Aus eins mach vier – oder fünf

Mona Linke
Stand:

Tesla und Apple haben ihre Aktien gesplittet und damit künstlich verbilligt. Die Rechnung ist aufgegangen: Die Anleger stürzten sich auf die Papiere. Dabei sollte vor allem jetzt nichts überstürzt werden.

Solche “Probleme” hätte wohl jede börsennotierte Firma gerne: Weil ihre Aktien schlichtweg zu teuer wurden, haben die beiden Börsenriesen Apple und Tesla am Freitag ihre Papiere aufgesplittet: Wer zuvor eine Apple-Aktie besaß, hatte plötzlich vier Papiere im Depot. Tesla hat jedes Wertpapier sogar in fünf Teile zerlegt. Der Preis pro Aktie sank dadurch: Die zuvor knapp 500 Dollar teure Apple-Aktie gab es plötzlich für knapp 100 USD, ein Tesla-Papier notierte bei 380 USD, nachdem die Aktie zuletzt ihren absoluten Höchstpreis von 1.700 Dollar erreicht hatte. 

Nun ist es keinesfalls so, dass die beiden Silicon-Valley-Champions ihre Anteile plötzlich zum Schnäppchenpreis auf den Markt werfen. An den Börsenwerten hat sich schließlich nichts geändert – nur dass Anleger jetzt eben auch nur ein Stück kaufen können, statt gleich die ganze Torte mitzunehmen. Dementsprechend sank der Nennwert der einzelnen Stücke, sprich: die Apple-Aktie ist jetzt nur noch ein Viertel wert, die Tesla-Aktie ein Fünftel. 

Das zeigt sich, wenn man eine gängige Formel anwendet:

Formel:Marktwert =Anzahl Aktien *AktienkursDepotwert
Vorher:Apple Marktwert =2 *500 = 1.000 USD
Nachher:Apple Marktwert =(2 mal 4)*[8 Anteile](500 durch 4) [125 USD]= 1.000 USD

Kurse gingen schon vor einem Monat durch die Decke

Börsennotierte Unternehmen haben bei einem Aktien-Split die Psychologie auf ihrer Seite: Denn weil eine Aktie plötzlich günstiger im Preis zu haben ist, lockt das neben großen Investoren auch wieder mehr Kleinanleger an, die sich die kostspieligen Aktienpreise zuvor nicht mehr leisten konnten. Da wirkt es auf den ersten Blick, als gäbe es plötzlich den ganzen Kuchen zum kleineren Preis. 

Die Rechnung ist für Tesla und Apple damit aufgegangen: Bereits vor einem Monat, als die Börsenstars ihre Splits angekündigt hatten, schossen die Kurse in die Höhe. Und auch von Montag auf Dienstag machten die Graphen noch mal einen gewaltigen Satz: Die Tesla-Aktie gewann um 20% dazu, das Apple-Papier immerhin um 10%. Inzwischen sind beide Kurven wieder etwas abgeflacht – und dennoch: Die Anleger haben gekauft. Vielleicht, weil die Vergangenheit schon mehrmals gezeigt hat, dass bei Aktien-Splits steigende Kurse zu erwarten sind. 

Nichtsdestotrotz ist bei Einzelaktien – und auch bei solchen, hinter denen ruhmreiche Tech-Giganten stecken – Vorsicht geboten. Wie sich die Kurse der künftig entwickeln werden, kann schließlich niemand vorhersehen. 

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Pupsi
23 Tage

So ist es und soll es sein