Prepaid-Kreditkarte einfach erklärt

Jérôme Grad
Stand:

Die meisten Prepaid-Kreditkarten kannst du weltweit zum Bezahlen und Bargeldabheben einsetzen, ohne dass eine SCHUFA-Abfrage erfolgt. Den Verfügungsrahmen legst du selbst fest, indem du Guthaben auf die Karte lädst. Ein Dispo-Kredit ist nicht möglich und Sollzinsen fallen zu keiner Zeit an. Doch es gibt auch einige Kostenpunkte, auf die du achten solltest, um nicht unnötig Geld zu verlieren.

Was du wissen solltest
  • Eine Prepaid-Kreditkarte ist eine aufladbare Karte auf Guthabenbasis und somit keine richtige Kreditkarte. Erst musst du Geld aufladen, dann kannst du sie zum Einkaufen, auf Reisen oder im Alltag nutzen.
  • Da keine Bonitätsprüfung erfolgt, ist sie eine gute Alternative für alle mit einem negativen SCHUFA-Eintrag.
  • Positiv ist zudem zu bewerten, dass niemals Zinsen für den Kredit anfallen, da du nicht in den Dispo-Kredit rutschen kannst. Allerdings werden diese Karten nicht bei allen Autovermietungen und Hotels akzeptiert.
Wie du vorgehst
  • Vergleiche für die passende Prepaid-Kreditkarte die unterschiedlichen Konditionen der Anbieter. Du solltest vorab überlegen, welche Kosten auf dich zukommen und wie du sie möglichst umgehen kannst. So ist beispielsweise ein jährlicher Mindestumsatz kein Problem, solange du als leidenschaftlicher Online-Shopper die Karte für deine Einkäufe nutzt.
  • Das Bestellen dauert meist nur wenige Minuten. Vor dem Beantragen musst du gegebenenfalls die dazugehörige App herunterladen.
  • Nach Erhalt musst du die Karte in der Regel noch aktivieren. Dafür genügt ein einmaliges Aufladen.
Inhalte

Was ist eine Prepaid-Kreditkarte und wie funktioniert sie? 

Eine Prepaid-Kreditkarte ist keine Kreditkarte per se. Entgegen dem Original, das einen monatlichen Verfügungsrahmen besitzt, musst du die Prepaid-Kreditkarte aufladen – wie bei einem Prepaid-Handy. Erst dann kannst du sie zum Bezahlen oder Bargeldabheben nutzen.

Ist das Guthaben einmal auf der Karte, kannst du sie überall einsetzen, wo sie akzeptiert werden – genauso wie bei echten Kreditkarten. Für die Prepaid Mastercard oder Visa Karten gibt es jeweils über 40 Millionen Akzeptanzstellen weltweit.

Da keine SCHUFA-Abfrage erfolgt, sind Prepaid-Kreditkarten für alle Personengruppen mit unregelmäßigem Einkommen wie Minderjährige, Studenten oder Selbstständige geeignet. Auch verschuldete Personen profitieren davon, dass in den meisten Fällen keine Bonitätsprüfung erfolgt.

Besitzer von aufladbaren Kreditkarten müssen Abstriche beim Design machen. Die sogenannte Hochprägung, die hervorstehende, mit dem Finger fühlbarer Schriftzug auf der Karte, ist kein Standard bei den Prepaid-Varianten. Dadurch werden die Karten auch schnell als “unechte” Kreditkarten erkannt.

Ein weiterer Unterschied, vor allem zu Angeboten von Filialbanken: Die Prepaid-Variante ist nicht an ein eigenes Konto geknüpft. Du kannst also eine Karte ohne Kontoeröffnung beantragen.

Prepaid Kreditkarte im Ausland & Urlaub nutzen?

Prepaid-Kreditkarten eignen sich generell gut für Reisen und Auslandsaufenthalte. Denn du lädst vorab dein Budget auf und hast so jederzeit volle Kostenkontrolle über alle Bargeldabhebungen und Bezahlvorgänge. Bei normalen Kreditkarten hingegen erhältst du die Abrechnung meist nur monatlich. Wer da nicht penibel alle Belege sammelt, verliert schnell mal den Überblick.

Für Hotelbuchungen und Mietwagen-Kaution sind diese Karten allerdings nur teilweise geeignet. Denn nicht alle Anbieter und Unterkünfte akzeptieren diese Prepaid-Kreditkarten. Du solltest daher immer eine zweite Bezahloption in der Hinterhand haben. Die größten Chancen auf Akzeptanz bietet die VIABUY Mastercard, die durch eine persönliche Hochprägung optisch wie eine echte Kreditkarte aussieht.

Die Kosten und jeweiligen Limits für das Bezahlen und Bargeldabheben sind sehr unterschiedlich. Abhängig von den jeweiligen Gewohnheiten und Wünschen eignet sich die eine oder andere Karte mehr. Eine andere kostenlose Alternative ist die Commerzbank Prepaid-Kreditkarte – allerdings nur für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren.

Vorteile einer aufladbaren Kreditkarte

Prepaid-Kreditkarten bieten im Vergleich zu normalen Kreditkarten von Filialbanken einige Annehmlichkeiten wie das simple Bestellen der Karte und die Echtzeit-Einsicht in die Umsätze. Da nur aufgeladenes Guthaben genutzt werden kann, eignet sich die Karte auch für Jugendliche. Weitere Vorteile sind:

  • Bargeldlos bezahlen: Du kannst weltweit mit der Karte bei Reisen, Autovermietungen und Hotels bezahlen. 

  • Bargeld abheben: Mit den Prepaid-Kreditkarten kannst du dir an diversen Automaten weltweit Geld besorgen.

  • Einfaches Beantragen: Da keine SCHUFA-Abfrage und damit keine Bonitätsabfrage erfolgt, kann im Prinzip jeder die Prepaid-Kreditkarten beantragen – auch verschuldete Personen, Studenten und Selbstständige.

  • Keine Zinsen auf Kredite: Da nur das aufgeladene Guthaben zur Verfügung steht, rutschst du auch nie in den Dispokredit. Zinsen dafür können also nicht anfallen.

  • Volle Kostenkontrolle: Du kannst nur das ausgeben, was auf der Karte ist. Daher eignen sich solche Kreditkarten auch für Jugendliche in Form von Partnerkarten, die sich per monatliches Budget und ohne finanzielles Risiko an den Umgang mit Geld gewöhnen können.

  • Geringe Missbrauchsanfälligkeit: Nur das aufgeladene Guthaben kann abgezogen werden. Zudem hast du via App jederzeit Einsicht in die Abbuchungen.

  • Einlagensicherung: Wie bei anderen Kreditkarten greift auch hier die gesetzliche Einlagensicherung, solange es sich um deutsche beziehungsweise in der EU ansässigen Anbieter handelt.

Nachteile einer aufladbaren Kreditkarte

Bei den Nachteilen von Prepaid-Kreditkarten sind vor allem die verschiedenen und etwas unübersichtlichen Gebührenkataloge der Anbieter anzuführen. Es lohnt sich daher vor dem Beantragen die jeweiligen Kosten für Ausstellungs-, Jahres- und Transaktionsgebühren genau zu studieren, um das individuell passende Angebot zu finden. Die Nachteile im Überblick:

  • Kein Verfügungsrahmen: Du kannst nur das Geld ausgeben beziehungsweise abheben, das auf der Karte ist. 

  • Keine echte Kreditkarte: Da die aufladbaren Karten keine echten Kreditkarten sind, werden sie nicht überall akzeptiert. Daher solltest du eine solche Karte niemals als einzig verfügbares Bezahlmittel besitzen.

  • Begrenzter Abhebebetrag: Einige Anbieter begrenzen den täglichen oder wöchentlichen Maximalbetrag auf wenige Hundert €, ganz gleich, wie viel Guthaben auf der Karte ist.

  • Fremdwährungsgebühr: Fast immer fallen beim Bezahlen und Geldabheben in anderen Währungen Kosten an. Ausnahme ist hier die bunq Travel Card.

  • Gebühren beim Bezahlen und Aufladen: Mitunter kann es beim Bezahlen zu zusätzlichen Kosten kommen. Genauso verhält es sich beim Aufladen, was sehr ärgerlich ist und das Guthaben schnell schrumpfen lässt.

  • Limit bei Aufladungen: Manche Anbieter erlauben nur einen gewissen Betrag pro Zeitraum aufzuladen. Auch die Einzahlmodalitäten variieren.

  • Ruhegebühr: Nutzt du die Karte eine gewisse Zeit nicht, kann eine Ruhegebühr fällig werden, wie bei VIABUY.

  • Keine Kautionsfunktion: Die für Autovermietungen und Hotelbuchungen oft erforderliche Kautionshinterlegung ist nicht bei allen aufladbaren Kreditkarten möglich.

Prepaid-Kreditkarten: Ohne SCHUFA-Abfrage beantragen

Eine SCHUFA-Abfrage ist beim Beantragen nicht nötig. Denn eine Bonitätsprüfung oder ein Einkommensnachweis ist nicht erforderlich.

Daher kann im Prinzip jeder eine solche Prepaid-Kreditkarte beantragen. Einzig die Volljährigkeit und ein Wohnsitz in Deutschland beziehungsweise in der EU sind die Voraussetzungen. Dazu fällt noch eine einmalige Ausstellungsgebühr an. Mehr Bedingungen sind nicht zu erfüllen.

Um die Prepaid-Kreditkarte zu beantragen, gehst du ganz einfach auf die Website des Anbieters. Unter Umständen ist der Download der App erforderlich. In das Anmeldeformular trägst du deine persönlichen Daten ein und identifiziert dich per VideoIdent. Je nach Anbieter dauert es maximal drei Wochen, bis du die Karte in Händen hältst. Um sie zu nutzen, ist in der Regel noch das Freischalten durch erstmaliges Guthaben-Aufladen notwendig.

Prepaid Kreditkarte aufladen – So geht’s!

Das Aufladen einer Prepaid-Kreditkarte ist relativ simpel. Die meisten Anbieter ermöglichen das Einzahlen auf verschiedene Art und Weise. Gängig und kostengünstig ist die Überweisung vom Girokonto auf die Kreditkarte. Die notwendige IBAN erhältst du automatisch beim Registrieren.

Darüber hinaus ist auch das Aufladen via Giropay, SOFORT Überweisung oder von einer anderen Kreditkarte bei dem ein oder anderen Anbieter möglich. Hier ist jedoch teilweise mit zusätzlichen Kosten zu rechnen.

VIABUY bietet zudem die Option, Geld an Automaten bar auf das Konto einzuzahlen.

Häufig gestellte Fragen

  • Was ist eine Prepaid-Kreditkarte?

    Eine Prepaid-Kreditkarte ist per se keine echte Kreditkarte. Sie verfügt über keinen Verfügungsrahmen, vor der Nutzung muss Guthaben aufgeladen werden.  Daher ist sie oftmals ohne SCHUFA-Abfrage erhältlich.

  • Wie funktioniert eine Prepaid-Kreditkarte?

    Eine Prepaid-Kreditkarte muss zunächst mit Guthaben aufgeladen werden, bevor sie genutzt werden kann. Erst dann ist ein Bezahlen oder Bargeldabheben möglich.

  • Welche Prepaid-Kreditkarte ist die beste?

    Welche Prepaid-Kreditkarte die beste ist, hängt von den persönlichen Wünschen ab. Bei der Auswahl solltest du vor allem auf die Jahresgebühr, die Kosten beim Abheben und Bezahlen und „versteckte“ Kosten achten, wie beispielsweise die „Ruhegebühr“ bei VIABUY.

  • Wie lade ich eine Prepaid-Kreditkarte auf?

    Für das Aufladen einer Prepaid-Kreditkarte stehen je nach Anbieter verschiedene Optionen zur Verfügung. So kannst du per Überweisung, Sofort-Überweisung oder Giropay Guthaben auf die Karte laden. Manche Anbieter ermöglichen auch das Einzahlen von einer anderen Kreditkarte.

  • Gibt es Prepaid-Kreditkarten mit Hochprägung?

    Ja, das gibt es. Beispielsweise die VIABUY Mastercard ähnelt einer echten Kreditkarte, da sie mit individualisierter Hochprägung verschickt wird. Du erhältst in diesem Fall deine Prepaid-Kreditkarte mit persönlichem Namen.

  • Was ist besser: Prepaid Mastercard oder Prepaid Visa?

    Ob Prepaid Mastercard oder Visa, ist im Prinzip reine Geschmackssache. Denn beide Anbieter verfügen über annähernd gleich viele und insgesamt jeweils circa 40 Millionen Akzeptanzstellen weltweit und sorgen somit für eine breite Basis an Bezahlmöglichkeiten. Für die einzelnen Gebühren sind wiederum die Anbieter wie bunq oder VIABUY verantwortlich. Daher solltest du eher diese Kosten im Blick haben.

Jérôme Grad

Jérôme verschrieb sich nach seinem Studium komplett der Tätigkeit als Online-Redakteur, zunächst im Sport, später in weiteren Bereichen. Seine Affinität zu Finanzfragen und Altersvorsorge entdeckte er spätestens mit Beginn seiner Selbstständigkeit vor einigen Jahren. Seit Juni 2020 schreibt er für Finanzfluss.

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