Der Bitcoin hat in den letzten 13 Jahren einiges durchgemacht. Manche sehen in ihm ein Allheilmittel für unsere Gesellschaft, andere als große Blase. In dieser Folge Finanzfluss Exklusiv sprechen wir darüber, welches Potenzial der Bitcoin für die Zukunft hat und welche Faktoren seinen Erfolg entscheidend beeinflussen werden.

Denn: Neben vielen innovativen und revolutionären Eigenschaften birgt der Bitcoin mehrere Risiken und ist auf vielen Ebenen noch nicht etabliert. Ein Pro und Contra.

Pro: Dezentralität

Beim Bitcoin ist keine Institution, keine Bank zwischengeschaltet. Der Bitcoin ist damit, anders als die meisten Geldsysteme, dezentral und somit auch demokratischer.

Durch die Dezentralität von Bitcoin ist es praktisch unmöglich, Bitcoin wirksam zu verbieten. Anders als eine Firma hat Bitcoin keinen festen Sitz, sondern ist die Summe aus allen Nutzern und Minern weltweit.

Pro: Transparenz in der Blockchain

Da das Bitcoin-Protokoll Open Source ist, kann jeder den Code kopieren, modifizieren und eine neue Kryptowährung auf den Markt bringen. Jede Transaktion ist in der Blockchain protokolliert und einsehbar, nach dem Motto: nicht anonym, sondern pseudonym. Sprich die Wallet-Adressen sind einsehbar, nicht jedoch der Klarname des Besitzers.

Dies bringt aber auch ein Risiko mit sich: Die Walletadresse kann im Fall eines Datenlecks Personen zugeordnet werden.

Contra: beliebt für illegale Handlungen

In seiner Anfangszeit wurde der Bitcoin gerne für illegale und kriminelle Aktivitäten eingesetzt, was sein Image stark geschädigt hat. Die Darknet-Plattform Silkroad setzte auf Bitcoins. Allerdings schützte auch das die Betreiber nicht, im Gegenteil: Im Nachzug wurden 1 Mrd. Euro in Bitcoin beschlagnahmt.

Nach wie vor befürchten Kritiker des Bitcoins seinen Einsatz für illegale Handlungen. Beziffern lässt sich der Anteil der Transaktionen jedoch nur sehr bedingt, die Schätzungen gehen sehr weit auseinander.

Pro: Limitiertheit

Im Bitcoin-Skript ist eine Maximalzahl an Bitcoins festgehalten, 21 Millionen. Aktuell sind davon bereits rund 19 Mio. Bitcoins im Umlauf. Die Zahl ändert sich etwa alle zehn Minuten, wenn durch Mining neue Blöcke erstellt werden. Durchschnittlich werden ca. 1.800 Bitcoins pro Tag erstellt. Durch dieses Limit stabilisiert sich der Kurs langfristig – so die Theorie.

Contra: Volatilität

Als Währung hat sich der Bitcoin noch nicht etabliert, selbst wenn einzelne Staaten ihn als Zahlungsmittel anerkennen. Das liegt schlicht an der immer noch sehr starken Volatilität des Bitcoins. Mit fortschreitender Etablierung und ggf. Regulierung könnte sich das in Zukunft noch ändern.

Contra: hohe Transaktionskosten

Das Bitcoin-Netzwerk ist langsam: Nur eine ein- bis zweistellige Zahl an Transaktionen pro Sekunde sind derzeit möglich – Kreditkartenfirmen führen in der gleichen Zeit Zehntausende Transaktionen durch. Auch verbraucht die Blockchain viel Speicherplatz, Datenvolumen und Rechenleistung. Die Transaktionskosten können, je nach Marktsituation, bis zu 50 Euro je Transaktion betragen.

Aber: Da das Protokoll Open Source ist, kann es ständig weiterentwickelt werden. So kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Updates (sogenannte Soft Forks), die solche Probleme behoben haben.

Contra: Klimakiller

*Quelle: https://cbeci.org/index/comparisons (Cambridge University)

Einer Aufstellung der Cambridge University zufolge liegt der Bitcoin-Stromverbrauch derzeit bei etwa 102 Terawattstunden pro Jahr. Das ist mehr als der Stromverbrauch der Niederlande oder der Philippinen! Einen Großteil dieses Energieverbrauchs macht das Bitcoin-Mining aus.

Für dieses Problem gibt es noch keine Lösung – ein Ansatz ist, mehr auf grüne Energie zu setzen, was jedoch den Energiebedarf nur weniger schadhaft gestaltet, aber nicht reduziert.

Pro: Technologie mit viel Potenzial, Prozesse zu vereinfachen

Die negativen Folgen des Minings könnten in Zukunft durch die Innovationskraft kompensiert werden – bei einer Umstellung auf eine Digitalwährung spart man einiges an Infrastruktur und Energie ein – sagen die Befürworter des Bitcoins.

Contra: Mögliche Regulierung, Konkurrenz durch Zentralbanken

Der Bitcoin-Handel ist in manchen Staaten bereits eingeschränkt oder ganz verboten, z. B. in Indien, Ecuador, Ägypten und China. In den USA und in Deutschland gilt die “Know Your Customer”-Regelung, sprich es werden Nutzerdaten von Bitcoin-Inhabern erhoben.

Die weitere Regulierung von Kryptowährungen ist nicht nur ein Risiko für den innovativen Charakter, sondern bringt auch Chancen mit sich: Durch Regulierung kann Sicherheit ins Bitcoin-Netzwerk kommen.

Längst sind große Kreditinstitute beim Bitcoin eingestiegen. Regierungen arbeiten an eigenen Kryptowährungen bzw. akzeptieren den Bitcoin (El Salvador). Politiker diskutieren über die Regulierung, Kontrolle und Besteuerung von Bitcoin und anderen Kryptos. Die Europäische Zentralbank arbeitet an einer eigenen digitalen Währung, andere Zentralbanken könnten dasselbe tun.

Contra: Sicherheitsrisiko (Hacking), Schlüsselverlust/Wallet-Risiko

In der Vergangenheit ist es immer wieder zu Datenleaks bei Bitcoinanbietern gekommen, bei denen Nutzerdaten veröffentlicht oder sogar Bitcoins verloren gegangen sind. Menschliche Fehler sind der wohl häufigste Grund für den Verlust von Bitcoins: Wer seine Passwörter vergisst, hat bei Wallets oft Pech gehabt. Deshalb empfehlen wir euch, eure Bitcoin-Anlagen durch eine sichere Wallet zu sichern und risikobewusst anzulegen.

Shownotes

Quellen