Mona Linke
Mona Linke
9. Dezember 2021

Der Berater im Klassenzimmer

Wenn Finanzverbände, Versicherer oder Vermögensberater mit Schulen und Unis kooperieren, wittern Lobbyismus-Kritiker eine gefährliche Einflussnahme. Zurecht?

Im Januar 2019 steht Thomas Wüst vor der Klasse eines Wirtschaftsgymnasiums in Esslingen, hinter ihm flimmert auf einem überdimensionalen Smartboard eine Präsentation. Esslingen liegt in Baden-Württemberg und Thomas Wüst ist Geschäftsführer einer unabhängigen Vermögensverwaltung. Dass er jetzt vor einer Schulklasse referiert, liegt daran, dass seine Firma an der Aktion “Mitarbeiter machen Schule” teilgenommen hat – eines von vielen Programmen, über die immer wieder Vertreter aus dem Wirtschafts- und Finanzbereich Schulen einen Besuch abstatten. Eine Doppelstunde hindurch wird Thomas Wüst nun mit den Wahlpflicht-Schülern besprechen, wie man ein Portfolio baut, was die Notenbankpolitik bewirkt und was nachhaltige Geldanlagen sind. Selbst die Analyse von Wertpapieren per Fundamental- und Chartanalyse wird Wüst aufgreifen. Und später wird das Wirtschaftsgymnasium auf seiner Website schreiben, was für ein “großer Gewinn” der Besuch des Finanzexperten war. 

Und ohne Frage ist es ein Gewinn für Schülerinnen und Schüler, ab und an Einblicke in die reale Wirtschaft zu bekommen oder von Menschen außerhalb des Schulgebäudes Wissen vermittelt zu bekommen. Problematisch wird es, wenn Heranwachsende Ratschläge und Empfehlungen bekommen, die nicht dem Allgemeinwissen der Lernenden dienen, sondern dazu, neue Kunden zu gewinnen, die eigenen Produkte zu verkaufen oder potentielle Arbeitskräfte zu rekrutieren. Genau das passiert in manch einer Bildungseinrichtung in Deutschland und wird von Initiativen wie Lobbycontrol oder Gewerkschaften wie der GEW seit Jahren als verdeckter Lobbyismus beklagt. Aber ab wann ist Lobbyismus überhaupt schädlich? Und in welcher Form kann er vielleicht auch nützlich sein?

Lobbyismus in der Bildung – kein neues Phänomen

Lobbyisten würde man normalerweise eher in den Fluren der Parlamente verorten und weniger im Klassenzimmer oder Hörsaal. In Wahrheit sind die Verknüpfungen zwischen Bildung und Wirtschaft an mancher Stelle ziemlich ausgeprägt. Etwa seit den 1990er Jahren, als die chronische Unterfinanzierung der öffentlichen Bildungseinrichtungen ihren Anfang nahm, ploppten die ersten Angebote privater Firmen auf, mit Finanzspritzen, Sponsorings oder auch nur der Bereitstellung von Arbeitsmaterial auszuhelfen. Angebote, die bis heute viele Einrichtungen mit Kusshand annehmen, lässt sich damit doch sehr viel Arbeit und Geld sparen. Kritiker sehen hierin das Problem: Junge Menschen seien naiver und beeinflussbarer als Erwachsene und damit empfänglicher für Werbebotschaften oder gar politische Meinungsmache. Beginnen wir in der Schule: In welcher Form findet Lobbyismus dort statt?

Von Schulheften bis “Expertenstunden”

Dass Finanzexperten, Steuerberater oder Vermögensverwalter vor Schulklassen referieren wie Thomas Wüst in Esslingen, ist kein Einzelfall. Ein solches Programm bietet auch der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) an. “Finanzexperten in die Schulen” lautet der Titel. Über 800 Schulen haben Informationen des Verbands zufolge das Angebot bereits genutzt und als “sehr positiv bewertet”. Unterrichtet würden Themen wie “richtiges Geldmanagement”, Zukunftsvorsorge, die Börse oder die Frage, wie es zur Finanzkrise kam.

Das “Network for Teaching Entrepreneurship”, kurz: NFTE, tritt mit dem Anspruch an, das “unternehmerische Denken zu fördern” und geht sogar noch etwas weiter: Neben Besuchen von Schulklassen führt der Verein, der verschiedene Partnerschaften mit Vertretern aus der Wirtschaft pflegt, sogar Lehrer-Fortbildungen durch. In der Vergangenheit wurde dem NFTE immer wieder indirekte Lobbyarbeit vorgeworfen. Dazu gleich mehr.

Der Versicherungsriese Allianz hat bis vor zwei Jahren zusammen mit der Werbeagentur Grey und der Unternehmensberatung McKinsey das Programm “My Finance Coach” betrieben, inzwischen wurde die Initiative eingestellt. Eine Anfrage an die Allianz nach den Gründen blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Das Ganze lief so ab: Aus mehr als 60 Partnerunternehmen konnten sich Mitarbeiter zu Finance Coaches ausbilden lassen und anschließend Heranwachsenden “den richtigen Umgang mit Geld” lehren. “Ob Kundenberater, Vertreter, Spezialist oder Geschäftsstellenleiter – jeder kann mitmachen”, heißt es dazu auf der Website der Allianz. “Nach einer kurzen Einführung kann es ohne weitere Voraussetzungen direkt losgehen”.

Dass Vermittler oder Vermögensberater als Aushilfslehrer einspringen, beobachtet Martina Schmerr von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bereits seit einigen Jahren. “Wenn Experten Unterrichtsstunden übernehmen und Kindern erzählen, welche Versicherungen sie brauchen, ist das ein großes Problem.” Dass es überhaupt soweit kommt, überrascht die Schul-Expertin aber nicht: Im Lehrpersonal gebe es immer wieder Leute, die sich in den Bereichen Wirtschaft und Finanzen nicht gut auskennen. “Da spart man natürlich Zeit, wenn man sich einen externen Experten zur Hilfe holt”.

Hilfreiche Arbeitsblätter oder massive Lobbyarbeit? 

Finanzexperten als Aushilfslehrer sind nicht die einzige Form, in der Kritikern zufolge verdeckter Lobbyismus stattfindet. Eine andere, gern genutzte Variante sei das Bereitstellen von Arbeitsblättern, Lernheften oder anderen Unterlagen, meint Martina Schmerr vom GEW.

Der BVI gibt im Rahmen seiner “Bildungsinitiative” zusammen mit der Stiftung Jugend und Bildung seit Jahren das Magazin “Hoch im Kurs” heraus, in dem es um Altersvorsorge geht. In einer aktuellen Ausgabe zum Beispiel um den Kapitalmarkt und verschiedene Anlageformen. Für jemanden, der bei der Rendite “ehrgeizige Absichten” verfolgt, empfiehlt das Heft zum Beispiel Misch- und Rentenfonds sowie offene Immobilienfonds. Auch in Sachen Unterrichtsmaterial ist wieder die Deutsche Vermögensberatung vertreten. Zusammen mit dem Institut für ökonomische Bildung und dem Handelsblatt gibt der Finanzvertrieb seit 2003 den Unterrichtsband “Handelsblatt macht Schule” heraus. Schüler sollen damit an Themen wie “Wirtschaftsordnung” und “finanzielle Allgemeinbildung” herangeführt werden. Mehr als 12.000 Lehrer setzen nach Angaben des Handelsblatt bereits das Material ein. 

Felix Duffy von Lobbycontrol sieht in dem meisten solcher Unterrichtsmaterialien eine “inhaltliche Einflussnahme”. Er erinnert sich zum Beispiel an eine Ausgabe, in dem “die zehn goldenen Regeln der Vermögensberater” aufgeführt wurden. Eine solche Schlagzeile suggeriert ganz klar: Ein Vermögensberater ist eine gute Sache. Dass die Beratung häufig einseitig und zugunsten der eigenen hausinternen Produkte ausfällt, außerdem einiges kostet und Privatanleger ohne Berater meist besser dran wären, bleibt unerwähnt. “Einige Materialien dienen aber auch ganz einfach der Imagepflege der Unternehmen”, so Duffy. 

Der Verein NFTE warb immer wieder ganz offensiv mit Texten in Schulheften für Unternehmen. In einer Ausgabe wurde beispielsweise die Berliner Wall AG als “sozial engagiert” beschrieben und dabei die “elegante Firmenzentrale” gelobt. Von “indirektem” Lobbyismus kann in einem solchen Fall kaum noch die Rede sein, der Manipulationsversuch ist nicht zu übersehen. Ein vom NFTE zur Verfügung gestelltes Lehrbuch wurde 2016 an hessischen Schulen vom zuständigen Kultusministerium untersagt mit der Begründung, es verstoße gegen das Werbeverbot an hessischen Schulen.

Martina Schmerr vom GEW fürchtet außerdem, dass Schüler schon allein durch “schreiende Sichtbarkeit von Firmenlogos manipuliert” werden.

Der BVI als Mit-Herausgeber von Material sieht das etwas anders: “Nur wer die grundlegenden ökonomischen Zusammenhänge versteht, trifft als Verbraucher die richtigen Entscheidungen”, verteidigt ein Sprecher des BVI die Aktion. Auf unsere Fragen, welche Intention der BVI mit derartigen Materialien verfolgt und ob der Vorwurf der Meinungsmanipulation aus seiner Sicht angebracht ist, hat uns der BVI keine Antworten gegeben.

Lobbyismus auf dem Campus?

Auch Hochschulen und Universitäten sollen in den vergangenen Jahrzehnten zum Einfallstor für Vertreter aus der freien Wirtschaft geworden sein. Tatsächlich finden sich über die Bundesrepublik verteilt mehrere privat-öffentliche Partnerschaften oder Verknüpfungen. Der Grund ist einfach: Viele Hochschulen oder einzelne Lehrstühle und Forschungszweige sind auf Drittmittel angewiesen. Und die erhalten sie zum Teil von großen Konzernen, deren Namen dann im Gegenzug auf dem Uni-Gebäude prangt. Solche Sponsorings kommen andauernd vor und sind per se nicht problematisch, sondern im Gegenteil eine extreme finanzielle Entlastung für Hochschulen. Problematisch wird es erst, wenn die Partner aus der freien Wirtschaft versuchen, Einfluss auf Inhalte zu nehmen.

So geschehen, als die Deutsche Bank gleich an zwei Berliner Unis ein Institut für Angewandte Finanzmathematik finanzieren wollte. Die Kooperationen wurden kurze Zeit später wieder aufgelöst. Denn in Verträgen hielten beide Parteien unter anderem fest, dass die Deutsche Bank künftig so gut wie jede Entscheidung der Bildungseinrichtungen absegnen müsse.

Eine ganz andere Qualität hat das, was sich in den vergangenen Jahren an Universitäten abgespielt hat, die mit dem Finanzvertrieb MLP kooperiert haben. Bürger-Vereine wie die Organisation Finanzwende werfen dem Finanzvertrieb vor, sich immer stärker in der Hochschullandschaft auszubreiten und die Unis als Einfallstor zu nutzen, um die eigenen Absätze zu steigen. Beispielsweise, indem Kontaktdaten von Studenten gesammelt oder Finanzprodukte mit hohen Provisionen verkauft werden, darunter wenig sinnvolle Kombi-Produkte aus Rürup-Rente und Berufsunfähigkeitsversicherung. Eine Universität, die mit MLP kooperiert hat, war die Freie Universität in Berlin. Laut Medienberichten hatten sich mehrere Studenten über das “Auftreten und die Geschäftspraktiken” der MLP-Mitarbeiter beschwert, die Zusammenarbeit wurde daraufhin aufgelöst.

Finanzwende hat eine zehnseitige Studie allein zu den fragwürdigen Verknüpfungen von MLP mit verschiedenen deutschen Hochschulen erstellt. Dort führt der Verein auf, wo das Wieslocher Unternehmen überall präsent ist: An der Uni Mannheim und Uni Heidelberg zum Beispiel in Form von Career Services, bei denen MLP-Vertriebler den Studierenden kostenlose Seminare zu Gehaltsverhandlungen oder Steuertipps anbieten – um dann anschließend E-Mail-Adressen einzusammeln oder direkt zu Beratungs- und Verkaufsgesprächen einzuladen.

Anderswo habe sich MLP Zugang zu den Fachschaften von Universitäten verschafft und richte über die Kooperationen Seminare aus. „Bildungsstätten öffnen MLP seit Jahren Tür und Tor”, kritisiert Lena Blanken, Kampagnenleiterin bei Finanzwende. “Sie ermöglichen dem Unternehmen Zugang zu Studierenden und unterstützen damit den Finanzkonzern in seiner Neukundengewinnung.” Die Kooperationen müssten enden und MLP raus aus den Hochschulen, so Blanken. Denn die Rechnung für die enge Zusammenarbeit zahlten am Ende Studierende, die sich im Vertrauen auf ihre Hochschulen auf MLP einlassen. 

Aber was ist eigentlich verwerflich daran, um Neukunden zu werben, wenn doch im Austausch wertvolles Wissen vermittelt wird? Das Problem ist, dass unwissende Neukunden gehörig auf die Nase fallen können, wenn sie sich tatsächlich auf ein Angebot einlassen und sich beispielsweise einen Riester-Vertrag mit Mindestlaufzeit oder eine Kombi-Berufsunfähigkeitsversicherung ans Bein ketten. Solche Produkte sind häufig illiquide und können nur gegen hohe Abschläge wieder gekündigt werden. Außerdem sind sie unnötig teuer, weil Ausgabeaufschläge, Verwaltungsgebühren oder Provisionen berechnet werden. Kurz gesagt: Die Praxis von MLP kann bewirken, dass Hunderte junger Menschen ihre Altersvorsorge falsch angehen und sich auf Finanzberater und Vermittler verlassen, statt das Ganze selbst in die Hand zu nehmen – was sehr viel günstiger und effektiver wäre.

Gibt es auch guten Lobbyismus? 

Ist es per se schlecht, wenn die Privatwirtschaft ihre Finger im Spiel hat oder gibt es auch eine Art “guten Lobbyismus”, von dem die öffentlichen Bildungseinrichtungen profitieren könnten? Fakt ist: Die allermeisten öffentlichen Bildungseinrichtungen leiden an einer chronischen Unterfinanzierung. Und da lässt es sich durchaus verkraften, wenn das Forschungszentrum von einem Großkonzern gesponsert wurde, dessen Logo dafür den Campus ziert. Auch kann es für Heranwachsende sehr hilfreich sein, andere Perspektiven kennenzulernen, Einblicke ins Arbeitsleben zu bekommen und auch mal mit Fachkundigen aus anderen Bereichen als der Pädagogik sprechen zu können.

Felix Duffy von Lobbycontrol meint, Lobbyismus an sich sei sehr wichtig. “Es gehört zu einer Demokratie dazu, dass mehrere Meinungen gehört werden”. Das Problem sei aber, dass “große Machtunterschiede zwischen den Akteuren” herrschten. Und in der Tat: Material zu entwickeln, Institute zu finanzieren oder Experten in Schulen referieren zu lassen, muss man sich leisten können. Und so sind es eben selten kleine Akteure, die auf der Bildfläche erscheinen und ihre Meinungen vertreten. “Es geht nicht darum, Schulen abzuschotten oder Verbote zu verhängen. Es muss einfach offengelegt werden, wer hinter einer Finanzierung steckt, wer was beauftragt hat und wie viel Geld genau geflossen ist”, so Duffy. Das funktioniere allein, indem man schon in der Lehrerausbildung den Blick für solche Themen schärfe und die Bildungseinrichtungen gleichzeitig mit ausreichend finanziellen Mitteln ausstattet.

Martina Schmerr vom GEW sieht das ähnlich: “Eigentlich sind auch wir Gewerkschaften Lobbyisten, denn auch wir haben einen bestimmten Auftrag”. Grundsätzlich hält sie es für sinnvoll, wenn Schule mit außerschulischen Akteure zusammenarbeitet. Nur gebe es eben Unterschiede in der Art und Weise. “Unverfänglich” findet es die Bildungsexpertin zum Beispiel, wenn die Gartenbank auf dem Schulhof vom regionalen Gartenbauunternehmer gestiftet wurde. “Auch wenn die Sparkasse ein Schulfest mitfinanziert und anschließend im Jahresbericht genannt wird, ist das in Ordnung”. Was nicht ginge, seien zum Beispiel Hefte, die auf jeder Seite mit einem Unternehmens-Logo versehen sind.

Schmerr wünscht sich, dass Unterrichtsmaterial gründlicher von den Kultusministerien geprüft würde. Würden in den Heften ausgewogene Pro- und Contra-Diskussionen geführt oder neben einem Vertreter der schwäbischen Industrie eben auch mal Greenpeace zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, fände Schmerr das ebenfalls sinnvoll.

Finanzunterricht in der Schule könnte eine gute Sache sein

Junge Leute wissen kaum etwas über Geld, haben keinen Plan von Aktien und überhaupt fühlen sich die wenigsten Jugendlichen auf den Alltag zwischen Steuererklärungen und Hausratversicherungen ausreichend vorbereitet. So lesen sich die Ergebnisse unzähliger Studien und Umfragen, die übers Jahr verteilt in Auftrag gegeben werden. Und zwar von – man kann es sich denken – der Finanzbranche selbst.

Selbstredend ist es eine tolle Vorstellung, dass 18-Jährige wissen, welche Versicherungen sie brauchen und vor allem, welche sie sich sparen können. Oder dass Studenten ein Aktiendepot haben und wissen, wie die Notenbankpolitik funktioniert. Sich ein solches Wissen bereits früh anzueignen, wäre hervorragend. Nur ist fraglich, wie wertvoll dieses Wissen noch ist, wenn es von Finanzvertrieben, Banken-Verbänden oder Wirtschaftsprüfern stammt. Schlimmstenfalls wird dann das genaue Gegenteil bewirkt: Junge Leute kaufen überteuerte Produkte oder schließen unnötige Verträge ab, aus denen sie erst 40 Jahre später herauskommen. Sie fangen nicht an, sich selbst um ihre Finanzen zu kümmern, sondern vertrauen dem Berater in der Filiale, bezahlen Ausgabeaufschläge und hohe laufende Gebühren, obwohl sie sich das sparen könnten. Finanzunterricht an der Schule könnte, wenn er nicht von Eigeninteressen der Unternehmen und Vertriebe bestimmt wird, eine gute Sache sein.

Doch um nicht nur zu schimpfen, was mal sein könnte, zu wünschen oder hoffen wäre: Was fast noch wichtiger ist als Finanzwissen und sich auch ohne Seminar aneignen lässt, sind eine gesunde Skepsis und Fähigkeiten wie das kritische Hinterfragen. Denn letzten Endes selbst hinter die Fassade schauen und einordnen zu können, warum einem eine Person zu etwas rät oder von etwas abrät, verschafft einem bei finanziellen Entscheidungen bereits einen meilenweiten Vorsprung.



Kommentare (2)

G

Gunnar Marschke

sagt am 10. Dezember 2021

Was mir bei dem Artikel auffällt: Richtigerweise wird bemängelt, dass Vertriebe getarnt als Informationsgeber versuchen überteuerte Produkte abzuschließen und damit Schaden anrichten. Andererseits wird der Nutzen von Finanzwissen für Schüler und Studenten grundsätzlich als positiv erachtet. Warum gibt es dann keinen klaren Kriterienkatalog für Schulen und Universitäten, der hilft, echte Informationsgeber und schädliche Vertriebsaktivitäten voneinander zu unterscheiden? Oder noch besser natürlich, warum macht sich die GEW nicht Gedanken zur Vermittlung von Finanzwissen im klassischen Unterricht? Liegt es vielleicht daran, das in dieser Organisation sehr viele Vertreter sitzen, die nach wie vor alles was mit Finanzen zu tun hat als schmutzig und böse abqualifiziert? Ich habe den Eindruck, dass mal wieder, statt Lösungen anzustoßen, der schwarze Peter auf die Schultern anderer gelegt werden soll. Schade, so kommen wir wieder nicht weiter!

N

Najda

sagt am 14. Dezember 2021

Danke für den tollen Artikel. Ich glaube wirklich, dass der Geldmangel an Bildungseinrichtungen der Hauptgrund für den Lobbyismus ist, wie ihr auch schreibt. Ich hätte mir das in meiner Kindheit und Jugend auch gewünscht und hole es im Erwachsenenalter mehr und mehr nach. Ihr schreibt mir hier aus dem Herzen!


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