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#295 Betrügern auf der Spur: die Taktiken der Finanz-Scammer

9. Juni 2022

Schnell reich werden – von zuhause aus, mit einem geschickten Investment, einem Geheimtipp. Das klingt zu gut, um wahr zu sein, oder? – Dann ist es das leider in den meisten Fällen auch.

In dieser Podcastfolge geht es um Betrüger im Netz, die euch mit Fakeprofilen zu angeblich cleveren Investments verführen wollen. Markus hat sich auf ihre Fersen begeben. Außerdem sprechen wir mit Monika aus unserer Community, die Opfer eines solchen Betrugs geworden ist.

Aus dieser Recherche des Finanzfluss Teams ist auch ein Videobeitrag entstanden, mit spannenden Einblicken in die Taktiken der Scammer: Das passiert, wenn du einem Finanz-Bot schreibst…

Statistik: Finanzscams in Deutschland

  • 4.865 Straftaten im Zusammenhang mit Kapitalanlagen zählte das Bundeskriminalamt im Jahr 2020, die Dunkelziffer dürfte viel höher sein. 
  • 429 Mio. Euro wurden allein in diesem Bereich erbeutet. 
  • Das Strafmaß bei Betrug reicht von einer Geldstrafe bis zu einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren – siehe § 263 Strafgesetzbuch. 
  • Für das Strafmaß entscheidend sind die Schadenshöhe, eventuelle Vorstrafen des Täters und Reue. Ein Großteil der Täterinnen und Täter wird jedoch nicht gestellt.
  • Wer verurteilt wird, wird ins Bundeszentralregister eingetragen und es kommt gegebenenfalls  ins Führungszeugnis.

So kannst du dich vor Scammern schützen

Woran erkenne ich ein Fake-Profil?

  • Erreicht dich eine verdächtige Nachricht auf Social Media, schaue genau hin: Die Followerzahl kann dir Aufschluss darüber geben, ob es sich um eine vermeintlich berühmte Person handelt oder nicht – ebenso wie das blaue Häkchen auf Facebook und Instagram. Auch in der Seitentransparenz (z. B. auf Facebook) kannst du Informationen zum Profil einsehen.
  • Verdächtig sind persönliche Ansprachen, z. B. in den Kommentaren von Beiträgen, denen du folgst. Frage im Zweifel den Urheber, falls sich die Person als der Urheber oder die Urheberin ausgibt.
  • Betrüger nutzen oft Übersetzungstools – sei wachsam, wenn dir viele grammatikalische Fehler auffallen.

Gibt es Online-Tools, die ich nutzen kann / wie kann ich recherchieren, ob jemand betrügerisch handelt?

  • Wie Monika in unserem Beispiel: die Person versuchen zu finden – wenn ihr Glück habt, gibt es schon Berichte darüber oder ihr landet auf unseriös anmutenden Seiten im Ausland, das ist ein Hinweis, dass etwas schief sein könnte.
  • Wenn es eine Website gibt, auf der die Person wirbt oder über die die Person Geschäfte abwickeln will: Prüft diese Website genau. Gibt es ein Impressum und einen Ansprechpartner, der kontaktiert werden könnte? Wo sitzt das Unternehmen? Fehlen solche Informationen, kann das auf Betrug hindeuten. 
  • Prüfe, ob eine Bafin-Lizenz besteht: Die Bafin führt eine Unternehmensdatenbank, in der sie alle Finanzdienstleister, Fondsgesellschaften, Banken, Versicherungen und sonstige Unternehmen aus dem Finanzbereich listet. Außerdem gibt es eine Liste der Unternehmen, gegen die die BaFin ermittelt.
  • Wenn du Hilfe brauchst, wende dich an die Verbraucherzentrale oder die Kriminalpolizei. Beide stellen Leitfäden und Informationen zur Verfügung.

Was kann ich tun, wenn ich Geld durch einen Scammer verloren habe?

  • Bringe es zur Anzeige. Das ist bei jeder Polizeistelle möglich. Sammle am besten Screenshots und Protokolle, die du mit einreichst.
  • Das Landes- bzw. Bundeskriminalamt ist am Ende dafür zuständig und führt Akten. Allerdings gibt es eine hohe Dunkelziffer und eine niedrige Aufklärungsquote, was Finanzbetrüger im Internet betrifft.

Shownotes

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