Das musst du zur privaten Haftpflichtversicherung wissen

Missgeschicke passieren. Schnell ist die teure Vase des Bekannten von der Kommode gefallen oder der Schlüssel des Freundes verloren gegangen. Und auch vor größeren selbstverursachten Unfällen, z.B. im Straßenverkehr, kann man sich nicht immer schützen. Wichtig ist dann, richtig versichert zu sein. Denn auch für dein unabsichtliches Handeln trägst du die Verantwortung und musst für die entsprechenden Schadensersatzforderungen aufkommen. Gegen diese finanzielle Belastung, mitunter bis in die Millionen, kannst du dich leicht absichern – mit der privaten Haftpflichtversicherung. In diesem Artikel erfährst du, welche Schäden in der Regel abgedeckt werden, wann der Schutz nicht greift und worauf du beim Vertragsabschluss achten musst.

Was du wissen solltest
  • Eine private Haftpflichtversicherung schützt vor hohen Schadensersatzforderungen und finanziellen Ruin bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden – und das für wenige Euro im Monat.
  • Die Versicherung übernimmt dann die Kosten, wenn du einer dritten Person einen Schaden zugefügt hast, ohne dabei vorsätzlich zu handeln oder Regeln/Gesetze zu brechen. 
  • Jeder sollte eine solche Versicherung abschließen. Für Paare lohnt sich eine gemeinsame Versicherung. Dabei spielt keine Rolle, ob ihr verheiratet seid oder nur in einem Haushalt wohnt. Nur bei untereinander verursachten Schäden sind Paare nicht geschützt. Kinder sind bis zum Ende ihrer ersten Ausbildung bei den Eltern mitversichert. 
  • Mit einer Selbstbeteiligung kannst du den Beitrag senken. Allerdings musst du bis zu dieser Summe dann alle Kosten selbst tragen.
Wie du vorgehst
  • Die Spanne für eine Versicherung mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis beläuft sich auf 50 – 80€ im Jahr, was umgerechnet etwas mehr als 4€ pro Monat sind. 
  • Familientarife beziehungsweise solche für Partner mit gemeinsamen Haushalt oder eingetragene Lebenspartnerschaften sind günstiger als zwei Single-Tarife. 
  • Eine bestehende Haftpflichtversicherung kannst du jährlich, meist mit einer Frist von drei Monaten, kündigen.
  • Achte für einen umfassenden Versicherungsschutz auf eine möglichst hohe Deckung der Schadenssumme sowie die Best-Leistungs-Garantie im Vertrag. Die Ausfalldeckung schützt dich zudem, wenn du Schaden genommen hast, die andere Person aber zahlungsunfähig ist.
Inhalte

Deshalb brauchst du eine private Haftpflichtversicherung

Eine private Haftpflichtversicherung ist für jede Person sinnvoll. Denn für selbst verursachte Schäden haftet jeder mit seinem gesamten Vermögen bis zur persönlichen Pfändungsfreigrenze. Diese gewährleistet lediglich ein Leben am Existenzminimum und ist an das persönliche Einkommen und der Anzahl der unterhaltsberechtigten Familienangehörigen gebunden. Daher variiert die jeweilige Summe.

Gerade bei Personenschäden können die Schadensersatzforderungen den finanziellen Ruin für dich bedeuten – beispielsweise wenn für eine Arzt- und Krankenhausbehandlung und anschließende Reha mehrere Tausend Euro fällig werden. Oder noch schlimmer: Die geschädigte Person kann nicht mehr arbeiten und du musst den Verdienstausfall bezahlen.

In einem solchen Fall bietet eine private Haftpflichtversicherung Schutz und übernimmt die Ansprüche der gegnerischen Partie für dich. Daher lohnt es sich, immer privathaftpflichtversichert zu sein, auch wenn es in Deutschland nicht gesetzlich verpflichtend ist.

Im Gegensatz dazu gibt es viele andere Versicherungen, die weniger sinnvoll sind und oftmals nur Geld kosten, ohne einen wirklichen finanziellen Nutzen zu besitzen. Ein Beispiel hierfür ist die Handy-Versicherung. Denn  ein zu Bruch gegangenes Handy bedroht nicht deine finanzielle Existenz und muss deshalb nicht zwangsläufig versichert werden.

Finanzfluss-Video: Alles Wichtige zur Haftpflichtversicherung im Überblick

Was ist eine private Haftpflichtversicherung?

Die private Haftpflichtversicherung, im Volksmund auch einfach nur Haftpflichtversicherung genannt, ist die wohl wichtigste freiwillige Versicherung in Deutschland. Sie übernimmt eine Vielzahl von Schadensersatzforderungen, die an deine Person gerichtet sind. Nicht eingeschlossen sind alle von dir absichtlich verursachten Schäden.

Da es sich um eine private Haftpflichtversicherung handelt, bist du nur als Privatperson geschützt. Diese Versicherung deckt also keine Schäden ab, die du als Berufstätiger herbeiführst. 

Nach §100 und 101 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) ist der Versicherer auch verpflichtet, sogenannte unbegründete Schadenersatzansprüche abzuwehren. Das bedeutet, die Versicherung prüft zunächst, ob die an dich gestellte Ansprüche rechtens sind. Sind diese nicht legitim, wehrt die Versicherung die Ansprüche für dich ab. Sie ist daher eine Art passive Rechtsschutzversicherung, für die du nicht extra bezahlen musst.

Warum ist eine private Haftpflicht so wichtig?

Kleine Schadenssummen kannst du in der Regel ohne Probleme begleichen. So stellt dich der Ersatz einer zerbrochenen Tasse  vor keine finanzielle Herausforderungen. Der Laptop eines Freundes, über den du deinen Kaffee verschüttet hast, tut im Geldbeutel schon mehr weh. Das ist ärgerlich und teuer, irgendwie aber noch aus der eigenen Tasche finanzierbar. 

Noch größerer Schadenssummen hingegen sind schnell existenzbedrohend für den Verursacher. Gerade wenn Menschen zu Schaden kommen, fallen schnell hohe Beträge für Arzt- und Krankenhausbehandlungen an, für die du dann bis zur persönlichen Pfändungsfreigrenze aufkommen musst.

Ein Beispiel: Weil du den Bus noch erwischen willst, rennst du über die rote Ampel. Der Autofahrer muss dir ausweichen, fährt gegen einen Laternenmast und erleidet mehrere Frakturen. Du musst nicht nur die Reparatur des Masts und Autos bezahlen, sondern auch etwaige Behandlungen im Krankenhaus. In den darauffolgenden 3 Monaten kann der Autofahrer nicht arbeiten, weshalb du den Verdienstausfall nach 6 Wochen übernehmen musst. Und dann wären da noch die notwendig gewordenen Reha-Maßnahmen, die sich über mehrere Jahre strecken. So schnell bildet sich ein riesiger Kostenberg.

Wenn du nicht gerade zu den wohlhabendsten Menschen gehörst, kann dieser kurze Moment der Unachtsamkeit dein gesamtes restliches Leben verändern.

Mit einer Haftpflichtversicherung hingegen kommst du mit einem blauen Auge davon. Denn diese übernimmt die Kosten für dich. 

Welche Schäden deckt eine private Haftpflicht ab, welche nicht?

Eine private Haftpflichtversicherung übernimmt die Ersatzforderungen bei Sach-, Personen- und Vermögensschäden, die du verursacht hast.

Davon ausgenommen sind Schäden, 

  • die keinen legitimen Schadensersatzanspruch haben.

  • die vorsätzlich von dir verursacht wurden.

  • die durch andere Haftpflichtversicherungen gedeckt sein können.

Das prominenteste Beispiel hierfür ist die Kfz-Haftpflichtversicherung. Diese kommt für Schäden auf, die du mit deinem Fahrzeug verursachst. Weitere Ausnahmen sind die Berufshaftpflicht-, Tierhalterhaftpflicht- und die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung.

Personenschäden

Mit Personenschäden sind meist körperliche Verletzungen gemeint. Exemplarisch sind zum Beispiel Unfälle beim Sport oder im Straßenverkehr als Fußgänger oder Radfahrer.

Ein anderes Beispiel wäre, wenn du deine Verkehrssicherungspflicht als Grundstücksbesitzer verletzt und eine andere Person im Winter auf dem Gehsteig vor deinem Grundstück ausrutscht, weil du nicht gestreut oder Schnee geräumt hast.

Ebenfalls inbegriffen ist ein Personenschaden bei vernachlässigter Aufsichtspflicht bei eigenen und fremden minderjährigen Kindern. 

Auch psychische Beeinträchtigungen anderer Personen sind erfasst. So können nach einem Autounfall Angststörungen entstehen. Nicht gedeckt sind Personenschäden an deinem Partner, wenn ihr zusammen versichert seid. 

Sachschäden

Unter Sachschäden sind Defekte oder Wertminderungen von Gegenständen erfasst. 

Der Klassiker: Die zerbrochene Fensterscheibe durch das Ballspielen. Sonstige Gegenstände, die in der Wohnung vorkommen, vom Esstisch über den Fernseher bis zu weiterem Mobiliar fallen ebenfalls unter diese Kategorie.

In neueren Versicherungsverträgen bietet sich eventuell die Möglichkeit, Schäden durch selbstgesteuerte Drohnen oder den unbeabsichtigten Versand von Computerviren zu versichern. Letzteres kann beim simplen USB-Einstecken bereits der Fall sein.

Der Verlust fremder und privater Wohnungsschlüssel ist mittlerweile ebenfalls bei beinahe jedem Anbieter inbegriffen. 

Gefälligkeitsarbeiten

Wenn du hingegen bei Gefälligkeitsarbeiten, wie dem Helfen beim Umzug eines Freundes etwas beschädigst, bist du grundsätzlich nicht zum Schadensersatz verpflichtet. Hier würde die Versicherung argumentieren, dass ein unberechtigter Anspruch vorliegt. Ein Versicherungsschutz für einen solchen Fall ist allerdings problemlos zubuchbar.

Vermögensschäden

Der Vermögensschaden umfasst alle Schäden, bei denen der Geschädigte einen finanziellen Nachteil hat und die nicht unter Personen- oder Sachschäden fallen. 

Beispielsweise zahlt die Versicherung dann, wenn du in deinem Garten einen Baum fällst, der auf das Auto des Nachbarn fällt, der wiederum an diesem Tag in Urlaub fliegen wollte. Er nimmt ein Taxi und verpasst dennoch seinen Flug. Die Kosten für die Fahrt zum Flughafen und für die Umbuchung des Flugs wären eine berechtigte Schadensersatzforderung. 

Wen deckt die private Haftpflicht ab, wen nicht?

In der privaten Haftpflichtversicherung sind generell zwei unterschiedliche Tarife zu unterscheiden.

Im Single-Tarif ist nur die versicherte Person alleine geschützt. Im Familien-Tarif sind daneben Ehepartner, Partner einer eingetragenen Lebensgemeinschaft, unverheiratete Partner in einem Haushalt sowie Kinder bis zum Ende Ihrer ersten Ausbildung (Lehre oder Studium) mitversichert. 

Nicht abgedeckt sind hingegen Kinder bis zum siebten Lebensjahr. In Deutschland sind sie vom Gesetzgeber bis zu diesem Alter als nicht schuldfähig eingestuft und können daher nicht für Ihre Taten haftbar gemacht werden. Eltern können in diesem Fall nicht zur Verantwortung gezogen werden, auch nicht, wenn sie die Aufsichtspflicht verletzt haben. Um den Schadensfall dennoch zu versichern, beispielsweise um Freundschaften nicht zu belasten, sollte im Vertrag der Passus “Schäden durch deliktunfähige Kinder” aufgenommen werden, was jederzeit problemlos möglich ist.

Da es für Hunde und andere Haustiere eine separate Haftpflichtversicherung gibt, sind diese in der privaten Haftpflichtversicherung für Personen ebenfalls nicht inbegriffen.

Wann zahlt die Haftpflichtversicherung, wann nicht?

Die Haftpflichtversicherung zahlt  prinzipiell immer dann, wenn eine Sache, Person oder Vermögen durch dich als Privatperson zu Schaden kommt. Dafür muss dieser Schaden in den Vertragsbedingungen aufgelistet sein.

Die Versicherung zahlt im Allgemeinen nicht bei:

  • Vorsätzlich verursachten Schäden

  • Schäden aus strafbaren Handlungen

  • Schäden unter Alkohol- und Drogeneinfluss

  • Schäden aus Vertragsverletzungen

  • Verletzungen am eigenen Körper

  • Verletzungen am Partner beziehungsweise der Partnerin bei gemeinsamem Versicherungsvertrag

  • Fehler im Beruf

  • Schäden, die über die Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt sind

Übrigens: Wer den Versicherer über einen vorsätzlichen Vorgang täuscht, begeht Betrug, was in Deutschland strafbar ist. 

Der Versicherungsschutz ist zudem immer dann gefährdet, wenn du ohne Einverständnis der Versicherung deine Schuld anerkennst. Daher solltest du niemals ein Schuldeingeständnis bei einem Verkehrsunfall unterschreiben – auch wenn du dir deiner Schuld bewusst bist. 

Darauf musst du bei einer Haftpflichtversicherung achten

Bei der Auswahl der Haftpflichtversicherung solltest du zuerst auf das Leistungsspektrum und dann auf den Preis schauen. Denn eine geringe Gebühr geht meist immer mit einem geringeren Schutz einher. 

Konkret solltest du vor dem Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung immer folgenden Kriterien prüfen:

Deckungssumme – Welche Schadenssumme versichert ist

Die Deckungssumme ist der Betrag, den die Versicherung im Schadensfall übernimmt. Alles, was darüber hinausgeht, musst du bezahlen. Daher ist es sinnvoll, diese Zahl möglichst hoch anzusetzen und nicht wegen ein paar Euro im Jahr eine geringere Deckungssumme zu riskieren. 

Die minimale Deckungssumme sollte nicht weniger als 10 Millionen € betragen. Besser noch sind 50 Millionen €, um für einen Schadensfall mit mehreren Personen gewappnet zu sein. Achte darauf, dass in diesem Fall pro Person mindestens 10 Millionen € als Betrag eingetragen sind und nicht insgesamt.

Zudem sollte der Versicherungsschutz weltweit greifen. Dies ist meist der Fall, solange der Auslandsaufenthalt nicht länger als ein Jahr geht. Urlaubsreisen sowie Studienaufenthalte sind somit inbegriffen. 

Ausfalldeckung – Wenn die andere Person nicht zahlen kann

Mit der Ausfalldeckung ist gemeint, dass deine private Haftpflichtversicherung auch greift, wenn du als Versicherte/r Schaden genommen hat, die andere Person aber zahlungsunfähig ist und selbst keine Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat. 

Dieses Kriterium ist ein Muss, um die entstandene Schadenssumme in jedem Fall zu erhalten. 

Best-Leistungs-Garantie – Immer bestmöglich haftpflichtversichert

Damit ist gemeint, dass dein Versicherer die Leistung erbringen muss, die ein anderer Versicherer anbietet, auch wenn er sie selbst nicht im Vertrag erfasst hat. Besonders interessant ist diese Klausel, wenn dein Versicherer nicht zahlen will, du aber bei einem anderen Anbieter genau diese Leistung findest.

Die Best-Leistungs-Garantie greift aber nicht bei Schäden, die über die gesetzliche Haftpflicht hinausgehen, wie zum Beispiel Schäden die durch deliktunfähige Kinder entstanden sind.

Selbstbeteiligung – Lohnt sich in den meisten Fällen

Die Selbstbeteiligung bei Haftpflichtversicherungen ist ein gutes Mittel, um deinen Beitrag zu senken. Die Idee dahinter ist simpel: Du übernimmst kleine Schadenssummen bis 200€. Dadurch reduziert sich der Versicherungsbeitrag und du sparst Geld. Die Versicherung wird dann nur für den Fall eingesetzt, für den sie eigentlich vorgesehen ist, nämlich bei größeren Schäden ab 200€.

In manchen Fällen, beispielsweise wenn du im öffentlichen Dienst angestellt bist, kann aber die Differenz zwischen einem Tarif mit und ohne Selbstbeteiligung verschwindend gering sein. Prüfe vorab also immer erst beide Tarifvorschläge und vergleiche sie miteinander.

Kinder und Gefälligkeiten – was sonst noch in die Versicherung gehört

Nach dem Gesetz können Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr nicht für Schäden haftbar gemacht werden – die Eltern übrigens genauso wenig. Häufig möchte man als Elternteil aber solche Schadensfälle abdecken, um den Frieden mit Freunden oder Nachbarn zu wahren. Daher sollten die deliktunfähigen Kinder inbegriffen sein.

Es gibt zudem die Möglichkeit, sogenannte Gefälligkeitsschäden abzudecken. Darunter sind die Schäden zu verstehen, die zum Beispiel beim Umzug eines Freundes entstehen.

Auch eine Zusatzversicherung für Geliehenes ist ratsam. So wird ein geliehenes Fahrrad, das gestohlen wird, ersetzt. 

Wie finde ich die passende Privathaftpflicht?

Die passende Privathaftpflicht gibt es nicht, denn für jeden sind unterschiedliche Faktoren wichtig.

Die meisten Versicherungsanbieter führen eine private Haftpflichtversicherung in ihrem Angebot und manch einer wird sich bei einem bewährten Anbieter gut aufgehoben fühlen. In den vergangenen Jahren haben Insure-Techs, ähnlich den Fintechs im Bankensektor, den Markt verändert. 

Du solltest also deine persönlichen Interessen abwägen. Gehörst du zu denjenigen, die lieber viel versichert sind und dafür ein paar Euro mehr bezahlen oder bevorzugst du einen billigen Tarif mit Basis-Schutz? 

Nutze in jedem Fall den Familien-Tarif, wenn möglich. Sinnvoll ist es zudem, eine jährliche Zahlung einzurichten, um den Beitrag zu senken – ebenso wie eine Selbstbeteiligung. Ein Vertrag über eine längere Laufzeit kann zu geringeren Gebühren führen. 

Nicht ratsam sind kombinierte Versicherungen, beispielsweise wenn Haftpflicht und Hausrat zusammengelegt werden. Meist sind diese ein Marketing-Gag und dienen dem Versicherungsvertreter nur, möglichst viele Verträge abzuschließen. Du fährst hier meist besser, die Policen einzeln abzuschließen.

Unser Haftpflichtversicherung-Vergleich bietet dir eine übersichtliche Auswahl der verschiedenen Anbieter.

Haftpflichtversicherung wechseln – Lohnt sich das?

Bei einem Wechsel profitierst du vom hohen Konkurrenzdruck innerhalb der Branche, wodurch Anbieter immer neue Leistungen aufnehmen oder Preise senken müssen. Daher solltest du dir die Zeit zum Vergleichen nehmen. 

Insbesondere, wenn du deinen Tarif seit einigen Jahren nicht mehr angepasst hast, ist ein Vergleich meist erfolgversprechend. So kann in einem alten Vertrag beispielsweise ein Schaden durch Computer-Viren oder Drohnen noch nicht erfasst sein.

Der Wechsel ist mit einer Kündigungsfrist von meist drei Monaten in der Regel jährlich möglich. Ein Sonderkündigungsrecht hast du bei  jeder Beitragserhöhung des Versicherers, die nicht durch den Gesetzgeber initiiert wurde.

Welche Haftpflichtversicherungen gibt es noch?

Neben der privaten Haftpflichtversicherung, die Schadensersatzforderung an dich als Privatperson in vielen Fällen übernimmt, gibt es weitere Haftpflichtversicherungen. Dazu gehören:

  • KfZ-Haftpflichtversicherung: Diese Police umfasst alle Kosten, die bei einem Unfall entstehen. Dazu gehört unter anderem die Reparatur, das Abschleppen, der Kauf eines gleichwertigen Fahrzeugs bei wirtschaftlichem Totalschaden und die Rechtsanwaltskosten des Unfallgegners.

  • Tier-Haftpflichtversicherung: Für Hunde besteht in manchen Bundesländern eine grundsätzliche Versicherungspflicht (Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen und Thüringen). Für Pferde ist die Versicherung in Deutschland ratsam, aber nicht vorgeschrieben.

  • Bauherren-Haftpflichtversicherung: Diese Police übernimmt Personen- und Sachschäden auf deiner Baustelle. Schäden durch Vandalismus oder Sturm werden durch eine andere Versicherung, der Bauleistungsversicherung, abgedeckt.

  • Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung: Sie schützt bei Schadensersatzforderungen durch versäumte Verkehrssicherungspflichten in deinem Mietshaus oder wenn du selbst in einer Wohneigentumsgemeinschaft wohnst. Dazu zählt das Streuen und Räumen im Winter. Bist du Eigentümer eines Hauses, in dem nur du wohnst, ist eine private Haftpflichtversicherung für den Fall der Fälle ausreichend.

  • Berufshaftpflichtversicherung: Alle Schäden, die du bei der Arbeit verursacht, sind hier eingeschlossen. Besonders Selbstständigen bietet sie einen Schutz vor der finanziellen Insolvenz.

Häufig gestellte Fragen

  • Was ist eine Haftpflichtversicherung?

    Die Haftpflichtversicherung übernimmt Schäden, die du verursachst und zu denen du finanziell zur Verantwortung gezogen wirst. Neben der privaten Haftpflichtversicherung, die dich als Privatperson schützt, gibt es noch Berufshaftpflicht-, Kfz-Haftpflicht- oder Tier-Haftpflichtversicherungen.

  • Was ist der Unterschied zwischen Privathaftpflicht und Haftpflicht?

    Die Privathaftpflicht versichert eine Privatperson. Das bedeutet: Immer dann wenn man einen Schaden im Privatleben verursacht, beim Sport, in der Wohnung oder Haus, übernimmt sie den Schaden. Sie erfasst dabei nur den Versicherten und andere Personen aus dem Haushalt. 

    Unter Haftpflichtversicherung sind prinzipiell auch andere Policen zu verstehen, die andere Bereiche abdecken. Dazu zählen beispielsweise die Tierhaftpflicht oder die Berufshaftpflicht. Oft wird jedoch die private Haftpflichtversicherung einfach als “Haftpflichtversicherung” bezeichnet.

  • Was ist bei einer privaten Haftpflichtversicherung abgedeckt?

    In einer privaten Haftpflichtversicherung sind sowohl Sach-, als auch Personen- und Vermögensschäden eingeschlossen. Die Deckungssumme gibt an, bis zu welchem Betrag der Versicherte geschützt ist. Alles, was im Schadensfall darüber hinaus geht, ist aus der eigenen Tasche zu bezahlen.

  • Kann man die Haftpflichtversicherung von der Steuer absetzen?

    Die Haftpflichtversicherung kannst du prinzipiell bei der Steuer geltend machen, da sie vom Gesetzgeber als Vorsorgeaufwand behandelt wird. Natürlich musst du dafür ein steuerpflichtiges Einkommen aufweisen. In der Steuererklärung trägst du die jährlichen Kosten in der Anlage “Vorsorgeaufwände” (Zeile 46-50) ein. 

    Allerdings gibt es unterschiedliche Höchstgrenzen für die Vorsorgeaufwendungen, die häufig bereits mit der Kranken- und oder Rentenversicherung erreicht werden. Daher lohnt sich das Absetzen der Haftpflichtversicherung meist nur bei Geringverdienern oder Rentnern.

  • Was kostet eine private Haftpflichtversicherung?

    Wie teuer eine private Haftpflichtversicherung wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen ist der gewählte Tarif – Single, Paar, Familie – entscheidend. Zum anderen kannst du über eine Selbstbeteiligung, eine längere Vertragslaufzeit und eine jährliche Zahlweise die Gebühr reduzieren. Mit mindestens 30€ im Jahr musst du rechnen, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ist meist zwischen 50€ und 80€ jährlich zu haben. Im Vergleich zu den hohen Kosten im Schadensfall ist dies allerdings immer noch ein Klacks.

  • Was ist der Unterschied zwischen Haftpflichtversicherung und Rechtsschutzversicherung?

    Die Haftpflichtversicherung übernimmt berechtigte Schadensersatzansprüche, die gegen dich von einer anderen Person gestellt werden. Unberechtigte Ansprüche wehrt sie zwar ab und fungiert daher als passive Rechtsschutzversicherung. Eine Rechtsschutzversicherung allerdings deckt die Kosten, die dir entstehen, um deine rechtlichen Interessen zu gelangen. Dies ist der Fall, wenn dir ein Schaden zugefügt wird, die andere Person oder Versicherung nicht zahlen will und du einen Anwalt konsultieren musst oder der Fall gar vor Gericht landet.