8 Indexportfolios

8 Index-Portfolios

Finanzfluss Team
Finanzfluss Team
Stand: 4. Januar 2021
In diesem Text stellen wir euch 8 verschiedene Weltportfolios vor. Weltweites Investieren heißt diversifizieren bei langfristig guter Renditeerwartung. Die Portfolios setzen sich jeweils aus wenigen Indizes zusammen.

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Was du wissen solltest
  • Es gibt unendlich viele verschiedene Arten, sich sein Weltportfolio zusammenzustellen. Viele Entscheidungen basieren auf Vorlieben. 8 Möglichkeiten stellen wir hier vor.
  • Man kann bereits mit einem einzigen Index ein vollständiges Weltportfolio haben, beispielsweise mit einem Index wie dem FTSE All-World.
  • Zusätzlich zu Aktien-Indizes in Industrie- und Schwellenländer kann man sich auch Rohstoffe oder Immobilien (oder beides) beimischen. Das gleiche gilt für einen europäischen Index, wenn einem der Fokus ansonsten zu stark auf US-amerikanischen Unternehmen liegt.
  • Ein attraktives Weltportfolio kann auch Staatsanleihen, nachhaltige Indexfonds oder Multi-Faktor-Indizes beinhalten.

All diese Beispielportfolios sind lediglich zur Illustration gedacht, als Startpunkt für das Bauen deines eigenen Portfolios. Sie stellen keine Anlageempfehlung dar. Aufbauend auf diesen Ratgeber haben wir die Musterportfolios hier mit konkreten ETFs gebaut.

Portfolio 1: Der Klassiker

Das erste Weltportfolio, das wir euch als Beispiel vorstellen, ist ein absoluter Klassiker. Es setzt sich aus zwei Indizes zusammen, die Werte aus Industrie- und Schwellenländern nachbilden: einem MSCI World und einem MSCI Emerging Markets (EM). Das klassische Verhältnis der beiden beträgt 70% World und 30% EM. Dies kann aber je nach eigener Vorliebe abgewandelt werden.

Dieses Portfolio zeichnet sich dadurch aus, dass es auf extrem einfache Weise weltweit diversifiziert in Aktien anlegt. Bis auf eventuelles jährliches Rebalancing muss man nichts weiter machen. Dies kommt einem passiven Investmentansatz sehr zugute. Manche Anleger finden den starken Fokus auf US-amerikanische Unternehmen problematisch, der sich hierbei durch die Orientierung an der Marktkapitalisierung ergibt. Wie man damit umgehen kann, erklären wir in Portfolio 5.

Portfolio 1: Der Klassiker
Der Klassiker unter den Weltportfolios: MSCI World und Emerging Markets. | Bild: Finanzfluss

Portfolio 2: Grün und sauber

In den vergangenen Jahren hat der Wunsch, in ökologisch nachhaltige und ethisch vertretbare Unternehmen(-szweige) zu investieren, stark zugenommen. Mittlerweile gibt es einige klare Maßstäbe, an denen Investments gemessen werden können. Dazu zählen die beiden Labels ESG (Environmental, Social, and Governance) und SRI (Socially Responsible Investing). Wer in Finanzprodukte anlegt, die mit ihnen bezeichnet sind, investiert beispielsweise nicht in Suchtstoffe erzeugende Produkte oder die Waffenindustrie. Die Klassiker von MSCI gibt es auch als ESG-gefilterte Indizes. 

Dies bringt das Problem der Grenzziehung zwischen nachhaltig und nicht-nachhaltig mit sich: je strenger die Kriterien, desto weniger diversifiziert ist das Investment – und am Ende des Tages geht es den meisten Anlegern um eine gute Rendite. Deswegen sind ESG- oder SRI-basierte Indizes eine gute Möglichkeit, um sowohl eigenen Nachhaltigkeitspräferenzen zu folgen als auch weltweit diversifiziert anzulegen. Hierbei gibt es keine “bessere” oder “schlechtere” Geldanlage, da es sich eben um Präferenzen handelt.

Portfolio 2: Grün und sauber
Ein nachhaltiges Weltportfolio basierend auf MSCI World und Emerging Markets. | Bild: Finanzfluss

Portfolio 3: Einmal hin…

Auch wenn das klassische Weltportfolio mit MSCI World und Emerging Markets schon ziemlich simpel aufgebaut ist, geht es auch noch einfacher: mit nur einem einzigen Index, in dem beides drin ist. Ein solches Weltportfolio aufbauend auf einem Index basiert dann ebenso auf Werten aus Industrie- und Schwellenländern, bei denen die Gewichtung bereits festgelegt ist, sodass nicht einmal mehr Rebalancing notwendig ist.

Zwei Indizes eignen sich hierzu ganz besonders: Der MSCI All Country World Index (ACWI) oder der FTSE All-World. Zu den Unterschieden der beiden Anbieter geht es hier. Kurz gesagt: Beide Indizes glänzen mit vielen Werten aus der ganzen Welt.

Portfolio 3: Einmal hin…
Mit FTSE All-World oder MSCI World erhält man ein ganzes Weltportfolio in einem Index. | Bild: Finanzfluss

Portfolio 4: Der Fortgeschrittene

Faktor-Investing filtert Werte nach bestimmten Maßstäben (“Faktoren”), die nachgewiesenermaßen einen langfristigen passiven Investmenterfolg nach sich ziehen können. Dazu zählen beispielsweise Investitionen in Small Cap-Unternehmen, also Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung, oder in Value-Unternehmen, also Unternehmen, die regelmäßig hohe Cashflows generieren. Eine Integration dieser Faktoren in weltweit diversifizierten Indizes hat zum Ziel, das Risiko zu minimieren und die Rendite zu maximieren. Integriertes Faktor-Investing bedeutet also, mehrere Faktoren sinnvoll miteinander zu kombinieren, da sie sich überschneiden können (beispielsweise können die Faktoren Value-Aktien und Small Cap-Aktien ihren Effekt teilweise gegenseitig aufheben).

Um ein solches integriertes Faktor-Weltportfolio zusammenstellen, ist das wichtigste, passende Indizes zu finden. In unserem Beispiel nehmen wir einen Equity Factor Index World Net TR von Goldman Sachs, den wir mit 70% gewichten und den Emerging Markets Equity Index von Libertyq, den wir dementsprechend zu 30% gewichten. 

Portfolio 4: Der Fortgeschrittene
Verschiedene Faktorprämien integriert in zwei Indizes. | Bild: Finanzfluss

Portfolio 5: Europa im Fokus

Wir haben bereits darauf aufmerksam gemacht, dass zum Beispiel im Portfolio 1 (aber auch in allen anderen genannten in ihrem Industrieländer-Anteil) die USA ein starkes Gewicht aufgrund ihrer hohen Marktkapitalisierung im Vergleich zu ihrem Bruttoinlandsprodukt haben. Dies kann vorteilhaft sein, weil US-amerikanische Unternehmen in der Vergangenheit gut performt haben, was aber sich in der Zukunft auch gegenteilig entwickeln kann.

Eine Möglichkeit, um einen etwas stärkeren Fokus auf die europäische Wirtschaft zu bekommen, ist es, einen Index beizumischen, der den europäischen Markt abbildet. Hierzu eignet sich der STOXX Europe 600 gut, der Werte aus dem Large, Mid und Small Cap-Bereich abbildet. Natürlich verändert sich mit dieser Maßnahme auch das Verhältnis der anderen Indizes. Wir stellen in diesem Beispielportfolio den MSCI World mit 50%, den MSCI Emerging Markets mit 30% und den STOXX Europe 600 mit 20% zusammen.

Portfolio 5: Europa im Fokus
Wer ein stärkeres Gewicht auf Europa legen möchte, kann sein Portfolio zum Beispiel auf diese Art zusammenstellen. | Bild: Finanzfluss

Portfolio 6: Immobilien und Rohstoffe beimischen

Viele Anleger wünschen sich eine Beimischung der Anlageklassen Rohstoffe oder Immobilien: Wer zusätzlich zur Abbildung der Wirtschaft von Industrie- und Schwellenländern diese noch beimischen möchte, kann vom Beispielportfolio 6 ausgehend überlegen. Es ist auch gut möglich, nur eins von beiden beizumischen, je nach Vorliebe.

REITs (Real Estate Investment Trusts) sind eine gute Wahl für die Beimischung von Immobilienwerten, da sie Aktienwerte von Immobilienunternehmen abbilden. Der Beispiel-NAREIT ist eine Mischung aus diesen REITs und Immobilienaktien. Indizes basierend auf Commodities-Indizes sind für die Abbildung von Rohstoffen hilfreich. In unserem Beispielportfolio nehmen wir beide hinzu und teilen 10% des Gesamtwerts auf sie auf. Die restlichen 90% sind dann in klassische Aktien-Weltindizes investiert, was letztendlich alle vorherigen Portfolios einschließt.

Portfolio 6: Immobilien und Rohstoffe beimischen
Rohstoffe und Immobilien können eine gute Beimischung zum Weltportfolio darstellen. | Bild: Finanzfluss

Portfolio 7: Dividenden-Power

Dividenden-Indizes bieten eine gute Möglichkeit, regelmäßig höhere Ausschüttungen zu generieren, als das bei ETFs ohne Fokus auf dividendenstarke Aktien der Fall wäre. Dies ist so, da sich auf Aktien konzentriert wird, die seit Langem hohe Dividendenrenditen ausschütten.

Das hier vorgestellte Portfolio setzt sich zu 70% aus Industrieländern und zu 30% aus den Emerging Markets zusammen. Der Industrienationen-Anteil wird durch einen S&P Global Dividend Aristocrats Quality Income Index abgedeckt, während der Emerging Markets-Anteil durch den S&P Emerging Markets High Yield Dividend Aristocrats Index abgedeckt wird.

Letztendlich handelt es sich hierbei wieder um eine Präferenzentscheidung, da sich die Gesamtrendite nicht von einem nicht-dividendenstarken Portfolio unterscheidet. Es wird übrigens auch hier wieder eine Ein-Index-Lösung angeboten, zum Beispiel mit einem FTSE All-World High Dividend Yield Index.

Portfolio 7: Dividenden-Power
Ein Dividenden-Weltportfolio könnte beispielsweise so aussehen. | Bild: Finanzfluss

Portfolio 8: Fokus auf Anleihen

Dieses Beispielportfolio setzt zum größten Teil auf Staatsanleihen weltweit. Diese werden mit einem MSCI ACWI kombiniert. Dieses Portfolio setzt demnach auf weltweite Diversifizierung und die Sicherheit von Staatsanleihen. Das Verhältnis der beiden Assetklassen liegt bei 90% (Staatsanleihen) zu 10% (Aktien im MSCI ACWI). Ein möglicher Anleihenindex wäre der Bloomberg Barclays Global Aggregate Float Adjusted and Scaled Index (Bloomberg Global Aggregate Bond). Den größten Anteil an den Staatsanleihen machen hierbei die Vereinigten Staaten (37%), Japan (14%) und China (7%) aus.

Portfolio 8: Fokus auf Anleihen
Einen Fokus auf Staatsanleihen bietet dieses weltweit gestreute Weltportfolio. | Bild: Finanzfluss

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Index Portfolio?

Wie viele Indexfonds sollte ich in meinem Portfolio haben?

Wie baut man sich ein Indexportfolio?