Was ist Bitcoin?

Markus Schmidt-Ott
Stand:

Gestartet als eine Spielerei für Nerds ist Bitcoin mittlerweile salonfähig geworden. Aber trotzdem sollte man kein Investment tätigen, das man nicht versteht. Damit du künftig Bitcoin-Profi werden kannst, bringen wir dir die Funktionsweise von Bitcoin hier möglichst anschaulich näher.

Was du wissen solltest
  • Bitcoin ist eine digitale Währung, die auf einem dezentralen Netzwerk basiert, in dem es keine vermittelnde Institution gibt. Transaktionen laufen Peer-to-Peer, also von User zu User.
  • Jeder User kann alle Transaktionen anderer User sehen. So ist es möglich, jede Transaktion zurückzuverfolgen. Hinter jedem User steckt ein Pseudonym, das nicht auf die wahre Identität schließen lässt.
  • Um Transaktionen zu tätigen, nutzt Bitcoin die Blockchain-Technologie, die hier erstmals angewandt wurde.
  • Durch zwei kryptografische Schlüssel, die als Private Key und Public Key bezeichnet werden, ist eine Bitcoin-Transaktion fälschungssicher und kann nur durch den Besitzer dieser Schlüssel getätigt werden.
  • Durch sogenanntes Mining werden die Transaktionen durchgeführt und gleichzeitig neue Bitcoins geschaffen.
So gehst du vor
  • Um erste Bitcoin-Transaktionen zu tätigen, musst du nicht alle Details der Bitcoin-Blockchain verstanden haben. Ein grundsätzliches Verständnis ist aber durchaus wichtig.
  • Besonders wichtig zu verstehen ist, wie Bitcoins sicher verwahrt werden. Denn nur so kannst du sicherstellen, dass es nicht zu einem Verlust deiner Bitcoin kommt.
  • Wenn du dich sicher fühlst: Melde dich bei einer Kryptobörse an und kaufe mit einem kleinen Betrag deine ersten Bitcoin-Einheiten, um ein Gefühl dafür zu gewinnen.
Inhaltsverzeichnis

Eine kurze Geschichte des Bitcoin

Satoshi Nakamoto gilt als der Erfinder des Bitcoin. Wer hinter diesem Pseudonym steckt und ob diese Person wirklich existiert, ist nicht bekannt. Im Jahr 2008 wurde unter diesem Namen das Bitcoin-Konzept in einem sogenannten Whitepaper veröffentlicht. Einige Monate später wurde die dazugehörige Software veröffentlicht und die erste Bitcoin-Transaktion getätigt.

Auf dieser Software basiert ein Netzwerk, die Bitcoin-Blockchain, durch die anhand von kryptografischen Rechenoperationen Transaktionen zwischen Personen getätigt werden können. Die Transaktionen werden Peer-to-Peer, also direkt von Person zu Person und ohne eine vermittelnde Instanz dazwischen getätigt. Das ist es auch, was Kryptowährungen von anderen Währungen unterscheidet: Es braucht weder eine klassische Geschäftsbank, denn die Transaktionen werden vollständig digital abgewickelt, noch eine Zentralbank, die Banknoten druckt oder das Ganze überwacht.

Bitcoin ist ein ausgeklügeltes System, welches Satoshi Nakamoto nicht nur zum stillen Helden der Kryptoszene, sondern theoretisch auch mit seinem Bitcoin-Vermögen zu einem der ersten Bitcoin-Millionäre gemacht hat.

Da Bitcoin eine Währung ist (wenn auch keine offiziell anerkannte), existieren Wechselkurse zwischen Bitcoin und anderen Währungen und Kryptowährungen. In den Anfangsjahren existierte kein echter Wechselkurs, wie wir ihn heute aus einem Kursdiagramm kennen, sondern erst als tatsächlich die ersten Bitcoins gegen Dollar und Waren getauscht wurden, entstand dadurch der Kurs.

Die Verfügbare Menge an Bitcoins ist auf 21 Millionen begrenzt. Es kann also im Unterschied zu einer klassischen Fiat-Währung kein Geld nachgedruckt werden, sondern wenn die Nachfrage nach Bitcoins steigt, steigt auch deren Wert.

Was sind Satoshis?

Die kleinste Einheit eines Bitcoin ist ein Satoshi: ein 100 Millionstel eines Bitcoin oder die achte Nachkommastelle dessen. Aufgrund des hohen Wertes von Bitcoin werden in der Regel nur kleine Bruchteile von einem Bitcoin gekauft – mit vielen Stellen hinter dem Komma. Maximal kann ein Bitcoin auf acht Stellen hinter dem Komma genau angegeben werden. Ein Satoshi erleichtert hier die Sprechweise. Anstatt zu sagen “Ich habe null Komma null null null null null null null Bitcoin” (0,00000001), kann man also viel einfacher sagen “ich habe einen Satoshi”.

Forks: Die Entwicklung des Bitcoin

Voraussetzung dafür, dass die Bitcoin-Software von allen Beteiligten im Netzwerk akzeptiert und verwendet werden kann, ist, dass sie “Open Source”, also dass der Code in welcher sie geschrieben ist für jeden einsehbar ist. So lässt sich zum einen transparent nachvollziehen, dass damit kein Unwesen getrieben wird. Zum anderen ist es dadurch möglich, dass jemand die Software verbessert oder weiterentwickelt und diese wiederum als seine eigene veröffentlicht. Dies nennt man dann einen Fork, also eine Abzweigung.

Damit die Änderung tatsächlich einen Effekt hat, muss diese von allen Nutzern akzeptiert und angewandt werden. Hier sind drei Szenarien möglich: 

  • Niemand akzeptiert die Änderung und sie findet keine weitere Beachtung. 
  • Eine Mehrheit akzeptiert die Änderung und das Bitcoin-Protokoll hat sich dadurch weiterentwickelt. Das nennt man auch eine Soft Fork und diese führt in der Regel zu einer Verbesserung des Bitcoin-Systems.
  • Oder aber nur ein Teil der User akzeptiert die Änderung und es gibt eine Abspaltung von der ursprünglichen Blockchain. Dies wird auch als Hard Fork bezeichnet und künftig existieren beide Systeme parallel zueinander. Angesichts der geringen Akzeptanz muss diese Abspaltung nicht unbedingt von Erfolg gekrönt sein.

Bislang gab es drei bekannte Abspaltungen vom Bitcoin, sogenannte Hard Forks:

  • Bitcoin Cash,
  • Bitcoin Gold,
  • Bitcoin SV als Abspaltung von Bitcoin Cash.

Auch von diesen Abspaltungen gibt es natürlich wiederum weitere Hard Forks.

Welches Problem löst Bitcoin?

Betrachten wir die einfachste Form der Geld-Transaktion: Person A drückt Person B einen Geldbetrag in die Hand, zum Beispiel als Gegenleistung für eine Ware. Das wäre so ziemlich die “ideale” Transaktion, denn zum einen wird das Geld in Echtzeit übergeben und zum anderen können beide sofort bestätigen, dass die Übergabe auch tatsächlich richtig erfolgt ist. Dieser Idealfall tritt in den seltensten Fällen ein, denn selten befinden sich beide Menschen an einem Ort.

Das Geld muss also in irgendeiner Form versandt werden, zum Beispiel elektronisch, was folgendes Problem mit sich bringt: Es braucht eine vermittelnde Instanz, die beiden Seiten mitteilt, dass Geld ein- oder ausgegangen ist. Woher sollte Person A ansonsten wissen, dass Person B das Geld auch tatsächlich bekommen hat? Sie könnten sich natürlich auch blind vertrauen. Da dies in den vielen Szenarien nicht der Fall ist, muss es also einen Vermittler geben, dem beide Seiten vertrauen: eine Bank oder einen Zahlungsdienstleister.

Genau dieses Problem möchte Bitcoin überwinden: Zahlungen sollen ohne eine Instanz in der Mitte abgewickelt werden, sodass niemand von dieser abhängig sein muss. Aus Sicht der Bitcoin-Schöpfer ist dies ein Gewinn, da eine solche vermittelnde Instanz (zum Beispiel eine Zentralbank) Geld entwerten kann und insbesondere in weniger demokratischen Ländern Transaktionen auch sperren oder zensieren kann. Die vermittelnde Bank oder der vermittelnde Zahlungsdienstleister wird beim Bitcoin durch ein Verzeichnis ersetzt, in das alle Transaktionen eingetragen werden und in das alle Einblick haben, um die Transaktion zu verifizieren. Hier wird zum Beispiel eingetragen “Person A überweist 100 Geldeinheiten an Person B”. Diese Geldeinheit kann Euro sein und ist in diesem System natürlich Bitcoin (BTC). Aus allen Transaktionen von und an Person B ergibt sich ihr Kontostand.

Der Ledger

Das Verzeichnis, in das alle Bitcoin-Transaktionen eingetragen werden, wird als Ledger bezeichnet. Bei Bitcoin wird dieser Ledger durch eine sogenannte Blockchain realisiert. Das Verzeichnis – der Ledger – ist nichts anderes als eine Kette aller Transaktionen. Die Transaktionen wiederum sind in Blöcke zusammengefasst. So ergibt sich das Wort Blockchain.

Jeder Nutzer hat bei sich eine Kopie dieses Verzeichnisses und kann daran theoretisch nach Lust und Laune Änderungen vornehmen. Wenn jemand eine Änderung vorgenommen hat, wird die neue Version des Verzeichnisses mit allen anderen Nutzern synchronisiert. Aber: Vorher wird das geänderte Verzeichnis durch eine Rechenoperation auf Plausibilität geprüft. Hat jemand eine ungerechtfertigte Änderung vorgenommen, zum Beispiel weil er Geld überweist, das ihm nicht zusteht, wird diese Änderung von den anderen Benutzern nicht akzeptiert. Akzeptiert wird nur, was bestimmten Regeln entspricht – dazu später mehr. Das hat Bitcoin mit allen Währungen gemeinsam: Es ist nur werthaltig, was von allen akzeptiert wird. 

Die Blockchain einfach erklärt: Das System hinter Bitcoin

Eine Blockchain ist nichts anderes als eine Kette von aneinandergereihten Informationen. Im Falle von Bitcoin umfasst diese die Information, welcher Geldbetrag von wem an wen überwiesen wurde. Wird eine neue Information oder genauer ein neuer Block an die Kette angehängt, wird diese Kette erst durch eine Rechenoperation verifiziert. Einmal verifiziert und angehängt, kann an der Kette nachträglich nichts mehr verändert werden. Eine nachträgliche Änderung würde die gesamte Kette ungültig machen. Versuchen wir das Ganze einmal zu veranschaulichen. Dazu bedienen wir uns ein paar fiktiven Vereinfachungen, wie zum Beispiel Farben anstatt komplizierten Codes.

Person A gibt in unsere gedankliche Blockchain eine Information, die lautet: “100 BTC von Person A an Person B”. 

Die Blockchain erklärt

Dieser Block besteht aus der Information und einer Farbcodierung – in diesem Falle rot. Die Farbcodierung wird durch eine Rechenoperation ausgerechnet und ergibt sich aus dem Inhalt von unserem Block. Würde also nur ein Zeichen geändert werden, würde sich auch automatisch die Farbe ändern.

Fügen wir nun zwei weitere Blöcke hinzu. Diesmal möchte Person B einen Geldbetrag an Person C überweisen und Person C überweist wiederum Geld an Person A:

Die Blockchain erklärt

Zunächst muss der zweite Block die Farbe von dem vorherigen Block übernehmen. Dann folgt die Information. Aus der vorherigen Farbe und der Information ergibt sich am Ende des Blocks wieder eine neue Farbcodierung, diesmal Orange. Anschließend passiert das Gleiche mit dem dritten Block. Nebeneinander liegende Blöcke müssen immer mit der gleichen Farbe beginnen und enden. So ergibt sich eine Kette von aneinandergereihten Blöcken: die Blockchain.

Wenn wir annehmen, dass Person A am Anfang 100 BTC auf dem Konto hatte und die anderen nichts, ergeben sich aus diesen Blöcken nun die jeweiligen Kontostände: Person A hat 25 BTC, Person B hat 50 BTC und Person C hat 25 BTC.

Alle haben jeweils eine eigene Kopie dieser Blockchain bei sich gespeichert und können so nachvollziehen, wie viel Geld sie besitzen und welcher Betrag wohin überwiesen worden ist. Möchte jemand eine Überweisung tätigen, muss einfach ein neuer Block an die Blockchain gehängt werden. Nachdem diese neue Blockchain durch eine Rechenoperation verifiziert worden ist, übernehmen auch die anderen Teilnehmer eine Kopie davon, wie in dem stark vereinfachten Bild zu sehen ist: 

Die Blockchain erklärt

Nehmen wir nun einmal an, Person C möchte die anderen Teilnehmer betrügen und ändert die Überweisung in Block 2 im Nachhinein um. Statt “50 BTC von Person B an Person C” ändert diese die Information in “75 BTC von Person B an Person C” und schreibt sich dadurch mehr Geld zu. Dadurch ändert sich die Farbcodierung von diesem Block, wie in dem nächsten Schema zu sehen ist:

Die Blockchain erklärt

Den anderen Teilnehmern fällt sofort auf, dass an der Blockchain von Person C etwas nicht stimmt, denn hier passen nicht mehr alle Farben zusammen. Die anderen Teilnehmer übernehmen die Kopie der Blockchain von Person C also nicht. Wenn Person C künftig Transaktionen tätigen möchte, bleibt ihr nichts anderes übrig, als die korrekte Version der anderen wieder zu übernehmen, damit sie wieder eine korrekte Blockchain mit den anderen Teilen kann. Eine Überweisung funktioniert also nur, wenn es Einigkeit darüber gibt, dass diese korrekt ist (siehe auch: das Konsens-Prinzip).

Die Bitcoin-Blockchain: Natürlich nicht ganz so simpel

Die obige Darstellung ist natürlich stark vereinfacht und die gesamte Technologie hinter dem Bitcoin etwas komplexer. Die Information zumindest ist einigermaßen ähnlich: Sie enthält Angaben darüber, welcher Betrag von wem an wen transferiert wird. Zusätzlich wird die Information elektronisch signiert, damit sie fälschungssicher ist – mehr dazu unter Public- und Private Key. Ein Block enthält nicht nur eine einzige Information, also eine Transaktion, sondern fasst sehr viele Transaktionen zusammen. Dabei ist ein Block immer so groß, dass er maximal 1 Megabyte an Speicherplatz einnimmt.

Statt einer Farbkodierung wie in unserem Schema werden die Blöcke in der Bitcoin-Blockchain durch eine kryptografische Zeichenkette verifiziert, die zuvor berechnet wird. Man bezeichnet die Zeichenkette auch als Hash-Wert. Den Hash-Wert zu berechnen und somit den Block zu verifizieren, ist eine recht aufwendige Rechenoperation, die man Mining nennt. Wer dieses Mining durchführt, ist ein Miner.

Die Information “3 BTC von Person A an Person B” könnte zum Beispiel folgenden Hash-Wert haben:

0000a2bfb0f73744f78403279e9eb5fa7a10ccb3e89f23482f9adc50437af437

Nicht jeder Teilnehmer kann einfach eine Änderung an der Blockchain vornehmen, sondern das erledigen die erwähnten Miner für dich. Wenn du eine Transaktion tätigen möchtest, erstellst du lediglich die Information (“3 BTC von A nach B”), signierst diese und bittest die Miner darum, diese in die Blockchain einzufügen. Ein Miner fasst dann mehrere Informationen zu einem Block zusammen, führt die oben erwähnte Rechenoperation durch, mit der der Block verifiziert wird, und hängt diesen an seine Version der Blockchain an. Anschließend überprüfen andere Teilnehmer (sogenannte “Nodes”) die von dem Miner erstellte Blockchain auf Richtigkeit und übernehmen sie.

In unserem oben gezeigten bunten Beispiel sind die Personen A, B und C in Wirklichkeit “Nodes”, also Computer, die jeweils eine Kopie der Blockchain besitzen. Manche dieser Nodes betreiben Mining, also nehmen Änderungen an der Blockchain vor. Wenn du nur Transaktionen tätigen möchtest, musst du dazu keine “Node” sein, sondern bittest einfach nur die Miner, die Transaktion zu realisieren.

Private und Public Keys: Der Personalausweis von Bitcoin

Unser Personalausweis dient dazu, die eigene Identität zu bestätigen und enthält die Adresse, an der wir beheimatet sind. Ein bisschen ähnlich funktioniert es auch bei Bitcoin: Um eine Transaktion zu tätigen, musst du dich ausweisen, deine Adresse glaubhaft machen und angeben, an welche andere Bitcoin-Adresse der Geldbetrag geschickt werden soll. 

Private Key

Um bei der Analogie des Personalausweises zu bleiben, entspricht der Private Key dem Ausweis. Dieser dient dazu, eine Transaktion zu autorisieren. Der Private Key ist absolut geheim aufzubewahren, denn wer diesen besitzt, kann in deinem Namen Transaktionen tätigen und deine Bitcoin an sich selbst übertragen. Die Verwahrung des Private Keys ist deswegen besonders heikel und muss gut durchdacht sein. Mehr dazu in unserem Artikel Bitcoin sicher aufbewahren.

Public Key

Der Public Key ist deine Adresse und dient dazu, Bitcoins an die richtige Person zu schicken. Jeder der deinen Public Key hat, kann dir dorthin Bitcoin senden. Der Public Key wird aus dem Private Key errechnet, jedoch kann aus dem Public Key nicht auf den Private Key geschlossen werden (Siehe auch wie funktioniert eine Wallet?). 

So wird die Transaktion fälschungssicher: Ein bisschen Kryptografie

Fassen wir noch einmal zusammen: Um eine Bitcoin-Transaktion zu tätigen, bittest du einen Miner, eine Information in die Blockchain einzufügen. Darin ist enthalten, wie viel Bitcoin von welcher Adresse wohin überwiesen werden soll. 

Früher war es bei Kartenzahlungen üblich, dass man die Zahlung mit einer Unterschrift autorisieren muss. Das ist bei Bitcoin auch heute noch der Fall. Die Information, die in die Blockchain eingefügt werden soll, ist nur gültig, wenn sie mit der richtigen Unterschrift signiert ist. Und das passiert digital mittels Kryptografie.

Anhand einer bestimmten Formel wird aus der Information und dem Private Key eine Signatur berechnet. Sobald an der Nachricht ein Zeichen geändert werden würde, würde sich die gesamte Signatur ändern. Dies sieht dann zum Beispiel so aus:

Information: 

2 BTC von Person A zu Person B

Private Key:

107342839663705616593565896198124959736650935357090446932851062682943049551928

Signatur: 

30450221009084ced61024ad36bb351fdee7d62f1d675646a0d12a055f2516ea3325706fe9022059d55a21fdc62969fb9dd28706c7f65ebf016c38a12b0f843f965ec3e1057ef8
Die Blockchain erklärt

Der Public Key dient nun dazu, die Information zu verifizieren. Mit diesem wird die ganze Rechnung in die andere Richtung durchgeführt und so überprüft, ob Signatur und Information zusammenpassen. Aber es ist mathematisch nicht möglich, diese Rechnung umzudrehen und mit dem Public Key die Signatur auszurechnen. 

Kurzum: Nur der Besitzer des Private Key kann aus der Nachricht eine korrekte Signatur berechnen. So beweist eine korrekte Signatur, dass die Person berechtigt ist, Bitcoin von ihrer Adresse aus zu überweisen. 

Um eine Bitcoin-Transaktion zu tätigen, wird nicht nur die Information in die Blockchain eingefügt, sondern auch die Signatur. Der Public Key ist ohnehin dabei, denn dies ist deine Absenderadresse. Nur wenn Information, Signatur und Public Key zusammenpassen, ist die Transaktion valide.

Bitcoin aufbewahren in der Wallet

Es ist nicht schlimm, wenn du bis hierher die Funktionsweise der Blockchain eventuell noch nicht komplett durchdrungen hast, denn das Ganze ist nicht sonderlich intuitiv. Wenn doch, wird dir aber langsam dämmern, dass es gar nicht möglich ist, Bitcoin aufzubewahren. Dein Guthaben ist einfach nur eine Summe der Einträge im Ledger, also dem Verzeichnis.

Statt Bitcoin wird lediglich der Private Key aufbewahrt. Dieser ist der Schlüssel, der es dir ermöglicht, Transaktionen zu tätigen und über dein Vermögen zu verfügen. Ein Private Key wird in einer sogenannten Wallet aufbewahrt, also einer Art digitalem Portemonnaie. Der Begriff Wallet ist daher etwas irreführend. Passender wäre es eigentlich, von einem Schlüsselbund zu sprechen.

Wie der Private Key sicher aufbewahrt wird, solltest du unbedingt verstehen, damit du deine Bitcoins nicht verlierst. Dazu haben wir dir einen ausführlichen Artikel geschrieben: Bitcoin sicher aufbewahren.

Wie funktioniert Bitcoin Mining?

Eine zentrale Rolle bei der Funktionsweise des Bitcoin Netzwerkes spielen die Miner. Wie beschrieben, teilst du mit den Minern eine Information, in der aufgeführt ist, welcher Betrag von welcher Adresse zu welcher Adresse überwiesen werden soll. Diese Information signierst du, damit sie fälschungssicher ist. Anschließend beginnen alle Miner damit, den nächsten neuen Block auszurechnen, der an die Blockchain gehängt wird. Derjenige Miner, der die Rechenoperation als Erstes abgeschlossen hat, vervollständigt die Blockchain und erhält dafür eine Belohnung in Form von Bitcoin: den “Block Reward”. Nicht zwingend muss das der Miner mit dem schnellsten Rechner sein, denn bei der Rechenoperation ist neben Geschwindigkeit auch etwas Glück gefragt, weil dabei einiges vom Zufall abhängt.

Aktuell befindet sich die Bitcoin Blockchain bei Block Nummer .

Block Reward

Die Belohnung für den Aufwand den die Miner betreiben sind neu geschaffene Bitcoins. Auf diese Art entstehen neue Bitcoins und daher kommt auch der Begriff Mining. Einen neuen Block zu minen, dauert durchschnittlich zehn Minuten. Damit die durchschnittliche Zeit von 10 Minuten erhalten bleibt, wird regelmäßig der Schwierigkeitsgrad (“mining difficulty”) für das Mining angepasst. Wenn also besonders viel Rechenleistung im System ist, weil viele Menschen Minen, wird das Mining aufwendiger. Diese Anpassung findet alle 2.016 Blöcke statt, was in etwa zwei Wochen entspricht.

Trotzdem kann es unter Umständen deutlich länger als 10 Minuten dauern, bis eine Transaktion durchgeführt wird: Das Mining von neuen Blöcken ist aufwendig und dies stellt eine Art Flaschenhals in diesem System dar. Häufig gibt es mehr Transaktionen, die ausgeführt werden sollen, als Miner, die die Aufträge ausführen können. Die Miner müssen also irgendwie entscheiden, welche Transaktionen in welcher Reihenfolge ausgeführt werden.

Netzwerkgebühren

Wenn du nun eine Bitcoin-Transaktion durchführen möchtest und viele andere Menschen die gleiche Idee haben, musst du dir etwas einfallen lassen, damit du einen Miner findest, der deine Transaktion behandelt. Und die Lösung ist natürlich denkbar einfach: Du steckst dem Miner ein bisschen Geld zu, damit er Freude daran hat, dich zu berücksichtigen. 

Dieser Betrag wird als Netzwerkgebühr (Network Fee) bezeichnet. Bei einer Transaktion kannst du selber entscheiden, wie hoch die Gebühr sein soll. Hier gilt: Je mehr gerade gehandelt wird, desto höher sollte die Gebühr ausfallen, damit die Transaktion in einer angemessenen Zeit berücksichtigt wird. Viele Kryptobörsen oder Wallet-Anbieter machen dir einen Vorschlag, wie hoch diese sein sollte. Je nachdem, wie hoch du die Gebühr ansetzt, kann es zwischen einigen Minuten und mehreren Tagen dauern, bis deine Transaktion durchgeführt wird.

Diese Transaktionsgebühr macht es gerade in Zeiten, in denen viele Transaktionen stattfinden, für Miner attraktiv, aktiv zu werden. 

Transaktionen zum Nulltarif gibt es übrigens nicht: Die minimale Netzwerkgebühr beträgt ein Satoshi pro Byte, also 0,00000001 Bitcoins. Eine durschnittliche Transaktion ist 140 Bytes groß, also kostet eine durchschnittliche Transaktion minimal 0,0000014 Bitcoin oder 6 Cent (bei einem BTC-Kurs von 40.000 €).

So hoch kann die Netzwerkgebühr sein

Ihren bisherigen Höhepunkt erreichte die Netzwerkgebühr am 21. April 2021, kurz nachdem der Bitcoin-Kurs ebenfalls seinen Höhepunkt erreichte und die Handelsaktivität entsprechend hoch war. An diesem Tag betrug die durchschnittliche Netzwerkgebühr umgerechnet 50,32€ pro Transaktion. In weniger hitzigen Zeiten liegt diese in der Regel bei wenigen Euros oder sogar einigen Cent.

Bitcoin halving

Damit durch das Mining nicht unendlich viele Bitcoins geschaffen werden können, wird der Block Reward immer nach 210.000 Blöcken halbiert. Das wird als Bitcoin halving bezeichnet und geschieht ungefähr alle vier Jahre. Die Anzahl an Bitcoin, die durch Mining neu geschaffen wird, wird also immer kleiner und nähert sich ihrem Maximum von 21 Millionen Bitcoins an – so sieht es das Konzept von Bitcoin vor. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Währung ist also die Gesamtmenge an Bitcoin begrenzt und eine Inflation somit unmöglich.

Im Jahr 2024 wird aller Voraussicht nach die nächste Halbierung des Block Rewards, also der Belohnung, die Miner für ihren Aufwand bekommen, stattfinden. Dann wird dieser von derzeit 6,25 auf 3,125 BTC halbiert.

DatumBlock Reward ab DatumAnzahl bisher erzeugter BlöckeAnzahl verfügbarer Bitcoins
3. Januar 2009 (Einführung von Bitcoin)50 BTC00
28. November 201225 BTC210.00010.500.000
9. Juli 201612,5 BTC420.00015.750.000
11. Mai 20206,25 BTC630.00018.375.000
ca. 20243,125 BTC740.00019.687.500
ca. 20281,5625 BTC850.00020.343.750

Das Konsens-Prinzip

Da Bitcoin ein dezentrales Netzwerk darstellt und es keine verwaltende Institution gibt, funktioniert das Ganze nur, solange sich alle an die gleichen Regeln halten. Das Netzwerk ist in sich so konzipiert, dass alle Teilnehmer ein Interesse daran haben, das auch zu tun. Beispiel: Ein Miner verifiziert einen Block auf die falsche Weise, weil dieser damit betrügen möchte. Seine Version der Blockchain wird von den anderen Nodes jedoch als falsch identifiziert und nicht anerkannt. Der Miner erhält also keinen Block Reward und hat seinen Aufwand umsonst betrieben. Auch die anderen Nodes haben kein Interesse daran, eine falsche Blockchain zu akzeptieren, da alle zusammen von der Stabilität des Systems profitieren.

Damit eine Transaktion verifiziert und anerkannt werden kann, muss diese von anderen Nodes bestätigt werden. Theoretisch reicht es aus, wenn diese von einem einzigen Node bestätigt wird, auf Nummer sicher gehen kann man jedoch, wenn die Bestätigung von mehreren erfolgt, denn Nodes können sich irren, sei es durch einen Fehler oder mit Absicht. 

Was bringt Bitcoin? 

Zahlungsmittel, Wertspeicher oder Spekulationsobjekt?

Wozu kauft man Bitcoin? Eignet er sich als Ersatz für eine Fiat-Währung, um Zahlungen abzuwickeln oder ist er angesichts der massiven Wertsteigerungen der Vergangenheit eher ein Wertspeicher wie zum Beispiel Gold? 

Angesichts der derzeit starken Wertschwankungen, die der Bitcoin-Kurs erlebt, eignet sich Bitcoin nur bedingt als Zahlungsmittel. Wenn der Kurs rasant ansteigt, ist es geschickter, Bitcoin zu halten, anstatt ihn auszugeben. Erlebt der Kurs wiederum einen tiefen Fall, dürfte beim Bezahlen die Akzeptanz der Gegenseite wohl eher gering ausfallen. Dass die starke Wertschwankung gegen Bitcoin als Zahlungsmittel spricht, liegt aber auch daran, dass die meisten Leser dieses Artikels mit dem Euro eine stabile Alternative haben. Es ist in der Praxis einfacher, direkt in Euro zu bezahlen, als in Bitcoin zu bezahlen und diesen dann anschließend in Euro zu tauschen, um davon Gehälter oder ähnliches zu bezahlen. In Ländern, in denen es an einer stabilen Währung mangelt, dürfte diese Abwägung ganz anders ausfallen.

Ebenfalls gegen die Nutzung als Zahlungsmittel sprechen die lange Transaktionsdauer und die bei kleinen Beträgen zeitweise vergleichsweise hohen Transaktionskosten. Für eine Zahlung an der Kasse ist es eher hinderlich, wenn eine Zahlung mindestens zehn Minuten oder je nach Auslastung des Netzwerks bis zu einige Stunden oder Tage dauern kann. Das Second-Layer-Protokoll bzw. das Lightning Netzwerk sollen jedoch genau dieses Problem beheben, sodass diese Argumentation in absehbarer Zeit wegfällt. Hierbei handelt es sich um eine Ergänzung zum Bitcoin-Netzwerk, welche ermöglichen wird, Transaktionen auch über Seitenzweige durchzuführen, ohne das Hauptnetzwerk beanspruchen zu müssen.

Wenn sich Bitcoin nicht, zumindest derzeit noch nicht, zur Zahlung eignet, könnte er als Wertspeicher dienen. Wer im Jahr 2017 zum damaligen Allzeithoch in Bitcoin investiert hätte, konnte seinen Wert zum August 2021 immerhin mehr als verdoppeln, obwohl dem ein drastischer Kursrutsch 75% über ein Jahr vorangegangen war. Die starke Wertsteigerung des Bitcoin spricht dafür, dass zunehmend mehr Menschen und mittlerweile auch Unternehmen an diese Kryptowährung glauben. Zudem wird die Handhabung immer einfacher, und es ist heute nicht mehr nötig, ein Informatikstudium absolviert zu haben, um Bitcoin zu handeln und zu verwahren. Es dürfte keine gewagte Spekulation sein, dass Bitcoin nach wie vor am Anfang seiner Akzeptanz steht und sich in der Zukunft zunehmend mehr Nutzungsszenarien etablieren werden. 

Gegen Bitcoin als Wertspeicher spricht hingegen die starke Volatilität, also die starken Kursschwankungen. Damit sich eine Assetklasse als Wertspeicher eignet, muss diese wertstabil sein, wie beispielsweise eine Staatsanleihe hoher Bonität oder auch ein breit gestreutes Aktienportfolio. 

Noch handelt es sich beim Bitcoin aufgrund der starken Wertschwankungen um ein Spekulationsobjekt. Das muss in Zukunft nicht zwingend so sein und es kann sich daher durchaus lohnen, auf den Erfolg von Bitcoin zu spekulieren. Wer an Bitcoin glaubt und einen Betrag investiert, der klein genug ist, um nicht bei den starken Schwankungen schwitzige Hände zu bekommen, hätte sein Investment in der Vergangenheit um ein vielfaches vermehrt.

Soll ich Bitcoins kaufen?

Angesichts der hohen Kursschwankungen setzt der Besitz von Bitcoin voraus, dass man keine Angst vor hoher Volatilität hat. Eine Rallye nach oben dürfte euphorisch stimmen und dich in deiner Investitionsentscheidung bestätigen. Die rasante Talfahrt in die roten Zahlen blieb jedoch in der Vergangenheit keinem erspart, sodass hier ein entsprechendes Nervenkostüm vonnöten ist. Wenn du an Bitcoin glaubst, ist es sicherlich nicht verkehrt, einen Betrag zu investieren, der klein genug ist, dass du nicht in Panik verfällst, wenn sich der Wert schlagartig halbiert. 

Wie stark auch immer dein Glaube in Bitcoin ist, lohnt es sich jedoch nicht zu traden, also häufige Käufe und Verkäufe hintereinander zu tätigen. Eine Buy and Hold Strategie ist auch bei Bitcoin so sinnvoll wie in anderen Anlageklassen. Zumindest der Blick in die Vergangenheit hat sogenannten Hodlern (also Leuten, die ihre Bitcoin einfach nur halten) recht gegeben. Die Zukunft aber bleibt ungewiss.

Pseudonymität

Da alle Transaktionen in der Bitcoin-Blockchain öffentlich einsehbar sind und somit jeder wissen kann, wie hoch der Kontostand einer bestimmten Adresse ist, ist Bitcoin nicht anonym. Dennoch ist es möglich, unerkannt und ohne seine Identität zu offenbaren, am Zahlungsverkehr teilzunehmen. Zahlungsströme können verschleiert werden, indem man sie auf verschiedene Wallet-Adressen, also verschiedene Public Keys, verteilt. Auch ist es im Gegensatz zu einer klassischen Bank nicht nötig, sich zu identifizieren.

Wenn jemand anonym am Zahlungsverkehr teilnehmen möchte, weil die Person beispielsweise in einem Land lebt, in dem politische Verfolgung droht, bietet dies sowohl Chance als auch Risiko. Durch die Rückverfolgbarkeit der Zahlungen genügt ein Fehler und sämtliche Zahlungsströme und Guthaben sind einsehbar. Dennoch ist dies in vielen Situationen die einzige Möglichkeit, unerkannt zu bleiben. 

Wer sich für eine deutsche Kryptobörse entscheidet, wird um eine Identifizierung nicht umher kommen. Deutsche Anbieter unterliegen der hiesigen Finanzmarktregulierung, sodass diese verpflichtet sind, bei der Registrierung einen sogenannten Know-Your-Customer-Prozess anzubieten.

Häufig gestellte Fragen

  • Was ist Bitcoin?

    Bitcoin ist ein dezentrales Peer-to-Peer Zahlungsnetzwerk, das auf der Blockchain-Technologie basiert und ohne eine vermittelnde Einheit, wie eine Zentralbank oder einen Zahlungsdienstleister auskommt.

  • Was ist eine Blockchain?

    Die Blockchain ist eine Technologie, über die dezentral und kryptografisch verifiziert Informationen verschickt werden können. Unter anderem basieren Kryptowährungen auf dieser Technologie, um Zahlungen zu verschicken.

  • Wie wird Bitcoin erzeugt?

    Neue Bitcoins werden durch sogenanntes Mining geschaffen. Dabei führen sogenannte Miner Rechenoperationen aus, die dafür sorgen, dass Bitcoin-Transaktionen durchgeführt werden. Als Belohnung erhalten diese neu geschaffene Bitcoins.

  • Sollte man in Bitcoin investieren?

    Das hängt vom eigenen Glauben an den Bitcoin als Zahlungsmittel, Wertspeicher oder Spekulationsobjekt ab. Aufgrund der hohen Wertschwankungen sollten immer nur Beträge in Bitcoin investiert werden, die bei einem Totalverlust entbehrlich sind.

  • Wie komme ich zu einem Bitcoin?

    Um einen Bitcoin zu kaufen, eröffnest du einen Account bei einer Kryptobörse und zahlst dort Geld ein. Anschließend kannst du dieses Geld in Bitcoin oder andere Kryptowährungen tauschen.