
Ticken reiche Menschen anders? 6 Eigenschaften wohlhabender Leute
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Legen Wert auf Bildung
Wohlhabende Menschen legen großen Wert auf Bildung und den Aufbau ihres Humankapitals. Das geht aus einer Studie des Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften in Mannheim hervor.
Die Forscher untersuchten, wie Vermögensverhältnisse von Eltern einen Einfluss auf die Bildungsentscheidungen der Kinder haben. Die zentralen Erkenntnisse sind ziemlich eindeutig: Wohlhabende Eltern investieren deutlich mehr Ressourcen, um die Kompetenzen ihrer Kinder zu fördern. Das zeigt sich in verschiedenen Bereichen:
- Außerschulische Aktivitäten: Ihre Kinder nehmen häufiger an zusätzlichen Angeboten teil.
- Nachhilfeunterricht: Wenn es schulische Probleme gibt, wird professionelle Hilfe geholt.
- Kulturelle Erlebnisse: Konzerte, Museen, Theater – all das gehört zum Bildungsprogramm dazu.
Besonders interessant ist, dass Kinder aus gebildeteren Haushalten – gemeint sind Eltern mit mindestens einem Bachelorabschluss – eine um etwa 40% höhere Wahrscheinlichkeit haben, eine Bildungseinrichtung wie ein Gymnasium zu besuchen.
Dass sich Bildung tatsächlich auf das Einkommen auswirken kann, zeigen auch Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Menschen mit einem Master-Abschluss verdienen im Schnitt mehr als doppelt so viel wie Menschen ohne beruflichen Bildungsabschluss.
Setzen sich Ziele und denken langfristig
Eine Studie der University of Stirling Management School untersuchte den Zusammenhang zwischen Sparzielen und Vermögensallokation von Haushalten.
Die Analyse basierte auf Daten der Wealth and Assets Survey aus dem Vereinigten Königreich mit über 40.000 Personen in mehr als 21.000 Haushalten über den Zeitraum 2006 bis 2016. Die Erkenntnisse waren wie folgt:
- Drastische Vermögensunterschiede: Haushalte mit 4 oder mehr Sparzielen besitzen 2,5-mal mehr Gesamtvermögen und 3,5-mal mehr Finanzvermögen als Haushalte ohne definierte Sparziele.
- Selbstkontrolle durch Zielsetzung: Langfristige Sparziele verstärken die Selbstkontrolle. Die bewusste Zielsetzung reduziert impulsive Ausgaben durch mentale Kontensegmentierung – Geld wird für bestimmte Zwecke „reserviert“ und damit vor spontanen Ausgaben geschützt.
- Verstärkungseffekt: Je mehr Sparziele ein Haushalt definiert, desto stärker wird dieser Selbstkontrollmechanismus.
- Höhere Risikobereitschaft: Haushalte ohne Sparziele investieren nur 6% ihres Vermögens in risikobehaftete Anlagen wie Aktien. Haushalte mit 4 oder mehr Sparzielen investieren dagegen 16% riskant.
Sind unternehmerischer
Vermögende Menschen scheinen nicht nur bei ihren Investments risikofreudiger zu sein, sondern auch bei ihrer Arbeit. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) mit dem Titel „MillionärInnen unter dem Mikroskop“.
Die Erkenntnisse sind eindeutig:
- Selbstständigenstatus: Unter den Millionären sind 73% selbstständig. In der unteren Hälfte der Vermögensverteilung sind es nur 4%.
- Führungspositionen: Auch der Anteil der Beschäftigten in Leitungspositionen steigt mit wachsendem Vermögen – von 1% in der unteren Hälfte der Vermögensverteilung auf 22% bei den Millionären.
Skalierbare Geschäftsmodelle und unternehmerisches Risiko bieten deutlich höhere Einkommens- und Vermögenspotenziale im Vergleich zum Angestelltendasein. Als Angestellter hast du meist ein festes Gehalt mit begrenzten Steigerungsmöglichkeiten. Als Unternehmer kannst du theoretisch unbegrenzt verdienen.
Arbeitsethik und Zufriedenheit
Millionäre arbeiten nicht nur anders, sondern auch mehr – und sind dabei sogar zufriedener. Das geht ebenfalls aus der DIW-Studie hervor.
- Arbeitszeit: Während die untere Hälfte der Vermögensverteilung, die obere Mittelschicht und die Mittelschicht etwa gleich viel arbeiten (36,4 bis 37,6 Stunden pro Woche), arbeiten Millionäre im Schnitt 10 Stunden mehr pro Woche. Das sind fast 47 Stunden.
- Arbeitszufriedenheit: Obwohl sie mehr arbeiten, sind Millionäre mit ihrer Arbeit zufriedener. Während andere Gruppen auf eine Zufriedenheit von etwa 7 von 10 Punkten kommen, erreichen Millionäre 8 von 10 Punkten.
- Lebenszufriedenheit: Die Gesamtlebenszufriedenheit liegt bei Millionären bei 8,2 von 10 Punkten, während die untere Hälfte der Vermögensverteilung nur auf 7,1 von 10 kommt.
Persönlichkeitszüge von Millionären
Eine Studie deutscher Forscher aus dem Jahr 2022 nutzte Daten von 1.125 Millionären und untersuchte ihre Persönlichkeitsmerkmale im Vergleich zu Nicht-Millionären. Untersucht wurden die „Big Five“ Persönlichkeitsmerkmale und die Risikotoleranz. Die Erkenntnisse zeigen einige Persönlichkeitsunterschiede:
- Höhere Risikobereitschaft: Das ist der stärkste Unterschied. Millionäre sind deutlich risikofreudiger als der Durchschnitt. Das passt zu ihrer häufigen risikoreichen Beschäftigung als Unternehmer und ihrem risikoreichen Anlageverhalten.
- Weniger neurotisch/ängstlich: Millionäre zeigen eine höhere emotionale Stabilität. Sie lassen sich weniger schnell aus der Ruhe bringen und sind weniger anfällig für Ängste.
- Offener: Sie sind offener und abenteuerlustiger und haben eine größere Bereitschaft, bestehende Normen und Werte zu hinterfragen.
Insgesamt haben Millionäre auch eine leicht erhöhte Gewissenhaftigkeit, sind tendenziell eher extravertierter und weniger „agreeable“, mit einem ausgeprägten Wettbewerbssinn.
Besonders interessant ist, dass diese Charaktereigenschaften bei „self-made“ Reichen noch stärker ausgeprägt sind als bei Erben.
Was kannst du daraus lernen?
Diese Studien zeigen vor allem Korrelationen auf, keine Kausalitäten. Das bedeutet nicht, dass du automatisch reich wirst, wenn du dich genauso verhältst. Es gibt jede Menge erfolgreiche Menschen und Millionäre, die diesen Eigenschaften widersprechen – die genannten Zahlen basieren auf Durchschnittswerten.
Trotzdem kannst du für dich möglicherweise das eine oder andere lernen: Vielleicht motiviert dich das, dir konkretere Sparziele zu setzen, mehr in deine Bildung zu investieren oder über eine unternehmerische Tätigkeit nachzudenken. Wichtig ist nur, dass du realistische Erwartungen hast und nicht denkst, dass bestimmte Verhaltensweisen automatisch zu Wohlstand führen.
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