Asset-Allocation einfach erklärt!

Jeder, der sich mit dem Thema investieren auseinandersetzt, wird häufig den Begriff der Asset Allocation hören.
Die Asset Allocation ist auch tatsächlich einer der Faktoren, der sich am stärksten auf dein Investment oder deine Geldanlage auswirkt. Was die Asset Allocation ist und warum sie so wichtig ist, werden wir uns jetzt anschauen.

Was ist überhaupt ein Asset?

Asset ist der englische Begriff für Vermögenswert. Ein Vermögenswert kann beispielsweise eine Aktie sein, eine Anleihe oder auch ein Auto und verschieden Kunstgegenstände.

Eine Assetklasse

Als Assetklasse werden alle Vermögenswerte zusammengefasst, die ein ähnliches Risiko- und Renditeverhältnis haben. Die populärsten Assetklassen, auch genannt Haupt-Assetklassen sind

  • Aktien
  • Anleihen
  • Immobilien
  • Rohstoffe
  • Barvermögen

Letzteres kann Guthaben auf einem Tagesgeldkonto oder Bargeld sein.

Diese Haupt-Assetklassen lassen sich in weitere Unterkategorien unterteilen.

Die Unterteilung der Assetklasse Aktien

Aktien werden in Standartwerte, mittelgroße Werte und Nebenwerte unterteilt. Im Fachjargon sind das die Large-, Mid- und Smallcaps.
Unterteilung. Assetklassen können sich aber auch durch Branchen oder Geografie bilden. Wenn man zum Beispiel von den sogenannten Blue-Chip Aktien, also den großen Standardwerten in den USA, spricht, dann ist das eine eigene Unterassetklasse der Aktien.
Da du jetzt weißt, was Assets und Assetklassen sind, ist die Asset Allocation ziemlich leicht zu erklären.

Die Asset Allocation

Die Asset Allocation ist im Grunde nichts anderes, als die Aufteilung deines Geldes in unterschiedliche Assetklassen. Ins deutsche übersetzt, bedeutet Asset Allocation nichts anderes als Vermögensaufteilung.
Du triffst bei der Asset Allocation also eine Entscheidung, welchen Prozentsatz deines Gesamtkapitals, du in welche Vermögensklasse investiert.
Ein Beispiel wäre da, wenn man sagt, man investiert 40% des Geldes in Aktien, 20% in Anleihen, 20% in Immobilien und 20% behält man als Barvermögen, also Cash. Wenn du dich für solch eine Asset Allocation entscheidest, musst du dann noch entscheiden, in welche Untergruppen du gerne investieren möchtest.
Von den 40% des Vermögens die du in Aktien investieren willst, musst du überlegen, ob und welchen Teil du nach Branchen, nach Ländern oder nach Größe der Unternehmen aufteilen möchtest.

Warum macht man überhaupt eine Asset Allocation?

Macht es nicht viel mehr Sinn sich in einer Assetklasse zu spezialisieren? Wenn du dein Risiko minimieren möchtest, dann nicht. Denn durch die Diversifikation wird das Risiko maximal gestreut.
Die Idee hinter dem Gedanken ist die sogenannte Portfolio Theorie.

Man mischt verschiedene Vermögensklassen miteinander um das Risiko zu reduzieren, ohne dabei aber die Rendite kaputtzumachen.
Dafür musst du nach Anlageklassen Ausschau halten, die eine geringe Korrelation haben. Ein Beispiel für eine geringe Korrelation sind Value Aktien und Gold.
In Krisenzeiten, wenn besonders Aktien an Wert verlieren, hat Gold meistens eine Hochphase, da es als sichere Währung angesehen wird.
In den Krisenzeiten können Aktienkurse und Goldkurse oft gegenläufig sein, das heißt, die Aktienkurse fallen sehr stark, wobei die Goldkurse stark ansteigen.

Eine Mischung aus Gold, beziehungsweise Rohstoffen, und Aktien kann das Risiko eines Portfolios erheblich senken.

Asset Allocation beim aktiven Investieren

Beim aktiven Investieren spielt die Asset Allocation oft eine untergeordnete Rolle. Der Anleger möchte durch Stockpicking und dem richtigen Timing eine positive Überrendite erzielen. Beim Stockpicking werden einzelne Aktien herausgesucht, von denen der Anleger glaubt, sie seien unterbewertet. Beim perfekten Timing wird versucht, möglichst dann zu kaufen oder zu verkaufen, wenn es gerade am günstigsten ist.
Es wird eher versucht sich zu konzentrieren als zu diversifizieren.
Es macht auch Sinn beim Investieren in Aktien andere Assetklassen mit dazu zumischen.

Asset Allocation beim passives Investieren

Die Asset Allocation spielt beim passiven Investieren eine große Rolle, da auch viele wissenschaftliche Studien belegen, dass die Asset Allocation eine der Hauptstellschrauben beim passiven Investieren ist. Laut diesen Studien schlägt die Asset Allocation immer Stockpicking oder Timing.
Daher ist es langfristig gesehen wichtiger, wie du dein Vermögen aufteilst, als wann du gekauft hast oder welche speziellen Aktien du gekauft hast.
Diese Erkenntnis macht sich der passive Investitionsansatz zu Nutze, indem man beim passiven Investieren ausschließlich in kostengünstige ETFs investiert. Diese ETFs bilden ganze Märkte über Indizes ab. Beim passiven Investieren muss man darauf achten

  • die Kosten niedrig zu halten
  • eine Asset Allocation festzulegen und zu halten

Anders als beim Stockpicking musst du nicht darauf achten, einzelne Vermögenswerte herauszusuchen.
Du musst auch nicht darauf achten, zu welchem Zeitpunkt du kaufst oder verkaufst.

Das Rebalancig – was ist das und wie geht das?

Das sogenannte Rebalancing heißt nichts anderes als Neugewichten.

Während des Investierens kann es vorkommen, dass sich die Asset Allocation verschiebt, also nicht mehr so verteilt ist, wie du es wolltest.
Nehmen wir in einem Beispiel an, du hast 5000€ in Anleihen und 5000€ in Aktien investiert. Du hast also 50% Aktien und 50% Anleihen.
Am Ende des Jahres schaust du in dein Depot und siehst, dass die Aktien 12% Gewinn gemacht haben, womit sie jetzt bei 5600€ stehen. Die Anleihen haben nur 3% Gewinn gemacht, dadurch stehen sie bei 5150€.
Wenn du jetzt noch einmal die Gewichtung in deinem Portfolio berechnest, wirst du sehen, dass der Aktienanteil 52% beträgt und die Gewichtung der Anleihen gerade einmal 48% beträgt.
Da du aber eine Asset Allocation von 50% zu 50% gewählt hast, musst du jetzt rebalancen, also die Gewichtung in den ursprünglichen Stand zurückversetzen.
Dazu musst du 2% des Portfolios, genauer der Aktien, verkaufen, was dann 215€ wären. Für diese 215€ werden jetzt wieder neue Anleihen gekauft.
Das Gesamtportfolio ist über das gesamte Jahr hinweg jetzt zwar von 10000€ auf 10750€ gewachsen, durch das Rebalancing hast du aber wieder ein Verhältnis von 50% zu 50%. Denn du bist jetzt zu 5375€ in Aktien sowie 5375€ in Anleihen investiert.

Die Regression zur Mitte

Die Idee hinter dem Rebalancing in die Theorie der Regression zur Mitte.

Das bedeutet, dass Assetklassen die Tendenz haben, immer zu ihrer durchschnittlichen Rendite zurückzufallen.
Haben ein paar Assetklassen beispielsweise eine positive Überrendite erzielt, waren also besser als in den vergangenen Jahren, dann ist es statistisch gesehen wahrscheinlich, dass sie in den zukünftigen Jahren wieder eine geringere Rendite haben werden. Die Rendite wird nah an die durchschnittliche Rendite des Assets heranpendeln.
Daher macht Rebalancing Sinn, da die Assetklassen die, in der Vergangenheit, stark performt haben, wieder auf ihren Ursprungsgehalt gekürzt werden und somit den schwächeren Assetklassen auch eine Chance gegeben wird, jetzt eine höhere Rendite als im Vorjahr zu erzielen.

Das Fazit

Das war es schon mit dem wichtigsten zum Thema Asset Allocation. Es gibt viele theoretische Grundlagen, von daher mag sich das gesamte Thema am Anfang ein wenig kompliziert anhören.
Wenn du die Asset Allocation, die du für dich selbst bestimmst, aber beachtest und sie über Jahre hinweg, auch durch schlaues Rebalancing, beachtest, wirst du langfristig gesehen, höhere Renditen einfahren als mit Stockpicking.

Da hast du die Wissenschaft hinter dir ;-).