Einlagensicherung: So sicher ist dein Geld angelegt

Finanzfluss Team
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Was passiert mit dem Geld auf dem Bankkonto, wenn die Bank pleite ist? Die Einlagensicherung schützt dein Vermögen bis zu einem bestimmten Wert. Wie hoch dieser ausfällt, was bei den einzelnen Banken zu beachten ist und welche Tipps gibt es, um den Höchstbetrag zu umgehen – das erläutern wir in diesem Artikel.

Was du wissen solltest
  • Bankeinlagen bis zu einer Höhe von 100.000€ pro Kunde und Bank sind in Deutschland gesetzlich geschützt. Auch Bankkonten innerhalb der Europäischen Union fallen unter diesen Rettungsschirm, variieren jedoch mitunter in ihren Sicherungssystemen.
  • Von der Einlagensicherung gedeckt sind das Girokonto sowie das Tagesgeld– und das Festgeldkonto. Auch Sparguthaben und Sparbriefe fallen unter den Einlagenschutz.
  • Neben der gesetzlichen Einlagensicherung gibt je nach Bank noch zusätzliche Schutzoptionen. Diese können mitunter höhere Beträge versichern.
Wie du vorgehst
  • Um bei einer Bankenpleite kein Vermögen zu verlieren, ist es ratsam, die genauen Einlagesicherungsbestimmungen der jeweiligen Bank zu kennen. Bei deutschen Banken gilt die Grenze von 100.000€.
  • Für europäische Geldinstitute solltest du dich individuell nach der Einlagensicherung erkundigen, da die Einlagensicherung erst ab 2024 standardisiert wird.
  • Neben Guthaben auf den Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten sowie Spareinlagen kannst du auch dein Vermögen auf Depotkonten halten. Besparst du beispielsweise ETFs, sind diese nicht von der einer Insolvenz betroffen.
Inhalte

Einlagensicherung (bei Banken): Was ist das?

Generell gesagt sichert die Einlagensicherung Geldanlagen von allen Anlegern bis zu einer gewissen Summe. Dies wird dann notwendig, wenn eine Bank pleite geht und das Geld nicht mehr selbst an die Kunden auszahlen kann. Dabei gilt es zwischen den verschiedenen Entschädigungseinrichtungen der privaten und öffentlichen sowie Genossenschafts-Banken in Deutschland zu unterscheiden.  

Wie hoch ist die Einlagensicherung?

Mit der gesetzlichen Einlagensicherung ist in Deutschland und in der Europäischen Union ein Geldvermögen in Höhe von 100.000€ pro Anleger und Bank bei einer Bankenpleite gesichert. Die Einlagensicherung umfasst das Guthaben eines Anlegers auf dessen Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonto. Auch Spareinlagen sowie etwaige Zinserträge werden in der Einlagensicherung berücksichtigt.

Bei einem Gemeinschaftskonto eines Ehepaares bei einer Bank erhöht sich der Betrag auf 200.000€.

Diese Summe kann sich kurzfristig auf bis zu eine halbe Million erhöhen, nämlich dann, wenn besondere Umstände vorliegen. Dazu zählen ein Immobilienverkauf, der Renteneintritt oder eine Kündigung mit Abfindung. Die Garantie gilt dann sechs Monate.

Nicht im Einlagensicherungsschutz berücksichtigt sind hingegen Verbindlichkeiten, die eine Bank über Inhaberpapiere, also Inhaberschuldverschreibungen oder -einlagenzertifikate ausgestellt hat. 

Wo ist die Einlagensicherung gesetzlich festgeschrieben?

Grundlage für die deutsche Einlagensicherung ist Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (EAEG) von 1998. Darin ist festgelegt, dass bei Zahlungsunfähigkeit eines Kreditinstituts die gesetzliche Einlagensicherung eintritt. 

Grundlage für die europaweite Einlagensicherung sind die Richtlinien 2009/14/EG und 2014/49/EU, die die Mitgliedstaaten verpflichtet, nationale Einlagenfonds zu errichten und bis 2024 mit einem Mindestvermögen auszustatten. Damit soll die Sicherheit der Anleger bei einer Bankenpleite europaweit erhöht werden.

Zuvor war die Einlagensicherung reine Ländersache. Sprich es galt immer das Recht, in dem die Bank Ihren Hauptsitz hatte und damit auch das Risiko eines Zahlungsausfalls. Für private Einlagensicherungen, die über die gesetzliche Summe von 100.000€ hinausgehen, sind einzelne Banken selbst verantwortlich. Ein Gesetz hierfür gibt es nicht.

Einlagensicherung in Deutschland, Europa und darüber hinaus: Wo gilt was?

Welche Einlagensicherungen gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es verschiedene Banken, von privaten, über öffentliche bis hin zu Genossenschaftsbanken. Als Beispiel für die private Bank dient die Deutsche Bank, für die öffentliche die Deutsche Kreditbank (DKB) oder Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und zu den Genossenschaftsbanken zählen die Volks- und Raiffeisenbanken und die Sparda-Banken. Zudem gibt es noch die Sparkassen. Sie alle verfügen über ein eigenes Einlagensicherungssystem. 

Private Banken

Zuständig für die gesetzliche EInlagensicherung bei privaten Banken ist die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB), die durch Mitgliedsbeiträge finanziert wird. Das heißt, dass nicht der Staat direkt beteiligt ist und kein Rechtsanspruch besteht. Allerdings würde der Staat wohl einspringen, um einen Bankenpleite zu verhindern, wie 2008/2009 während der Finanzkrise.

Zusätzlich gibt es noch den freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB). Wenn die Bank dort Mitglied ist, sind pro Person Geldvermögen bis zu maximal 20% des Eigenkapitals der Bank abgedeckt. Besitzt eine Bank also 10 Millionen € Eigenkapital wären es schon 2 Millionen € pro Kunde. 

Öffentliche Banken

Öffentliche Banken, zu denen Landesbanken sowie bundes- und ländereigene Förderbanken gehören, sind für die gesetzlichen Einlagensicherung Mitglied im Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB). In der Regel sind diese Banken zusätzlich noch im freiwilligen Einlagensicherungsfond vertreten, der weitere Leistungen beinhaltet. 

Genossenschaftsbanken und Sparkassen

Diese Banken gehören nicht den gesetzlichen Entschädigungseinrichtungen an, sichern sich aber gegenseitig ab. Sprich: Wird eine Sparkasse zahlungsunfähig, springen die anderen für sie ein. Genauso verhält es sich mit den Genossenschaftsbanken. So soll eine Insolvenz verhindert werden.

Einlagensicherung ist ein europäisches Konstrukt – wie funktioniert das?

Generell gilt: Bei einer Bankenpleite innerhalb der Europäischen Union ist dein Geld bis 100.000€ pro Bank über das deutsche Einlagensicherungssystem abgesichert. Du musst dich auch nicht mit Entschädigungszahlungen in diesem Land befassen.

Allerdings bleibt ein Restrisiko bestehen, da die Einlagensicherung weiterhin in der Hand der einzelnen Mitgliedstaaten liegt und damit von deren Bonität abhängig ist. Je finanzstärker ein Staat ist, desto sicherer ist die Entschädigung im Pleitefall. Unser Tipp hierbei ist, nur Banken aus Ländern mit hoher Bonität zu vertrauen.

Im Zuge der Vereinheitlichung des Bankensystems innerhalb der Europäischen Union soll ab 2024 dann der in den Richtlinien verfasste Standard gelten. Das heißt: Bei einer Bankenpleite greift die Einlagensicherung und die Länder müssen die Einlagensicherungsfonds mit Mindestvermögen ausstatten. Bislang war das Mindestvermögen nicht gesetzlich geregelt.

Darüber hinaus soll die Frist zur Auszahlung im Falle einer Bankenpleite ab 2024 von derzeit 20 Tagen auf dann nur noch 7 Tage sinken. Auch sollen Kunden dann vom Geldinstitut informiert werden müssen, welchen Sicherungssystem diese angehören – ein Schritt in Richtung mehr Einheitlichkeit und Transparenz. 

Was musst du bei Angeboten aus dem außer-europäischen Ausland beachten?

Nicht nur innerhalb der Europäischen Union, sondern besonders für Banken aus Ländern außerhalb der Europäischen Union gilt: genau hinschauen bei der Einlagensicherung – und bei der Bonität. Denn geht eine Bank insolvent und muss der Staat einspringen, kommt es auch auf die Bonität des Staates an. 

Wer bestimmt die Bonität der Länder?

Für das Rating der Bonität sind unabhängige Agenturen zuständig, zu deren bekanntesten Standard & Poor, Moody’s und Fitch gehören. Sie bewerten aufgrund der aktuellen Lage die Bonität der Länder immer wieder neu – ähnlich der SCHUFA für private Kreditnehmer. Die Einstufung gibt eine Orientierung, wie hoch oder niedrig das Risiko des jeweiligen Landes ist. Bestnote ist AAA, gleichbedeutend mit der höchsten Kreditwürdigkeit. 

Beispielhaft, und um einen Überblick über die jeweilige Bonität der Länder zu haben, hier eine Tabelle mit der Auflistung von Standard & Poor:

LandRating durch Standard & Poor
BelgienAA
BulgarienBBB
DänemarkAAA
DeutschlandAAA
EstlandAA-
FinnlandAA+
FrankreichAA
GriechenlandBB
IrlandAA-
ItalienBBB
KroatienBBB-
LettlandA+
LitauenA+
LuxemburgAAA
MaltaA-
NiederlandeAAA
ÖsterreichAA+
PolenA-
PortugalBBB
RumänienBBB-
SchwedenAAA
SlowakeiA+
SlowenienAA-
SpanienA
TschechienAA-
UngarnBBB
ZypernBBB-
Quelle: tradingseconomics.com (Stand 05/2021)

Kann man die Einlagensicherung auf mehrere Konten verteilen?

Ja. Übersteigt dein Geldvermögen bei einem Kreditinstitut die 100.000€ solltest du, abhängig von der Bank, das überschüssige Geld sogar bei einer anderen Bank anlegen. Nur so kannst du von der Einlagensicherung profitieren. Ein Beispiel: Besitzt du bei einer Bank 170.000€ und muss diese Insolvenz anmelden, hast du gesetzlich nur Anspruch auf die Auszahlung von 100.000€. Der Rest könnte weg sein. Hast du aber zwei Konten bei unterschiedlichen Banken, die beide pleite gehen und dort jeweils die Hälfte, also 85.000€ hinterlegt, greift die Einlagensicherung bei beiden Konten und du erhältst weiterhin dein Gesamtvermögen von 170.000€.

Was passiert mit Bankguthaben über 100.000€?

Dieses Geld ist unter Umständen bei einer Bankenpleite nicht versichert. Denn die gesetzliche Einlagensicherung gilt nur bis 100.000€ in Deutschland. Natürlich muss das Geld über 100.000€ nicht direkt weg sein. Manche Banken bieten privaten Schutz. Wem aber das Bankensystem mit den unterschiedlichen Schutzoptionen zu komplex ist, dem raten wir: Nie mehr als 100.000€ bei einer Bank auf deinen Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten haben. Übersteigst du diese Summe, eröffne ein weiteres Konto bei einer anderen Bank.

Gibt es Banken mit unbegrenzter Einlagensicherung? 

Eine unbegrenzte Einlagensicherung gibt es nicht. Aber prinzipiell sind Sparkassen und Genossenschaftsbanken durch ihr System der jeweils gegenseitigen Hilfe in der Lage, Einlagen der Kunden in unbegrenzter Höhe abzusichern.

Häufig gestellte Fragen

  • Was bedeutet “Einlagensicherung”?

    Die Einlagensicherung schützt das Geld der Anleger bei einer Zahlungsunfähigkeit einer Bank. Pro Person und Bank beträgt der Schutz 100.000€ in der Europäischen Union.

  • Gilt die Einlagensicherung pro Konto oder pro Person?

    Die Einlagensicherung gilt pro Person und Bank. Hat eine Person mehrere Konten bei einer Bank, beispielsweise ein Giro- und ein Tagesgeldkonto, sind für beide zusammen 100.000€ versichert.

  • Wie sicher ist die Einlagensicherung?

    Die Einlagensicherung ist relativ sicher. Allerdings weiß niemand, was passiert, wenn der gesamte Bankensektor aufgrund einer großen Weltkrise in finanzielle Schieflage rutschen würde. Daher ist eine gute Bonität des Landes, in dem sich die Bank befindet, wichtig. So lässt sich die Sicherheit erhöhen.

  • Wie hoch ist die Einlagensicherung?

    Die Einlagensicherung beträgt 100.000€ pro Person und pro Bank. Bei einem Gemeinschaftskonto steigt die Summe auf 200.000€.