Was kosten Haustiere?

Haustiere kaufen wir Deutschen für unser Leben gern. Mehr als 34 Mio. Haustiere gab es 2017 in Deutschland, darunter allein fast 15 Mio. Katzen und über 9 Mio. Hunde. Doch auch Wellensittiche und kleine Nager wie Hamster oder Hasen sind sehr beliebt und daher oft in deutschen Haushalten anzutreffen. Die Liebe zum Tier dominiert, die Finanzen rücken oft in den Hintergrund. Doch was kostet ein Hund im Monat, was kostet ein Meerschweinchen und worauf gilt es finanziell eigentlich noch zu achten?

Anschaffungskosten

Zu Beginn fallen die Anschaffungskosten an, die den ersten großen Posten rund um ein Haustier darstellen. Die Unterschiede zwischen den Tierarten sind teilweise enorm, allerdings tauchen in diesem Beitrag keineswegs alle möglichen Haustiere auf. Im Fokus stehen jene, die besonders beliebt in Deutschland sind.

Als günstige Haustiere in der Anschaffung gelten Meerschweinchen, die etwa 25 Euro kosten. Kaufst du zwei Exemplare dieser Nager, wie es hin und wieder empfohlen wird, kommen demnach zirka 50 Euro Anschaffungskosten zusammen.

Ähnliche Kosten fallen bei Vögeln an, hier erhältst du für 40 Euro bis 50 Euro allerdings nur einen einzigen Vogel – beispielsweise einen Wellensittich.

Für Katzen und Hunde existiert eine ähnlich breite Preisspanne, die bei Tieren aus dem Heim zwischen 100 Euro und 200 Euro liegt. Dies ist die so genannte Schutzgebühr, die du für Katzen und Hunde aus dem Tierheim zahlen musst.

Beim Züchter erhältst du die gewünschte Rasse, musst aber deutlich mehr bezahlen. Anschaffungskosten von 2000 Euro und mehr kommen dann auf dich zu.

Bereits im Erwerb extrem kostspielig und generell auch keine klassischen Haustiere sind Pferde. Mit 5000 Euro Minimum solltest du rechnen, wobei nach oben hin kaum Grenzen gesetzt sind und der Millionenbereich durchaus erreicht werden kann. Als Haustier kaufen sich daher auch nur die wenigsten Menschen ein Pferd.

Weitere zu berücksichtigende Kosten

Mit den Anschaffungskosten für das Haustier an sich ist es nicht getan. Zu Beginn kommen auch noch Einrichtungskosten hinzu, damit es dein tierischer Mitbewohner auch schön bei dir hat.

Zu diesen Einrichtungskosten zählen zum Beispiel ein Vogelkäfig, der Katzenbaum, ein Fressnapf oder Spielzeug.

Auch Leinen und ein Gehege sind oft benötigte Produkte, wobei sich die notwendigen Artikel und damit auch die Einrichtungskosten von Tier zu Tier unterscheiden. Pferde sind in diesem Punkt besonders kostspielig, was noch viel mehr gilt, wenn du es selbst reiten möchtest.

Laufende Kosten

Der größte und am stärksten ins Gewicht fallende Block sind in der Regel die laufenden Kosten. Diese Ausgaben hast du regelmäßig, weshalb es sich anbietet, sie monatlich oder jährlich anzuschauen.

Egal, ob Hund, Katze, Fisch oder Hamster: Für jedes Haustier musst du Futter kaufen. Bei manchen Tieren ist eine Haftpflichtversicherung unabdingbar und auch Kosten für den Tierarzt solltest du niemals vernachlässigen.

Bei gewissen Tieren fallen auch Ausgaben für die Unterbringung an. Bestes Beispiel ist ein Pferd, das du natürlich nicht in deiner Wohnung halten kannst. Hier musst du einen Stall mieten, der regelmäßige Kosten verursacht.

Ähnlich wie bei den Anschaffungskosten unterscheiden sich die laufenden Ausgaben von Tier zu Tier, wobei die Rangfolge nahezu identisch ist.

Hamster und Kaninchen sind am günstigsten, da hier vergleichsweise geringe 200 Euro Kosten pro Jahr anfallen. Die Frage „Was kostet ein Meerschweinchen?“ lässt sich mit zirka 280 Euro jährlich beantworten, wobei der deutsche Tierschutzbund sogar die 2,5-fache Summe nennt.

Während Wellensittiche mit ungefähr 350 Euro im Jahr zu Buche schlagen, liegen die laufenden Kosten für Aquarienfische bei etwa 420 Euro per annum.

Und was kostet eine Katze im Monat? Zwischen 480 Euro und 700 Euro (Tierschutzbund-Schätzung) laufen jährlich auf, was bei einem 16-jährigen Katzenleben laufende Kosten in Höhe von zirka 11.500 Euro bedeutet.

Kostenschwankungen treten insbesondere aufgrund unterschiedlicher Größen und Lebenserwartungen auch bei Hunden auf, weshalb Spannen zwischen 750 Euro und 1200 Euro normal sind. Für einen 14-jährigen Hund ergeben sich so laufende Kosten von 12.000 Euro bis 17.000 Euro. Die Frage „Was kostet ein Hund im Monat?“ lässt sich somit nicht pauschal beantworten.

Deutlich wird jedoch, dass Hunde zu den kostspieligsten Haustieren gehören, was sich durch weitere Ausgaben wie für eine Hundeschule oder die Kastration verstärkt.

Noch teurer sind allerdings Pferde, die jährlich zwischen 3000 Euro und 6000 Euro laufende Kosten herbeiführen. Bereits die Miete für den Stall ist mit 300 Euro bis 400 Euro im Monat zu veranschlagen. So kommen in einem ganzen Pferdeleben (25 bis 30 Jahre) beachtliche 90.000 Euro bis 180.000 Euro zusammen.

Als Pferdebesitzer gelangst du also in Regionen, die beispielsweise auch bei einem Kind bis zum 18. Lebensjahr zu beobachten sind.

Was gibt es noch finanziell zu berücksichtigen?

Zusätzlich zu den Anschaffungs- und Einrichtungskosten sowie laufenden Ausgaben können Steuern anfallen. In Deutschland gibt es allerdings nur für Hunde und Pferde steuerliche Regelungen.

Eine Pferdesteuer ist je nach Gemeinde theoretisch möglich, aber eher selten. Abhängig vom Wohnort und der Rasse musst du eine Hundesteuer bezahlen.

Für diese beiden Tierarten musst du zudem eine Haftpflichtversicherung abschließen, die solche Schäden abdeckt, die dein Hund oder Pferd verursacht.

Tipp

Insbesondere bei Personenschäden kommen schnell siebenstellige Summen zusammen. Die Beiträge kannst du aber steuerlich absetzen.

Von deiner Katze verursachte Schäden decken normalerweise private Haftpflichtversicherungen ab. Auch diese Posten zeigen, dass Hunde und vor allem Pferde keineswegs günstige Haustiere sind.

Beachte

Schaffst du dir gemeinsam mit deinem Partner ein Tier an und trennt ihr euch irgendwann, kann derjenige, der das Tier behält, die Hälfte der Haltungskosten vom anderen verlangen.

Fazit

Wer sich ein Haustier kaufen möchte, der sollte diese Entscheidung nicht nur von den finanziellen Rahmenbedingungen abhängig machen. Sicherlich spielen die Anschaffungs-, Einrichtungs- und laufenden Kosten, die Haustiere während ihrer Lebenszeit verursachen, eine nicht unerhebliche Rolle und können durchaus ein Ausschlusskriterium darstellen. Allerdings entsteht in der Regel eine tiefe emotionale Bindung zwischen dem Haustier und dem Besitzer, was vor allem für einsame Menschen positiv ist.

Zudem können Haustiere beruhigend wirken und im Rahmen von Spaziergängen die Fitness ihrer Besitzer steigern. Besonders günstige Haustiere sind Nagetiere wie Meerschweinchen, die sowohl in der Anschaffung als auch bei den laufenden Kosten im unteren Bereich anzusiedeln sind. Hunde und insbesondere Pferde erfordern den größten finanziellen Einsatz auf Lebenszeit. Keineswegs außer Acht bleiben sollten Posten wie Steuern und Versicherungen, die je nach Haustier anfallen und sehr wichtig sind.

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Stefan von Meringer
Stefan von Meringer
3 Monate

Super Artikel, Ich habe meinen Hund als Status-Symbol und Anlageobjekt gekauft. Der Züchter hatte extra ein Exemplar, was von der Fellfarbe perfekt zur Handtasche meiner Freundin passte. Anfänglich hatte es etwas Angst bei uns im 911er mitzucruisen, hat auch mal dem Ledersitz verunreinigt. Jetzt fährt es gerne bei unseren Weekend-Travels mit.Seetauglich ist es auch – macht unsere Segeltörns gerne mit. Eine sehr gute Investition, gerade in Puncto Zucht. Wir informieren uns gerade, wie wir das optimal in die Wege leiten können. So ein Wurf hat eine tolle Rendite. Etwas lästig ist nur das Gassi-Gehen, Hier kommt uns zumGute, dass unser… Lesen Sie mehr »