Heute wird es unbequem, aber spannend für alle, die das Thema Finanzen aufschieben. Wir sprechen über unser großes neues Projekt: ein Buch! Thomas und Mona haben monatelang daran gearbeitet, und der Titel sagt eigentlich schon alles:

“Das einzige Buch, das du über Finanzen lesen solltest”

Finanzfluss

Wir reden immer davon, dass man sich selbst um seine Finanzen kümmern soll. Aber warum ist das überhaupt so wichtig? Das ist eine von sehr vielen Fragen, die wir in unserem Buch beantworten, das Anfang Januar erscheinen wird. Es trägt den bescheidenen Titel “Das einzige Buch, das du über Finanzen lesen solltest”. Unter anderem thematisieren wir dort 7 finanzielle Denkfehler, die immer wieder begangen werden – und viele Menschen daran hindern, mehr aus ihrem Geld zu machen.

Finanzieller Denkfehler Nr. 1: Die Profis wissen am besten, was ich mit meinem Geld anstellen sollte.

So scheint es häufig und das ist ja auch, womit Banken oder Vermögensverwaltungen werben, um neue Kunden zu gewinnen. Tatsächlich wird es dir ohne professionelle Hilfe sehr viel besser gelingen, ein Vermögen aufzubauen.

Grund 1: Die allermeisten Berater sind eigentlich Verkäufer

Die Berufsbezeichnung Berater ist eigentlich irreführend, denn in erster Linie ist es Ziel eines solchen Finanzexperten, bestimmte Produkte zu verkaufen. Lebensversicherungen, Bausparverträge, Aktienfonds oder Riester-Verträge z.B. Die Ziele des Beraters sind in erster Linie Vertriebsziele.

Grund 2: Vergütung auf Provisionsbasis

Kunden, die den Berater aufzusuchen, möchten gute Ratschläge bekommen, was das Beste für ihr Geld wäre. Aber das werden sie in den seltensten Fällen bekommen. Denn der Großteil der Finanzberater in Deutschland arbeitet auf Provisionsbasis. Das heißt, er wird an jedem erfolgreichen Vertragsabschluss beteiligt. Je nach Produkt mal mehr, mal weniger.

Beispiel: Überzeugt ein Berater einen Kunden beispielsweise von einem hauseigenen Investmentfonds, fällt direkt beim Kauf einmalig ein Ausgabeaufschlag an. Bei Rentenfonds beträgt der schon mal 5%, die sich an der angelegten Summe bemessen. Werden also beispielsweise 20.000 Euro direkt in den Investmentfonds investiert, ist der Kunde bereits bei Abschluss des Vertrages um 1.450€ ärmer.

Noch extremer als bei Bankangestellten ist das im Strukturvertrieb. Die Verkäufer arbeiten ausschließlich auf Provisionsbasis, nehmen also nur Geld ein, wenn sie möglichst viele Produkte verkaufen – am besten solche, die die höchsten Provisionen bringen. Der Interessenkonflikt ist damit vorprogrammiert.

Es gibt einige wenige Honorarberater, die nach Stunde bezahlt werden, also ohne große Gesellschaft im Rücken arbeiten, wodurch ein Interessenkonflikt vermieden wird.

Grund 3: Die Produktauswahl ist beschränkt

Je nachdem, für wen der Berater arbeitet, für welches Bankhaus oder welche Versicherungsgesellschaft, wird er seinen Kunden nur die Produkte anbieten können, die er im Angebot hat. Fazit: Wenn du dich selbst um deine Finanzen kümmerst, hast du die volle Produktauswahl und den vollen Durchblick. Du beschäftigst dich automatisch selbst damit und kannst dir deine eigene Meinung bilden. Du zahlst nicht unnötig Ausgabeaufschläge oder überteuerte Verwaltungskosten. Dein Vermögen wird am Ende höher sein.

Finanzieller Denkfehler Nr. 2: Die Niedrigzinsen sind Schuld, dass sich mein Geld nicht mehr vermehrt

Das Bashing der EZB ist zum Volkssport geworden.  “So saugt Graf Draghila unsere Konten leer”, titelte die Bild 2019, um nur ein Beispiel zu nennen. Es stimmt zunächst: Die Zinsen auf dem Sparbuch, Tagesgeldkonto oder Festgeld sind sehr niedrig, für ein Girokonto zahlen manche Menschen bereits Strafzinsen. Die Sache ist nur: Mit solchen Formen der Geldanlage ließ sich noch nie das eigene Geld vermehren. Es reicht nämlich nicht, sich die Nominalzinsen anzuschauen, man muss einen Blick auf die Realzinsen werfen. Reale Zinsen sind nominale Zinsen, von denen die Inflation abgezogen wurde. Momentan liegt die Inflation bei +3,8% (Juli 2021). Bekommst du 1% Zinsen für das Geld auf dem Tagesgeldkonto, entspricht das -2,8% Realzinsen. Dein Geld verliert an Wert. Und reale Zinsen hat es auch schon früher gegeben, beispielsweise 1992: Der Nominalzins betrug damals 2,8%. Gleichzeitig sind die Preise in diesem Jahr um ganze 5 % gestiegen, sprich: das Sparguthaben hat um 2,2 % an Wert verloren.

Niedrige Zinsen haben außerdem in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass die Vermögenspreise so extrem gestiegen sind. Denn weil zum Beispiel das Sparbuch oder die deutsche Staatsanleihe nichts mehr abwirft, treibt es viele Anleger in Aktien oder Immobilien. Fazit: Niedrig- und Negativzinsen sind kein neues Phänomen, sondern hat es immer schon gegeben, auch wenn es auf dem Papier anders ausgewiesen wird. Schon damals gab es Geldanlagen, die sich gut oder weniger gut für den Vermögensaufbau geeignet haben. Man sollte sich also nicht ärgern, dass das Sparbuch nichts mehr abwirft (denn das hat es noch nie so wirklich) und stattdessen anderen Anlagen zuwenden wie Aktien, ETF.

Finanzieller Denkfehler 3: Die Rente wird schon reichen

Vor allem Vollzeitbeschäftigte, die nicht schlecht verdienen, machen sich häufig wenig Gedanken um ihre Zukunft. Weshalb auch? Im deutschen Rentensystem gilt das Prinzip: Wer mehr einzahlt, bekommt auch mehr Rente (Äquivalenzprinzip). Das Problem dabei: Die Rente wird trotzdem sehr viel schmaler ausfallen als dein späterer Lohn. Man spricht hier von der sogenannten Rentenlücke. Du wirst dich also auch mit einem annehmlichen Gehalt später nach aller Wahrscheinlichkeit stark in deinem Lebensstil einschränken müssen.

Der Grund: Die Rente funktioniert nach dem sogenannten Umlageverfahren: Die heute jungen Leute bezahlen aktuell die Rentner. Und weil die Gesellschaft immer älter wird, gibt es mehr Rentner als Beschäftigte. Aktuell finanzieren rund 100 Erwerbstätige das Auskommen von 36 Rentnern – und damit von mehr als doppelt so vielen wie in den 1950er- Jahren. Bis zum Jahre 2060 wird Prognosen zufolge die Zahl der zu finanzierenden Ruheständler Prognosen zufolge auf etwa 55 steigen.

Außerdem ist die Geburtenrate seit Jahren niedrig: Im Jahre 1965 brachte eine Frau noch durchschnittlich 2,5 Kinder zur Welt – ein Wert, der seither nicht mehr erreicht wurde. In den 1990er Jahren kamen auf eine Frau rund 1,3 Kinder, inzwischen sind es knapp 1,6. Das sind die Hauptgründe, warum das Rentenniveau seit Jahren sinkt. Und warum du dich jetzt um deine Finanzen kümmern solltest – um später deinen Lebensstandard halten zu können oder noch schlimmer: nicht in die Altersarmut zu rutschen.

Finanzieller Denkfehler 4: Die Politik ist verantwortlich für meine Finanzen

Viele Menschen neigen dazu, sich in finanziellen Fragen auf den Staat zu verlassen beziehungsweise auf die Politik. Der Staat als Kümmerer ist ja auch keine utopische Vorstellung, sondern in vielen Bereichen Realität. 

Finanzielles sollte man aber lieber selbst angehen. Das beweisen Modelle wie Riester oder private Rentenversicherungen, die der Staat mit Steuervergünstigungen bewirbt. Würden wir uns allein auf den Staat verlassen, hätten wir später nur die gesetzliche Rente oder allenfalls noch ein paar Zerquetschte aus einem Riester-Banksparplan, in dem das Geld über die Jahre keinen Gewinn erwirtschaftet hat – der uns aber ziemlich viel Geld kostet. Besser wäre es, selbst vorzusorgen mit Aktien beziehungsweise ETFs und so die spätere Rente aufzubessern.

Finanzieller Denkfehler Nr. 5: Gut mit Geld umgehen kann nur, wer es in der Schule gelernt hat

Es wäre natürlich ein Gewinn, wenn fundiertes Finanzwissen in der Schule gelehrt würde; solange das objektiv passiert und die Schule nicht zur Werbefläche für Lobbyisten wird. Aber: Noch ist das eben nicht der Fall, auch wenn es in Ansätzen Programme, Live-Veranstaltungen, Workshops oder AGs gibt, die sich mit dem Thema Finanzen beschäftigen. Wer in seiner eigenen Schulzeit nicht mit Finanzen konfrontiert wurde, muss sich keine Gedanken machen: Das Ganze lässt sich auch in Eigenregie erlernen, man muss nur anfangen. Dafür ist es nie zu spät.

Shownotes

• Hier kannst du unser Buch vorbestellen: https://www.finanzfluss.de/out/finanzfluss-buch