Geldanlage Wald? Investoren auf dem Holzweg

Mona Linke
Stand:

Wald-Investments werden immer wieder als solide Anlage und dazu ökologisch wertvoll angepriesen. In Wahrheit ist das Ganze ziemlich riskant – und hat mit Umweltschutz häufig nur wenig zu tun.

Stürme, Dürre und der Borkenkäfer setzen dem deutschen Wald seit Langem zu, der nach Ansicht einiger Umweltschützer praktisch dem Tode geweiht ist. Anderswo sieht es für Eichen, Tannen und Kiefern ähnlich düster aus: In Kanada und den USA beispielsweise vertrocknen Bäume, brennen ab oder fallen Käferplagen zum Opfer – ganz zu schweigen vom brasilianischen Regenwald, in dem jeden Monat bis zu 600 Mio. Bäume abgeholzt werden. Kurzum: Die Fläche an Wald auf der Erde schrumpft. Man würde bei solchen Hiobsnachrichten nicht unbedingt darauf kommen, dass Holz dieser Tage eine sinnvolle Geldanlage wäre. Genauso liest und hört man es in letzter Zeit jedoch immer wieder.

Das Ganze erinnert ein wenig an die Jahre nach der Finanzkrise 2007/2008, als es infolge des Zusammenbruchs der Bankenwelt immer mehr Privatanleger nach “realen Wertanlagen” verlangte: Die Preise für Holz stiegen daraufhin kräftig, und der Markt für Holz- und Waldinvestments öffnete sich immer mehr auch für Privatinvestoren. Der Preisboom von damals sollte ein paar Jahre später wieder einbrechen. Und jetzt? Sieht alles danach aus, als feiere der Wald als Geldanlage eine Renaissance, denn die Holzpreise erleben derzeit einen Höhenflug. Und dann ist da ja auch noch die Sache mit dem Umweltschutz: Bäume tragen zu einem funktionierenden Ökosystem bei, indem sie das Klima stabilisieren – das lernen wir bereits im Kindesalter. In Zeiten eines ökologischen Bewusstseinswandels steigt die Begeisterung für Baum- und Waldinvestments also zusätzlich.

Das Holz-Universum: Ein Überblick

Vom “Baumsparplan” über ein Investment in Tropenplantagen bis hin zum “Waldsparbuch” gibt es in der Welt der Holz-Investments inzwischen nichts mehr, was es nicht gibt. Im Grunde ist das Prinzip hinter den verschiedenen Anlageinstrumenten stets das gleiche: Es wird darauf gewettet, dass die Holzpreise steigen.

Bei Direktinvestments, also dem Kauf oder der Pacht eines Waldstücks oder einer Waldparzelle, können schon einmal 30 Jahre ins Land gehen, bis überhaupt Gewinne erzielt werden. Schließlich müssen Baumstämme erst einmal eine gewisse Größe erreichen, bevor sie abgeholzt, verkauft und verarbeitet werden können.

Wer sich nicht selbst durch Versteigerungsportale und Kleinanzeigen klicken und auch nicht direkt mehrere Zehntausende Euro in die Hand nehmen möchte, kann zum Beispiel einen “Waldsparplan” auflegen, wie ihn beispielsweise das Bonner Unternehmen Forest Finance anbietet. Bei diesem Konzept wird regelmäßig eine bestimmte Summe investiert, mit der dann ein komplett neuer Wald gepflanzt und von einem Dienstleister (meist ein Forstunternehmen) über Jahrzehnte gepflegt und bewirtschaftet wird. Bei einem “normalen Verlauf” würden so aus anfangs 1.600€ investiertem Kapital nach 25 Jahren rund 4.900€, verspricht der Holzinvestment-Anbieter. 

Bis zu 7% Rendite und mehr sollen Investorinnen winken, die in Edelholz investieren, also beispielsweise in Teakholz, Palisander oder Mahagoni. Solche Tropenhölzer werden auf Plantagen in Paraguay oder Panama angebaut – und auch hier kümmert sich der Anbieter um die Pflege, bis die Bäume nach etwa 25 Jahren verkauft werden können.

Bei solchen Projekten handelt es sich häufig um Wiederaufforstungsprojekte. Die forstwirtschaftliche Genossenschaft “The Generation Forest” beispielsweise wirbt damit, Umwelt, Natur und Biodiversität zu schützen, neue Arbeitsplätze in sozial schwachen Regionen zu schaffen oder ganz einfach den Ausstoß von CO2 zu reduzieren. Und tatsächlich: die Aufforstung, also die Wiederherstellung eines Waldes durch das Pflanzen neuer Bäume, trägt insofern zum Klimaschutz bei, als dass neu gepflanzte Bäume während ihrer Wachstumsphase sehr viel mehr Kohlendioxid speichern als abgeben.

Zuvor gerodete Flächen wieder nutzbar zu machen, lohnt sich nicht nur ökologisch: Denn Aufforstungsunternehmen erhalten für ihre Projekte sogenannte CO2-Emissionszertifikate, die sie anschließend weiterverkaufen können. Beispielsweise an der Klimabörse European Climate Exchange (ECX).

Wieder andere Anbieter haben sich darauf spezialisiert, von der ersten Recherche an über Grundstücks-Besichtigungen bis hin zum Waldverkauf jeglichen bürokratischen Aufwand für die Wald-Investoren zu übernehmen. Das Münchener Unternehmen Econos beispielsweise verspricht laufende Erträge, beispielsweise durch Jagdpacht oder gelegentliche Holzverkäufe – und letztendlich durch die Wertsteigerung des Holzes nach 20-30 Jahren. Die geschätzte Rendite pro Jahr belaufe sich auf 0-3% schreibt das Unternehmen auf seiner Website.

Holz-Investments: Warum sie als gute Anlage gelten

Steigende Preise

Was die Bauindustrie oder das Handwerk eher weniger freut, ist für zahlreiche Investoren das Hauptargument für ein Forst-Investment: die Preisexplosion.

Seit etwas mehr als einem Jahr geht es mit den Holzpreisen so rasant nach oben wie lange nicht. Allein von März 2020 bis Mai 2021 sind die Holzpreise um knapp 500% gestiegen. Das liegt zum einen daran, dass aktuell gebaut wird, was das Zeug hält, und dabei vermehrt nachhaltige Materialien zum Einsatz kommen – darunter zum Beispiel Holz als umweltschonende Fassade. Auch in den USA ist der Bauboom ausgebrochen, jedoch herrscht doch – noch gravierender als hierzulande – Waldknappheit. Die überträgt sich langsam auch auf Europa, das den USA inzwischen als großer Holzlieferant dient, nachdem der kanadische Export ebenfalls eingebrochen ist. Die Welternährungsorganisation schätzt, dass der Holzverbrauch weltweit bis 2050 um die Hälfte steigen wird. 

Dazu trägt auch bei, dass Pappe und Papier als nachhaltigere Verpackungsmaterialien und Holzpellet-Heizungen als Alternative zur Gas- oder Ölheizung an Zulauf gewinnen.

Wald im Portfolio senkt das Risiko

Holz als Rohstoff wird gern in eine Reihe mit Gold, Immobilien oder Sachwerten gestellt. Denn eines haben alle Anlageklassen gemeinsam: Ihr Wert kann sich völlig entgegen dem von Aktien oder anderen an der Börse gehandelten Wertpapieren entwickeln. Geht es am Aktien- oder Anleihenmarkt bergab, muss Holz-Investoren nicht dasselbe blühen. Für die Portfolio-Diversifikation kann so ein Holzinvestment also sinnvoll sein. Welche Möglichkeiten es hier gibt, klären wir später.

“Der Wald wächst immer”, heißt es auch gerne. Und tatsächlich: Was sich im Bankensektor abspielt, ob das Papiergeld an Wert verliert oder die Wirtschaft schwächelt, interessiert die Baumwelt herzlich wenig, sie wachsen dadurch nicht schneller oder langsamer. Der Wert des Holzes jedoch entsteht letzten Endes auch allein durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Unabhängig von wirtschaftlichen Entwicklungen oder dem Währungsmarkt entwickeln sich die Holzpreise also nicht.

Die Umwelt retten mit einem Stück Wald

Der Gedanke, das gerodete Stück Regenwald wieder aufzuforsten und damit einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, ist erst einmal ein guter. Ganz so nachhaltig, wie man meinen möchte, geht es bei vielen Aufforstungsprojekten jedoch nicht zu. So moniert beispielsweise die Verbraucherzentrale Bremen: “Häufig handelt es sich um Monokultur-Plantagen ohne eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt”. Zudem würden vielfach Insekten- und Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt, um das Wachstum der Bäume zu beschleunigen, so die Verbraucherschützer weiter. Und speziell beim Anbau tropischer Edelhölzer komme es vor, dass Baumarten wie Teak, Eukalyptus oder Akazie – wenn sie denn nicht in ihrem eigentlichen Heimatland angebaut werden – heimische Pflanzen verdrängen würden.

Kurzum: Dass ein Wald oder Waldstück am Ende tatsächlich “ethisch vertretbar” bewirtschaftet und gepflegt wird und zur Biodiversität beiträgt, ist alles andere als garantiert. Sollte der Nachhaltigkeitsaspekt also das Hauptmotiv für ein Holz-Investment sein, ist es ratsam, die Vorgehensweise der jeweiligen Firmen und Dienstleister genauer unter die Lupe zu nehmen.

Was gegen Holz als Geldanlage spricht

Die Preise können auch wieder fallen

Es stimmt: Die Holzpreise steigen seit geraumer Zeit rapide, denn der Bedarf ist groß und der Wald knapp. Was nicht bedeutet, dass das immer so bleiben wird.

Aktuell sind es mehrere Faktoren, die dem Holz seinen Höhenflug beschert haben. Neben Käferplagen, Waldbränden und anderen Naturkatastrophen sowie einem Bau- und Renovierungs-Boom spielt auch die Corona-Krise ein Rolle: Denn durch notwendige Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen kam es auch in den Sägewerken zeitweise zu Produktionsengpässen.

Auch wenn es aktuell nicht danach aussieht, als würden die Wälder dieser Welt alsbald zu neuer Blüte erwachen, ist ein Preisverfall doch zumindest ein mögliches Szenario. Schon 2015 hat sich das gezeigt: Infolge der Finanzkrise waren die Preise bis dato rasant gestiegen – bevor sie schlagartig wieder einbrachen. Wie so häufig bei Rohstoffen: Lassen sich hohe Preise mit etwas verdient, wird entsprechend mehr an- oder abgebaut, sodass sich das Angebot letztlich wieder der Nachfrage anpasst. Das Angebot an Holz war 2015 so schnell und so stark gestiegen, dass die Nachfrage mehr als gedeckt war – die Preise verfielen.

25 Jahre sind eine lange Zeit

Bei vielen Direktinvestments, aber auch bei Beteiligungen an Aufforstungsprojekten, müssen Anleger mit Wartezeiten von mehreren Jahrzehnten rechnen, bis sich überhaupt Rendite machen lässt. Schließlich muss so ein Baum erst einmal wachsen.

In der Zwischenzeit lauert so manch eine Gefahr, die dem Holz-Investor das Geschäft vermiesen könnte. Angefangen beim Borkenkäfer, der ganze Waldbestände innerhalb kürzester Zeit zu Totholz verarbeiten kann, bis hin zu Diebstahl. Damit ist nicht nur der vereinzelte Klau einer Weihnachtstanne während des Waldspaziergangs gemeint – sondern der Diebstahl ganzer Wälder. So geschehen vor einigen Jahren im Berliner Umland, als Unbekannte ganze acht Hektar Kiefernwald abholzten und heimlich abtransportierten.

Dass die Bäume letztlich tatsächlich das Volumen erreichen, welches von Forstunternehmen großzügig geschätzt wird, ist also alles andere als sicher. Weswegen man die Renditeversprechen in der Regel nicht allzu ernst nehmen sollte.

Illiquide und mit hohen Nebenkosten

Wird ein Stück Wald direkt erworben, fallen Nebenkosten an. Ähnlich wie beim Kauf einer Eigentumswohnung kommen Grunderwerbssteuer, Notarkosten und Grundsteuer auf den Kaufpreis obendrauf – je nach Bundesland auch Abgaben an Boden- und Wasserverbände.

Hinzu kommen die Ausgaben für Pflege und Bewirtschaftung, die sich teilweise nach strengen Auflagen zu richten haben. Beispielsweise sind Waldbesitzer verpflichtet, ihre Bäume zu stutzen, sollten diese Wanderwege oder Straßen behindern. Auch verlangen viele Forstämter den Abschluss einer Unfallversicherung. Schließlich müssen ebenfalls der Transport von gefälltem Holz, die Bepflanzung und Bewässerung der Flächen bezahlt werden. Und sollte es tatsächlich zu einem Befall durch den Borkenkäfer kommen, muss überschüssiges Totholz so schnell wie möglich aus dem Wald entfernt werden, damit sich der Schaden nicht weiter ausbreitet. Wird ein externer Dienstleister mit all diesen Aufgaben betreut, können die anfallenden Kosten die Rendite ziemlich schmälern.

Der Kauf eines Waldes bindet langfristig – und ist damit genauso illiquide wie beispielsweise ein Eigenheim. Mal eben zu verkaufen und das Geld anderweitig einzusetzen, ist nur schwer möglich.

Teilweise unseriöse Anbieter

Weil Baum-Investments so etwas wie der letzte Schrei in der Welt der nachhaltigen Anlagen sind, tummelt sich inzwischen auch eine ganze Bandbreite an Anbieter im Bereich der Waldinvestment-Produkte. Darunter auch solche Firmen, die nichts weiter im Sinn haben als den schnellen Reibach. Der Fall Green Planet AG ist einer von mehreren, bei dem Hunderte Anleger ihr Geld verloren haben. Das Investmenthaus hatte damit geworben, das Kapital seiner Kundinnen in tropische Plantagen in Costa Rica zu investieren. Renditen von bis zu 13% versprach die Green Planet damals – bevor 2014 die Insolvenz angemeldet wurde. Ein Großteil der fast 15 Mio.€, die die Firma von ihren Anlegerinnen eingesammelt hatte, kamen nicht in Südamerika, sondern auf den privaten Konten der Chefetage an.

Selbstredend stecken nicht hinter jedem Portal raffgierige Hochstapler. In Deutschland gibt es gleich drei Plattformen, die von der Stiftung Warentest als “seriös” eingestuft wurden: Neben der Organisation Forest Finance gehören dazu die Investment AG Miller Forest und das Schweizer Unternehmen Life Forestry. Von einem Investment über einen der Anbieter rät die Verbraucherorganisation aber trotzdem ab – und wirft den Waldinvestment-Firmen vor allem Intransparenz vor: Die Informationen in den Verkaufsprospekten seien zum Teil irreführend, vielfach würden die Risiken nicht angemessen beschrieben, die Renditechancen dafür aber umso stärker betont. Investorinnen würden also nicht ausreichend gewarnt, dass sie möglicherweise ihr gesamtes Vermögen verlieren könnten.

In Wald investieren über die Börse

Es muss nicht direkt das eigene Waldstück sein, das gepachtet oder gar gekauft und bewirtschaftet wird. Inzwischen lässt sich auch über die Börse in Holz investieren – was nicht unbedingt bedeutet, dass der Investor oder die Investorin dadurch weniger gebunden ist.

Geschlossene Fonds

Bei einem Investment in einen geschlossenen Fonds beispielsweise beteiligt sich der Anleger als Geldgeber an einer Gesellschaft, die Grundstücke erwirbt und die Aufforstung übernimmt. Auch hier ist das Kapital über mehrere Jahre gebunden. Zwar wird es breiter angelegt als bei einem Direktinvestment – mit Rendite dürfen die Investorinnen jedoch ebenfalls erst nach frühestens 20 Jahren rechnen.

Aktive Fonds

Neben geschlossenen Fonds haben europäische Anlegern ein paar aktiv gemanagte Wald-Fonds zur Auswahl. So ein Fonds ist beispielsweise der Pictet-Timber-Fonds, der 2008 aufgelegt wurde und in 60 Aktien und rund 80 Anleihen investiert (Stand: Juni 2021). Mit einer Gewichtung von 95% sind Aktien allerdings die Haupt-Assetklasse.

Knapp 1,2 Milliarden Euro stecken in dem Fonds, der das Kapital seiner Anleger weltweit in solche Unternehmen investiert, die in irgendeiner Weise Teil der forstwirtschaftlichen Wertschöpfungskette sind, sich also beispielsweise um die Finanzierung, Bepflanzung oder Verwaltung von Wäldern und Waldgebieten kümmern oder aber in der Verarbeitung, Herstellung oder dem Vertrieb von Holzprodukten tätig sind. Fast 50% des Vermögens fließt in US-amerikanische Werte, mit 16% folgt Kanada als zweitstärkste Region. Zwar hat der Fonds in den vergangenen zehn Jahren eine Gesamtrendite von mehr als 150% eingefahren. Dass es auch künftig mit dem Kurs der Aktien nach oben geht, ist jedoch – wie gesagt – ungewiss. Fakt ist, dass der aktive Fonds Anleger gleich zu Anfang 5% Ausgabeaufschlag kostet und jedes Jahr laufende Verwaltungsgebühren in Höhe von 2% fällig werden – was die Rendite entsprechend schmälert.

Holz-ETFs

Selbst einen von Europa aus handelbaren ETF gibt es inzwischen auf das Segment Forstwirtschaft. Der iShares Global Timber & Forestry UCITS ETF bildet die 25 größten im Bereich Wald- und Forstwirtschaft tätigen Unternehmen der Welt ab. Darunter fallen sowohl verwaltende als auch verarbeitende Firmen.

Unter den fünf größten Positionen etwa befindet sich das Unternehmen Weyerhäuser, einer der weltweit größten Forstwirtschaftskonzerne, der mehrere Millionen Hektar Wald bepflanzt, bewirtschaftet und abholzt – sowie das Holz später vermarktet und vertreibt. Fast 9% des Gesamtkapitals investiert der Indexfonds in Anteile von West Fraser Timber, einem kanadischen Holzproduzenten, während der US-Konzern Rayonier- neben der Bewirtschaftung von Wald auch auf Immobilien konzentriert – am stärksten gewichtet ist (9,07%).

Auch beim S&P Global Timber & Forestry Index, auf dem der ETF basiert, liegt der regionale Schwerpunkt auf den USA (37%), gefolgt von Kanada (15%). Deutscher Wald ist mit einem verschwindend geringen Anteil von unter 1% vertreten.

Abgesehen davon, dass mit 25 Positionen von einer breiten Streuung keine Rede sein kann und das Risiko entsprechend hoch ist, zeigt ein Blick auf die Performance der vergangenen Jahre eindrücklich, auf was für Schwankungen sich Investorinnen doch bei einem solchen ETF einstellen müssen: 2018 ging es für den Index um fast 17% herunter, ein Jahr später sogar um 24%. Sprich: Es genügt längst nicht, sich über die fast 79% Kursplus zu freuen, die der Index 2020 hingelegt hat. Denn wie sich die Preise entwickeln, ist kaum abschätzbar.

Doch auch auf lange Sicht hätte sich ein globales Investment in Aktien aller Art mehr gelohnt, als auf die Holzbranche zu setzen: Seit Auflage im Jahre 2007 hat der Indexfonds pro Jahr eine durchschnittliche Rendite von 4,2% erzielt – und damit mehr als 2% weniger als beispielsweise der Weltindex FTSE All World. Hier betrug die annualisierte Performance von 2007 bis 2020 pro Jahr 6,5%.

Hölzerne Altersvorsorge?

Wer von dem eigenen Stück Wald im Grünen oder der Zweitkarriere als Förster träumt, dürfte mit einem Direktinvestment in Waldgrundstücke nicht allzu schlecht dran sein – kann sich so ein eigenes Projekt doch schon rein emotional auszahlen. Befindet man sich allerdings auf der Suche nach einer sicheren, aber doch renditestarken Anlage, um fürs Alter vorzusorgen, ist der Wald definitiv die falsche Adresse. Selbstredend sind auch in diesem Segment die Gewinnchancen enorm, wie ein Blick auf jüngste Kurssprünge beweist. Jedoch sind solche Szenarien – wie eigentlich immer – vor allem die Ausnahme, aber nicht die Regel.

In ein Stück Wald zu investieren, indem sich an einem Wiederaufforstungsprojekt beteiligt wird, kann tatsächlich zum Erhalt der Umwelt und Artenvielfalt beitragen – jedoch gilt es, sich genauestens einzulesen, wie umweltverträglich das Projekt letzten Endes ist, was wiederum ein gewisses Spezialwissen erfordert. Fakt ist: Innerhalb von 10, 20 oder gar 40 Jahren kann einiges passieren. So lange müssen Holz-Investorinnen allerdings häufig warten, um überhaupt Zinsen auf ihr Erspartes zu erhalten. Wie hoch diese letzten Endes ausfallen, können Produktanbieter schätzen – wissen kann es zum jetzigen Zeitpunkt aber niemand.

Nichtsdestotrotz kann so ein Holz-Investment die Diversifikation im Portfolio stärken. Werden beispielsweise nicht mehr als 10% des gesamten Kapitals in einen Forstwirtschafts-ETF investiert, können Kursrutsche bei Aktien eventuell ausgeglichen werden.