ETF: Langfristig Vermögen aufbauen

Aufgrund der Niedrigzinsphase existieren am Markt nicht mehr viele Sparplan-Varianten, die mit einer guten Rendite versehen sind. Eine der wenigen Ausnahmen stellt der ETF-Sparplan im Vergleich zu anderen Finanzprodukten dar. Wie ein solcher Fondssparplan funktioniert, für wen er infrage kommt, worauf du achten solltest und mehr erfährst du in unserem Beitrag.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • ETF-Sparplan eignet sich zum langfristigen Vermögensaufbau

  • Du benötigst lediglich ein günstiges Wertpapierdepot sowie einen Indexfonds

  • Die Haltedauer sollte mindestens 10 bis 15 Jahre betragen

  • Risiken werden im Laufe der Zeit kompensiert

Für wen kommt ein Sparplan infrage?

Der ETF-Sparplan ist bestens für Anleger bzw. Sparer geeignet, deren Ziel darin besteht, langfristig Vermögen aufzubauen. Dies funktioniert beim Fondssparplan bereits ab monatlich geringen Beiträgen. Eine gute Lösung stellt der Sparplan ebenfalls für Kunden dar, die beim Aufbau einer Altersvorsorge auf eine gute Rendite achten. Trotzdem bleibst du mit dem ETF-Sparplan gleichzeitig flexibel. Du kannst die Fonds jederzeit verkaufen oder den Sparplan komplett auflösen. So schaffst du – falls notwendig – schnell Liquidität.

Wie der Sparplan funktioniert

Ein Vorteil besteht beim Fondssparplan darin, dass dieser nach einem einfachen Prinzip funktioniert. Beim ETF-Sparplan werden Monat für Monat oder in einem anderen Rhythmus Anteile eines von dir festgelegten Indexfonds gekauft. Dabei entscheidest du dich nicht nur für den Fonds, sondern für eine monatliche Sparrate, beispielsweise 100 Euro. Der Sparplan funktioniert auf Basis einer Risikoverteilung. Diese sogenannte Diversifikation kommt daher zustande, weil der Indexfonds in eine Vielzahl von Papieren (Aktien) investiert.

Um einen ETF-Sparplan zu eröffnen, benötigst du ein Wertpapierdepot. In dieses Depot werden die Monat für Monat gekauften Fondsanteile anschließend eingebucht.

Worauf geachtet werden muss

Mittlerweile stehen Sparern am Markt mehr als 1.000 unterschiedliche Indexfonds zur Verfügung. Damit dein langfristiger Vermögensaufbau mit einer möglichst optimalen Rendite ausgestattet ist, solltest du beim Fondssparplan möglichst auf einen Aktienfonds zurückgreifen. Die durchschnittliche Rendite ist dort deutlich höher als bei Renten- oder Geldmarktfonds.

Prinzipiell stehen dir beim Fondssparplan zwei Varianten zur Verfügung. Zum einen kannst du dich für Indexfonds (ETFs) und zum anderen für aktiv gemanagte Fonds entscheiden. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass die börsengehandelten Indexfonds einen Basisindex im Verhältnis 1:1 nachbilden. Daher agieren diese Fonds passiv. Bei den aktiv verwalteten Aktienfonds hingegen entscheidet der Fondsmanager nach seinen Erfahrungen und vorliegenden Informationen, welche Aktien er auswählt.

Bezüglich der Rendite kann sich der ETF nie besser als der zu Grunde liegende Aktienindex entwickeln. Beim aktiv gemanagten Fonds hast du hingegen die Möglichkeit, eine bessere Rendite als einen Vergleichsindex zu erzielen. Dennoch hat sich in der Praxis häufig gezeigt: ETFs sind oft mindestens mit einer genauso guten Rendite wie aktiv gemanagte Fonds ausgestattet. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass die Kosten bei Indexfonds deutlich geringer als bei aktiv verwalteten Aktienfonds sind.

Da Aktienkurse bekanntlich deutlich schwanken können, solltest du einen ETF-Sparplan als langfristige Anlage betrachten. Das bedeutet, dass du mindestens über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren monatlich regelmäßig sparst.

Welcher Zeitpunkt ist günstig, um mit einem ETF-Sparplan zu beginnen und diesen zu beenden?

Vielleicht stellst du dir die Frage, wann der beste Zeitpunkt ist, um mit einem ETF-Sparplan zu beginnen und diesen zu beenden. Diese Frage ist relativ einfach zu beantworten: Es gibt keinen idealen Zeitpunkt, um mit dem Fondssparplan zu starten. Du kannst also unabhängig vom aktuellen Geschehen an der Börse mit dem Sparplan beginnen. 

Der Grund ist, dass es sich um eine langfristige Anlage handelt. Daher haben vorübergehende Verluste oder niedrige Kurse kaum Auswirkungen auf die langfristige Rendite. Zudem sammelt sich das Kapital erst langsam an, sodass du zu Beginn des Sparvertrages nur relativ wenig Geld investiert.

Während der Zeitpunkt des Beginns eines ETF-Sparplans sich kaum auf die Rendite auswirkt, stellt sich die Situation bei der Beendigung des Fondssparplans anders dar. Hier hat der Ausstiegszeitpunkt nämlich einen großen Einfluss darauf, welche Rendite du mit dem Sparplan erzielen kannst.

Deinen Sparplan solltest du nicht zu einem Zeitpunkt beenden, an dem die Börsen durch sinkende Aktienkurse geprägt sind. Stattdessen ist es ratsam, noch einige Zeit zu warten. Wenn sich die Börsen wieder erholt haben und du mit einem guten Gewinn verkaufen kannst, ist dies ein optimaler Ausstiegszeitpunkt. Eine Alternative besteht darin, die Fondsanteile nach und nach in eine sichere Anlage umzuschichten. Das können beispielsweise Geldmarktfonds sein.

Welcher Aktienindex empfiehlt sich?

Wenn du dich für einen ETF-Sparplan entschieden hast, stellt sich die Frage, welchen Indexfonds du wählen solltest. Sehr beliebt und bestens geeignet für einen Fondssparplan sind beispielsweise ETFs, die entweder den MSCI World oder den MSCI Emerging Markets Index als Basis haben. In beiden Fällen erreichst du eine breite Streuung, denn die jeweiligen Indizes beinhalten Aktien aus aller Welt. 

Beim ETF mit der Basis Emerging Markets Index profitierst du sogar vielleicht von einer besonders guten Rendite, wenn sich die Aktien aus Schwellenländern in der Zukunft gut entwickeln.

Wie wird ein ETF-Sparplan eröffnet: eine Schritt-für-Schritt Anleitung

Wenn du einen ETF-Sparplan eröffnen möchtest, musst du nur wenige Schritte absolvieren. Welche dies sind, kannst du unserer folgenden Schritt-für-Schritt Anleitung entnehmen:

  1. Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker eröffnen
  2. Online-Formular ausfüllen und anschließendes Postident- oder Webident-Verfahren durchführen
  3. Du erhältst die Zugangsdaten zum Depot
  4. Login und Suche nach einem passenden ETF-Sparplan
  5. Angabe der Identifikationsnummer des ETF (ISIN) und Festlegen des Sparintervalls sowie der Sparrate

Nachdem du diese fünf Schritte absolviert hast, ist der ETF-Sparplan eröffnet und wird anschließend im festgelegten Rhythmus automatisch ausgeführt. Du musst dich ab diesem Zeitpunkt also um nichts mehr kümmern und erhältst mindestens einmal im Jahr eine Depotübersicht. Dieser kannst du unter anderem entnehmen, wie sich der Wert deines ETF-Sparplans entwickelt hat.

Kosten eines ETF-Sparplans

Der ETF-Sparplan ist zwar relativ günstig, aber dennoch gibt es einige Kosten, die du beachten solltest. Ein Kostenfaktor kann zum Beispiel die Ausführung des Sparplans sein. Hier werden nicht selten fixe Gebühren berechnet. An dieser Stelle kannst du unter Umständen Kosten sparen, indem du den ETF-Sparplan nicht monatlich ausführen lässt. Stattdessen bietet sich zum Beispiel ein vierteljährlicher Ausführungsrhythmus an.

Zu den weiteren Kosten zählen neben einer eventuellen Depotführungsgebühr für das benötigte Wertpapierdepot die jeweiligen Fonds mit fixen Gebühren. Meistens bewegen sich diese Kosten allerdings nur im Bereich zwischen 0,25 und 0,45 Prozent als Fondskosten. Bei einem aktiv gemanagten Fonds – im Vergleich – würden meistens deutlich höhere Gebühren anfallen.

Mitunter gibt es Angebote, bei denen der Sparplan zunächst kostenfrei ist. Dies kann sich allerdings im Laufe der Zeit ändern, sodass der laufende ETF-Sparplan kostenpflichtig werden kann. Daher solltest du darauf achten, für welchen Zeitraum die Kostenfreiheit gilt. Aus wirtschaftlichen Gründen ist es unwahrscheinlich, dass ein ETF Anbieter dauerhaft kostenlose Sparpläne anbietet.

BrokerSparplanfähige ETFsKostenlos besparbare ETFsSparplan Kosten 

6061701,50%Depot

4552201,50%Depot
7401301,50€Depot
9373501,50€ + ATCDepot
370641,75%Depot
15501,00€Depot
10080,90€
280280keineDepot

Stand: 01.12,2019, Alle Angaben ohne Gewähr

Was tun bei zukünftig kostenpflichtigem Sparplan?

Sollte ein zunächst kostenfreier Sparplan anschließend kostenpflichtig werden, stehen dir insbesondere die folgenden drei Optionen zur Verfügung:

  • Einfach weiter sparen

  • Sparplan aussetzen

  • Depotanbieter wechseln

 Monatliche Sparrate 
Broker25€50€100€200€500€1.000€
0,38€0,75€1,50€3,00€7,50€15,00€Depot
0,38€0,75€1,50€3,00€1,50€15,00€Depot
x1,50€1,50€1,50€1,50€1,50€Depot
x~1,60€~1,70€~1,90€~2,50€~3,50€Depot
x0,88€1,75€3,50€8,75€17,50€Depot
x1,00€1,00€1,00€1,00€1,00€Depot
0,90€0,90€0,90€0,90€0,90€0,90€
0€0€0€0€0€0€Depot

Stand: 01.12.2019, Alle Angaben ohne Gewähr

Die Entscheidung für eine dieser Optionen hängt sicherlich auch damit zusammen, wie erfolgreich du bisher gespart hast und welche Kosten im Detail anfallen. Den Depotanbieter zu wechseln kann durchaus eine gute Wahl sein. Manchmal erhalten Neukunden bei einigen Banken und Brokern eine Prämie bzw. eine anderweitige Belohnung für die Eröffnung des Depots. Den Bestand in Form deiner Fondsanteile kannst du anschließend in der Regel problemlos vom bisherigen Depot auf das neue Wertpapierdepot übertragen. Anschließend lässt du den Sparplan bei der neuen Bank bzw. beim Broker weiter ausführen.

Sonderfall flatex

Bei flatex handelt es sich um einen Online-Broker und gleichzeitigen Wertpapierhändler. Über die Trading-Plattform von flatex kannst du zahlreiche Wertpapiere handeln, wie Aktien, Anleihen, aktiv gemanagte Fonds und eben auch ETFs.

Eine Besonderheit besteht bei flatex darin, dass es über 350 ETFs gibt, die du kostenlos für einen Sparplan nutzen kannst. Damit hat flatex gleichzeitig eines der größten Angebote an Indexfonds, die kostenfrei gekauft werden können.

Fazit zum ETF-Sparplan

Der ETF-Sparplan ist eine sehr gute Möglichkeit, um regelmäßig Vermögen aufzubauen, beispielsweise als private Altersvorsorge. Aufgrund der zahlreichen Anbieter solltest du einen ETF-Sparplan Vergleich durchführen. Wenn du dich für einen Fondssparplan entschieden hast, benötigst du zuvor lediglich ein Wertpapierdepot. 

Beim Sparplan selbst entscheidest du dich für den gewünschten Fonds, den Ausführungsrhythmus und für die Höhe der Sparrate. Bei manchen Anbietern ist die Ausführung der Sparpläne – zumindest zeitweise – kostenfrei. Grundsätzlich solltest du ohnehin die anfallenden Kosten der verschiedenen Depotanbieter vergleichen. So findest du einen möglichst günstigen ETF-Sparplan.