Mona Linke
Mona Linke
23. Juni 2022

Zinswende: Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer?

Die Zinsen steigen, Kredite kosten mehr und plötzlich werfen festverzinste Anlagen wieder etwas ab. Doch Sparer sollten sich nicht zu früh freuen.

Kaum eine Institution musste in den vergangenen Jahren so viel einstecken wie die Europäische Zentralbank. Vor allem aus Deutschland tönten die Forderungen nach einem Ende der Nullzinsära immer lauter, Notenbanker wurden als “Zins-Zerstörer” gegeißelt oder der “Enteignung der Sparer” beschuldigt. Jetzt, im Jahr 2022, bei 7% Inflation, ist sie schließlich da: die Zinserhöhung. Die EZB will ab Juli den Leitzins von 0% auf 0,25% anheben, um den Anstieg der Preise einzudämmen. Es ist die erste Erhöhung seit elf Jahren. Damit folgt die EZB der US-amerikanischen Notenbank FED, die schon 2021 mit dem Gegensteuern begonnen hat. Im September soll nach Plänen der EZB der zweite Zinsschritt folgen.

Schon jetzt haben sich die Verhältnisse in der Finanzwelt umgekehrt: Baukredite sind teurer geworden, Aktionäre müssen starke Nerven beweisen, während sich Sparerinnen und Sparer auf steigende Guthabenzinsen einstellen. Sind sie die Gewinner der Zinswende? So einfach ist es dann auch wieder nicht.

Schuldner müssen mehr zahlen

Beginnen wir mit den scheinbaren Verlierern der steigenden Zinsen: den Schuldnern. Wer sich Geld leiht, sei es für die Immobilienfinanzierung oder für den Waschmaschinenkauf, muss ab sofort tiefer in die Tasche greifen. Die Zinsen auf Darlehen und Kredite haben sich teilweise verdoppelt. Und das stellt viele künftige Kreditnehmer vor Herausforderungen.

Ratenkredite um 12% teurer

Ratenkredite, wie sie beim Kauf vieler Konsumgüter angeboten werden, haben sich allein zwischen Anfang April und Ende Mai um durchschnittlich 12% verteuert, wie eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox ergeben hat. Der Grund ist, dass Banken stets die Konditionen an ihre Kreditkunden weitergeben, zu denen sie sich selbst Geld leihen. Konkret heißt das:

Je niedriger die Bank den Leitzins ansetzt, desto günstiger ist es für Geschäftsbanken, sich von der Notenbank Geld zu leihen, um beispielsweise Kunden Kredite gewähren zu können. Steigt nun der Leitzins, müssen die Banken mehr bezahlen. Auf kurz oder lang werden sie diese gestiegenen Refinanzierungskosten auch an die Kreditkunden weitergeben.

Was man in der aktuellen Situation auch nicht vergessen darf: Eine hohe Inflationsrate ist für Schuldner keine per se schlechte Sache. Schließlich verliert das Geld dabei an Wert, wodurch sich auch die Schulden schneller erübrigen als normalerweise. Eine Darlehenssumme von 30.000€ wird bei hoher Inflationsrate nach zehn Jahren vielleicht nur noch halb so viel wert sein.

Bauzinsen haben sich beinah verdreifacht

Noch im Dezember 2021 lag der Zinssatz für ein zehnjähriges Immobiliendarlehen im Schnitt bei 0,9% pro Jahr, Ende Juni 2022 sind es schon 3,4%. Die Zinskosten haben sich damit beinahe verdreifacht, wie der Baufinanzierungs-Vermittler Interhyp vor Kurzem ermittelt hat.

Für einen Immobilienkäufer kann das zum Beispiel bedeuten, monatlich Hunderte Euro mehr für den Kredit zu bezahlen. Bei einer Darlehenssumme von 400.000€ beispielsweise wäre noch vergangenes Jahr eine monatliche Kreditrate von knapp 1.489€ nötig gewesen, um den Kredit nach 25 Jahren abbezahlt zu haben. Im Sommer 2022 sind es ganze 1.981€ und damit fast 500€ mehr.

Durchschnittliche Bauzinsen, Quelle: Interhyp

Damit haben die Bauzinsen zuletzt so kräftig angezogen wie seit Ende der 1990er nicht mehr – was viele Menschen offenbar in Zugzwang versetzt: Der Ansturm auf Baukredite ist enorm, wie regionale Bausparkassen aktuell durchblicken lassen. So sagte beispielsweise die Landesbausparkasse Bayern der “Tagesschau”, dass sie in den ersten vier Monaten des Jahres 70% mehr Geld in Form von Darlehen bewilligt habe als normalerweise, bei der LBS West waren es nach eigenen Angaben 50%.

Jetzt noch schnell bauen?

Doch wie klug ist es, sich jetzt noch schnell einen Kredit zu sichern aus Furcht vor weiter steigenden Zinsen? Experten raten eher zur Besonnenheit und warnen vor überstürzten Entscheidungen. “Jede Zinssteigerung bei den derzeitigen Immobilienpreisen und daraus folgend hohen Darlehen kostet zwar richtig Geld”, sagte beispielsweise ein Finanzberater gegenüber der Tagesschau. “Aber das falsche Objekt, übereilt gekauft oder unterschrieben, kann noch mehr Ärger und Unkosten erzeugen”. Auch der Vermittler Interhyp rät öffentlich dazu, die Finanzierung von Immobilien nach wie vor “wohlüberlegt” anzugehen.

Wie hoch die Bauzinsen noch klettern werden, lässt sich aktuell lediglich mutmaßen – denn am Ende ist es der Kapitalmarkt, der die Darlehenszinsen bestimmt. Doch dazu gleich mehr.

Experten rechnen mit sinkenden Kaufpreisen

Vielleicht könnte sich Geduld in der nächsten Zeit sogar richtig auszahlen – denn zum ersten Mal seit sehr langer Zeit rechnen Experten in diesem Jahr mit sinkenden Immobilienpreisen. Das IW Köln und der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) attestieren dem Markt in ihrem neuesten Gutachten einen “massiven Stimmungseinbruch”. Sowohl im Gewerbesektor als auch im Wohnsegment dürfte die aktuelle Zinslage für einen nachhaltigen Rückgang der Preise sorgen, heißt es in dem Bericht aus Juni. Die Erklärung geht so: Ist die Finanzierung teurer, drückt das die Nachfrage und damit auf kurz oder lang die Preise.

Warum steigen die Bauzinsen überhaupt?

Mit den Bauzinsen ist es etwas komplizierter. Wie die Zinsen beim Ratenkauf hängt auch die Höhe der Bauzinsen mit den Entscheidungen aus Frankfurt zusammen. Dabei sind sie aber eher Folge eines Dominoeffekts. In erster Linie leiten sich Zinsen für Immobiliendarlehen nämlich von denen deutscher Staatsanleihen ab:

Auch Banken müssen sich erst einmal Geld leihen, um die Ausgabe von Hypothekendarlehen finanzieren zu können. Sie gehen dafür an den Kapitalmarkt und geben (ähnlich wie Staaten und Unternehmen) Anleihen heraus, genauer gesagt: Pfandbriefe. In die können Anleger (vor allem institutionelle wie Pensionsfonds oder Versicherungsgesellschaften) investieren und erhalten im Gegenzug einen Zins, den sogenannten Pfandbriefzins. Basis dieses Pfandbriefzinses sind die aktuellen Zinsen auf eine gerade ausgegebene 10-jährige Bundesanleihe.

Das heißt: Je mehr die verhältnismäßig risikoarmen Bundesanleihen abwerfen, desto mehr müssen die Banken und Bausparkassen für ihre Schulden bezahlen – und diese Mehrkosten geben sie in Form höherer Bauzinsen an die Kreditnehmer weiter.

Bundesanleihen bringen wieder Rendite

1,8% Rendite soll eine im Juni ausgegebene 10-jährige Bundesanleihe ihren Käufern einbringen. Im Zusammenhang mit 7% Kaufkraftverlust ist das nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein, aber durchaus imposant: Zuletzt waren Bundesanleihen vor allem für den deutschen Staat ein Gewinn – haben sie doch die vergangenen Jahre vor allem Negativzinsen abgeworfen.

Doch woran liegt es, dass deutsche Staatsanleihen nun wieder hohe Renditen abwerfen? Schauen wir uns den Prozess genau an:

Im ersten Schritt erhöht der Staat als Herausgeber der Bundesanleihen die Anleihezinsen neu emittierter Papiere, um sich dem neuen Zinsumfeld anzupassen. Hintergrund ist ganz einfach, dass die Anleihen auch weiterhin für Anleger “attraktiv” bleiben sollen.

Erhöht sich der Zins neu emittierter Anleihen, werden alte Papiere automatisch unattraktiver, da ihre Zinsen geringer sind als die neuen. Das führt dazu, dass Anleger ihre alten Anleihen verkaufen und sich den neu ausgegeben Papieren zuwenden. Die Kurse der bereits bestehenden Anleihen sinken durch die nachlassende Nachfrage – und damit steigen die Renditen der alten Anleihen auf das Niveau der neu herausgegebenen. Denn ein niedriger Kurs bedeutet für Neukäufer, dass sie eine Anleihe vergleichsweise “günstig” einkaufen und – am Kurs gemessen – später mehr Gewinn machen, wenn sie die Anleihe wieder weiterverkaufen. 

Bei sinkenden Zinsen läuft es entsprechend umgekehrt ab: Alte Anleihen erscheinen attraktiver, weil neue Papiere geringer verzinst sind. Der Kurs der alten Anleihe steigt, wodurch die Rendite sinkt. Dieses Szenario haben deutsche Anleger in den vergangenen zehn Jahren erlebt, in denen der Leitzins immer wieder herabgesenkt wurde.

Sinkende Strafzinsen, steigende Guthabenzinsen

Große Hoffnungen in die Zukunft setzt aktuell auch, wer sein Geld nicht anlegen, sondern lieber sicher parken möchte – beispielsweise als Tages- oder Festgeld oder einfach auf dem Girokonto. Denn steigende Leitzinsen bedeuten auch, dass die Geldinstitute auf kurz oder lang ihren Kundinnen und Kunden bessere Konditionen bieten werden. “Geschäftsbanken müssen für ihre Einlagen bei der EZB keine Strafzinsen mehr entrichten”, sagt Bernd Kempa, Professor am Institut für Internationale Ökonomie in Münster. Und das dürfte auf kurz oder lang mehrere Effekte haben: Einerseits werden vermutlich für viele Sparerinnen und Sparer die Negativzinsen auf dem Girokonto wegfallen. Die Direktbank ING-Diba will schon ab Juli für fast alle Privatkunden die Verwahrentgelte abschaffen – nur auf Einlagen ab 500.000€ sollen sie noch anfallen. Andere Banken dürften es der ING bald gleichtun – und sei es nur, um nicht an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.

Andererseits werden die Guthabenzinsen fürs Sparen ansteigen. Das liegt zum Teil auch daran, dass die Geschäftsbanken nun mehr bezahlen müssen, um sich bei der Zentralbank Geld zu leihen. Viele Institute konzentrieren sich deswegen nun wieder verstärkt auf das Geschäft mit Privatkunden, um so etwas billiger an Geld zu kommen.

Und tatsächlich: Viele Direktbanken haben die Zinssätze für Tages- und Festgeldeinlagen bereits angehoben, mitunter um das Doppelte. Was bei einem Zinssatz von bislang 0,15% natürlich weniger spektakulär ist, als es zunächst klingt. Das weiß auch der Ökonom aus Münster und warnt davor, Spareinlagen nun als rentabel zu betrachten. “Die Zinseinnahmen werden durch die hohe Inflation mehr als kompensiert”, so Bernd Kempa – den Sparerinnen und Sparern falle also kein Kaufkraftgewinn zu. Im Gegenteil: Bei 7% Inflation verliert Erspartes auch bei 1% Guthabenzins nach wie vor jedes Jahr massiv an Wert. Die Zinsen auf Sparbuch, Tagesgeldkonto und Co. mögen also nominal (vor Abzug der Inflation) im Plusbereich liegen, sind real (nach Inflation) aber negativ. Wirklich Gewinn machen Anleger also nur, wenn die Rendite über der Inflation liegt.

Sparer haben doch keinen Grund zum Feiern

Dass sich Sparen nun wieder lohnt, ist also nicht mehr als ein Mythos. Es stimmt zwar, dass die Zinsen auf Tages- und Festgeld sukzessive steigen und auch Bundesanleihen allmählich wieder Renditen im Plusbereich einbringen – doch ist und bleibt es eine schlechte Entscheidung, das Ersparte vollständig auf dem Tagesgeldkonto zu parken oder in sichere Anlagen wie deutsche Anleihen zu stecken. Der zeitgleiche Kaufkraftverlust hat noch immer dafür gesorgt, dass selbst exorbitant hohe Sparzinsen am Ende gerade mal die Teuerungsrate ausgleichen konnten, mehr aber auch nicht.

2008 beispielsweise, kurz nach der Finanzkrise, hat ein durchschnittliches Sparbuch 2,5% Zinsen abgeworfen, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft ermittelt hat. Das Geld zur Bank zu bringen, dürfte damals also vielen lukrativ erschienen sein – dabei stand die Inflationsrate in diesem Jahr gleichzeitig bei 2,6%. Das Geld auf dem Sparbuch hat im Schnitt also nach wie vor an Wert verloren.

Aktienanleger machen nicht zwingend Verluste

Während sich die Bedingungen für Sparer gerade etwas bessern, scheinen sie sich für Aktionäre immer weiter zu verschlechtern. Um 20% hat der MSCI World Index allein seit Anfang des Jahres nachgegeben, beim Tech-Index Nasdaq sind es knapp 25%. Die Zeichen stehen auf Abschwung an der Börse, in der Anlegerwelt hat sich längst Frust breit gemacht. Niemand weiß, wie lange die Zahlen im Depot noch im Minus verharren werden. Krieg, Rohstoffknappheit, Inflation sowie die Nachwehen der Corona-Pandemie belasten die Börse – und auch die steigenden Leitzinsen. Doch das hat eher mit Erwartungen zu tun als mit ökonomischen Kettenreaktionen.

Je höher die Zinsen, desto schwächer das Wachstum

Dass sich viele Investoren gerade von ihren Aktien trennen und die Kurse fallen, dürfte mehrere Gründe haben. In erster Linie liegt es daran, dass sie von genau diesen fallenden Kursen ausgehen. Sie erwarten, dass andere Aktienhändler aus Furcht vor Verlusten aussteigen – und steigen selbst aus. Die jüngste Ankündigung der EZB zur Erhöhung des Leitzins hat diese Sorge noch verstärkt.

Denn heben die Notenbanken die Zinsen an, verteuern sich Kredite. Unternehmen müssen mehr für ihre Schulden bezahlen und schieben in der Folge ihre Investitionen tendenziell eher auf. Ein hoher Leitzins hemmt in gewissem Maße also das Wirtschaftswachstum – und das wiederum trübt die Stimmung an der Börse. Deswegen reicht häufig schon die Ankündigung von Zinserhöhungen, damit Investoren ihre Aktienpakete oder Fondsanteile verkaufen.

Ein weiterer Grund für sinkende Aktienkurse kann sein, dass Anleger steigende Renditen in anderen Anlageformen erwarten – und beispielsweise ihr Geld aus dem Aktiendepot ziehen und lieber in Bundesanleihen investieren.

Fallende Kurse können auch eine Chance sein

Langfristigen Anlegern – vor allem jenen, die schon seit Jahren oder Jahrzehnten am Markt investiert sind – verlangt die aktuelle Situation einiges ab. Niemand weiß, wie stark die Kurse noch fallen werden und es ist nicht auszuschließen, dass die Kurse noch über Jahre im Minus verharren werden.

Rote Zahlen im Depot schmerzen – vor allem dann, wenn sie kurz vor Ende der geplanten Auszahlung erscheinen. Wer dagegen erst vor wenigen Jahren in den Markt eingestiegen ist, könnte die aktuelle Flaute auch als Chance verstehen. Denn prinzipiell können sinkende Aktienkurse dem Vermögensaufbau sogar gut tun: Wer per regelmäßigem Sparplan in einen globalen ETF investiert, steckt auch dann Geld in den Markt, wenn die Kurse gerade niedrig und Aktien damit “billig” zu haben sind. Als Anleger bekommt man in solchen Phasen also praktisch mehr für sein Geld und hat nach dem Crash entsprechend mehr Anteile im Depot. Steigen dann die Kurse in der Erholungsphase wieder an, gleichen die Gewinne die vorherigen Buchverluste wieder aus.

Wer sind die also Gewinner, wer die Verlierer?

Steigende Leitzinsen beziehungsweise die Erwartung steigender Leitzinsen treten eine ganze Menge in der Finanzwelt los. Fassen wir noch einmal zusammen, welche Effekte wir aktuell erleben:

  • Kredite verteuern sich, weil Geschäftsbanken höhere Refinanzierungskosten haben, die sie an die Kunden weitergeben.
  • Sparzinsen steigen, weil die Banken mehr zahlen müssen, um sich bei der EZB Geld zu leihen und deswegen für Privatkunden wieder attraktiver sein möchten.
  • Verwahrentgelte (Negativzinsen) fallen weg, weil auch die Geschäftsbanken keine Strafzinsen mehr zahlen müssen, um bei der EZB Geld zu parken.
  • Staatsanleihen werfen mehr Rendite ab, weil die Kuponzinsen neu emittierter Papiere höher sind als die bereits bestehender Anleihen. Das hat zur Folge, dass die Kurse bestehender Anleihen sinken.

Aktienkurse sinken, weil 1. Anleger in andere Anlagen (wie Anleihen) abwandern, von denen sie höhere Renditen erwarten und 2. Unternehmen durch höhere Zinsen tendenziell weniger investieren und dementsprechend geringere Umsätze erzielen.

Was also solltest du tun?

Grundsätzlich solltest du nun keine übereilten Entscheidungen treffen. Selbst wenn die Bauzinsen noch weiter anziehen sollten, bedeutet das nicht, dass du den Immobilienkauf übers Knie brechen solltest. Versichere dich noch einmal deiner Ziele und halt dir vor Augen, was du finanziell erreichen möchtest.

Bist du aktuell noch nicht am Aktienmarkt investiert, könntest du die aktuell gesunkenen Kurse ausnutzen, um deinen ersten Sparplan anzulegen. Sei dir dabei bewusst, dass die Kurse durchaus noch weiter absinken können. Deswegen solltest du nur das Geld investieren, dass du in den nächsten 15-20 Jahren nicht brauchen wirst. So bleibt dir genügend Zeit, die Verluste auszusitzen.

In den Aktienmarkt breit gestreut zu investieren, ist und bleibt die beste Möglichkeit für langfristige Anleger, eine stabile Rendite einzufahren. Geld auf dem Sparkonto zu parken, hat sich dagegen noch nie wirklich gelohnt – und wird es auch in Zukunft nicht.



Kommentare (13)

P

Pedro

sagt am 24. Juni 2022

Hallo, super Beitrag, vielen Dank für die erhellenden und gut verständlichen Erklärungen zur aktuellen Krisensituation! Als Nichtfinanzprofi ist das unglaublich hilfreich! Zum Thema Inflation aus der Schuldnerperspektive: Ich hatte eigentlich geplant, mein Immobiliendarlehen möglichst schnell durch Sondertilgungen zu tilgen. Ist das in der jetzigen Situation überhaupt noch sinnvoll? Denn wie oben erläutert verliert ja auch das Darlehen durch die Inflation an Wert.

M

Mathias Möllmann

sagt am 24. Juni 2022

Hallo, wie verläuft es sich bei bestehenden Krediten. Muss man hier mit steigenden Zinsen rechnen? Die roten Zahlen im Depot sind zwar unschön, wer allerdings in die Waffenindustrie investiert hat, hat teilweise starke Gewinne gemacht. Ich habe Lockheed Martin Aktien. Die jetzt im Krieg schön gestiegen sind. Lohnt es sich, die zu verkaufen und das Geld in den MSCI World zu stecken, oder gilt hier der gute alte Spruch. Hin und her macht Taschen leer, man muss ja Transaktionskosten und bei Aktienverkauf steuern mit berechnen? Lieben Gruß Mathias

H

Henri

sagt am 24. Juni 2022

Hi, danke für den interessanten Beitrag. Bei der aktuellen Situation lohnt es sich auf jeden Fall, als langfristiger Anleger weiter auf dem Markt "billig" einkaufen, wohingegen der kurzfristige oder auszahlende Anleger wie in eurem Beitrag erklärt, einen ungünstigen Zeitpunkt gewählt hat. Aber wie sieht es bei Anlegern mit mittelfristigen Anlagezielen und Sparplänen (5-10 Jahre) aus? Kann eine Rezession so lange anhalten, dass auch dieser Zeit der Verlust nicht mehr ausgeglichen werden kann?

T

ThomGee

sagt am 24. Juni 2022

Danke für diesen Beitrag. Genau so hätte ich das auch gemacht. Langfristig bin ich ohnehin entspannt und halte es mit Kostolany. Ich habe zum Glück noch nicht lange mein Geld investiert (das ist auch der einzige Vorteil) so dass ich das frische Geld in Sparraten günstig zum Einkaufen nutzen kann. Anleihen, Immobilien helfen in meinen Augen nur zur Diversifizierung, aber nicht für Renditen. Wenn ich Cash aufbauen will, um Risiko raus zu nehmen, dann denke ich an Tagesgeld (bei kleinen Mengen unter 100.000) und Anleihen. Aktuell, in der „Aufbauphase“ bin ich aber 100% in Aktien ;-)

L

Len

sagt am 24. Juni 2022

Mir stellt sich nun die Frage, ob man es als diversifizierter Anleger, neben Krypto & 70/30 vielleicht auch einen gewissen Prozentsatz Anleihen integrieren sollte. Denn bei dem, was ich gelesen habe, schein es ja, als würden diese wirklich deutlich attraktiver.

Markus Schmidt-Ott

Markus Schmidt-Ott

Autor

sagt am 24. Juni 2022

Hi Len! Du solltest in diesem Fall die Anleihen nicht als Renditetreiber sehen, sondern als risikoarmen Teil mit dem positiven Nebeneffekt, dass er recht unabhängig vom Aktien-Teil schwankt. Die Schwankungen sind jedoch so klein, dass sie dein Portfolio nicht großartig nach oben oder unten ziehen. Ich persönlich investiere auch in Staatsanleihen, aber sie senken natürlich meine Rendite. Die Abwägung zwischen mehr Sicherheit/weniger Rendite auf der einen Seite und mehr Risiko/mehr Rendite auf der anderen Seite musst du ganz persönlich für dich treffen.

T

ThomGee

sagt am 24. Juni 2022

… Genau! ;-) Es gibt zwar auch Anleihen ETF‘s mit höheren Renditen, aber sobald diese zur Rendite-Anlage werden, würde ich es hinterfragen und vieleicht dann „echte“ Renditetreiber wählen

J

JujaRo

sagt am 24. Juni 2022

ups, und da hörte der Text einfach auf.. siehe -> Warum steigen die Bauzinsen überhaupt?

A

Anonym

sagt am 24. Juni 2022

Hi JujaRo, das muss ein Bug der Website sein. Lad die Seite nochmal neu (mit F5). Sorry dafür.

T

ThomGee

sagt am 24. Juni 2022

Ja, seh ich auch. Ich glaube, da hat der Autor wohl nicht zu ende editiert. Wird bestimmt in den nächsten Stunden oder Tagen gefixt, wie ich das Team hier einschätze :-) „ Diesen Effekt erleben wir gerade, denn zum ersten Mal seit langer Zeit werfen“(…)

Thomas Kehl

Thomas Kehl

Autor

sagt am 24. Juni 2022

Ist sehr komisch, wir bekommen den Fehler nicht reproduziert. Wenn ihr Hinweise für uns habt (Bsp. welchen Browser, Betriebssystem etc ihr benutzt) sind die sehr willkommen. Hier oder per Mail :)

T

TK

sagt am 24. Juni 2022

Bei mir taucht derselbe Fehler auf, nutze Microsoft Edge auf Windows 10.

A

Anonym

sagt am 24. Juni 2022

Ich erlebe den beschriebenen Effekt unter iPadOS mit Firefox und Safari Ich schicke einen Screenshot per Mail


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