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#341 Kroatien kriegt den Euro: Wie läuft die Währungseinführung ab?

17. November 2022

Als 20. EU-Land erhält Kroatien im Januar den Euro als Gemeinschaftswährung.
Wir erklären euch aus diesem Anlass, wie der Euro als neue Währung eingeführt wird. Von den Konvergenzkriterien, die ein Land erfüllen muss, bis zu den Auswirkungen auf das Preisniveau und den Export. Wir erklären euch, wie der Wechselkurs berechnet wird, wie Preise ermittelt werden und was eigentlich mit den ganzen alten Geldscheinen und -münzen passiert, wenn der Euro kommt.

Infos zur Europäischen Währungsunion

Von den 27 EU-Staaten gehören 19 zur Währungsunion. Rund 341,9 Millionen Menschen verwenden den Euro (Stand 2019). Der Euro startete am 1.1.1999 mit elf Teilnehmerländern. In den ersten drei Jahren war der Euro allerdings mehr oder weniger unsichtbar, weil er in dieser Zeit nur für Buchungszwecke (z. B. bei elektronischen Zahlungen) verwendet wurde. Das Euro-Bargeld wurde erst am 1. Januar 2002 eingeführt, so auch in Deutschland.

Nach den EU-Verträgen sind alle Mitgliedsstaaten bis auf Dänemark zum Beitritt zur Gemeinschaftswährung verpflichtet, sobald sie die Voraussetzungen erfüllen. Mehrere Staaten verfolgen dies aber nicht mit Nachdruck – zu ihnen zählen zum Beispiel Schweden, Polen und Ungarn. Dänemark hat sich die Ausnahmeregelung Anfang der 90er-Jahre ausgehandelt und besteht auf ein Referendum vor einer möglichen Einführung des Euros.

Die Konvergenzkriterien

Kroatien ist seit 2013 Mitglied der EU und hat sich schon damals dazu bereit erklärt, den Euro einführen zu wollen. Doch vorher muss es, wie andere Länder in der Währungsunion zuvor, die sogenannten Konvergenzkriterien oder Maastricht-Kriterien erfüllen.

Sie legen fest, welchen Grad an finanzieller und wirtschaftlicher Konvergenz die Mitgliedstaaten erreichen müssen, um den Euro einführen und Mitglied der Eurozone werden zu können. Konvergenzberichte werden alle zwei Jahre veröffentlicht, oder auf besonderen Antrag, zur Bewertung der Aussichten auf einen Beitritt zum Euro-Währungsgebiet.

Unter anderem werden die Preisstabilität, die Haushaltsstabilität (Neuverschuldung und Staatsschulden) beobachtet. Außerdem werden die langfristigen Zinssätze im Vergleich zu den anderen Mitgliedern der Währungsunion, die Wechselkursstabilität der nationalen Währung und nationale Rahmenbedingungen geprüft.

Im Fall von Kroatien haben das EU-Parlament, die EU-Kommission und die EZB nach Prüfung des Konvergenzberichts im Juni 2022 grünes Licht gegeben. Am 1.1.2023 wird der Euro als offizielles Zahlungsmittel eingeführt.

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