SEPA Lastschrift

SEPA-Lastschrift: Wie kann man bequem per Lastschrift bezahlen?

Stephan Kintrup
Stephan Kintrup
Stand: 5. Januar 2023
Anstatt Rechnungen selbst per Überweisung zu begleichen, wird häufig bequem per SEPA-Lastschrift bezahlt. Was eine Lastschrift ist, wie das Lastschriftverfahren funktioniert und welche Vor- und Nachteile es hat, erfährst du in diesem Artikel.

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Was du wissen solltest
  • Per Lastschrift können einmalige und mehrmalige Rechnungen beglichen werden.
  • Beim Lastschriftverfahren erlaubt man dem Empfänger Geld vom eigenen Konto abzubuchen.
  • Häufig kommt beim Online-Shopping, dem Bezahlen des Stroms oder der Kartenzahlung per Unterschrift das Lastschriftverfahren zum Einsatz.
  • SEPA-Lastschriften sind innerhalb des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums anerkannt.

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So gehst du vor
  • Lege ein Lastschriftmandat an, wenn du bequem per Lastschrift bezahlen möchtest.
  • Kontrolliere zur Sicherheit, ob unberechtigter Weise Geld von deinem Konto abgebucht wurde.
  • Veranlasse eine Rücklastschrift, wenn zu Unrecht Geld von deinem Konto abgebucht wurde.

Was ist eine Lastschrift?

Mithilfe von Lastschriften können Transaktionen abgewickelt werden. Der Kontoinhaber erlaubt einer Person oder einem Unternehmen Geld vom eigenen Konto abbuchen zu dürfen. Die Lastschrift kann eine einmalige Abbuchung erlauben, z.B. beim Online-Shopping. Bei der Kartenzahlung per Unterschrift wird ebenfalls das Lastschriftverfahren genutzt. Um regelmäßige Zahlungen abzuwickeln, ist auch eine mehrmalige Abbuchung möglich. Eine dazu passende Lastschrift kann etwa genutzt werden, um Zahlungen für den Strom oder die Miete zu begleichen.

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Überweisung vs. Lastschrift

Für Transaktionen bietet sich neben der Lastschrift auch die Überweisung an. Bei einer Überweisung veranlasst man die Transaktion aktiv. Im Gegensatz dazu ist man beim Lastschriftverfahren eher passiv. Man erteilt zwar die Erlaubnis für die Abbuchung, aber beauftragt nicht die Transaktion.

Was ist eine SEPA-Lastschrift?

Als SEPA-Lastschrift wird eine Lastschrift innerhalb des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums bezeichnet. Die Abkürzung SEPA stammt von „Single Euro Payments Area“. Dadurch sollen einheitlichen Standards für Überweisungen und Lastschriften innerhalb dieses Raumes geschaffen werden. Deswegen werden IBAN und BIC statt Kontonummer und Bankleitzahl verwendet.

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Teilnehmende SEPA-Länder

Zum einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum zählen die Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums plus Monaco, San Marino und Schweiz.

Welche Arten von SEPA-Lastschriften gibt es?

Seit November 2019 gibt es 2 verschiedene SEPA-Lastschriftverfahren.

Basislastschrift

Das Basislastschrift-Verfahren wird für Transaktionen zwischen Privatpersonen und Unternehmen eingesetzt. So können Rechnungen zwischen Kunden und Händlern beglichen werden. In diesem Fall ist der Händler berechtigt, den vereinbarten Betrag abzubuchen.

Firmenlastschrift

Für Transaktionen ausschließlich zwischen Unternehmen und Selbstständigen kommt die Firmenlastschrift zur Anwendung. Hierbei ist die Rückerstattungsfrist auf 3 Tage verkürzt, um das Zahlungsausfallrisiko zu reduzieren. Falls das Mandat korrekt und noch gültig ist, ist keine Rückbuchung der SEPA-Firmenlastschrift möglich.

Wie läuft das Bezahlen mit dem SEPA-Lastschriftverfahren ab?

Beim SEPA-Lastschriftverfahren erteilt man ein Lastschriftmandat. Dies erlaubt der begünstigten Person oder dem begünstigten Unternehmen die Abbuchung. Es können einmalige oder mehrmalige Abbuchungen erlaubt werden. Das dazugehörige Mandat kann auf verschiedene Weisen erteilt werden.

  • Einmalige Zahlung: Für eine einmalige Zahlung, z.B. beim Online-Shopping, werden die persönlichen Daten plus die erteilte Erlaubnis zur Abbuchung benötigt.

  • Regelmäßige Zahlungen: Um regelmäßige Zahlungen zu begleichen, wird ein Lastschriftmandat erteilt. Dies enthält die persönlichen Angaben, Bankdaten und Unterschrift. Auf diese Weise können etwa die Miete oder der Strom bezahlt werden.

  • Kartenzahlungen per Unterschrift: Wenn eine Kartenzahlung per Unterschrift autorisiert wird, erhält der Verkäufer die Erlaubnis, das Geld abzubuchen. Der Verkäufer erkennt anhand der Bankkarte die Kontodaten.

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SEPA-Lastschriftmandat kann verfallen

Ein SEPA-Lastschriftmandat erlischt, wenn es 3 Jahre, also 36 Monate, nicht genutzt wird.

Wie kann man eine SEPA-Lastschrift zurückgeben?

Die Rückbuchung einer SEPA-Lastschrift wird als Rücklastschrift oder auch Lastschriftrückgabe bezeichnet. Falls du eine SEPA-Lastschrift zurückgegeben möchtest, kannst du dies bei deiner Bank veranlassen. In der Regel ist dies per Online-Banking möglich.

Innerhalb der gesetzlichen Frist ist deine Bank zur Rücklastschrift verpflichtet. Die Frist hängt davon ab, ob man eine Einzugsermächtigung erteilt hat oder nicht. Bei einer Erteilung ist die Lastschriftrückgabe innerhalb von 8 Wochen möglich. Wenn eine unberechtigte Abbuchung stattgefunden hat, hat man bis zu 13 Monate Zeit. Gründe können sein, dass kein Lastschriftmandat existierte oder das erteilte Mandat zurückgenommen wurde. Wenn man eine Lastschrift unberechtigter Weise zurückbucht, kann die Bank Gebühren fordern. Hingegen ist der Verursacher zahlungspflichtig, wenn die Lastschrift unberechtigt ist.

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Überprüfe regelmäßig deine Kontoumsätze

Um unberechtigte Abbuchungen zu entdecken, solltest du deine Kontoumsätze regelmäßig überprüfen.

Vorteile & Nachteile des SEPA-Lastschriftverfahrens?

Das SEPA-Lastschriftverfahren bietet sowohl Vor- als auch Nachteile.

Vor- & Nachteile

  • Komfortabel: Man muss das Geld nicht selbst überweisen.
  • Internationales Verfahren: im einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum möglich
  • Rückbuchung möglich.

  • Es können Beträge unberechtigterweise abgebucht werden.
  • Rücklastschrift ist mit zusätzlichem Aufwand verbunden.
  • Zahlungsempfänger bestimmt den Zeitpunkt der Transaktion, daher auf Deckung des Kontos achten.
  • Für den Empfänger besteht ein Restrisiko, dass das Konto nicht gedeckt ist und die Bank die Lastschrift ablehnt.

Häufig gestellte Fragen

Kann man Lastschriften zurückbuchen?

Welche Vorteile haben Lastschriften?

Wie lange dauert es, bis Lastschriften abgebucht werden?