Was macht die Schufa? Schufa einfach erklärt!

Obwohl jeder schon einmal von der Schufa gehört hat, ist sie den meisten Leuten doch fremd. Dabei hat sie in finanzieller Hinsicht einen großen Einfluss auf unser Leben.

In diesem Artikel erfährst du, was genau unter der Schufa zu verstehen ist und welchen Zweck sie hat. Des Weiteren wird dir erklärt, wie du eine kostenlose jährliche Schufa-Auskunft bekommst und deinen persönlichen Schufa-Score verbessern kannst.

Was ist die Schufa und deren Zweck?

Schufa ist die Abkürzung für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. Aus Spaß wird sie manchmal auch als „Schuldenfalle“ bezeichnet, was allerdings nicht korrekt ist.

Die Schufa ist eine Wirtschaftsauskunftei, die Daten zur Kreditwürdigkeit von verschiedenen Akteuren des Wirtschaftslebens sammelt und diese an andere oder dieselben Akteure verkauft. Die gesammelten Daten geben Auskunft über die Bonität potenzieller Kunden.

Die Bonität beschreibt die Kreditwürdigkeit eines Kunden. Sie gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit jemand in der Lage ist, einen Kredit vollständig und innerhalb der festgelegten Frist zurückzuzahlen.

Wie funktioniert die Schufa?

Die Funktionsweise der Schufa wird an dem nachfolgenden Beispiel erklärt:

Stell dir vor, es gibt in Deutschland 5 Banken und du bist ein potenzieller Kreditbetrüger. Du gehst zu Bank A und beantragst dort einen Kredit auf. Nach der Auszahlung des Kreditbetrages an dich, entscheidest du dich, diesen nicht zurückzuzahlen.

Bank A registriert den Kreditbetrug und sperrt dich für die zukünftige Kreditvergabe. Daneben wird das Kreditinstitut eventuell auch rechtliche Schritte gegen die einleiten.

Wenn die 5 Banken nicht miteinander kommunizieren, ist es für dich ein leichtes, bei den Banken B bis E den Kreditbetrug zu wiederholen. Damit dieser Betrug aber letztendlich nur ein Mal vorkommt, ist Kommunikation untereinander notwendig. In einer Volkswirtschaft mit 5 Banken wäre eine direkte Verständigung noch möglich.

Da in Deutschland ca. 2.000 Kreditinstitute existieren, ist eine zentrale Institution wie die Schufa notwendig, um den Austausch mit Kreditdaten zu vereinfachen. Sie bezieht von über 9.000 Vertragspartnern Informationen. Darunter sind zum Beispiel Telekommunikations- und Stromanbieter, Banken und Sparkassen.

Die Vertragspartner reichen kreditrelevante Informationen an die Schufa weiter. Eine Bank meldet zum Beispiel, wenn du einen Kredit abgeschlossen hast und wann dieser zurückgezahlt werden soll. Zahlst du den Kredit rechtzeitig in den vereinbarten Raten zurück, wird diese Information ebenfalls an die Schufa weitergegeben. Das wirkt sich positiv auf deine persönliche Kreditwürdigkeit aus.

Deine Bonität kann sich auch verschlechtern. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn du mit der Kreditrückzahlung in Verzug gerätst oder den Kredit gar nicht mehr zurückzahlen kannst oder willst.

Die Schufa hat in Deutschland rund 813 Mio. Datenpunkte über 5,3 Mio. Unternehmen und 67,2 Mio. Privatpersonen gesammelt. Rein rechnerisch besitzt sie damit über jeden erwachsenen deutschen Bürger Daten zu dessen Kreditwürdigkeit.

Sie sammelt allerdings nicht nur Informationen zu Krediten, sondern auch weitere Daten, mit denen deine Bonität eingeschätzt werden kann. Dazu gehören zum Beispiel dein Wohnort, die Bank, bei der du ein Girokonto eröffnet hast oder Zahlungsverpflichtungen aus deinem Handyvertrag.

Schufa-Scoring

Die vorhandenen Schufa-Daten werden von Kreditinstituten und Unternehmen bei Bedarf abgefragt. Wenn du zum Beispiel bei einer Bank eine Kreditanfrage stellst, wird dein Bankberater dich darum bitten, eine Schufa-Abfrage in deinem Namen tätigen zu dürfen. Er erhält dann gegen eine kleine Provision diejenigen Daten über dich, die bei der Schufa gespeichert sind.

Die Daten bei der Schufa sind anonymisiert. Dein Bankberater wird keine konkrete Auflistung deiner einzelnen Verträge über Handy, Kreditkarten oder ähnliches bekommen. Stattdessen werden deine Daten zu einem Schufa-Scoring aggregiert.

Das Scoring drückt die Wahrscheinlichkeit aus, dass du einen Kredit nicht ordnungsgemäß zurückzahlen kannst. Wirst du in die beste Scoringklasse A eingeordnet, wird dir eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 0,85 % zugewiesen. Das bedeutet: Die Schufa schätzt, dass du einen Kredit mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,85 % nicht, nicht rechtzeitig oder nicht in voller Höhe zurückzahlen kannst.

Viel höher sind die Ausfallwahrscheinlichkeiten in der Scoringklasse G mit 8,51 %. Eine Bank, die an 100 Kreditnehmer mit dem Rating G insgesamt 100.000 Euro Kreditvolumen auszahlt, wird in den Zinssatz diese hohe Ausfallwahrscheinlichkeit mit einberechnen. Um alle Ausfälle zu begleichen, muss der Zinssatz daher mindestens 8,51 % betragen. Dabei sind noch keine Gewinnspannen der Bank oder Kosten für Mitarbeiter inbegriffen.

In der Praxis wird die Einordnung in die Scoringklasse G dazu führen, dass die Bank keinen Kredit gewähren wird.

Schufa-Aukunft

Wenn du einen Autokredit oder einen Bausparvertrag abschließen willst, interessiert es dich vielleicht im Vorfeld, welche Daten die Schufa über dich gespeichert hat. Laut Gesetz ist die Schufa zur Offenlegung dieser Informationen verpflichtet.

Hierzu hast du einmal im Jahr die Möglichkeit, dir eine Auskunft zukommen zu lassen. In einem Brief listet die Schufa detailliert auf, welche Daten sie über dich gespeichert hat. Diese Möglichkeit solltest du in gewissen Abständen auch nutzen.

Auf meineschufa.de gibt es ein kostenpflichtiges Angebot, das du online abrufen kannst. Versteckt auf der Seite existiert jedoch auch eine kostenlose Variante, da die Schufa gesetzlich dazu verpflichtet ist, dir diese Informationen zur Verfügung zu stellen.

Bei der kostenlosen Alternative musst du nur ein PDF-Dokument ausfüllen, drucken und zusammen mit einer Kopie deines Personalausweises oder Reisepasses per Post an die Schufa schicken.

Falls du nach Zusendung der Auskunft feststellst, dass die Schufa fehlerhafte Daten über dich gespeichert hat, kannst du ein sogenanntes Einspruchsschreiben erstellen. Damit erhebst du Einspruch gegen die falschen oder unvollständigen Informationen. Tatsächlich stand die Schufa in der Vergangenheit aus diesem Grund häufig in der Kritik.

Allerdings ist das Einspruchsverfahren etwas kompliziert. Damit soll verhindert werden, dass unangenehme Informationen zu einfach gelöscht werden können.

Die Schufa löscht in regelmäßigen Abständen auch veraltete Daten. Hast du zum Beispiel einen Kredit ordnungsgemäß zurückgezahlt, wird diese Information nach 3 Jahren aus der Datenbank entfernt. Eine Anfrage nach einem Kredit und dessen Konditionen wird nach 12 Monaten gelöscht. Alle Fristen zur Löschung sind auf der Schufa-Homepage abrufbar.

Beeinflussen des Schufa-Scores

Vielleicht fragst du dich nun, wie du deinen Schufa-Score beeinflussen kannst.

Zunächst einmal wird es sehr positiv gewertet, wenn du dich vertragsmäßig verhältst: Zum Beispiel, wenn du einen Kredit pünktlich und in den vereinbarten Raten zurückzahlst.

Es ist zudem kein negatives Zeichen, wenn du mehrere Kreditverträge oder Girokonten besitzt. Das zeigt, dass du bei Banken ein hohes Vertrauen genießt.

Negativ wirkt sich aus, wenn ein Konto seitens der Bank gekündigt, gemahnt oder gepfändet wird. Darüber hinaus solltest du zu häufige Kontowechsel oder Kreditanfragen vermeiden.

Möchtest du die verschiedenen Kreditkonditionen mehrerer Banken miteinander vergleichen, solltest du darauf achten, dass der Bankberater nicht bei jedem Filialbesuch Informationen bei der Schufa einholt. Andernfalls kann es passieren, dass die Schufa von unterschiedlichen Banken diese Anfrage erhält und dich in der Kreditwürdigkeit herabstuft.

Wenn du noch nicht zum Abschluss eines Kredits bereit bist, solltest du deinen Bankberater darauf hinweisen, dass er nicht berechtigt ist, eine Auskunft bei der Schufa zu erfragen. Erst beim konkreten Zustandekommen des Vertrags kannst du ihm diese Genehmigung erteilen.