzins bekannt

Was lässt sich mit dem Zinsrechner berechnen?

Mit dem Rechner steht dir ein Tool zur Verfügung, mit dem du verschiedene Eckdaten einer Geldanlage kalkulieren kannst.

Für einmalige Anlagen ist es möglich, die folgenden Berechnungen vorzunehmen:

  • Anfangskapital

  • Zinssatz

  • Laufzeit

  • Endkapital

Du kannst mit dem Zinsrechner somit bereits vor deiner Kapitalanlage alle wichtigen Parameter kalkulieren und optimieren. Wenn du also das Anfangskapital bestimmen möchtest, dann musst du gewissermaßen die Zinsen rückwärts rechnen.

Eine solche Kalkulation bietet sich vor allem dann an, wenn du am Ende deiner Einmalanlage ein bestimmtes Endkapital erhalten und das dafür benötigte Anfangskapital herausfinden möchtest. Dadurch weißt du, wie viel Geld du zu Beginn einsetzen musst, um das von dir gesteckte finanzielle Ziel zu erreichen.

Das Rückrechnen der Zinsen ist nicht schwer, da die dafür benötigte Formel erstens leicht zu verstehen und zweitens im Rechner hinterlegt ist. Dadurch kannst du innerhalb weniger Augenblicke dein Anfangskapital berechnen und diese Kalkulation immer wieder mit anderen Zahlen wiederholen. So vergleichst du bequem und kannst die beste Variante finden.

Um nun mit einfacher Zinsrechnung das Anfangskapital berechnen zu können, musst du den Rechner lediglich mit 3 Daten füttern:

  • Zinssatz

  • Laufzeit

  • Endkapital

Trage die Angaben einfach in die entsprechenden Felder ein und klicke auf „Berechnen“.

Direkt unter dem Rechner werden dir unverzüglich das Anfangskapital und die gesamten Zinsen aufgelistet.

Ein Beispiel:

Möchtest du nach 3 Jahren mit einem Zinssatz in Höhe von 4,00% p. a. ein 112.000€ umfassendes Endkapital erwirtschaften, benötigst du ein Anfangskapital von 100.000€.

Pro Jahr sichert dir diese Summe 4000€ Zinsen, nach 3 Jahren demnach 12.000€.

Diese Rechnung setzt allerdings voraus, dass du dir die Zinsen jedes Jahr auszahlen lässt und jene somit nicht immer wieder mit angelegt werden.

Möchtest du hingegen vom Zinseszinseffekt profitieren, erweitert der so genannte Aufzins-Faktor die Rechnung.

Potenziert mit der Laufzeit teilt er das Endkapital und bringt so die anfängliche Summe unter Berücksichtigung des Zinseszinseffektes zum Vorschein.

Die Formeln sehen folgendermaßen aus:

Ausgangsformel:

Anfangskapital = Endkapital/Aufzinsfaktor q

Ausgangsformel:

Aufzinsfaktor q = (1 + Zinssatz/100) hoch die Laufzeit

Berechnung: 

q = (1 + 4,00/100)³

Anfangskapital = 112.000€/1.124864

Anfangskapital = 99.567,59€

Durch den Zinseszinseffekt und die damit einhergehende Wiederanlage der Zinsen müsstest du für ein Endkapital in Höhe von 112.000€ nach 3 Jahren statt 100.000€ lediglich 99.567,59€ aufbringen. Die knapp 433€ könntest du anderweitig verwenden.

Merke

Der Zinseszinseffekt wirkt sich umso deutlicher aus, je länger du dein Geld anlegst und je höher der Zinssatz ist.

Es bietet sich an, auch gleich die steuerlichen Abzüge berücksichtigen zu lassen.

Im genannten Beispiel mit Zinseszinseffekt müsstest du statt der 99.567,59€ letztlich 102.062,02€ als Anfangskapital aufbringen, um 112.000€ inklusive Zinsen als Endkapital zu erhalten.

Ursache dafür ist der Steuersatz (Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag insgesamt 26,375%), der für den 3-jährigen Anlagezeitraum steuerliche Abzüge in Höhe von 2.699,29€ verursacht.

Diese Berechnung gilt für Ledige, die einen 801€ hohen Steuerfreibetrag nutzen können. Bist du verheiratet, sind 1.602€ Steuerfreibetrag möglich und damit lediglich Steuerabzüge in Höhe von 2.052,75€.

Änderungen können sich auch durch die unterjährige Verzinsung ergeben, die entsteht, wenn Bruchteile eines Jahres verzinst werden. Die Abweichungen betragen im Beispiel jedoch nur wenige Euro.

Welche Kenndaten gibt es und was sagen diese aus?

Damit dir der Zinsrechner das Anfangskapital – oder andere Kenndaten – kalkulieren kann, musst du ihn mit einigen Informationen bedienen. Manche dieser Kenndaten sind nahezu selbst erklärend, bei anderen hingegen wissen viele Verbraucher sicherlich nicht so recht, was es damit auf sich hat.

Diese Angaben spielen eine Rolle, um Zinsen rückwärts berechnen zu können:

  1. Anfangskapital
  2. Zinssatz
  3. Laufzeit
  4. Endkapital
  5. Zinseszins
  6. Unterjährige Verzinsung
  7. Steuersatz

Anfangskapital

Beim Anfangskapital handelt es sich um jene Geldsumme, die du zu Beginn deiner Kapitalanlage als Investition einsetzt. Der Betrag ist gewissermaßen die Ausgangsbasis, um durch Zinsrechnung dein Kapital vermehren und eine Rendite erzielen zu können.

Um das anfängliche Kapital und zugleich die Zinsen zurückrechnen zu können, benötigst du das Endkapital, die Laufzeit und den Zinssatz. Angegeben wird das Anfangskapital hier in Euro.

Zinssatz

Legst du dein Geld an, kommt der nominale Jahreszinssatz zur Anwendung. Mit ihm wird dein angelegtes Kapital pro Jahr verzinst. Der in % p. a. dargestellte Nominalzins fungiert somit quasi als Preis, den dir die Bank dafür bezahlt, dass sie mit dem von dir angelegten Betrag arbeiten darf.

Du kennst dieses Verfahren möglicherweise aus der anderen Perspektive: Nimmst du einen Kredit auf, zahlst du Zinsen an die Bank. Jene stellen den Preis dar, den du für das Leihen deiner Kreditsumme zahlst.

Zur Berechnung des nominalen Zinssatzes gibst du das Anfangskapital, das Endkapital und die Laufzeit deiner Geldanlage an.

Laufzeit

Die Laufzeit gibt an, wie lange du dein Geld anlegst. Wie beim Aufnehmen eines Kredites kann die Laufzeit deiner Anlage optional in Jahren oder Monaten angegeben werden.

Merke

Die Angabe in Jahren bietet sich vor allem dann an, wenn es sich um ganze Jahre handelt. Die Nennung in Monaten – also 12, 24, 36, 72, 144 oder 288 usw. – ist dann aber dennoch alternativ möglich.

Möchtest du dein Kapital nicht in ganzen Jahren, sondern in Bruchstücken anlegen, drückst du dies in Monaten aus.

Eine Geldanlage beispielsweise für 10 1/2 Jahre gibst du dementsprechend mit 126 Monaten an. Dies ist auch mit Blick auf die Unterjährige Verzinsung wichtig, deren Zinsformel auf Monate ausgelegt ist.

Um die Laufzeit zu berechnen, musst du das Tool mit dem Anfangskapital, dem Endkapital und dem Zinssatz füttern.

Endkapital

Das Endkapital bezeichnet jene Summe, die am Ende deiner Kapitalanlage zur Verfügung steht. Dieser Betrag setzt sich aus dem Anfangskapital und den während der Laufzeit erwirtschafteten Zinsen zusammen.

Beziehst du einen Steuersatz in die Berechnung des Endkapitals ein, reduziert sich der Betrag um die Höhe der Steuern. Kalkulieren lässt sich das Endkapital mit dem Rechner durch Eingabe der Laufzeit, des Zinssatzes und des Anfangskapitals. Wie Letzteres wird auch das Endkapital in Euro angegeben.

Zinseszins

Wenn du dein Geld anlegst, dann kannst du dich entscheiden, ob die Zinsen immer wieder mit angelegt werden sollen oder nicht. Falls nicht, werden dir die Zinserträge regelmäßig ausgezahlt. Falls doch, werden sie Teil deiner Anlagesumme und sorgen auf diese Weise für den Zinseszinseffekt.

Im Rechner gibt die Zinseszins-Einstellung somit auf Jahresbasis an, ob die Zinsen deiner Anlage zugeschlagen und mitverzinst oder ausgeschüttet werden.

Diese Entscheidung kennst du möglicherweise schon von ETF-Sparplänen. So existieren ETFs, die ausschüttend oder thesaurierend – die Zinserträge also immer wieder anlegend – sind.

Möchtest du den Zinseszins berechnen, kannst du unseren Zinseszinsrechner nutzen und dir das passende Video dazu ansehen:

Unterjährige Verzinsung

Die Unterjährige Verzinsung ist generell nur dann für dich interessant, wenn die Laufzeit deiner Kapitalanlage lediglich den Bruchteil eines Jahres beträgt beziehungsweise bei über 1-jährigen Anlagen auch Bruchteile enthält.

Sie stellt ein spezielles Verfahren dar, mit dem sich die Zinsen für Jahresbruchteile berechnen lassen. Selbstverständlich kannst du damit auch Bruchteile deiner eigentlich ganzjährigen Kapitalanlage kalkulieren.

Für die Unterjährige Verzinsung gibt es zwei Varianten: die lineare und die exponentielle.

Bei der linearen Verfahrensweise werden die Zinsen zeitproportional kalkuliert, also entsprechend dem Jahresbruchteil. Dies ist die von Banken üblicherweise vollzogene Praxis für Spareinlagen. Beim exponentiellen Verfahren werden die Zinsen im unterjährigen Bereich nach der Zinseszinsformel berechnet.

Steuersatz

Wenn du das Anfangskapital mit dem Rechner kalkulierst, kannst du die steuerlichen Abzüge auf deine Kapitalerträge berücksichtigen. Die Angabe erfolgt in Prozent, wobei dein exakter prozentualer Steuersatz von deinen persönlichen Gegebenheiten abhängt.

Merke

Zur in Deutschland seit 2009 gültigen Abgeltungssteuer (25%) gesellt sich der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5%. Daraus ergibt sich ein Steuersatz von 26,375%, den du in das entsprechende Feld eintragen kannst.

 

Bist du Mitglied der Kirche, erhöht er sich aber nochmals. Dann fällt nämlich noch die Kirchensteuer an, die bis auf Bayern und Baden-Württemberg (8%) deutschlandweit bei 9% liegt.

In Bayern und Baden-Württemberg fallen dadurch insgesamt 27,819% an, in allen anderen Bundesländern beträgt die steuerliche Belastung insgesamt 27,995%.

Übrigens

Der prozentuale Steuersatz mindert deine Kapitalerträge nach Abzug des Steuerfreibetrags.

Für Ledige liegt er bei 801€ im Jahr, bei Verheirateten hingegen ist er mit 1602€ doppelt so hoch.

Unser Fazit

Leihst du dir von der Bank Geld, zahlst du dafür als Entgelt Zinsen. Legst du dein Kapital für einen gewissen Zeitraum an, zahlt dir die Bank Zinsen.

Den Zinssatz kannst du mit dem Zinsrechner innerhalb weniger Augenblicke berechnen, doch auch andere Kenndaten wie die Laufzeit, das Endkapital sowie das Anfangskapital lassen sich mit den jeweils anderen drei Kenndaten kalkulieren.

Möchtest du die Zinsen zurückrechnen – also das Anfangskapital berechnen –, musst du den Zinssatz in % p.a, die Laufzeit in Jahren oder Monaten und das Endkapital in Euro angeben.

So findest du schnell heraus, wie viel Geld du zu Beginn deiner Anlage investieren musst, um inklusive Zinserträgen eine von dir gewünschte Summe als Endkapital zu erhalten.

Sinn ergibt diese Kalkulation zum Beispiel, wenn du einen Kredit ablösen und die Zinsen zurückrechnen willst. Doch auch vor deiner Kapitalanlage zur Optimierung jener bietet es sich an, die Zinsen rückwärts zu berechnen.

Das Ergebnis beeinflussen verschiedene Einstellungen, die du optional hinzunehmen kannst. Neben der bei Jahresbruchteilen auftretenden Unterjährigen Verzinsung und dem von deinem Familienstand sowie deiner Religionszugehörigkeit abhängigen Steuersatz fällt hier der Zinseszins ins Gewicht. Lässt du dir die Zinserträge nicht jährlich auszahlen, sondern legst sie immer wieder zur Mitverzinsung an, erhöht sich deine Anlagesumme und du benötigst weniger Anfangskapital.

Häufig gestellte Fragen