Wie viel Miete kann ich mir leisten?

Die Mieten in Deutschland steigen seit Jahren, was den Druck auf den Wohnungsmarkt insbesondere in Großstädten und Ballungsräumen erhöht. Dadurch haben sogar Menschen mit einem überdurchschnittlichen Gehalt Probleme, eine ins Budget passende Mietwohnung zu finden. Mittlerweile ist die Warmmiete mit der intensivste Kostenpunkt bei den fixen monatlichen Ausgaben. Doch wie hoch darf die Miete sein, ohne in finanzielle Schieflage zu geraten, einen gewissen Lebensstandard zu verlieren und Abstriche beim Sparen machen zu müssen?

Rechenbeispiel: Wie viel Miete kann ich mir leisten?

An dieser Stelle ist es sehr wichtig zu erwähnen, dass sich natürlich unmöglich pauschale und allgemein gültige Aussagen treffen lassen. Jeder Haushalt ist separat für sich zu betrachten und hat je nach Größe, Einnahmen, Ausgaben, Wohnort und anderen Faktoren eine andere Summe für die Miete zur Verfügung.

Eine Beispielrechnung kann daher tatsächlich immer nur als Exempel betrachtet werden. Sogar bei identischen Ausgangswerten kann sich der für die Miete einsetzbare Betrag unterscheiden.

In einem Beispiel soll Folgendes vorausgesetzt werden:

  • 32-jähriger Single
  • lebt in Aachen
  • keine Kinder
  • 2200 € Nettogehalt
  • möglichst hoher ETF-Sparplan
  • Leben genießen, keine zu große Beschränkung

Es bietet sich an, bei der Rechnung rückwärts zu kalkulieren. Ausgangsbasis sind also die 2200 €, die dem Single nach Abzug aller Sozialabgaben zur Verfügung stehen.

Da der Wunsch nach einer hohen Sparquote besteht, sollen 30 % des Nettogehalts angenommen werden. Dies entspricht 660 €, die von den 2200 € abgezogen und in das ETF-Portfolio investiert werden können. Übrig bleiben 1540 €.

Reduziert werden muss diese Summe weiterhin um die Lebenshaltungskosten. Dazu gehören alle möglichen Posten wie Lebensmittel, Internet und Telefon, Freizeit und Ähnliches.

Für Aachen können um die 600 € berechnet werden, wobei sich der konkrete Wert natürlich nicht verallgemeinern lässt. Während der eine mit deutlich weniger Geld im Monat auskommt, möchte sich der andere mehr gönnen und benötigt daher mehr.

Nach Abzug dieser 600 € bleiben also 940 € über. Der 32-jährige Single wäre allerdings ein wenig vorausschauender Zeitgenosse, hielte er diese 940 € für die ihm als Mietzahlung zur Verfügung stehende Summe. Es ist natürlich immer ratsam, einen Puffer für unerwartete Ausgaben zurückzulegen. Dies können 100 bis 200 € sein, so dass mindestens um die 750 € für die Miete übrig bleiben.

Dies sollte als kinderloser Single in Aachen genügen, wobei natürlich grundsätzlich der konkrete Personenhaushalt und die Stadt für Abweichungen sorgen können.

In der Beispielrechnung sollte eine Zweizimmerwohnung in Aachen für 400 bis 500 € zu haben sein, wodurch die Differenz zu den 750 € gerne noch zusätzlich zum Sparen und Investieren verwendet werden kann.

Die Sparquote würde dann sogar zwischen 40 und 45 % betragen, was wirklich hervorragend wäre und dich für die Zukunft top aufstellen dürfte, falls du dies dauerhaft so durchziehen könntest.

Welche Eckpunkte sollten berücksichtigt werden?

Wenn du herausfinden möchtest, welchen Betrag du monatlich für deine Mietzahlung nutzen kannst, solltest du deinen persönlichen „Wieviel Miete kann ich zahlen Rechner“ mit einigen Daten füttern.

Zieh von deinem Nettoeinkommen auf jeden Fall deine Lebenshaltungskosten ab. Falls du nicht weißt, wie viel Geld du jeden Monat für Lebensmittel, Freizeit und Co. ausgibst, solltest du dir für 1 oder 2 Monate sämtliche Ausgaben in einer Tabelle vermerken.

Du kannst ein Haushaltsbuch führen, um dir einen lückenlosen Überblick zu verschaffen. Bedenke bei diesem Kostenpunkt auch solche Posten, die du bisher nicht hattest.

Ziehst du zum Beispiel in einen Ort nahe einer Großstadt, ist zwar die Miete höchstwahrscheinlich niedriger, doch dafür fallen Ausgaben für das Pendeln an. Selbst dann, wenn du kein Auto hast, kommen Ausgaben für den ÖPNV zusammen.

Ebenfalls abziehen solltest du die Summe, die du zum Sparen und Investieren verwenden möchtest. 10 % deines Nettogehalts sind ein normaler, vertretbarer Wert, 30 % hingegen sind wirklich top. Entscheide selbst, welche Sparquote von 10 bis 30 % für dich passt.

Keinesfalls vergessen solltest du einen Puffer. Andernfalls können Reparaturen am Auto, die kaputte Waschmaschine oder andere plötzliche Kostentreiber dein Konto ins Minus hieven.

Was am Ende übrig bleibt, ist der dir theoretisch für die Miete verfügbare Betrag. Selbstverständlich musst du diesen nicht bis auf den letzten Cent ausreizen. Die Recherche der marktüblichen Preise je nach Stadt, Lage und Größe der Wohnung ist Pflicht.

Übrigens: Betrachte stets die Warmmiete und nicht die Kaltmiete. Es kann sein, dass die reine Kaltmiete recht niedrig ausfällt, die Nebenkosten für Wasser und Heizung jedoch sehr hoch sind. Nur die Warmmiete deckt alle Ausgaben ab und bewahrt dich vor unangenehmen Überraschungen.

Fazit

Die Frage „Welche Miete kann ich mir leisten?“ pauschal zu beantworten, ist nicht möglich. Die individuellen Voraussetzungen und Bedürfnisse von Menschen sind derart unterschiedlich, dass jeder für sich betrachtet werden muss.

Fest steht allerdings, dass vom Nettogehalt die Lebenshaltungskosten, eine Sparquote zwischen 10 und 30 % sowie ein Puffer für unerwartete Ausgaben abgezogen werden müssen. Übrig bleibt jener Betrag, der theoretisch für die Kaltmiete zuzüglich Betriebskosten verwendet werden kann. Und wieviel sollte die Miete vom Gehalt ausmachen? Idealerweise beträgt die Warmmiete nicht mehr als ein Drittel des Einkommens.

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