Girocard Symbol

Girocard & EC-Karte – Was ist der Unterschied?

Stephan Kintrup
Stephan Kintrup
Stand: 17. Oktober 2022
Eine Girocard ist eine Bankkarte, die für den bargeldlosen Zahlungsverkehr genutzt werden kann. In Deutschland ist sie sehr weitverbreitet und genießt eine hohe Akzeptanz. Wie sie funktioniert, welche Kosten entstehen und welche Vor- und Nachteile sie hat, erfährst du in diesem Artikel.

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Was du wissen solltest
  • Eine Girocard ist eine Bankkarte. Genauer gesagt eine Debitkarte, weil direkt oder innerhalb weniger Tage abgerechnet wird.
  • Sie beruht auf einem Zahlungssystem der Deutschen Kreditwirtschaft, sodass sie im Ausland nur dank Visa oder Mastercard akzeptiert wird.
  • In Kombination mit V-Pay (von Visa) oder Maestro (von Mastercard) kann in der Regel weltweit und online bezahlt werden. Allerdings läuft die Unterstützung durch Mastercard aus.
  • Zunehmend erheben Banken Gebühren für die Girocard. Direktbanken bieten vermehrt die Debit-Kreditkarte anstatt der Girocard kostenlos an.

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So gehst du vor
  • Überlege, ob eine Girocard oder Kreditkarte besser für deinen Zahlungsverkehr passt. Möglicherweise möchtest du auch beide Kartentypen besitzen.
  • Achte darauf, dass deine Girocard durch Visa oder Mastercard unterstützt wird. So wird sie im Ausland auch akzeptiert.
  • Sperre deine Girocard, wenn du sie verlierst: bei deiner Bank oder über den Sperr-Notruf 116 116.
  • Vergleiche die Angebote der Banken, um die passende Girocard zu finden. Dafür kannst du unseren Girokonto-Vergleich nutzen.

Was ist eine Girocard?

Eine Girocard ist eine Bankkarte. Häufig wird auch von der Girokarte gesprochen. Sie basiert auf dem Zahlungssystem der Deutschen Kreditwirtschaft. Die Girocard dient der Vereinheitlichung innerhalb Deutschlands, somit ermöglicht sie Kartenzahlungen und Geld an den Bargeldautomaten abzuheben. Bei vielen Banken erhält man die Girocard standardmäßig zum Girokonto dazu. Ohne Zusatz von Visa oder Mastercard sind sie ausschließlich in Deutschland nutzbar.

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Da Bezahlungen sofort oder innerhalb weniger Tage abgerechnet werden, handelt es sich um eine Debitkarte. Dies unterscheidet sie von einer „echten“ Kreditkarte. Denn bei einer Charge- oder Revolving-Kreditkarte wird ein Kredit gewährt, z.B. bis zum nächsten Monat.

Aus der EC-Karte wurde die Girocard

Viele sprechen bei der Girocard weiterhin von der EC-Karte. Diese wurde aber 2007 durch die Girocard abgelöst. Der Name wurde umbenannt und die Technik weiter vereinheitlicht, um die Akzeptanz beim Bezahlen und Geldabheben zu erhöhen. Die Abkürzung der EC-Karte stand zuerst für Eurocheque-Karte und ab 2002 für Electronic-Cash-Karte. Heute wird die Bezeichnung weiterhin umgangssprachlich für die Girocard verwendet.

Wie sieht es mit der Akzeptanz der Girocard aus?

Bei der Akzeptanz der Girocard ist zwischen Deutschland und dem Ausland zu unterscheiden.

Akzeptanz in Deutschland

In Deutschland genießt die Girocard eine sehr hohe Akzeptanz. Ob man per Girocard bezahlen kann, hängt vom Kartenlesegerät ab. Wenn auf dem Gerät das Girocard-Symbol zu erkennen ist, wird sie akzeptiert. Beim Bargeldabheben wird die Girocard fast immer akzeptiert. Jedoch ist der Vorgang nicht immer kostenlos.

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Akzeptanz vom Anbieter der Kartenlesegeräte abhängig

Die Girocard ist zwar in Deutschland weitverbreitet, aber einige Kartenlesegeräte akzeptieren reine Girocards trotzdem nicht. Bei Sumup-Geräten werden etwa Girocards ohne Zusatz von Mastercard oder Visa nicht akzeptiert. Denn diese Geräte nutzen nur die Zahlungssysteme von Mastercard und Visa.

Akzeptanz im Ausland

Da es sich bei der Girocard um ein rein deutsches Zahlungssystem handelt, ist die Akzeptanz im Ausland nur in Kombination mit Maestro oder V-Pay gegeben. Auf diese Weise ist die Karte für ein weiteres Zahlungssystem vorgesehen. Dies wird auch als „Co-Badging“ oder „Co-Branding“ bezeichnet. Maestro ist das Zahlungssystem von der Kreditkartengesellschaft Mastercard. Das Zahlungssystem von Visa heißt V-Pay. Mithilfe dieser Zahlungssysteme kann in der Regel weltweit bezahlt und Bargeld abgehoben werden.

Wie funktioniert das Geldabheben mit der Girocard?

Mit der Girocard kann man auf verschiedene Weisen Geld abheben. Möglich ist dies zum einen an deutschen Geldautomaten. Bei der eigenen Bank oder einem bestimmten Geldautomatenverbund, wie Cash Group oder Cashpool, ist dies häufig kostenlos. Im Handel, etwa im Supermarkt, kann ebenfalls häufig Geld abgehoben werden. Im Ausland ist es mit Maestro oder V-Pay möglich, Geld am Automaten abzuheben. Häufig fallen dafür zusätzliche Kosten an.

Wie funktioniert das Bezahlen mit der Girocard?

Die Bezahlung mithilfe der Girocard ist per PIN, Unterschrift, kontaktlos oder online möglich.

  • Bezahlen per PIN

    Um Transaktionen mit deiner Girocard durchzuführen, musst du dich zur Sicherheit identifizieren. Dafür nutzt du deine „persönliche Identifikationsnummer“ oder kurz „PIN“. Bei einer Kartenzahlung bestätigt der Kunde auf diese Weise die Zahlung. Die Bank überprüft, ob das Bankguthaben ausreicht und überweist es anschließend.

  • Bezahlen per Unterschrift

    Neben der Bezahlung per PIN kann ebenso unterschrieben werden. Mit der Unterschrift wird eine SEPA-Lastschrift erteilt. Der Händler, bei dem man bezahlt, weiß jedoch nicht, ob das Konto gedeckt ist und er sein Geld erhält.

  • Kontaktloses Bezahlen

    Das kontaktlose Bezahlen funktioniert mithilfe von „NFC“. Dies steht für „Near Field Communication“. Häufig muss erst ab einem Mindestbetrag mit PIN bestätigt werden. Eine Möglichkeit ist das Bezahlen mit „Girogo“, dies ist ein Prepaid-Verfahren. Dafür hält man seine Girocard an das Lesegerät oder nutzt sein NFC-fähiges Smartphone. Das Bezahlen per App mit dem Smartphone nimmt zu. Am weitesten verbreitet sind Google Pay und Apple Pay. Häufig muss dort allerdings eine Kreditkarte hinterlegt werden. Jedoch ist dies bei einigen Banken auch mit der Girocard möglich. Diese Möglichkeit besteht etwa bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

  • Online bezahlen

    Per Giropay kann zudem online gezahlt werden. Dies ist eine Alternative zur Bezahlung per Kreditkarte oder Diensten wie PayPal. Ob deine Bank das Verfahren anbietet, kannst du auf der Seite von Giropay nachsehen. Neben der ING und Comdirect nehmen unter anderem auch die Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken teil.

Welche Kosten entstehen bei der Girocard?

Bei der Girocard können verschiedene Kosten anfallen, z.B. beim Bargeldabheben.

Kosten für die Girocard

Mittlerweile erheben einige Banken Gebühren, wenn man eine Girocard haben möchte. Eine Reihe von Direktbanken setzt vermehrt auf Debit-Kreditkarten. Diese bieten sie im Gegensatz zur Girocard kostenlos an.

Bargeld abheben

Wer eine Girocard besitzt, kann bei der eigenen Bank oder dem Geldautomatenverbund meist kostenlos Bargeld abheben. Das Geldabheben funktioniert im Ausland nur über das System von Visa oder Mastercard. Hierfür fallen häufig Kosten an. Insbesondere, wenn Geld in einer fremden Währung abgehoben wird.

Bargeldloses Bezahlen

Das bargeldlose Bezahlen ist in Deutschland fast immer kostenlos. Im Ausland ist das bargeldlose Bezahlen in Euro häufig ebenfalls kostenlos, aber in Fremdwährung überwiegend gebührenpflichtig.

Welche Vorteile und Nachteile hat die Girocard?

Hier siehst du, welche Vor- und Nachteile die Girocard hat.

  • Hohe Akzeptanz in Deutschland

  • Mit „Co-Badging“ außerhalb von Deutsch nutzbar

  • Kontaktloses Bezahlen möglich

  • Direkte Abbuchung verbessert den Überblick

  • Bei einigen Banken ist die Girocard kostenlos

  • E-Commerce-Funktion fehlt häufig

  • Reine Girocard funktioniert nur in Deutschland

  • Mobiles Bezahlen per App oft nicht möglich

  • Kein Kredit

  • Keine Zusatzleistungen

Die Girocard genießt eine hohe Akzeptanz in Deutschland. Im Online-Handel kann sie jedoch häufig nicht genutzt werden. Giropay ermöglicht zwar Online-Bezahlungen, aber dies ist weniger verbreitet als die Bezahlung per Kreditkarte. Daher fehlt bei Banken häufig eine E-Commerce-Funktion. Außerhalb von Deutschland wird die Girokarte zudem ohne „Co-Badging“ nicht akzeptiert.

Das kontaktlose Bezahlen ist mit der Girocard möglich. Beim mobilen Bezahlen per App besteht allerdings noch Potenzial. Apps, wie Google Pay oder Apple Pay, werden häufig nicht unterstützt. Sie verlangen häufig eine Kreditkarte. Bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken funktioniert dies allerdings.

Die direkte Abbuchung verbessert den Überblick. Wer jedoch einen Kredit wünscht, kann eine „echte“ Kreditkarte wählen. Dazu gehören die Charge- und Revolving-Karten. Bestenfalls sollte jedoch auf einen Kredit verzichtet werden. Um nicht auf einen Kredit angewiesen zu sein, empfehlen wir dir einen Notgroschen für finanzielle Notlagen aufzubauen.

Positiv ist an der Girocard zudem, dass sie von einigen Banken kostenlos angeboten wird. Zusatzleistungen werden allerdings nicht angeboten. Dies ist bei Kreditkarten möglich, z.B. eine enthaltene Reiseversicherung.

Welche Alternativen gibt es zur Girocard?

Als Alternative zur Girocard bietet sich eine Kreditkarte an. Hier gibt es verschiedene Formen. Eine „echte“ Kreditkarte erlaubt einen Kreditrahmen, wohingegen Zahlungen bei einer Debit-Kreditkarte direkt oder innerhalb weniger Tage abgerechnet werden. Die Kreditkarten von Visa und Mastercard werden üblicherweise weltweit und online akzeptiert. Ferner kann die Kreditkarte häufig beim mobilen Bezahlen hinterlegt werden.

Wie sperre ich meine Girocard?

Im Notfall kannst du deine Girocard sperren. Wie du vorgehst, hängt davon ab, ob du sie verloren hast oder eine mögliche Straftat vorliegt.

Girocard verloren

Falls du deine Girocard verloren hast, kannst du sie sofort sperren. Dies geht bei deiner Bank: telefonisch oder im Onlinebanking. Ebenso gibt es einen Sperr-Notruf. Unter der Telefonnummer 116 116 kann die Karte kostenlos gesperrt werden. Im Ausland muss die Ländervorwahl für Deutschland (0049) vorangestellt werden.

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Nicht alle Banken kooperieren mit dem „Sperr-Notruf 116 116“

Auf der Seite des Sperr-Notrufs kannst du nachsehen, ob deine Bank teilnimmt.

Banken, die mit dem Sperr-Notruf zusammenarbeiten:

  • ING
  • Deutsche Kreditbank
  • Comdirect

Banken, die nicht mit dem Sperr-Notruf zusammenarbeiten:

  • N26
  • Solaris (vorher Solarisbank; ebenso die Partnerbanken wie Tomorrow Bank)

Diebstahl oder Missbrauch der Girocard

Für den Fall, dass deine Girocard gestohlen wurde oder ein Missbrauch stattgefunden hat, solltest du sie ebenfalls – wie oben erklärt – sperren. Zusätzlich solltest du die Polizei informieren und die Girocard möglichst auch über das KUNO-System gesperrt werden. Die Abkürzung „KUNO“ steht für „Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen“. Mit der KUNO-Sperre kann bei teilnehmenden Händlern nicht per Unterschrift bezahlt werden. Eine Bezahlung per PIN ist durch die andere Sperre bereits ausgeschlossen.

Wird es die Girocard in Zukunft noch geben?

Obwohl die Girocard in Deutschland sehr weitverbreitet ist, ist die Zukunft ungewiss. Banken fordern vermehrt Gebühren für die Girocard. Besonders Direktbanken setzen verstärkt auf die Debit-Kreditkarte und bieten nur noch diese kostenlos an.

Dies hängt mit der Ankündigung von Mastercard zusammen. In der Ankündigung von Mastercard heißt es, dass ab dem 1. Juli 2023 keine neuen Maestro-Karten herausgegeben werden. Abgelaufene und verlorene Maestro-Karten werden beispielsweise durch Debit-Kreditkarten ersetzt. Das System läuft zwar aus, aber bestehende Maestro-Karten werden weiterhin unterstützt. Visa möchte ebenfalls auf Debit-Kreditkarten umstellen. Das Unternehmen hat aber noch nicht angekündigt, ab wann V-Pay ausläuft. Dies deutet darauf hin, dass die Girocard langsam von der Debit-Kreditkarte verdrängt wird.

Um die Abhängigkeit der Banken von Mastercard und Visa zu reduzieren, ist die „European Payment Initiative“ gestartet worden. Im Juli 2020 haben sich Banken und Zahlungsdienstleister aus 7 europäischen Ländern zusammengeschlossen. Sie wollten die verschiedenen Bezahlsysteme zusammenführen und vereinheitlichen, um mit Diensten wie PayPal zu konkurrieren. Von den ursprünglichen 16 Banken sind allerdings wegen Unstimmigkeiten nur noch 11 verblieben. Daher ist unklar, ob eine konkurrenzfähige Lösung entwickelt werden kann.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Girocard auch eine EC-Karte?

Wie lange gibt es noch die Girocard?

Ist eine Girocard auch eine Kreditkarte?

Wann lohnt sich eine Girocard?