Girokonto kündigen: Vorlage zur Kündigung ausfüllen & Konto auflösen

Es gibt viele Gründe, ein Girokonto zu kündigen. Einer der Hauptgründe ist, dass sich immer mehr Privatkunden auf die Suche nach den besten Konditionen machen. Außerdem ist der Kontowechsel durch das seit Mitte April 2016 in Kraft getretenen Zahlungskontengesetz vereinfacht worden. Dennoch gibt es mögliche Fehlerquellen. Hier sind die wichtigsten Informationen zusammengefasst, damit der Kündigungsprozess deines Girokontos reibungslos verläuft.

Die Kündigung des Girokontos: Der Girovertrag als Rechtsgrundlage

Maßgeblich für die Kündigungsbedingungen eines Girokontos ist die zugrunde liegende Rechtsgrundlage. Der Vertrag, der zwischen einem Kunden und dem Kreditinstitut geschlossen wird, ist ein sogenannter Girovertrag, der eine Unterform des Zahlungsdienstevertrags ist und die Einrichtung und Führung eines Girokontos zum Inhalt hat.

Eine gesetzliche Legaldefinition des Girovertrags gibt es im Zivilrecht nicht. Stattdessen handelt es sich um eine besondere Form des in den §§ 676f bis 676h BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) normierten Geschäftsbesorgungsvertrags. Anderes gilt für die rechtlichen Pflichten, die aus dem Vertragsschluss resultieren, die gesetzlich geregelt sind. Zu diesen Pflichten gehören die Einrichtung des Girokontos, die Gutschrift der Zahlungseingänge und die Abwicklung von Überweisungsvorgängen auf Seiten des Kreditinstituts, während der Kontoinhaber dafür zu sorgen hat, dass sein Girokonto in dem vertraglich geregelten Umfang ausreichend gedeckt ist.

Girokonto kündigen – Termine und Fristen

Wie andere Vertragsverhältnisse auch, kann der zwischen einer Privatperson und der kontoführenden Bank geschlossene Girovertrag von beiden Vertragsparteien gekündigt werden. Kündigt die Bank dem Kunden, muss sie ihm eine einmonatige Kündigungsfrist einräumen, während umgekehrt der Kunde sein Konto jederzeit ohne Einhalten einer Kündigungsfrist kostenlos kündigen kann. Das bedeutet, dass beim Girokonto kündigen keine Kündigungsfristen eingehalten werden müssen. Außerdem bist du als Kunde nicht verpflichtet, die Kündigung zu begründen. Trotz dieser erleichterten Bedingungen sollte die Kündigung eines Girokontos nicht überstürzt, sondern sorgfältig überlegt sein und vorbereitet werden.

Wie die Kündigung des Girokontos bei deinem Kreditinstitut abläuft, darüber informieren dich die jeweiligen Ratgeber:

Kündigung der Kreditkarte und von Spareinlagen

Wer den Anbieter des Girokontos wechselt, wird meistens auch die Kreditkarte kündigen sowie eventuelle Spareinlagen. Die Serviceleistungen, Rahmenbedingungen und Konditionen ändern sich auch bei Kreditkarten und ebenso bei Spareinlagen, so dass Verbraucher auch hier nach günstigeren Alternativen suchen und diese nutzen. Die Kündigung von Kreditkarten ist durch die seit dem 31. September 2009 geltende Zahlungsdiensterichtlinie vereinfacht worden. Seitdem können Verbraucher ihren Kreditkartenvertrag jederzeit zum Ende eines Monats kündigen. Diese Regelung gilt für alle Banken und Kreditkartentypen einschließlich Prepaid-Kreditkarten. Die Kündigung der Kreditkarte erfolgt schriftlich bei einem Mitarbeiter der Bank vor Ort, wo die Karte auch abgegeben und entwertet werden kann. Handelt es sich um die Kreditkarte einer Direktbank, kann das Kündigungsformular meistens online angefordert oder abgerufen werden. Ansprechpartner für die Kündigung einer Kreditkarte ist immer das Unternehmen, das die Karte ausgestellt beziehungsweise bei dem sie beantragt wurde. Wurde für die Kreditkarte eine Jahresgebühr erhoben, hast du als Kunde nach § 675h Abs. 3 BGB Anspruch auf eine anteilige Erstattung, während bei Prepaid-Kreditkarten ein mögliches Guthaben auf deinem Girokonto verbucht wird.

Spareinlagen

Die Bedingungen für die Kündigung von Spareinlagen sind abhängig vom jeweiligen Kreditinstitut. (Bild: Pixabay)

Die Bedingungen für die Kündigung von Spareinlagen sind abhängig vom jeweiligen Kreditinstitut, die diesbezüglich Gestaltungsfreiheit haben. Spareinlagen gibt es in unterschiedlichen Varianten, zum Beispiel als Sparkonto, als vermögenswirksamen Sparvertrag oder als Sparplan. Die Kündigungsfrist ist abhängig von den jeweiligen Vertragsinhalten und liegt bei Spareinlagen regelmäßig bei 3 Monaten. Nach Ablauf der Kündigungsfrist hast du Anspruch auf die sofortige Rückzahlung des Sparguthabens. Anderes gilt, wenn du das Sparguthaben vor seiner Fälligkeit beanspruchst, worauf du allerdings keinen Anspruch hast. Dann kannst du mit deiner Bank einen sogenannten Schuldabänderungsvertrag schließen, wobei bei einer vorzeitigen Kündigung eine Vorfälligkeitsentschädigung erhoben werden kann.

Girokonto kündigen: Müssen Formvorschriften beachtet werden?

Um ein Girokonto kündigen zu können, müssen keine besonderen Formvorschriften beachtet werden. Das Kündigungsschreiben sollte einige wichtige Angaben enthalten, damit es entsprechend zugeordnet werden kann. Dazu gehören

  • Vorname und Nachname
  • die vollständige Wohnanschrift
  • Angabe der IBAN des Girokontos
  • ein klar formuliertes Kündigungsbegehren
  • der Zeitpunkt der Kündigung
  • Ort, Datum und Unterschrift, die bei einer Kündigung per E-Mail entbehrlich ist.
Aboalarm

Mithilfe von aboalarm.de kannst du Verträge ganz einfach kündigen. (Bild: Aboalarm)

TIPP: Eine Vorlage für die Kündigung deines Girokontos findest du auf aboalarm.de oder als pdf-Datei. Aboalarm ist ein unabhängiges Verbraucherportal, mit dem du einfach, schnell und rechtssicher Verträge verwaltest, widerrufst oder kündigst.

Nicht erforderlich ist, den Grund für die Kündigung des Girokontos zu nennen. Aus Beweisgründen ist es wichtig, mit der Kündigungserklärung eine schriftliche Bestätigung der Kündigung anzufordern. Adressiert wird das Kündigungsschreiben an die jeweilige Filiale des Kreditinstituts.

Im Zusammenhang mit der Kündigungserklärung stellt sich immer auch die Frage, welche Art der Übermittlung zulässig ist. Möglich sind eine

  • Zusendung per Einschreiben,
  • eine Kündigung per E-Mail,
  • per Fax,
  • eine Übermittlung per Telefon oder
  • eine persönlich, beim Kreditinstitut abgegebene Kündigung.

Doch welche Varianten sind zulässig und was gibt es noch zu beachten?

  • Eine Kündigung per Einschreiben ist immer möglich, wobei es aus Beweisgründen sinnvoll ist, ein Einschreiben mit Rückschein zu versenden.
  • Es sind vor allem Direktbanken, die oftmals eine Kündigung des Girokontos per Fax erlauben, die durch einen Sendebericht dokumentiert werden sollte. Entscheidend sind die jeweiligen Vertragsbedingungen.
  • Nicht immer ist eine Kündigung per E-Mail zulässig. Die Akzeptanz hängt vom jeweiligen Kreditinstitut ab, was aus den jeweiligen Vertragsbedingungen hervorgeht. Es ist empfehlenswert, sich den Zugang der E-Mail beim Kreditinstitut durch eine Lese- oder Empfangsbestätigung nachweisen zu lassen.
  • Eine Kündigung per Telefon ist aufgrund der fehlenden schriftlichen Dokumentation nicht möglich.
  • Wer seinen Bankberater kennt, kann auch persönlich in der jeweiligen Bankfiliale das Girokonto kündigen. Auch hier ist eine schriftliche Bestätigung wichtig.
  • Vor allem Direktbanken, aber auch Sparkassen bieten auf Ihren Webseiten Online-Formulare an, mit denen ein Girokonto einfach und schnell gekündigt werden kann.

Die Kündigung des Girokontos – eine Anleitung in 8 Schritten

Die häufigsten Gründe für eine Kündigung des Girokontos und einen damit verbundenen Kontowechsel sind die Konditionen bei der Kontoführung, aber auch die Entfernungen zur nächsten Filiale vor Ort oder die Verfügbarkeit von Automaten. Weitere Gründe sind Online-Banking-Angebote, die Vertrauenswürdigkeit und das Image eines Kreditinstituts, die Transparenz der Konditionen und mobiles Bezahlen. Vor jedem Kontowechsel steht die Suche nach einem neuen und besseren Girokonto. Unterschiede gibt es in Bezug auf die Serviceleistungen, die Zinshöhe und die Kontonebenkosten.

TIPP: Welche Konditionen die einzelnen Anbieter von Girokonten haben und welches Girokonto zu Dir passt, ermittelst du über unseren Girokontenvergleich.

Damit die Kündigung des Girokontos reibungslos und fehlerfrei abläuft, gibt es einiges zu beachten:

  1. Die Kündigungsmodalitäten des bestehenden Girokontos kannst du anhand der jeweiligen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) recherchieren.
  2. Ein neues Girokonto kannst du offline oder online beantragen. Anschließend verschickt das Kreditinstitut die Kontoeröffnungsunterlagen per Post, wobei die Girocard und Kreditkarten getrennt voneinander zugesandt werden. Erst wenn alle Unterlagen bei dir eingetroffen sind, kannst du dein bisheriges Girokonto zum frühestmöglichen Zeitpunkt kündigen. Es ist jedoch sinnvoller, mit der Kündigung bis zur Umstellung aller Bankgeschäfte auf das neue Girokonto zu warten.
  3. Das bisherige Girokonto kann erst gekündigt werden, wenn ein in Anspruch genommener Dispositionskredit vollständig getilgt ist. Das bedeutet auch, dass ein Girokonto im Zeitpunkt der Kündigung ausgeglichen sein oder einen positiven Kontostand aufweisen muss.
  4. Alle regelmäßigen Einzahlungen müssen vom bisherigen auf das neue Girokonto umgestellt werden. Das gilt für den Arbeitgeber ebenso wie für Behörden, Organisationen, Ämter und für alle, von denen Geld auf dein Konto überwiesen wird und die über deine neue Bankverbindung informiert werden sollten.
  5. Auch Daueraufträge und Lastschriftmandate müssen auf die neue Bankverbindung umgestellt werden. Dazu zählen unter anderem die Mietzahlungen, Strom- und Gaskosten, Telefonkosten, Versicherungen, GEZ, Vereinsmitgliedschaften und Ratenzahlungsverträge. Einfacher funktioniert das mit dem Kontowechselservice, den alle Banken und Kreditinstitute seit der Einführung des Zahlungskontengesetzes im Jahr 2016 anbieten müssen, um Kunden den Wechsel des Girokontos zu erleichtern. Dies geschieht mit von der Bank erstellten Listen, die alle regelmäßigen Kontobewegungen der vergangenen 13 Monate – Lastschriftmandate, Daueraufträge und Geldeingänge – enthalten, die an die neue Bank weitergegeben werden.
  6. Online-Shops informieren: Auch wenn die Bank einen Großteil der Datenübertragung übernimmt, musst du zum Beispiel bei oft frequentierten Online-Shops wie Amazon, eBay, Versandapotheken und Co. selbst aktiv werden und die alten durch die neuen Zahlungsdaten ersetzen.
  7. Abschließend wird ein mögliches Restguthaben von deinem bisherigen auf dein neues Girokonto überwiesen.
  8. Es ist sinnvoll, mit der Kündigung des bisherigen Girokontos so lange zu warten, bis alle Umstellungen erfolgreich abgewickelt sind. Nutze dazu unser Musterkündigungsschreiben auf aboalarm.de. Das Kreditinstitut ist verpflichtet, die Kündigung des Girokontos schriftlich zu bestätigen, während du im Gegenzug zur Rückgabe der Girocard verpflichtet bist. Der Kündigungsvorgang ist abgeschlossen, sobald die Kündigungsbestätigung bei dir eingetroffen. Geschieht dies nicht, solltest du noch einmal nachhaken.

Checkliste für das Girokonto kündigen

Hier sind alle notwendigen Schritte für die Kündigung eines Girokontos in einer Checkliste zusammengefasst:

Konto kündigen Unterschrift

Dein Konto solltest du erst kündigen, wenn du alle notwendigen Schritte der Checkliste erledigt hast. (Bild: Pixabay)

  • Kündigungsmodalitäten des bisherigen Girokontos klären
  • Girokonten vergleichen
  • Neues Girokonto beantragen
  • Ein vorhandenes Minus des bisherigen Girokontos ausgleichen
  • Daueraufträge umstellen
  • Lastschriftmandate ändern
  • Bei Zahlungseingängen Adressaten informieren
  • Oder einfacher: Kontowechselservice nutzen
  • Kontodaten bei Online-Shops ändern
  • Überweisung des Restguthabens auf das neue Girokonto
  • Kündigung des bisherigen Girokontos und Rückgabe der Girocard
  • Schriftliche Bestätigung der Kontoauflösung

Insgesamt ist es einfacher geworden, ein Girokonto zu kündigen. Das liegt einmal an den veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen wie dem Zahlungskontengesetz, das den Kontowechsel erleichtert. Außerdem profitierst du von unserem Girokontenvergleich, der es deutlich einfacher macht, das Girokonto mit den gewünschten beziehungsweise besten Konditionen aus der Vielzahl der angebotenen Girokonten herauszufiltern. Der eigentliche Kündigungsprozess wird durch ein vorgefertigtes Kündigungsformular erleichtert, das dir auf aboalarm.de oder als pdf-Datei zur Verfügung steht, das du selbst ausdrucken, ausfüllen und versenden kannst.

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