Die Vorteile von ETFs

Ana Bilandzija
Stand:
Was du wissen solltest
  • Diversifikation: Mit einem Welt-ETF kannst du mehr als 1.000 Unternehmen besparen.
  • Kosten: ETFs haben eine extrem günstige Kostenstruktur.
  • Automatisierung: ETFs werden automatisch verwaltet, ohne Fondsmanager. Die Emotionen sind abgeschaltet, der Handel folgt klaren Regeln.
  • Liquidität: Du kannst ETFs immer während der Börsenhandelszeiten handeln, bleibst so flexibel.
  • Transparenz: Die Zusammensetzung von ETFs ist für Anleger immer ersichtlich, du musst dich nicht auf einen Fondsmanager und seine Strategie verlassen.
  • Sicherheit: ETFs werden in Deutschland als Sondervermögen geführt und sind so im Fall einer Pleiten der Fondsgesellschaft abgesichert.
Inhaltsverzeichnis

Diversifikation: 1 ETF, mehr als 1.000 Unternehmen 

ETFs haben einen unschlagbaren Vorteil gegenüber anderen Anlageprodukten: Du kannst mit nur einem ETF in weit mehr als 1.000 Unternehmen in verschiedenen Ländern und Branchen investieren. So senkst du das unternehmensspezifische Risiko, das du bei Einzelaktien hast, drastisch bzw. eliminierst es sogar. Denn einzelne Wertpapiere fallen nicht mehr ins Gewicht und werden von den anderen Wertpapieren im ETF ausbalanciert. Das Marktrisiko trägst du dennoch, und wirst mit der Rendite der Anlageklasse Aktien dafür “belohnt”.

ETF Vorteile: Das unternehmensspezifische Risiko senken
ETF Vorteile: Das unternehmensspezifische Risiko senken durch breite Streuung. | Bild: unsplash.com

Wichtig ist dabei ein langer Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren. Mehr dazu erfährst du in unserem Abschnitt “ETF Risiken”.

Deutlich günstiger als vergleichbare Anlageprodukte

Der wohl bekannteste Vorteil von ETFs: Sie sind kostengünstig. Im Vergleich zu anderen Anlageprodukten fallen nur geringe Gebühren an. Die Gebühren für ETFs auf beliebte Indizes liegen zwischen 0,1% bis 0,5% pro Jahr. Traditionelle, aktiv gemanagte Fonds liegen in der Regel bei 1,0-2,5% des investierten Vermögens pro Jahr. Also das Zehn- bis Zwanzigfache an Gebühren. In Zeiten von Niedrigzinsen ist das ein ganz entscheidendes Argument, das klar für ETFs spricht.

Kosten von ETFs im Vergleich zu anderen Anlageprodukten:

Finanzproduktdurchschnittliche Kosten
ETFsca. 0,1 – 0,5%
Aktiv gemanagte Fondsca. 1,85%*
Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Unternehmensbeteiligungen, etc.Je nach Kreditinstitut ca. 0,1-0,5% Depotführungsgebühren + Ordergebühren + Provision (je nach Anbieter
Zertifikateca. 2 – 10%**
FuturesCa. 0,5 – 0,1%
*zwischen 2011 und 2014 laut einer Untersuchung der Fondsratingagentur Morningstar 
**Quelle: finanzcoach.org, 09/20

ETFs sind transparent, folgen klaren Regeln und sind automatisiert

ETFs wurden ursprünglich entwickelt, damit institutionelle Finanzakteure Zugang zu gewissen Finanzmärkten zu erleichtern. Sie sind das erste Finanzprodukt, mit dem du ganz unkompliziert direkt in verschiedenste Märkte investieren kannst – ohne Berater und BWL-Studium. Ein großer Vorteil ist die Transparenz von ETFs: Du weißt als Anlegerin oder Anleger ganz genau, was mit deinem Geld passiert, wie es abgesichert ist und wofür die Erträge verwendet werden. 

ETFs folgen klaren Regeln, und zwar bilden sie einen Index ab. Zu jedem Zeitpunkt ist klar, was mit deinem Geld passiert. Anders als bei aktiv gemanagten Fonds passieren hier keine Strategiewechsel. 

Als Anleger kannst du diese Spielregeln gut nachvollziehen: Die Kriterien, nach denen Wertpapiere in einem bestimmten Index landen oder ihn verlassen, sind transparent. In der Regel ist das Hauptkriterium die Marktkapitalisierung des Unternehmens. Der DAX bildet z.B. die 30 deutschen Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung ab. 

Die Zusammensetzung von ETFs siehst du im Factsheet. Da sie immer einem Index folgt, gibt es keine Überraschungen oder Strategiewechsel. Das könnte dir z. B. passieren, wenn du einen aktiv gemanagten Fonds besparst und der Fondsmanager wechselt bzw. Eine neue Strategie verfolgt. Bei ETFs entfällt der Faktor “Mensch” und damit die emotionale Komponente bei Entscheidungen. ETFs folgen klaren Regeln und führen sie automatisiert aus.

ETFs sind liquide

ETFs sind liquide: Das heißt, sie werden an der Börse gehandelt, du kannst sie dort unkompliziert kaufen und verkaufen. Das ist ein wertvoller Vorteil.

Was genau bedeutet das? ETFs haben eine gute Verfügbarkeit und eine geringe Geld-Brief-Spanne beim Handel. Sie wird durch sogenannte Market Makers hergestellt, also große Händler an den Börsen. Sie sorgen dafür, dass der Aktienmarkt gut funktioniert, also ein großes Handelsvolumen aufweist.

ETF Vorteile: Liquidität
Nicht ganz so liquide wie das Wasser im Pool – dennoch gehört Liquidität zu den Vorteilen eines ETFs. | Bild: unsplash.com

Dass ETFs liquide sind, hat den Vorteil, dass du sie während der Börsenzeiten zu jedem Zeitpunkt handeln kannst. Manche Experten sehen darin allerdings auch das Risiko, dass du zu häufigem Kauf und Verkauf verlockt wirst, also zum aktiven Handel mit ETFs.

Das Vermögen von ETFs ist Sondervermögen 

ETFs s gelten in Deutschland als Sondervermögen. Nach § 92 des Kapitalanlagegesetzbuchs (KAGB) ist sichergestellt, dass dein Vermögen, das in ETFs steckt, getrennt vom Betriebsvermögen des ETF-Anbieters verwahrt wird. Im Fall der Insolvenz der Kapitalgesellschaft können Gläubiger nicht auf das Geld der Anleger zugreifen.

Häufig gestellte Fragen

  • Welche Vorteile haben ETFs?

    ETFs sind kostengünstig und weniger Zeitaufwendig als andere Geldanlagen. Mit Welt-ETFs kannst du dein Vermögen sehr breit streuen und senkst damit das unternehmensspezifische Risiko drastisch.

  • Für wen eignen sich ETFs?

    Von Klein- bis Großanleger: ETFs sprechen sehr viele Anleger an. Die Vielzahl der ETF-Varianten bietet für jede Strategie und jedes Budget passende Produkte.

  • Ab welchem Vermögen kann ich ETFs kaufen?

    Dank der niedrigen Gebühren kannst du auch mit kleinen Vermögen von z.B. 500€ in ETFs investieren. Sparpläne gehen schon ab 25€ pro Monat los.