2021: Das Jahr, in dem du deine Finanzen in den Griff bekommen wirst

Mona Linke
Stand:

Wie fängt man eigentlich mit dem Investieren an? Na klar: Man eröffnet ein Depot, überweist Geld darauf und kauft Aktien. Nun ja, ganz so schnell ist es dann doch nicht getan. Tatsächlich sollte man sich sehr viel mehr Zeit für das Ganze nehmen – ohne System und die richtige Planung kann das Projekt “Investieren” nämlich schnell nach hinten losgehen. Wie du erst einmal Ordnung in deine Finanzen bekommst, wie du sparst, ohne verzichten zu müssen und warum es so wichtig ist, sich finanzielle Ziele zu überlegen, erklären wir dir in diesem Blogartikel.

Schritt 1: Ordnung ist das halbe Leben

Bevor auch nur ein Cent angelegt wird, müssen jegliche Altlasten beseitigt und eine gute Basis fürs eigentliche Investieren geschaffen werden. Kurzum: Es muss aufgeräumt werden in den eigenen Finanzen. Das Problem ist: Haben sich die Stapel an Briefen, Dokumenten, Rechnungen und Bescheiden erst einmal zu einer gewissen Höhe aufgetürmt, schwindet schnell die Lust aufs Ordnung schaffen. Da hilft es nur, sich immer wieder vor Augen zu halten, wie einfach der Alltag doch sein könnte, wenn man nicht mehr stundenlang nach der Sozialversicherungsnummer suchen oder für die Steuererklärung die Wohnung auf den Kopf stellen müsste.

Gut sortiert gegen das Papierchaos

Viele Banken, Ämter und Verwaltungen schicken ihre Schreiben oder Abrechnungen immer noch gern per Post. Damit hier kein Papierchaos entsteht, sollte jedes neue Dokument (nach dem Lesen, versteht sich) direkt abgeheftet werden. In einen klassischen Ordner beispielsweise, der sich in unterschiedliche Kategorien aufteilen lässt: In den Teil “Wohnen” beispielsweise kommen jegliche Unterlagen der Verwaltung, Reparaturen, Mietzahlungsnachweise oder SCHUFA-Auskünfte. Eine andere Kategorie könnte “Bank” heißen und alle Unterlagen rundum Tages- und Festgeldkonten, offene Kredite oder Kontoauszüge enthalten. ”Beruf”, “Versicherung” oder “Gesundheit” könnten weitere Kategorien oder eigene Ordner sein. Wir haben hierzu einmal ein paar Vorschläge gesammelt, die du dir in diesem Video noch einmal ansehen kannst.

Warum das Ganze? 

Eine Ordnerstruktur spart nicht nur Zeit und Mühe, sondern gibt auch einen guten Überblick über die eigene finanzielle Situation: Welche Fristen sollte ich nicht verpassen, um einen Vertrag zu kündigen oder zu ändern? Wann muss das Auto wieder in den TÜV? Wie hoch sind meine Schulden bei welcher Bank?

Ordnung geht auch mit dem Smartphone

 Wer keine Lust auf das ganze Abheften hat, kann seine Dokumente übrigens auch ganz einfach digital abspeichern, indem er sie direkt einscannt, beispielsweise über eine Smartphone-App wie Adobe Scan.

Nach der Steuer ist vor der Steuer 

Eine Steuererklärung zu machen, lohnt sich für die meisten Arbeitnehmer. Du kannst im Schnitt mit ca. 1.000€ Erstattung vom Finanzamt rechnen. Allein aus diesem Grund sollte man das Projekt nicht zu lange hinauszögern, sondern sich am besten direkt einen fixen Tag für die Erledigung der Steuer vornehmen. Bereits vor der Abgabe im Juli sollten regelmäßig alle verwertbaren Belege und Rechnungen gesammelt werden. Hat man hier erst einmal eine Routine entwickelt, läuft das Ganze wie von selbst – und es muss nicht mehr mit Kopfzerbrechen der Abgabefrist entgegen gesehen werden.

Zahlreiche Steuerprogramme wie WISO Steuern, Steuerbot, Smartsteuer oder Taxfix helfen dir dabei durch den bürokratischen Dschungel.

Schritt 2: Wo willst du hin?

Der Mensch braucht Ziele – das ist ganz natürlich. Schließlich ist es sehr viel motivierender, auf etwas hin zu arbeiten, statt sich scheinbar nur im Kreis zu drehen. Auch finanziell sind Ziele essentiell: Sie motivieren zum Anfangen und später zum Dranbleiben. 

Nun ist es so, dass jeder Mensch andere finanzielle Ziele verfolgt. Während der eine gern mit 50 in die Rente starten würde, spart ein anderer bis zum nächsten Sommerurlaub und wieder ein anderer träumt seit seiner Jugend von einem Oldtimer. 

Grob lassen sich finanzielle Ziele so unterteilen: 

  • kurzfristige Ziele (< 2 Jahre: Kühlschrank, Motorrad, Urlaub, Ordnung im Papierkrieg)
  • mittelfristige Ziele (3-9 Jahre: Sabbatjahr, Studium, Weiterbildung)
  • langfristige Ziele (> 9 Jahre: Rente aufbessern, Kinder, finanziell frei sein)

Welches Ziel auch immer du verfolgst, solltest du versuchen genau zu planen, wie viel Zeit du benötigst, um es zu erreichen. Diese Fragen können dir dabei helfen:

  • Was möchtest du konkret erreichen?
  • Wann möchtest du das erreichen? In den nächsten 2 Jahren oder kurz vor Eintritt in die Rente?
  • Was kostet dich das einzelne Ziel?
  • Welche Möglichkeiten hast du, aktiv an dem Ziel zu arbeiten? Bzw.: Wie viel Geld musst du jeden Monat zurücklegen, um dieses Ziel finanzieren zu können?

Wann du dir die Weltreise oder den Ruhestand endlich leisten kannst, lässt sich auch berechnen. Mit unserem “Finanziell-Ziele”-Rechner zum Beispiel.

Schritt 3: Mach’ es wie Oma & führ’ ein Haushaltsbuch

Wie viel von deinem Einkommen lässt du jeden Monat im Supermarkt und welche Zeitschriften- oder Streaming-Abos buchen jeden Monat Geld von deinem Konto ab? Wie sehr schlägt der “gelegentliche” Kaffee to go zu Buche und was gibst du eigentlich beim Ausgehen aus? Und vor allem: Wo kannst du sparen? Auf all diese Fragen liefert dir ein kleiner, aber zuverlässiger Helfer Antworten: das Haushaltsbuch.

Mit diesem zeichnest du über mehrere Monate alle Geldbewegungen auf (Wohnen, Freizeit, Urlaub, Einkäufe, Finanzausgaben wie Kreditraten) und kannst so am Ende festlegen, wie viel Geld von deinem Nettoeinkommen jeden Monat angelegt werden soll. Warum sich ein Haushaltsbuch lohnt, darüber haben wir schon einmal in diesem Podcast gesprochen.

Wo lässt sich sparen?

Bei der Übersicht solltest du auf jeden Fall die fixen Ausgaben (Miete, Autoversicherung, Fitnessstudio) von den variablen Ausgaben trennen (Essen & Trinken, Freizeit, Urlaub), um genau zu sehen, wo du sparen kannst. Essentiell sind die großen Posten wie beispielsweise alles rund ums Auto oder Bestellungen im Internet: Hier zu reduzieren, wird sich mehr lohnen, als beim Supermarkt-Einkauf ein paar Cent zu sparen.

Wie du ein Haushaltsbuch richtig benutzt, haben wir hier auch noch mal ausführlich für dich erklärt.

Das Haushaltsbuch gibt es übrigens auch längst fürs Smartphone. Verschiedene Anbieter haben inzwischen Apps herausgebracht: Sie heißen Moneypro, YNAB oder Finanzblick – und eignen sich ganz gut für unterwegs. Natürlich kannst du aber auch ganz klassisch mit Papier und Bleistift jede Ausgabe in ein kleines Heft schreiben. Oder du baust dir dein eigenes Haushaltsbuch in Excel – das hat den Vorteil, dass du selbst Kategorien festlegen kannst.

Schritt 4: Spare, ohne zu verzichten

Um Geld anzulegen, musst du es vorher gespart haben. Und dass du richtig sparst, ist unheimlich wichtig. Investierst du nämlich nur den Betrag, der am Ende des Monats noch auf dem Konto übrig bleibt, kann es schnell passieren, dass du überhaupt nicht investierst. Außerdem wirst du bei jeder Ausgabe überlegen, ob du sie dir wirklich leisten solltest und am Ende noch genügend Geld zum Investieren übrig bleibt.

All das vermeidest du, indem du automatisch sparst – und es kaum bemerkst. Genau wie deine Miete jeden Monat per Dauerauftrag vom Konto abgeht, solltest du auch deine Sparquote direkt nach dem Gehaltseingang und per Dauerauftrag auf ein separates Konto überweisen. Das Prinzip dahinter nennt sich das 2-Konten-Modell. In diesem Video haben wir dir die Idee einmal ausführlich erklärt.

Der Vorteil von zwei Konten ist, dass jegliche Konsumkosten getrennt bleiben von dem Ersparten, das du investierst. So kommst du gar nicht erst in Versuchung, die Sparquote für einen neuen Fernseher oder ein Paar Sneaker rauszuschmeißen. 

Konto 1: Das Konsumkonto: 

  • kann dein normales Girokonto sein
  • von hier gehen alle variablen und Fixkosten ab
  • du kannst dir hier Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben bilden (kaputte Waschmaschine, Auto-Reparatur, Umzug)
  • von hier aus überweist du per Dauerauftrag auf dein Sparkonto

Konto 2: Das Sparkonto (oft eher ein Spardepot):

  • kann ein Tagesgeldkonto oder Spardepot sein (EC- oder Visa-Karte nicht nötig)
  • hier geht jeden Monat deine Sparquote ein (wenn möglich mindestens 10% vom Nettogehalt) 
  • hier sammelst du 3-4 Monatsgehälter, bevor du vom Sparkonto aus auf dein Depot überweist & investierst

Der Unternehmer und Finanzautor Bodo Schäfer empfiehlt sogar das 3-Konten-System: Zusätzlich zum Konsum- und Sparkonto gibt es ein “Spaß-Konto”: Von hier aus werden alle Dinge bezahlt, die – nun ja – Spaß bringen. Also Urlaube, Bücherkäufe, Restaurant- und Barbesuche etc.

Das Prinzip aber bleibt dasselbe: Das Ersparte zum Investieren wird getrennt aufbewahrt und ausschließlich für die Geldanlage verwendet.

Neben den klassischen Modellen gibt es auch spezielle Konten- beziehungsweise Sparmodelle für Paare, Selbstständige oder Ehepaare mit Kindern. Sieben Sparmodelle haben wir hier noch einmal erklärt.

Aber wie viel sollte man überhaupt jeden Monat zurücklegen? Welche Ausgaben sollten besser gestrichen werden und wie viel in die Geldanlage fließen? Auch dazu haben wir schon mal ein Video produziert. 

Schritt 5: Fang mit dem Investieren an

Okay, jetzt aber: Du hast dir ein finanzielles Polster für unvorhergesehene Ausgaben gebildet (Notgroschen) und 3 bis 4 Monatsgehälter zum Investieren angespart. Du hast dir überlegt, worauf du überhaupt hinsparst und wie lange du dein Geld dafür anlegen willst (finanzielle Ziele).

Dann ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, dein Geld für dich arbeiten zu lassen. Warum gerade jetzt? Nun ja – den richtigen Zeitpunkt dafür gibt es nicht. Zwar ist es immer besser, schon in jungen Jahren mit dem Investieren anzufangen und damit den Zinseszinseffekt in vollen Zügen auszukosten. Aber auch wenn du bereits älter bist, ist es nie zu spät, dein Geld sinnvoll anzulegen. Höhen und Tiefen wird es immer in deinem Depot geben – legst du jedoch langfristig über mehrere Jahrzehnte an, wird dir das nichts ausmachen. Im Schnitt steigen die Kurse nämlich kontinuierlich.

Das sind die weiteren Schritte hin zu deinem eigenen Depot: 

  1. Entscheide dich für eine Anlagestrategie

Aktiv oder passiv? Welche Anlagestrategie am besten zu dir passt, solltest du vor der Depoteröffnung wissen. Wer langfristig anlegen will, fährt am besten mit einer passiven Anlagestrategie. Mehr über beide Methoden erfährst du in diesem Podcast.

  1. Überlege dir, wie viel Risiko du eingehen willst

Das ist besonders wichtig, um nicht im Nachhinein in Zeiten einer Krise in Panik zu verfallen und falsche Entscheidungen zu treffen.

  1. Wie soll dein Portfolio aussehen?

Für eine langfristige Anlage, die nicht zu riskant ist, aber dennoch Rendite bringt, eignen sich Aktien-ETFs hervorragend. Überlege dir, welcher ETF der richtige für dich ist, ob du in einen oder mehrere ETFs investieren willst und welche Ausschüttungsart du wählen möchtest. 

  1. Finde die passende Depotbank

Bei welchem Broker du aktuell die besten Konditionen für einen ETF-Sparplan bekommst, erfährst du in unserem Vergleich.

  1. Eröffne dein Depot!

Jetzt ist es nicht mehr weit. In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung erklären wir dir, wie du in nur wenigen Minuten dein eigenes Depot eröffnest.

Das war’s auch schon! Von jetzt an wird dein Geld nicht mehr sinnlos auf dem Sparkonto liegen bleiben oder für unnütze Dinge herausgeschmissen werden. Es wird investiert – und dein späteres Ich wird es dir danken, dass du im Jahr 2021 diese Entscheidung getroffen hast. Happy New Year!