4 Ideen für eine Kreditkarte ohne SCHUFA-Abfrage

Jérôme Grad
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Kreditkarten erleichtern das Bezahlen – egal, ob du gerade online einkaufst oder in einem Restaurant oder Laden bargeldlos bezahlen möchtest. Doch nicht jeder erhält problemlos eine solche Karte bei seiner Bank. Oftmals ist für das Ablehnen des Antrags ein negativer SCHUFA-Eintrag Hauptursache. Doch es gibt Alternativen. In diesem Artikel erfährst du, welche Möglichkeiten du hast, um eine Mastercard und VISA ohne SCHUFA zu erhalten.

Was du wissen solltest
  • Mit einer „echten“ Kreditkarte hast du monatlich einen Kreditrahmen zur Verfügung, dir wird quasi ein kleiner Kredit gewährt. Deshalb prüfen Kreditkartenherausgeber (meist Banken), ob du diesen Kredit wahrscheinlich zurückzahlen können wirst.
  • Das wird über deine SCHUFA-Unterlagen gemacht. Dort bekommst du Einträge, wenn du beispielsweise Rechnungen nicht zahlen konntest oder bereits mehrere Kreditkarten oder Girokonten mit Dispo hast. Wenn du dort (zu viele) Einträge hast, kann die Bank deinen Antrag ablehnen.
  • In diesem Fall bleiben dir dennoch verschiedenen Optionen: eine Prepaid-Kreditkarte, manche Debitkarten, virtuelle Kreditkarten oder auch ein Basiskonto mit Kreditkarte.
Wie du vorgehst
  • Überlege dir, wofür du die Kreditkarte eigentlich benötigst. Brauchst du sie vor allem zum Online Shoppen? Dann könnte eine leicht beantragbare virtuelle Kreditkarte bereits ausreichend sein, oder vielleicht ist auch PayPal eine gute Möglichkeit für dich.
  • Das, was den Funktionen einer Kreditkarte am nächsten kommt, ist die Debitkarte. Manche Debitkarten kannst du ganz einfach ohne SCHUFA-Abfrage beantragen. Hier empfehlen wir die Revolut Standard Mastercard ohne Jahresgebühr.
  • Wenn es dir vor allem ums Reisen gehet, kann sich eine Prepaid-Kreditkarte wie die bunq Travel Card für dich lohnen oder auch die TransferWise Debit Card mit Multiwährungskonto. Bei beiden sind deine SCHUFA-Einträge egal, und du kannst weltweit abheben und bezahlen.

 

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Kreditkarte ohne SCHUFA – Was heißt das?

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, besser bekannt unter SCHUFA, ist die größte Wirtschaftsauskunftei in Deutschland. Sie speichert persönliche Daten einzelner Personen – und besitzt beinahe zu jedem Bürger und jeder Bürgerin in der Bundesrepublik eine Kartei. Zu den gesammelten Daten gehören neben Namen, Adresse und Gehalt auch die Bewertung der finanziellen Situation, oftmals als Bonität bezeichnet. Dafür fließen (laufende) Kredite genauso ein wie geplatzte Zahlungen. Aus allen finanziellen Merkmalen ergibt sich der individuelle Score-Wert, der über eine erfolgreiche SCHUFA-Abfrage und damit eine Bewilligung eines Kredits und einer Kreditkarte entscheidet.

Die SCHUFA gibt Auskunft darüber, ob du Schulden hast oder bereits mehre Kreditkarten besitzt. | Bild: schufa.de

Eine Kreditkarte ohne SCHUFA bedeutet also, dass bei Kreditkartenantrag keine Bonitätsprüfung erfolgt. Doch nahezu alle Banken und Unternehmen, die einen Kredit vergeben, informieren sich zuvor über die finanzielle Situation des Kreditsuchenden bei der SCHUFA. Verständlich, denn niemand möchte sein Geld an jemand verleihen, der schon mehrmals ausstehende Kredite oder Rechnungen nicht zurückgezahlt hat. 

Daher sind die Kreditkarten ohne SCHUFA keine normalen Kreditkarten mit einem individuellen Verfügungsrahmen und einer monatlichen Abrechnung. Übrigens: Eine kostenlose Selbstauskunft ist seit 2018 nach Art. 15 DSGVO mehrmals pro Jahr möglich. Eine maximale Anzahl von Anfragen ist zwar nicht definiert, allerdings solltest du es auch nicht übertreiben. Zweimal jährlich ist hierbei ein guter Richtwert.  

“Normale” Kreditkarte ohne Schufa – Gibt es das?

Eine „normale“ Kreditkarte mit allen Annehmlichkeiten ohne SCHUFA-Abfrage zu erhalten, ist relativ ungewöhnlich. Denn dieser Kartentyp verfügt immer über einen Kreditrahmen, denn du monatlich ausschöpfen kannst. Dabei streckt die Bank allerdings das Geld vor und fordert es per Abrechnung am Monatsende wieder zurück. Daher ist ihr daran gelegen, zu wissen, ob ein Kreditkarteninhaber das verliehene Geld zurückzahlen kann.

Für das Begleichen des Betrags stehen prinzipiell einmalige oder teilweise Zahlungen zur Verfügung. Bei ersteren ist von sogenannten Charge Cards die Rede, bei Letzterem von Revolving Cards.

Ein Tipp: Bevor du dich für eine Kreditkarte ohne SCHUFA entscheidest, solltest du immer erst versuchen, eine „echte“ Kreditkarte zu erwerben. Ein Beispiel hierfür wäre die Hanseatic Bank GenialCard. Diese weisen meist geringere Gebührensätze auf.Falls dein Antrag auf eine Kreditkarte bei einer Bank abgelehnt wurde, lohnt die Anfrage bei anderen Banken. Denn mitunter stellen die Finanzinstitute unterschiedliche Anforderungen an die Liquidität oder bieten verschiedene Verfügungsrahmen an.

4 Ideen zur Kreditkarte ohne SCHUFA im Überblick

Wenn du Probleme hast, eine „echte“ Kreditkarte ohne SCHUFA-Abfrage zu bekommen, findest du im Folgenden 4 gute Optionen, dennoch an eine Art Kreditkarte zu kommen. Welche davon für dich die richtige ist, hängt vor allem davon ab, wofür du die Karte benötigst, und welche Vorteile dir wichtig sind. Um mehr zu den einzelnen Optionen zu erfahren, kannst du auf die jeweiligen Punkte klicken und dich dann in den weiterführenden Artikeln zum Thema informieren.

Prepaid-Kreditkarte ohne SCHUFA – Lohnt sich das?

Die Prepaid-Kreditkarte ist die erste gute Option gute Option für alle, die aufgrund eines negativen SCHUFA-Eintrags keine „normale“ Kreditkarte erhalten. Dazu zählen neben Arbeitslosen auch alle anderen Personengruppen mit einem unregelmäßigen Einkommen wie beispielsweise Minderjährige, Studenten und mitunter Selbstständige.

Denn während die normale Kreditkarte über einen gewissen monatlichen Kreditrahmen verfügt, den die Bank gewährt, bietet eine Prepaid-Kreditkarte keine solche Option des Kredits. Eine Bonitätsabfrage via SCHUFA ist damit nicht erforderlich.

Die Prepaid-Kreditkarte funktioniert wie folgt: Bevor du sie zum Einkaufen oder auf Reisen nutzen kannst, musst du sie zunächst mit Guthaben aufladen.

Prepaid Kreditkarte
Bei einer Prepaid-Kreditkarte erfolgt keine SCHUFA-Abfrage. | Bild: unspash.com

Beachten solltest du dabei, dass nicht alle Autovermietungen und Hotels solche Karten akzeptieren, auch wenn sie mit einem VISA oder Mastercard Zeichen versehen sind. Du solltest dich also bei Urlauben nicht nur auf diese Zahlart verlassen – oder gründlich vorab beim Anbieter oder Hotel recherchieren.

Zudem setzen viele Anbieter relativ niedrige Limits für das Abheben von Bargeld – unabhängig vom Guthaben auf der Karte. Auch sonst musst du bei den Kostenpunkten wie Grund-, Auflade- oder Fremdwährungsgebühr in der Regel Abstriche im Vergleich zu Kreditkarten mit einer SCHUFA-Abfrage eingehen.

Das Gute an dem Guthaben-Prinzip: Mit der Aufladung eines bestimmten Betrags bestimmst du deinen eigenen Verfügungsrahmen. Zudem verringert sich dank tagesaktuell einsehbarer Kostenkontrolle das Missbrauchsrisiko. Auch ist die Prepaid-Kreditkarte nicht an ein eigenes Konto bei einer Filialbank geknüpft.

Kreditkarte trotz SCHUFA – Debit-Karte als Alternative!

Unter Debit-Karten sind solche Kreditkarten zu verstehen, bei denen der fällige Betrag zügig vom dazugehörigen Bankkonto abgebucht wird. Dabei musst du Geld auf das Konto einzahlen, bevor du die Karte nutzen kannst. Wie bei Prepaid-Kreditkarten ist auch hier ein Vorstrecken finanzieller Mittel nicht vorgesehen. 

Deshalb sind Debitkarten in der Regel trotz SCHUFA-Eintrag leichter zu erhalten als echte Kreditkarten und damit die zweite wirklich gute Option für eine Bezahlkarte ohne SCHUFA-Abfrage. Allerdings kann es mitunter zu den gleichen negativen Begleiterscheinungen kommen wie bei den Prepaid-Kreditkarten. Denn sowohl Mastercards ohne SCHUFA als auch VISA ohne SCHUFA werden nicht von allen Unterkünften und Autovermietungen akzeptiert. Teilweise kannst du damit zwar die gewünschte Leistung im Voraus buchen, vor Ort aber nicht bezahlen. Um sicher zu gehen, solltest du dich immer vorab beim Anbieter beziehungsweise bei der Unterkunft informieren.  

Gibt es eine Debitkarte ganz ohne SCHUFA-Abfrage?

Eine Möglichkeit auf eine solche Debitkarte samt Bankkonto komplett ohne SCHUFA-Abfrage bietet beispielsweise das Flexkonto von N26. Bei diesem Angebot, das sich vor allem an Personen richtet, die nicht die Mindestanforderungen für Girokonten erfüllen, erhältst du ein mobiles Bankkonto samt Mastercard ohne SCHUFA. Das bedeutet auch, du kannst es direkt nach der Eröffnung nutzen. Voraussetzung dafür ist die Volljährigkeit, dein Ausweis, ein Smartphone und der Wohnort in einem der unterstützten Länder. Dazu gehört neben den meisten EU-Ländern auch die Schweiz und USA.

Das Konto, das nur per App erreichbar ist, kostet 6€ monatlich. Dies liegt in der Norm für Girokonto-Gebühren. Dank gesetzlicher Einlage sind Beträge bis 100.000€ gesichert. Allerdings kosten Bargeldabhebungen an deutschen und internationalen Geldautomaten 2€ extra – Gerätebetreiber-Kosten nicht mit eingerechnet. Auch fallen Fremdwährungsgebühren an.

Eine weitere Alternative ist die Debitkarte von Transferwise. Das Online-Konto fungiert als Multi-Währungskonto. Es ermöglicht dir so neben den normalen Girokonto-Funktionen zusätzlich persönliche Kontodaten in verschiedenen Währungen wie €, ₤, $, AU$ und NZ$ zu besitzen. Dadurch sparst du dir Fremdwährungsgebühren beim Bezahlen und Geldabheben im Ausland.

Die Revolut Standard Debitkarte ist eine dritte Option für eine Mastercard ohne SCHUFA. Auch sie überzeugt durch kostenloses Bezahlen in fremden Währungen. Allerdings gibt es keine gesetzliche Einlagensicherung. An Wochenenden solltest du zudem keine Überweisungen tätigen oder Geld abheben. Anderenfalls kostet dich das extra.

Virtuelle Kreditkarte ohne SCHUFA-Abfrage

Wenn du nur online einkaufen möchtest und nicht unbedingt die Karte in Händen halten möchtest, ist die virtuelle Kreditkarte die dritte Möglichkeit für dich, an eine Kreditkarte ohne SCHUFA-Abfrage zu gelangen. Dabei liegen dir nur die Daten der Kreditkarte (Kartennummer, Prüfnummer, PIN) vor, die du zum Bezahlen nutzt. Allerdings bieten Online-Bezahldienste wie Paypal die gleichen Funktionen, sind kostenlos, weltweit bekannt und als Zahlungsmittel akzeptiert.

Basis-Konto: Eventuell mit Kreditkarte

Eine andere, etwas unkonventionellere vierte Art, eine Kreditkarte ohne SCHUFA zu erhalten, ist der Weg über das Basiskonto. Denn Banken sind verpflichtet, allen Bürger und Bürgerinnen, die in einem Land der Europäischen Union rechtmäßig gemeldet sind, ein sogenanntes Basis-Konto zu ermöglichen – auch bei negativem SCHUFA-Bescheid. Einzige Bedingung: Du darfst noch kein anderes Bankkonto haben. Mit diesem Guthaben-Konto soll gewährleistet sein, dass grundlegende Bankgeschäfte wie Überweisungen und Lohneinzahlungen für alle möglich sind.

Eine Kreditkarte ist zwar kein expliziter Teil der Bestimmungen, bei manchen Banken allerdings dennoch inklusive. So bietet beispielsweise die Consors Bank zu ihrem Basis-Konto eine VISA Debitkarte an, mit der du viele Vorteile einer Kreditkarte genießt.

Ganz gleich für welche Variante du dich entscheidest: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Kreditkarte trotz negativem SCHUFA-Eintrag zu erhalten. Überlege aber im Vorfeld genau, ob sich die schlechteren Bedingungen wirklich lohnen oder du nicht doch andere Wege zum Bezahlen findest.

Häufig gestellte Fragen 

  • Gibt es eine normale Kreditkarte ohne SCHUFA-Abfrage?

    Eine normale Kreditkarte gewährt dem Karteninhaber einen Kreditrahmen. Die Bank oder ein anderes Finanzinstitut wiederum sichert sich über die Bonitätsabfrage mittels SCHUFA-Abfrage ab. Daher ist dieser Fall nicht geläufig.

  • Welche Kreditkarten kann man ohne SCHUFA beantragen?

    Prepaid-Kreditkarte, die keinen Verfügungsrahmen besitzen, kommen ohne SCHUFA-Abfrage aus. Denn der Karteninhaber muss zunächst Guthaben auf die Karte laden, bevor er sie nutzen kann. Somit benötigt die Bank keine Sicherheit. Auch virtuelle Kreditkarten bedürfen in der Regel keiner SCHUFA. Mitunter gibt es auch Debitkarten, die so funktionieren. Bei diesen Karten kommt dem Nutzer zugute, dass die Kartenbelastungen zeitnah vom Guthaben-Konto abgebucht werden.

  • Gibt es eine kostenlose Kreditkarte ohne SCHUFA?

    Die Revolut Standard Mastercard kommt dauerhaft ohne Jahresgebühr daher, wobei für den Versand der Karte einmalig 12,98€ anfallen. Die Revolut Standard ist eine Debitkarte. Das heißt, dass du zuerst Geld auf das zugehörige Konto einzahlen musst, um die Karte zu nutzen. Ein Kredit ist hierbei nicht vorgesehen. Auch die Transferwise Debitkarte ist kostenlos.

  • Gibt es eine Kreditkarte ohne SCHUFA mit Dispo?

    Eine Kreditkarte ohne SCHUFA mit Dispokredit wird in Deutschland aktuell (Stand 2020) nicht angeboten – was auch nicht verwunderlich ist. Denn bevor die Bank einen Kredit gewährt, muss der Konto- oder Karteninhaber über eine ausreichende Bonität verfügen. Dafür fragt das Finanzinstitut die Daten bei der SCHUFA ab. 

Jérôme Grad

Jérôme verschrieb sich nach seinem Studium komplett der Tätigkeit als Online-Redakteur, zunächst im Sport, später in weiteren Bereichen. Seine Affinität zu Finanzfragen und Altersvorsorge entdeckte er spätestens mit Beginn seiner Selbstständigkeit vor einigen Jahren. Seit Juni 2020 schreibt er für Finanzfluss.

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