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Ordertypen für Aktien

Stephan Kintrup
Stephan Kintrup
Stand: 4. September 2023
Aktien und andere Wertpapiere können auf verschiedene Weise gehandelt werden. Wie gehandelt werden soll, legen die Anleger per Ordertyp fest. Durch die Auswahl können Anleger ihre Anlagestrategie besser umsetzen. Welche Ordertypen es gibt und wie sie funktionieren, zeigen wir dir in diesem Artikel.

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Was du wissen solltest
  • Aktien kaufst du über deinen Broker. Bei ihm kannst du verschiedene Ordertypen, also Kaufs- und Verkaufsarten, auswählen.
  • Eine „normale“ Order ist eine Market-Order. Dabei wird die Order zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt.
  • Ebenfalls weitverbreitet sind die Stop- und die Limit-Order. Bei einer Stop-Order wird ab einem vorher festgelegten Kurs gekauft oder verkauft. Wenn ein Mindest- oder Höchstpreis festgelegt wird, spricht man von einer Limit-Order.

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So gehst du vor
  • Um Aktien zu kaufen, musst du ein Depot eröffnen. Ein für dich passendes kannst du in unserem Depotvergleich finden.
  • Nun kannst du Aktien einfach über eine Market Order kaufen oder den gewünschten Ordertyp einstellen.
  • Achtung: Nicht jeder Ordertyp ist bei jedem Broker möglich und bei manchen nur zu hohen Summen ausführbar. Auch darüber lohnt es sich bei der Wahl des Depotanbieters zu informieren.

Ordertypen im Überblick

Wenn du eine Aktie kaufst oder verkaufst, ist die voreingestellte Order die Market-Order. Das bedeutet, dass die Transaktion zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt wird. Andere mögliche Ordertypen musst du bei Bedarf vor dem Kauf oder Verkauf auswählen. Diese Ordertypen finden übrigens nur Anwendung, wenn du einmalig investierst oder verkaufst. Du kannst auch per Sparplan Geld anlegen: Dann wird der Kauf automatisiert an dem von dir festgelegten Ausführungstag und zum tagesaktuellen Kurs durchgeführt.

Market-Order

Die Order wird so schnell wie möglich abgewickelt. Die Aktien werden entweder billigst gekauft oder bestens verkauft.

„Billigst“ bedeutet in diesem Fall, dass der Kauf einer Aktie an der Börse mit dem Verkäufer getätigt wird, der zum aktuellen Zeitpunkt der billigste ist.

„Bestens“ bedeutet dagegen, dass die Aktie zum in diesem Moment besten Preis an der Börse verkauft wird. Dabei wird beim Verkauf oder Kauf aber nicht unbedingt der beste Preis erzielt.

Die Wertpapiere können an dem Handelstag noch zu einem günstigeren Preis gekauft oder zu einem höheren Preis verkauft werden. Die Market-Order führt den Vorgang nur zum nächstmöglichen Zeitpunkt zum dann geltenden Marktpreis aus.

Stop-Order

Bei einer Stop-Order wird die Transaktion ausgeführt, wenn der Preis ein vorher festgelegtes Niveau erreicht. Die Order wird ebenso ausgelöst, wenn der Kurs bei einer Kauforder überschritten oder bei einer Verkaufsorder unterschritten wird. In diesen Fällen wird zum nächstmöglichen Kurs gehandelt, d.h. es wird eine Market-Order ausgeführt.

Stop-Buy-Order

Der Aktienkauf erfolgt, wenn der festgelegte Kurs erreicht oder überschritten wird. Man kauft also eine Aktie ab einem bestimmten Kurs. Der Trade wird in diesem Fall als Market-Order billigst ausgeführt. Dieser Ordertyp kommt für dich infrage, wenn du von einem Aufwärtstrend ab einem bestimmten Kurswert ausgehst. Dafür würdest du diesen Kurswert als Stop-Kurs festlegen.

Stop-Loss-Order

Die Stop-Loss-Order ist beim Verkauf von Aktien oder anderen Wertpapieren relevant. Falls ein vorher festgelegter Kurs erreicht oder unterschritten wird, erfolgt der Verkauf bestens. Anleger erhoffen sich, mit dieser Order Verluste zu begrenzen. Vorteilhaft daran ist zudem, dass die Order automatisch ausgeführt wird. Zu bedenken ist indes, dass zum nächstmöglichen Kurs verkauft wird. So kann der tatsächliche Verkaufskurs deutlich unter dem Stop-Kurs liegen.

Limit-Order

Eine Limit-Order ist eine Handelsanweisung, bei der ein Mindest- oder Höchstpreis festgelegt wird. Für den Kauf eines Wertpapiers wird ein Höchstpreis eingestellt. Somit findet die Transaktionen nicht statt, falls der Kurs darüber liegt. Wenn du ein Wertpapier verkaufen möchtest, kannst du einen Mindestkurs bestimmen. Diesen Kurs wirst du mindestens erhalten. Bedenke dabei aber, dass die Transaktion bei einem geringeren Kurs nicht ausgeführt wird.

Stop-Limit-Order

Kombination aus Limit- und Stop-Order. Bei Erreichen des Stops erfolgt der Trade aber nicht billigst oder bestens, sondern wandelt sich in eine Limit-Order. Preise über dem Limit werden beim Kauf nicht ausgeführt, genau wie Verkäufe unter dem Limit nicht stattfinden.

One-Cancels-Other-Order

Eine One-Cancels-Other-Order kombiniert eine Kauf- mit einer Verkaufsorder. Dabei liegt ein Kurs über dem aktuellen Kurs und der andere darunter. Meist wird eine Stop-Order zusammen mit einer Limit-Order verwendet. Wenn eine Order ausgeführt wird, dann wird die andere gelöscht.

Trailing-Stop-Loss-Order

Bei einer Trailing-Stop-Loss-Order handelt es sich um eine spezielle Stop-Loss-Order. Der Unterschied: Der auslösende Kurs wird bei steigenden Kursen automatisch nach oben angepasst. Gewählt werden kann eine absolute oder prozentuale Anpassung. Sofern der auslösende Kurs erreicht wird, wird das Wertpapier verkauft.

Wie die Trailing-Stop-Loss-Order funktionieren kann, zeigt das folgende Beispiel: Angenommen der aktuelle Kurs liegt bei 100€. Zuerst wird ein anfänglicher Stoppkurs festgelegt, z.B. in Höhe von 90€. Zudem wird festgelegt, wie der Stoppkurs bei steigenden Kursen angepasst werden soll. Denkbar ist eine absolute Abweichung von 10€. Für den Fall, dass der Aktienkurs auf 105€ ansteigt, würde demnach der Stoppkurs auf 95€ erhöht.

Trailing-Stop-Buy-Order

Eine Trailing-Stop-Buy-Order ist eine Erweiterung der Stop-Buy-Order. Wie auch bei der Trailing-Stop-Loss-Order wird der auslösende Stoppkurs angepasst. In diesem Fall wird er bei fallenden Kursen nach unten angepasst. Bei steigenden Kursen hingegen bleibt er unverändert. Fall der Stoppkurs erreicht wird, wird gekauft.

Next-Order

Bei einer Next-Order werden 2 Aufträge miteinander verknüpft, die nacheinander ausgeführt werden sollen. Die Next-Order kann genutzt werden, um Gewinne zu sichern oder Verluste zu begrenzen. Zur Sicherung der Gewinne wird beim Kauf festgelegt, wann verkauft wird. Auf umgekehrte Weise werden Verluste begrenzt. Beim Ordertyp ist auch eine Kombination von unterschiedlichen Wertpapieren und Börsen möglich.

If-Done-Order

Eine If-Done-Order verbindet 2 Aufträge. Hierbei wird die zweite Order erst nach der ersten ausgeführt. Im Prinzip handelt es sich bei einer If-Done-Order um eine Next-Order.

Neuemissionen zeichnen

Neuemissionen sind Wertpapiere, die erstmals auf dem Kapitalmarkt gehandelt werden. Die angebotenen Wertpapiere können Aktien, Anleihen und Fonds sein. Unternehmen erhoffen sich durch einen Börsengang u.a. neues Kapital für Investitionen. Wer sich am Unternehmen beteiligen möchte, kann Anteile zeichnen. Damit verpflichtet man sich, ein Wertpapier zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Sofern genügend Wertpapiere zur Verfügung stehen, erhält man das gezeichnete Wertpapier zugeteilt. Andernfalls nach einem vorher festgelegtem Zuteilungsverfahren.

Häufig gestellte Fragen

Welche Ordertypen beim Aktienkauf gibt es?

Wie kann man Ordertypen einstellen?

Bieten alle Broker alle Ordertypen an?