Mona Linke
Mona Linke
8. Januar 2021

Währungen tauschen: So sinnvoll ist der Devisenhandel

Auf einen steigenden Dollar oder fallenden Euro zu setzen, klingt erst einmal harmlos. Tatsächlich aber hat der Devisenhandel seine Tücken – und ist so unvorhersehbar wie kaum eine Anlageklasse. Wie das Ganze funktioniert und warum langfristige Anleger die Finger von Währungswetten lassen sollten.

Tausche Euro gegen Dollar – das Geschäft mit den Währungen

In ein paar Tagen ist es soweit: Am 15. Januar wird es genau sechs Jahre her sein, dass der sogenannte Schweizer Frankenschock die Börsenwelt in Atem gehalten und Anleger auf der ganzen Welt ihrer Ersparnisse beraubt hat. Manch ein Spekulant verlor damals Millionenen, vielerorts brach der Handel ein und nur einige wenige konnten sich freuen. Was war damals geschehen? Nun ja, grob gesagt hatte die Schweizer Nationalbank an jenem Januartag 2015 entgegen aller Erwartungen und Ankündigungen entschieden, den Franken extrem aufzuwerten, was wiederum den Euro massiv an Wert verlieren ließ. Für einen Euro musste man plötzlich nur noch knapp 0,84 Franken (SFR) hinlegen – zuvor waren es 1,20 SFR gewesen. Eine Wertsteigerung gegenüber dem Euro von fast 40%, die ihre Spuren am Devisenmarkt hinterlassen hat: Weil zu dieser Zeit niemand an einen schwachen Euro oder an einen plötzlich erstarkenden Franken geglaubt hatte, rutschten unzählige Anleger von einem auf den anderen Tag in die Miesen.

Auch wenn der Fall in der jüngeren europäischen Wirtschaftsgeschichte seinesgleichen sucht: Es sind solche Risiken, mit denen Devisenhändler eigentlich ständig rechnen müssen – und die den Handel mit Fremdwährungen zu einer hochspekulativen Angelegenheit machen. Aber sollten Privatanleger deswegen wirklich die Finger davon lassen? Schließlich winken auf der anderen Seite auch enorme Gewinne. Und wie genau funktioniert überhaupt der Devisenhandel? All das erklären wir dir in diesem Blogartikel.

Devisenhandel: Was ist das eigentlich?

Einen FX, oder “Forex” (Foreign-Exchange)-Handel, wie der Handel mit Währungen auch genannt wird, haben die meisten Leute längst schon einmal getätigt – vermutlich ohne davon zu wissen. Schließlich bedeutet ein Devisenhandel nichts anderes, als dass eine Währung in eine andere getauscht und später wieder zurückgetauscht wird. Man muss nur in ein Land außerhalb der EU reisen und die eigenen Euro-Scheine in einer Wechselstube gegen Pfund, Dollar, japanische Yen oder Schweizer Franken tauschen. Kurz vor der Abreise wird dann zurückgetauscht – und so kann es passieren, dass sich der Wechselkurs in der Zwischenzeit verändert hat. Ein Euro ist dann vielleicht nicht mehr 1,20 USD wert, sondern nur noch 1,10 USD. Der Dollar hat an Wert gewonnen und der Euro an Wert verloren. Sprich: Als Europäer bekomme ich mehr Euro zurück als ich zu Beginn der Reise eingetauscht habe. Natürlich ist auch der umgekehrte Fall möglich: Gewinnt der Euro an Wert, während der Dollar schwächelt, reist der Urlauber mit einem Minusgeschäft nach Hause.

Während sich die meisten Privatleute von solchen Schwankungen nicht die Urlaubslaune verderben lassen, treibt schon der kleinste Prozent Unterschied manch einem Anleger den Schweiß auf die Stirn. Denn genau dieses Prinzip ist es, nach dem auch der Devisenhandel funktioniert: Ein Investor tauscht eine Währung in eine Fremdwährung, weil er erwartet, dass die gekaufte Währung künftig an Wert gewinnen wird. Sollte das eintreten, macht er Gewinn. Verliert die gekaufte Währung an Wert, macht er Verlust. Was erst einmal simpel klingen mag, erfordert viel Erfahrung und Sachkenntnis, vor allem aber großen Wagemut. Denn wer hohe Summen einsetzt oder gar mit einem großen Hebel investiert, riskiert beim Devisenhandel den Totalverlust.

Und dennoch ist der Währungsmarkt der weltweit liquideste Markt überhaupt. Rund 5.000 Milliarden Dollar werden dort weltweit täglich bewegt, vor allem von Unternehmen, Versicherungen, Banken und Brokern. Neben professionellen Investoren zieht der Währungsmarkt mit seinen rasanten Auf und Abs auch einige private Anleger an. Schließlich können innerhalb von Minuten beträchtliche Gewinne – aber eben auch erstaunliche Verluste gemacht werden.

Welche Währungen werden gehandelt?

Die meist gehandelte Währung ist mit Abstand der US-Dollar, es folgen der Euro (EU), der japanische Yen (JPY), das britische Pfund (GBP) und der Schweizer Franken (SFR). Kurzum: Die Währungen der weltweit stärksten Wirtschaftsräume. Sie werden stets im Paar gehandelt, also beispielsweise: EUR / USD, USD / GBP oder EUR / JPY. Zu den größten Währungshändlern zählen Großbanken wie die citibank, JP Morgan, die schweizer UBS und die Bank of America. Einen eher kleinen Anteil am Handelsvolumen haben Broker, große Konzerne und private Investoren.

Wie können Privatanleger mit Währungen handeln?

Der einfachste Weg ist ein sogenanntes Fremdwährungskonto, das bei einer Bank eröffnet wird.  Ein Fremdwährungskonto ist vergleichbar mit einem Tagesgeldkonto: Das eingezahlte Geld ist meist frei verfügbar und liegt ganz einfach in der fremden Währung auf dem Konto.

Die comdirect, die Consorsbank oder die Sparkassen bieten beispielsweise solche Fremdwährungskonten an, manchmal auch Währungsanlagekonto genannt. Das Prinzip ist recht simpel: Es wird ein EU-Betrag in einer fremden Währung (bspw. USD) angelegt und die USD-Anlage später wieder verkauft. Ist der Dollar in der Zwischenzeit stärker geworden, bedeutet das einen Gewinn für den Anleger. Pro Umtausch erheben viele Anbieter allerdings Gebühren, die  meisten Anbieter schlagen diese direkt prozentual auf den angelegten Betrag auf: Bei der Comdirect beispielsweise betragen die Umtauschgebühren 1%. Werden also 5.000€ in USD angelegt, kostet das den Kunden einmalig 50€. Die Consorsbank dagegen erhebt pro Umtausch pauschal 19.99€ – in diesem Fall würde es sich also lohnen, direkt einen höheren Betrag auf das Fremdwährungskonto zu überweisen.

Speziell auf den Währungshandel haben sich sogenannte Forex-Broker wie der polnische Händler