Finanzfluss Team
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27. Februar 2020

Finanzkrise einfach erklärt: Börsencrash 1929, DotCom Blase, Weltwirtschaftskrise 2008 & Tulpenkrise

In der Geschichte kam es immer wieder zu Finanzkrisen. Sie sind Teil unseres Wirtschaftssystems, weswegen sie auch in Zukunft unvermeidbar sein werden. Doch was ist unter einer Finanzkrise zu verstehen, was ist der Grund für eine Finanzkrise und welche Folgen waren mit den bekannten Finanzkrisen verbunden? Darüber gibt dir der folgende Artikel Auskunft, der vier große Finanzkrisen der Geschichte näher beleuchtet. Zudem gibt er Tipps, wie du deine Anlagestrategie während der Krisenzeiten anpassen kannst.

Was ist eine Finanzkrise?

Eine Finanzkrise wird häufig mit einem Börsencrash gleichgesetzt, unter dem ein starker Kursverlust von Aktien oder anderen Wertpapieren innerhalb eines kurzen Zeitraums zu verstehen ist.

Die anfänglichen Kursverluste an den Börsen ziehen sehr oft panikartige Verkäufe von anderen Anlegern nach sich, wodurch die Kurse noch weiter sinken.

Dadurch entsteht eine Abwärtsspirale, in der sich die Preise von Wertpapieren sehr stark verbilligen können.

Banken im Zentrum der Finanzkrise

Oft gehen Finanzkrisen mit Bankkrisen einher. Da Banken im Mittelpunkt unseres Geldsystems stehen, sind sie von Turbulenzen an den Finanzmärkten besonders betroffen. Teilweise wurden Finanzinstitute so stark von einer Krise erfasst, dass sie Insolvenz anmelden mussten oder es zu einem „Bank Run“ kam.

Bei einem Bank Run möchten viele Bankkunden sehr schnell ihre kompletten Spareinlagen von ihren verschiedenen Konten zur gleichen Zeit abheben, weil sie dem Finanzsystem nicht mehr vertrauen.

Im Vorfeld einer Krise kam es zu einer sogenannten „Spekulationsblase“, die zum Zeitpunkt des Crashs plötzlich platzt. Als Blase werden Situationen bezeichnet, in der Preise von Vermögensgegenständen weiter zunehmen, obwohl sie ihren inneren Wert schon deutlich überschritten haben. Dabei werden derartige Überbewertungen von den meisten Marktteilnehmern nicht erkannt.

In der Vergangenheit waren Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen ebenso von einer Blasenbildung betroffen wie Immobilien oder Rohstoffe.

Spekulationsblasen sind kaum vorherzusehen. Erst im Nachhinein kann eine Blase identifiziert werden. Für dich als Anleger ist es kaum möglich zu wissen, ob Kurse einbrechen oder weiter steigen werden bzw. ob es einen Crash geben wird oder Wertpapiere auf ihrem aktuellen Niveau verharren.

Aus diesem Grund kommen Finanzkrisen oft sehr überraschend. Sie haben einen großen Einfluss auf die Wirtschaft, die Politik und das Leben der einzelnen Bürger.

Auf eine Finanzkrise folgt häufig eine Wirtschaftskrise. In einem unsicheren Finanzmarktumfeld werden Banken dann restriktiver in ihrer Kreditvergabe an Privatpersonen und Unternehmen.

Wenn Firmen keine Kredite mehr bekommen, fehlt ihnen das Geld für wichtige Investitionen. Oft schrumpfen dann die Umsätze, die Entlassungen von Mitarbeitern zur Folge haben. Durch Arbeitslosigkeit haben die Bürger wiederum weniger Geld zur Verfügung und können nicht wie gewohnt konsumieren.

Als Folge davon verkaufen die Unternehmen weniger Produkte und es entsteht ein Teufelskreis.

Finanzkrise im 17. Jahrhundert: Die holländische Tulpenkrise

Eine der ersten bekannten Spekulationsblasen bzw. Finanzkrisen, war die holländische Tulpenkrise, die auch als „Tulpomanie“ bezeichnet wird.

In Holland galten Tulpen ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Statussymbol und wurden vor allem in den Gärten gehobener Schichten angepflanzt. Später wurde auch der kommerzielle Handel mit Tulpenzwiebeln eingeführt und vielen Holländern galt ein hohe Varianz und Anzahl dieser Pflanzen als Prestigeobjekt.

Die starke Nachfrage und die steigenden Preise trieb viele Holländer in die Tulpenzucht, die an dem lukrativen Geschäft verdienen wollten. Andere Händler importierten Tulpen aus dem Ausland.

In den 1630er Jahren kletterten die Preise für Tulpenzwiebeln nach und nach auf ein sehr hohes Niveau.

Mittlerweile waren es nicht mehr nur Bürger der High Society, die zu den Tulpenbesitzern zählten. Auch Schichten mit geringerem Einkommen wollten an der Preissteigerung partizipieren und träumten vom schnellen und einfachen Reichtum.

Aufgrund der hohen Nachfrage kam es zu Lieferengpässen. Damit die Holländer trotzdem weiter profitieren konnten, erfand die Finanzwelt die Option: Merkmal dieses Finanzinstruments war es, dass die Menschen weiter auf steigende Preise setzen konnten, ohne die Tulpen physisch zu besitzen.

Auf dem Höhepunkt dieser Blase kostete eine Tulpenzwiebel ca. 10.000 Gulden ‒ für diesen Preis konnte ein Haus in den teuersten Gegenden Amsterdams erworben werden.

Der Crash mit Wertverlusten bis zu 95 % folgte im Februar 1637 und führte in den Niederlanden zu einer schweren Rezession.

Finanzkrise im 20. Jahrhundert: Der Börsencrash 1929

Einen ähnlichen Verlauf wie die Tulpenkrise hatte der Börsencrash in New York am 24. Oktober 1929, der dann zur Weltwirtschaftskrise oder auch der „Großen Depression“ führte.

Der 24. Oktober 1929 ist auch als „Schwarzer Donnerstag“ bekannt: An diesem Tag brachen die Kurse so stark ein, dass sich der komplette Marktwert aller a