Finanzfluss Team
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23. November 2016

Geldwäsche einfach erklärt! Mit vielen anschaulichen Beispielen

Das Bundesfinanzministerium in Deutschland schätzt, dass jedes Jahr bis zu 100 Milliarden Euro illegal gewaschen werden. Doch was ist Geldwäsche überhaupt, wie funktioniert sie und welchen Einfluss hat sie auf uns als Privatanleger?

Was ist Geldwäsche?

Unter Geldwäsche versteht man finanzielle Transaktionen, die darauf ausgelegt sind, die Herkunft und die Existenz von Geld oder anderen Vermögenswerten aus illegalen Transaktionen zu verstecken, um es dann wieder in den regulären Wirtschaftskreislauf einfließen zu lassen.

Das Ziel der Geldwäsche ist es also, die Herkunft illegal erworbenen Geldes zu verschleiern. Das illegale Geld kann zum Beispiel aus dem Handel mit Drogen, aus Erpressung, dem illegalen Waffenhandel oder aus der illegalen Prostitution stammen.

Wie entsteht illegales Geld?

Illegales Geld entsteht beispielsweise dann, wenn ein Krimineller einen Politiker schmiert (Korruption). Dabei kann der Kriminelle nicht einfach das Schmiergeld auf das Konto des Politikers einzahlen, da Banken bei großen Transaktionssummen misstrauisch werden.
Banken haben sogar die Pflicht, auffallende Geldbewegungen bei der Polizei zu melden. Die Polizei wird in so einem Fall ein Ermittlungsverfahren einleiten und versuchen, die Sache aufzuklären.

Der Ursprung – Al Capone

Die Erfindung des Geldwaschens geht übrigens auf den berühmten US-amerikanischen Mafioso Al Capone zurück. Er wollte das Geld, welches er mit Alkoholschmuggel, Drogenhandel und illegaler Prostitution verdient hat, wieder in den geregelten Wirtschaftskreislauf einführen.
Um dies zu erreichen, kaufte er sich eine größere Anzahl an Waschsalons. Daher stammt der Ausdruck „Geld waschen“.

Steuerhinterziehung vs. Geldwäsche

Geldwäsche ist das Gegenteil von Steuerhinterziehung. Bei der Geldwäsche möchte man illegal verdientes Geld wieder in den legalen Kreislauf bringen. Bei der Steuerhinterziehung möchte man im Gegensatz dazu, legal verdientes Geld am Finanzamt vorbeischmuggeln, um Steuern zu sparen.

Die 3 Phasen der Geldwäsche

Wie kann ein Krimineller nun sein Geld wieder in den legalen Wirtschaftskreislauf bringen? Hierbei sind der Kreativität von Kriminellen kaum Grenzen gesetzt. Grundsätzlich lassen sich diese Aktivitäten jedoch in drei Phasen aufteilen.

Phase 1 – Placement

Die erste Phase ist das sogenannte Placement. Ziel dieser Phase ist es, illegal erworbenes Bargeld wieder zu Buchgeld zu machen. Das kann beispielsweise in Kasinos, in Wechselstuben oder in Restaurants geschehen.

Beispiel eines einfachen Placements

In der Praxis könnte das nun wie folgt aussehen. Ein Krimineller möchte mithilfe eines Restaurants sein Geld waschen. Zu diesem Zweck betreibt er ein schlecht gehendes Restaurant, welches 5 bis 10 Besucher pro Abend hat.

Diese Kundenfrequenz reicht natürlich bei Weitem nicht aus, um einen Profit zu erwirtschaften. Dennoch gibt er am Ende des Monats an, mehrere 10.000 Euro Umsatz gemacht zu haben. Er mischt also legales Geld mit illegalem Geld und macht somit aus Bargeld wieder Buchgeld.
Dass diese Art von Geschäften relativ einfach auffliegt, ist offensichtlich. Nicht umsonst prüft das Finanzministerium bei Restaurants den Wareneinsatz. Dennoch kann man in weniger stark regulierten Ländern mit dieser Methode zumindest kleinere Beträge von illegalem Bargeld wieder zu Buchgeld machen.

Genau das beabsichtigen Geldwäscher. Sie konzentrieren sich darauf, ihr illegales Geld in möglichst viele unterschiedliche Aktivitäten aufzuteilen, um es undurchsichtig zu gestalten.

Beispiel eines komplexen Placements

Natürlich gibt es weitaus komplexere Methoden, um Geld zu waschen. So könnten Kriminelle eine Firma A in Deutschland betreiben, die einer ausländischen Scheinfirma Rechnungen über bestimmte Dienstleistungen stellt.

Eine gern verwendete Dienstleistung ist beispielsweise eine Beratungsdienstleistung, die nie stattgefunden hat. Die Firma A macht somit legalen Umsatz mit der fiktiven ausländischen Firma. Dass es sich hierbei um Geldwäsche handelt, ist schwer nachweisbar.

Smurfing

Eine weitere Möglichkeit des Placements ist das sogenannte Smurfing. Die Strategie dahinter besteht darin, illegal erworbenes Geld in möglichst kleine Geldbeträge aufzusplitten und diese kleinen Beträge in verschiedene Konten einzuzahlen.

Durch die große Anzahl an Konten benötigt man für diese Methode natürlich ausreichend Komplizen.
Die Methode ist darum clever, weil Banken erst ab einer bestimmten Einzahlungshöhe dazu verpflichtet sind, die Transaktion zu melden. Die meldungspflichtige Einzahlungshöhe beträgt aktuell in Deutschland und Österreich 15.000 Euro beziehungsweise 2.500 Euro bei Sorten.

Structuring

Placement kann zudem auch über das sogenannte Structuring erfolgen. Hierbei werden mit illegalem Geld Luxusgüter wie wertvolle Autos oder Gemälde gekauft. Diese werden dann außer Landes gebracht und wieder verkauft.

Phase 2 – Layering

Die zweite Phase bei der Geldwäsche ist das Layering. Ziel dieser Phase ist es, den Papertrail, also den Belegepfad, zu durchbrechen und das Geld zu anonymisieren. Es soll für Außenstehende so gut wie unmöglich gemacht werden, den Ursprung des Geldes zurückzuverfolgen.
Um dies zu erreichen, werden möglichst viele komplizierte Transaktionen von einem Bankkonto auf weitere Bankkonten durchgeführt. Häufig erfolgen diese Transaktionen über Ländergrenzen hinweg und involvieren Scheinfirmen und Drittpersonen wie Anwälte oder Notare, die von Haus aus ein Berufsgeheimnis haben.

Phase 3 – Integration / Recycling

Die letzte Phase wird Integrationsphase beziehungsweise Recyclingphase genannt. In dieser Phase lässt man das Geld wieder in den regulären Wirtschaftskreislauf einfließen.
Um dies zu bewerkstelligen, wird das Geld häufig wiederum in Aktivitäten investiert, die einen gewissen Synergieeffekt mit d