Welche Aktienarten gibt es ? – Namens- Stamm, Vorzug- und Vinkulierte Namensaktien erklärt

Übertragbarkeit der Aktien

Man unterscheidet zuerst einmal Aktientypen in ihrer Übertragbarkeit von einem Aktionär zum nächsten. Bezüglich der Übertragbarkeit unterscheidet man in Inhaberaktien, Namensaktien und vinkulierte Namensaktien.

Inhaberaktie

Die Inhaberaktie ist die gängigste Form der Aktie. Es reicht sie zu besitzen, um alle Rechte eines Aktionärs zu haben. Die Namen der Aktionäre sind der Aktiengesellschaft (AG) somit nicht immer, zu jedem Zeitpunkt, bekannt. Ihr könnt eure Aktien ohne weiteres an Freunde verkaufen ohne die AG darüber zu informieren.

Namensaktie

Bei der zweiten Kategorie,  der Namensaktien, ist das anders. Hier lautet die Aktie auf den Namen des Aktionärs und wird auch im Aktienbuch / Aktienregister der AG eingetragen. Wenn ihr also eine Namensaktie verkaufen wollt, muss dies der AG mitgeteilt werden. In der Praxis erledigt das jedoch die Depot führende Bank automatisch für euch.

Vinkulierte Namensaktie

Eine Sonderform der Namensaktie ist die vinkulierte Namensaktie. Sie wird auch in das Aktienbuch eingetragen. Wenn Ihr diese übertragen wollt benötigt ihr hierzu aber die Zustimmung der AG. Diese Übertragung kann von der AG auch abgelehnt werden. Der Grund warum Unternehmen vinkulierete Namesaktien ausgeben, ist um sich vor feindlichen Übernahmen zu schützen.

Stamm- und Vorzugsaktien

Eine zweite Einteilung von Aktien ist die Einteilung in Stamm- und Vorzugsaktien.

Stammaktien

Schauen wir uns hierzu mal die Google Aktien, die jetzt Alphabet Aktien heisst, an. Als Anleger kann ich entweder Typ A Aktien oder Typ C Aktien kaufen. Wie ihr in unserem Video sehen könnt, sind die C Aktien günstiger als die A Aktien. Das liegt daran, dass die A Aktien sogenannten Stammaktien sind und alle Aktionärsrechte beinhalten.

Vorzugsaktie

Die C Aktien hingegen ist eine Vorzugsaktie. Anders als es der Name der Vorzugsaktie vermuten lässt, hat sie einen Nachteil gegenüber der A Stammaktie. Sie besitzt nämlich kein Stimmrecht für ihre Aktionäre. Aus diesem Grund sind Anleger auch nicht bereit  den selben Preis wie für eine A Aktie, mit Stimmrecht, zu zahlen. Die ca. 20€ Differenz resultieren also aus dem nicht vorhandenen Stimmrecht der C Aktie.
Volkswagen ist z.B. ein deutsches Unternehmen welches wie Google, Stamm- und Vorzugsaktien anbietet.

Für Privatanleger ist es meist kein Nachteil kein Stimmrecht zu besitzen. Ihr Anteil am Unternehmen ist meistens so gering, dass sie mit ihrem Stimmrecht ohnehin keinen Einfluss auf das Unternehmen ausüben können. Als Ausgleich zahlen Unternehmen den Aktionären mit Vorzugsaktien oft eine etwas höhere Dividende. Das ist dann der „Vorzug“ den Vorzugsaktionäre im Vergleich zu Stammaktionären haben. Die BMW AG hat beispielsweise Ihren Vorzugsaktionären 2014 zwei Cent mehr Dividende je Aktie gezahlt.

Ihr seht also, dass es durchaus interessant sein kann als Privatlanleger Vorzugsaktien zu kaufen. Ihr zahlt einen niedrigeren Einstiegspreis und habt die Möglichkeit mehr Dividende zu bekommen. Im Gegenzug habt ihr dafür kein Mitspracherecht, welches aber sowieso erst ab einer Investition von einigen Million interessant wird.

Die häufigste Aktienform in Deutschland bleibt die Inhaber Stammaktie. Sollte das für eine AG nicht der Fall sein, findet ihr das im Namen der Aktie mit dem Vermerkt „Namens-“ oder „Vink.- Namensaktie“ oder „VZ.“ Für Vorzugsaktie.