Krankengeldrechner: Wie hoch ist mein Krankengeld?

Eine plötzliche Krankheit kann jeden treffen. Wenn du Angestellter oder Arbeitnehmer bist, brauchst du jedoch nicht gleich Angst um deine Existenz zu haben. In diesem Fall bist du gesetzlich abgesichert, da dir deine Krankenkasse nach dem Ablauf von 6 Wochen, in denen du von deinem Arbeitgeber eine Lohnfortzahlung erhältst, weiterhin Geld zahlt. Damit du weißt, welchen Betrag du dann erhältst, kannst du dein Krankengeld berechnen.

Krankengeldrechner
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Krankengeld: Ab wann und wie lange?

Krankengeld erhältst du ab der siebten Woche deiner Erkrankung – vorausgesetzt, du hast eine ärztliche Bescheinigung über deine Arbeitsunfähigkeit vorliegen. Andernfalls solltest du schnellstmöglich zum Arzt gehen und dir diese besorgen. Wichtig ist zudem, dass du den Krankenschein umgehend sowohl bei deinem Arbeitgeber als auch bei der Krankenkasse einreichst. Erst, wenn diese von deiner Krankmeldung wissen, kann die Zahlung des Krankengeldes in die Wege geleitet werden.

Grundsätzlich ist die Krankenkasse per Gesetz dazu verpflichtet, dir innerhalb von 3 Jahren für bis zu 78 Wochen Krankengeld zu bezahlen. Da du in der Regel aber für die ersten 6 Wochen eine Lohnfortzahlung von deinem Arbeitgeber erhältst, bekommst du ab der 7. Woche für weitere 72 Wochen Krankengeld.

Die Voraussetzung hierfür ist, dass du bereits mindestens 29 Tage in der Firma beschäftigt bist. Ist das nicht der Fall, springt die Krankenkasse ab der 1. Woche deiner Krankheit ein und zahlt dir Krankengeld. 

Wann zahlt die Krankenkasse das Krankengeld?

Sobald der Krankenkasse die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorliegt, wird der Anspruch auf Krankengeld geprüft. Es wird ab der 7. Woche der Krankschreibung für jeden Kalendertag gezahlt, an dem du krankgeschrieben bist. Bei einer Krankschreibung über einen vollen Monat werden bei der Berechnung 30 Tage zugrunde gelegt.

Anspruch auf Krankengeld hast du immer dann, wenn du bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert bist. Anders sieht es bei Selbstständigen aus. Diese können sich für eine gesetzliche oder private Krankenkasse entscheiden und bei der PKV zwischen verschiedenen Tarifen wählen. Bei günstigen Tarifen besteht oft kein Anspruch auf Krankengeld.

Da die Bearbeitung der Krankschreibung etwas dauern kann, wird das Krankengeld rückwirkend gezahlt – aber nur bis zum Ausstellungstag des letzten Krankenscheins. Anschließend erfolgt eine monatliche Auszahlung. Diese findet regelmäßig im Nachhinein statt. Wann genau die Auszahlung erfolgt, wird individuell festgelegt.

Dies gilt übrigens auch für kürzere Krankschreibungen. Schließlich ist auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ein voraussichtliches Datum des Endes der Krankschreibung angegeben. Es kann also vorkommen, dass du deiner Arbeit eher wieder nachgehst oder ein neuer Krankenschein ausgestellt wird. Auf diese Weise soll unnötiger Aufwand vermieden werden, der durch Rückzahlungen entstehen würde. 

Das kommt nach dem Krankengeld

Hast du für 72 bzw. maximal 78 Wochen Krankengeld bezogen, erhältst du von deiner Krankenkasse kein Geld mehr. Stattdessen kannst du das sogenannte „Arbeitslosengeld bei Arbeitsunfähigkeit“ bei der Agentur für Arbeit beantragen. Steht darüber hinaus fest, dass du wegen deiner Erkrankung deinen Job nicht mehr ausüben kannst, hast du das Recht, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen. Diese steht dir allerdings nur dann in vollem Umfang zu, wenn du weniger als drei Stunden am Tag einer Arbeit nachgehen könntest. Die Art der Arbeit spielt dabei keine Rolle. Es ist folglich egal, welchen Job du vor deiner Erkrankung hattest.

Hast du eine Berufs- oder Arbeitsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, kannst du bei der Erfüllung bestimmter Voraussetzungen auch von dieser eine monatliche Zahlung erhalten. Welche Bedingungen hierfür erfüllt sein müssen, ist in den Versicherungsbedingungen festgeschrieben. Des Weiteren kann die Höhe der Auszahlung bei Vertragsabschluss individuell geregelt werden. Wenn du dir im Voraus ein paar Minuten Zeit für den Krankengeldrechner nimmst, hilft dir dies, abzuschätzen, wie hoch die monatliche Auszahlung sein muss, damit du deinen aktuellen Lebensstandard halten kannst.

Während du Krankengeld beziehst, bleibst du übrigens beitragsfrei bei deiner Krankenkasse weiter versichert. Beziehst du später Arbeitslosengeld bei Arbeitsunfähigkeit, übernimmt die Agentur für Arbeit deine Beiträge.

Wie wird die Höhe des Krankengelds berechnet?

Die Höhe des Krankengeldes ist abhängig von deinem Einkommen. Im Normalfall bekommst du 70% deines Bruttoeinkommens. Gleichzeitig darf es nicht mehr als 90% deines Nettoeinkommens betragen. Weihnachtsgeld und andere Bonuszahlungen fließen bei der Berechnung mit ein.

Dein Krankengeld erhältst du als steuerfreie Lohnersatzleistung. Bei der Steuererklärung fällt es jedoch laut §32b Einkommensteuergesetz unter den sogenannten Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass es zu deinem Jahreseinkommen dazugezählt wird. Das Krankengeld trägt folglich dazu bei, dass dein Steuersatz steigt. Dieser wiederum wird dann aber nur auf dein sonstiges Einkommen aus. Diese Art der Berechnung kann schnell eine Steuernachzahlung zur Folge haben.

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass eine gesetzliche Höchstgrenze für den Betrag des Krankengeldes festgelegt wurde. Diese liegt derzeit bei 109,38€ pro Tag. Wie viel Krankengeld dir zusteht, kannst du mit unserem Krankengeldrechner herausfinden.

So funktioniert der Krankengeldrechner

Damit du dein Krankengeld berechnen kannst, musst du nur ein paar Daten in den Krankengeldrechner eingeben. Trage hierfür zunächst folgendes ein:

  • Monatsbruttolohn

  • Monatsnettolohn

  • Weihnachts- oder Urlaubsgeld bzw. sonstige Bonuszahlungen

  • Einkommensart (Festgehalt oder Stundenlohn)

Als nächstes musst du angeben, für welches Jahr du das Krankengeld berechnen möchtest. Hierbei hast du Wahl zwischen dem aktuellen und dem nächsten Jahr. Das ist wichtig, da sich Sozialversicherungssätze, Beitragsbemessungsgrenzen und Bezugsgrößen je nach Jahr ändern. Zuletzt musst du auswählen, ob du älter als 23 Jahre und kinderlos bist oder nicht. Personen mit Kindern bekommen einen leicht höheren Betrag durch gesenkte Pflegeversicherungssätze. Es handelt sich hierbei aber nur um wenige Euro.

Mit einem Klick auf „Berechnen“ erfährst du, wie viel Krankengeld dir im Falle einer Krankschreibung zusteht – aufgeschlüsselt nach monatlichem und täglichem Betrag. Darüber hinaus erfährst du, wie hoch deine monatliche Netto-Lücke ist. Zum besseren Verständnis wird dir diese am unteren Ende der Seite auch grafisch dargestellt.

Was bedeutet “Netto-Lücke” im Krankengeldrechner?

Bestimmt ist dir aufgefallen, dass beim Krankengeldrechner eine Netto-Lücke angezeigt wird. Diese beschreibt, wie viel weniger Geld du täglich bzw. monatlich zur Verfügung hast, wenn du anstelle deines Gehalts Krankengeld bekommst.

Dabei gilt: Umso höher dein Verdienst ist, desto mehr Geld wird dir bei der Inanspruchnahme des Krankengeldes fehlen. Desto größer ist also die sogenannte „Netto-Lücke“. Ein Beispiel:

Hast du einen monatlichen Nettolohn von 1000€ bei einem Bruttomonatslohn von 1800€, beträgt die monatliche Netto-Lücke rund 200€. Das heißt, dir steht rund ein Fünftel weniger Geld zum Leben zur Verfügung.

Bei einem Nettolohn von 3000€ (Bruttolohn 5400€), beträgt die Netto-Lücke rund 625€. In diesem Fall musst du ebenfalls mit rund 20% weniger Geld auskommen. In Summe ist der Betrag, auf den du verzichten musst, jedoch dreimal so hoch.

Häufig gestellte Fragen

  • Ab wann bekommt man Krankengeld?

    Krankengeld bekommst du in der Regel ab der 7. Woche der Krankschreibung durch einen Arzt. Damit es dir gezahlt wird, musst du deine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung schnellstmöglich sowohl beim Arbeitgeber als auch bei der Krankenkasse einreichen. In vielen Fällen ist das bereits online möglich; andernfalls kannst du ihn per Post übersenden.

  • Wie lange wird Krankengeld gezahlt?

    Das Krankengeld wird dir für maximal 78 Wochen gezahlt. Normalerweise setzt die Zahlung aber erst in der 7. Woche ein, da die ersten 6 Wochen der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung übernimmt. In diesen ersten sechs Wochen musst du somit keine geldlichen Einbußen hinnehmen.

  • Wie hoch ist das Krankengeld?

    Wie hoch das Krankengeld ist, ist von deinem regelmäßigen Einkommen vor der Krankschreibung abhängig. In der Regel beträgt es 70% des monatlichen Bruttoeinkommens und höchstens 90% des Nettoeinkommens. Auch Einmalzahlungen wie Boni oder das Weihnachtsgeld fließen in die Berechnung ein. Zu beachten ist, dass es per Gesetz maximal 109,38€ pro Tag betragen darf.

  • Wann wird das Krankengeld überwiesen?

    Krankengeld wird immer erst im Nachhinein auf dein Konto überwiesen, das heißt nach dem Ende der Krankschreibung. Somit möchte die Krankenkasse eine Rückzahlung vermeiden, falls du eher wieder arbeitsfähig bist und deine Arbeit aufnimmst.