3 Psychologische Spartipps

Geld sparen ist Kopfsache und vielleicht fällt es genau deshalb so vielen Menschen schwer, am Monatsende ausreichend Kapital als Rücklage zu verwenden. Finanzielle Freiheit benötigt aber viel Geld, wobei gilt: Auch ein überdurchschnittlich hoher Monatsverdienst ist schnell weg, wenn die falschen Ausgabegewohnheiten den Alltag bestimmen. Es ist daher sehr wichtig, die eigenen Finanzen zu optimieren und zu erlernen, richtig sparsam zu leben. Mit diesen 3 psychologischen Spartipps kannst du mehr von deinem hart verdienten Geld behalten.

1. Kontrolliere deine Emotionen

Beim ersten der 3 Spartipps geht es darum, deine Emotionen zu kontrollieren. Jene verleiten dich oftmals zu unüberlegten Impulskäufen. Dabei kaufst du Dinge, die du eigentlich gar nicht benötigst beziehungsweise nicht einmal wirklich willst. Abhängig von der Produktkategorie machen Impulskäufe 40 bis 80 Prozent aller Einkäufe aus. Dies ist ein großer Anteil, bietet aber auch enormes Sparpotenzial.

Mithilfe zweier Kontrollmechanismen lassen sich Impulskäufe relativ gut vermeiden, allerdings gilt es zwischen Alltäglichem und Luxusgütern zu unterscheiden. Um unüberlegten, von deinen Emotionen geleiteten Käufen im Supermarkt zu entgehen, solltest du dir jedes Mal einen Einkaufszettel schreiben. Dies ist sehr banal und klingt nach Hausfrau, hilft dir aber effizient dabei, nur das tatsächlich Benötigte aufs Kassenband zu legen und letztlich zu sparen. Das konsequente Führen eines Haushaltsbuchs kann einen verstärkenden Effekt erzielen.

Bei luxuriöseren, nicht wirklich lebenswichtigen Gütern im Kaufhaus oder in Onlineshops solltest du dir eine 30-Tage-Frist setzen. Möchtest du das teure Produkt nach 1 Monat Bedenkzeit immer noch unbedingt kaufen, kannst du es dir zulegen. Häufig lässt das Bedürfnis insbesondere bei Kleidung und Elektronik aber schon nach einigen Tagen nach, woraufhin du den Gegenstand nicht kaufst und dadurch Geld sparen kannst.

Aber: Bei von dir unerwartet entdeckten, zeitlich limitierten Sonderangeboten – beispielsweise am Black Friday – funktioniert dieser Kontrollmechanismus natürlich weniger gut.

Hier benötigst du einen klaren Kopf. Du solltest daher immer grob wissen, welche Luxusgüter du auf keinen Fall brauchst, welche tatsächlich eine Anschaffung wert sind und welche du dir zukünftig sowieso zulegen möchtest. In letztgenanntem Fall wäre der Kauf quasi ein Vorgriff.

2. Der Default-Effekt

Beim Thema Geld sparen können Tipps wie dieser zunächst etwas seltsam anmuten: Mach dir deine Trägheit zunutze. Dieser Spartipp basiert auf dem Default-Effekt, nach dem Menschen tendenziell unbewusst jene Option bevorzugen, bei der keine aktive Entscheidung verlangt wird.

Dies zeigt sich beispielsweise beim Organspenden:

Beispiel

In Ländern wie Deutschland, in denen sich Menschen aktiv registrieren müssen, liegt die Spendenbereitschaft bestenfalls im niedrigen zweistelligen Bereich und ist sehr gering.

In Ländern, in denen Menschen automatisch Organspender sind und aktiv widersprechen müssen, liegt die Bereitschaft knapp unter 100 Prozent und ist somit sehr hoch.

Dies lässt sich aufs Sparen übertragen, indem du einen automatisierten Sparplan anlegst und jenen nur durch aktives Widersprechen beenden könntest.

Ein derartiges passives Sparen könnte so aussehen, dass du jeweils am Monatsanfang zirka 10 Prozent deines Einkommens auf ein separates Konto überweist und so ein nettes Sümmchen ansparst.

Sparen wie die Schwaben kannst du aber auch mit einem ETF-Sparplan, der sogar attraktiver sein kann.

3. Veranschauliche dir die Preise

Der dritte Spartipp zielt darauf ab, dass du dir die Verkaufspreise veranschaulichst. Preise sind abstrakt, was vor allem dann gilt, wenn du nicht mit Bargeld zahlst. Schaffe dir daher eine Referenz, um den wahren Wert des Produktes einschätzen zu können. Rechne Preise deshalb in eine fühlbare Größe um – beispielsweise in Arbeitsstunden.

So beantwortest du für dich persönlich schneller, ob es sich wirklich lohnt, für einen Marken-Pullover 7 Stunden zu arbeiten. Du veranschaulichst dir den Einkaufspreis und machst ihn für dich spürbar. So triffst du bessere Kaufentscheidungen und kommst deinem Ziel, sparsam zu leben, wieder einen Schritt näher.

Psychologisch recht clever umrechnen lässt sich auch mit der 300-Euro-Regel. Dabei wird angenommen, dass du einmalig 300 Euro in Wertpapiere anlegst und jährlich 4 Prozent davon entnimmst, ohne dabei das Vermögen aufzubrauchen. Dies entspricht 12 Euro im Jahr und 1 Euro monatlich. Diesen 1 Euro erhältst du bis an dein Lebensende. Dieser Gedankengang lässt sich aber auch umkehren und in Form einer 300 Euro umfassenden Ausgabe (Kredit) betrachten.

Bis an dein Lebensende zahlst du dann den 1 Euro jeden Monat zurück. Behältst du dies im Hinterkopf, überlegst du dir die Anschaffung eines neuen Smartphones (3 Euro monatliche Rückzahlung bei 900 Euro Wert) oder Autos (100 Euro monatliche Rückzahlung bei 30.000 Euro Wert) möglicherweise doppelt und dreifach.

Dies auch deshalb, weil du bei diesem Gedankenspiel auch dann noch monatlich zurückzahlst, wenn das Handy oder Auto schon längst verschrottet sind und du keinen Nutzen mehr hast.

Fazit

Um Spartipps umzusetzen, musst du kein knauseriger Pfennigfuchser sein. Sparsam zu leben, hat nichts mit Einschränkungen zu tun und muss keineswegs weh tun.

Im Rahmen eines Kaufes hilft es ganz oft, einer zuvor geschriebenen Liste zu folgen, um Impulskäufe zu vermeiden. Auch Abwarten und Nachdenken führt oft dazu, dass das Interesse an einem Produkt sinkt. Mit einem automatisierten Sparplan kannst du beispielsweise 10 Prozent deines Monatseinkommens passiv anlegen und musst künftig keine aktiven Entscheidungen mehr treffen. Auch das Veranschaulichen von Preisen hilft dabei, dauerhaft Geld zu sparen.

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Sophie
1 Monat

Um mir beim Sparen zu helfen nutze ich seit kurzem digitale Unterstützung. Ich verwende im Moment die Sparapp von Monkee (www.monkee.rocks). Bin total zufrieden damit. Echt tolles Konzept dahinter und super umgesetzt.