Welche Steuersoftware ist die beste?

Markus Schmidt-Ott
Stand:

Verschiedene Anbieter von Steuerprogrammen helfen dir, im Handumdrehen die Einkommenssteuererklärung 2020 einfach selbst zu machen. Wir haben einige Anbieter getestet und erklären dir, worauf du bei der Auswahl achten solltest.

Was du wissen solltest
  • Die durchschnittliche Rückerstattung vom Finanzamt für eine eingereichte Steuererklärung beträgt ca. 1.000€. Dazu ist es notwendig, eine Steuererklärung abzugeben.
  • So unspektakulär dein Steuerfall auch ist: Es lohnt sich fast immer, eine Steuererklärung abzugeben.
  • In den meisten Fällen kann man eine Steuererklärung mithilfe einer Steuersoftware oder App ganz einfach selbst und ohne Steuerberater abgeben.
  • Die beliebtesten Steuersoftwares kosten zwischen 30 bis 40€. Diese Kosten lassen sich von der Steuer absetzen und fallen teilweise auch nur dann an, wenn es vom Finanzamt etwas zurückgibt.
  • Je nachdem, wie komplex dein Steuerfall ist, ob du selbstständig oder nicht-selbstständig bist, empfiehlt sich für dich eine umfangreichere oder einfachere Steuersoftware.
Wie du vorgehst
  • Wer seine Steuererklärung das ganze Jahr hin und wieder im Blick hat, spart eine Menge Arbeit. Sammle über das Jahr alle Belege für Ausgaben, die für die Steuererklärung relevant sind. Etabliere dir eine Routine, alle Belege sofort in einem bestimmten Ordner abzuheften oder einzuscannen. So hast du für die Steuererklärung alles griffbereit.
  • Aufwand einschätzen: Je nachdem, wie kompliziert dein Steuerfall ist und wie sehr du dich auskennst, empfiehlt sich jeweils ein anderes Steuerprogramm.
  • Steuersoftware ausprobieren: Die meisten Steuerprogramme kannst du einfach ausprobieren. Durchlaufe den Eingabeprozess der Steuersoftware deiner Wahl und probiere aus, ob sie dir gefällt. Aber Achtung: Schicke die Steuererklärung erst ab, wenn du mit allem zufrieden bist. Denn wenn sie einmal beim Finanzamt eingereicht ist, kannst du sie nur sehr schwer wieder ändern.
  • Daten vom Finanzamt elektronisch abrufen: Durch den elektronischen Datenabruf, den die meisten Steuerprogramme unterstützen, kannst du alle Daten, die dem Finanzamt schon bekannt sind, in die Steuererklärung eintragen. So ist ein Großteil bereits schon automatisch ausgefüllt.
  • Wenn dein Steuerfall eher aufwendig ist oder du bei deiner Steuererklärung gerne ins Detail gehen möchtest, empfehlen wir dir WISO oder Smartsteuer. Wenn du die Steuererklärung schnell und unkompliziert einfach nur hinter dich bringen möchtest, eignen sich Taxfix, Steuerbot und Wundertax.
Inhaltsverzeichnis

Wie funktioniert eine elektronische Steuererklärung?

Die Basis jeder Steuererklärung ist Elster. Elster ist ein Steuerverwaltungsprogramm der Finanzämter, dass eine elektronische Abgabe der Steuererklärung ermöglicht. Jeder kann sich dort einen Account erstellen und selbst die Steuererklärung kostenlos einreichen. Über Elster können außerdem Daten abgerufen werden, die dem Finanzamt schon bekannt sind. Zum Beispiel wird die elektronische Lohnsteuerbescheinigung vom Arbeitgeber an das zuständige Finanzamt übermittelt und diese kann wiederum über Elster abgerufen werden, sodass die Steuererklärung mit diesen Daten schon vorausgefüllt ist. Immer mehr Stellen melden steuerrelevante Daten elektronisch an die Finanzämter.

Anbieter von Steuersoftware nutzen ein ähnliches Verfahren und machen im Hintergrund letztlich nichts anderes: Sie füllen für dich die Steuererklärung aus und reichen sie elektronisch ein. Auch den elektronischen Datenabruf vom Finanzamt beherrschen die meisten Steuerprogramme.

Die wichtigsten Termine für deine Steuererklärung

Nach dem ersten Quartal des Folgejahres hast du in der Regel alle Belege und Bescheinigungen zusammen, sodass du mit der Steuererklärung loslegen kannst. Wenn du verpflichtet bist, eine Steuererklärung abzugeben, gelten diese Fristen:

Steuererklärung für das JahrAbgeben bisMit Steuerberater abgeben bis
202031. Oktober 202131. Mai 2022
20211. August 202228. Februar 2023

In wenigen Ausnahmefällen kannst du beim Finanzamt eine Fristverlängerung beantragen. Grundsätzlich kann eine Steuererklärung bis zu vier Jahre rückwirkend abgegeben werden. Das bedeutet: Bist du nicht verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben, kannst du dir vier Jahre damit Zeit lassen.

Steuerprogramme sind besonders nutzerfreundlich

Der größte Vorteil, Software für deine Steuererklärung liegt vor allem in der Nutzerfreundlichkeit. Während Elster ein “nacktes” Formular zur Verfügung stellt und der User einigermaßen wissen muss, was er wo einträgt, leiten Steuerprogramme einen meist in einem Interview-Prozess durch die Steuererklärung, fragen die aktuelle Lebenssituation ab und geben manchmal sogar Tipps, noch mehr Steuern zu sparen. Wer Steuerprofi ist und genau weiß, was wo einzutragen ist, benötigt keine spezielle Steuersoftware, sondern kann seine Steuererklärung einfach kostenlos über Elster abgeben. Aber auch in diesem Fall sind die meisten Steuerprogramme übersichtlicher und für wenig Geld zu haben.

Wie hoch sind meine Steuern und Sozialabgaben? In unserem Brutto-Netto-Rechner kannst du das nachrechnen.

Wie viel kostet Steuersoftware?

Hier die Kosten einiger Steuerprogramme aufgelistet. Manche Anbieter haben mehr als ein Paket im Angebot, je nachdem wie viele Steuererklärungen du abgeben oder wie viel Support du erhalten möchtest.

Name der Software / AppPreis pro Jahr
Elsterkostenlos
Smartsteuer34,99€
WISO29,95€ – 39,95€
Taxfix39,99€
wundertax34,95€
Steuersparerklärung24,95€
Steuergo29,94€
Steuerbot29,95€
Zastanach Angebot
Taxman29,90€
Quicksteuer14,99€ – 29,99€
Steuerfuchs14,95€
Steuereasy14,99€
Tax (Buhl)12,95€ – 34,95€
Stand (05/2021)

In unserem Anbieterportal findest du übrigens Erfahrungsberichte von Usern zu zahlreichen Steuerprogrammen.

Tipp

Die Kosten für die Erstellung einer Steuererklärung kannst du im Folgejahr von der Steuer absetzen. Die meisten Steuersoftwares machen das für dich.

Welches Steuerprogramm ist für mich das beste?

Wie so häufig im Leben: Es kommt drauf an. Wir haben deswegen Steuerprogramme für verschiedene Lebenssituationen ausprobiert, damit du für dich ganz individuell die Beste finden kannst. Das Angebot an Steuersoftware ist vielfältig und hier ist für jede Situation etwas dabei – sei es als Web-Version, als App oder als Desktop-Anwendung. Wir haben uns die vier gängigsten Softwares für Steuererklärungen einmal für dich angesehen: Smartsteuer, WISO, Taxfix, Steuerbot und Wundertax.

Die Umfangreichen: WISO und Smartsteuer

WISO und Smartsteuer sind die Alleskönner unter den von uns getesteten Steuerprogrammen. Beide leiten dich Schritt für Schritt durch die Steuererklärung. Sowohl für komplizierte Steuerfälle, für Selbstständige als auch für simple Fälle eignen sich beide Tools hervorragend. Die Steuersoftware von WISO stammt aus dem ZDF-Verbrauchermagazin WISO und wird mit der Firma Buhl Data Service schon seit 1991 herausgebracht. Smartsteuer wiederum beschäftigt sich seit 2006 mit digitalen Produkten zum Steuersparen.

Übrigens: Besonders niederschwellig ist WISO: Man kann die Steuererklärung fast komplett durchspielen, ohne einen Account erstellen zu müssen. Das eignet sich besonders dann, wenn man das Programm unverbindlich testen möchte.

Lehrreiche Informationen, aber nicht immer intuitiv

Sowohl Smartsteuer als auch WISO unterstützen den User bei der Eingabe mit Erklärungen am Rand. Besonders positiv aufgefallen sind dabei die lehrreichen Erklärungen bei WISO. In Sachen Nutzerfreundlichkeit wiederum hat Smartsteuer die Nase vorn: Wer noch nie etwas mit der Steuer zu tun hatte, wird hier etwas einfacher durch den Prozess geführt. WISO wiederum kommt ein wenig bürokratischer daher. An manchen Stellen werden Abkürzungen verwendet, sie nicht jedem direkt geläufig sind. Besonders wenn es ins Detail geht, ist WISO nicht immer intuitiv.

Selbstständige und Freelancer

WISO und Smartsteuer eignen sich ausgezeichnet für ganz oder teilweise Selbstständige und Freelancer. Beide Softwares helfen dir bei der Erstellung einer Einnahmenüberschussrechnung, die an die Steuererklärung angehängt werde muss. Beide Softwares ermöglichen es, die Buchführung aus ausgewählten Programmen zu importieren – das spart einiges an Arbeit.

In unserem Abgeltungssteuer-Rechner erfährst du, wie viel Abgeltungssteuer du voraussichtlich auf deine Kapitalgewinne abführen musst.

Besonderes Plus: Die Suchfunktion

Die Steuererklärung kann eine komplexe Sache sein – da hat man schnell mal etwas bei der Eingabe übersehen. WISO und Smartsteuer sind mit einer Suchfunktion ausgestattet, die einen schnell an die entsprechende Stelle in der Steuererklärung führt.

Fazit

Es ist ein schwieriger Spagat zwischen einfach und benutzerfreundlich und umfangreich und korrekt, den WISO und Smartsteuer mit Bravour meistern. Bei dem großen Umfang bleibt die Nutzerfreundlichkeit im Detail auch mal auf der Strecke. Daher empfehlen wir diese beiden Programme vor allem für diejenigen, die schon ein kleines bisschen fortgeschrittener sind oder es noch werden möchten.

Besonders sicher

Mit Smartsteuer kannst du jede Steuererklärung für dich persönlich mit einem Passwort verschlüsseln. Selbst wenn also der Server gehackt oder dein Account geklaut werden würde, kann die Steuererklärung ohne das separate Passwort nicht entschlüsselt werden. Aber: Wenn du dein Passwort verlierst, ist die Steuererklärung nicht mehr einsehbar.

Screenshot WISO
Beispiel WISO: Schon nach dem Erfassen der Lohnsteuerbescheinigung ergibt sich eine Erstattung, weil die Kirchensteuer von der Steuer abgesetzt werden kann.

WISO

  • Besonders umfangreich: Für Arbeitnehmer, selbstständige und kleine Unternehmen geeignet

  • Kein Account benötigt zum Ausprobieren

  • Lehrreiche Erklärungen bei der Eingabe

  • Einnahmenüberschussrechnung für selbstständige

  • Suchfunktion

  • Als Desktop-Anwendung, App und Webversion verfügbar

  • Vorausgefüllte Steuererklärung durch elektronischen Belegabruf

  • Erfassung von Gewinnen durch Kryptowährungen wird nicht explizit unterstützt, kann aber als privates Veräußerungsgeschäft eingetragen werden

  • An einigen Stellen nicht sehr intuitiv

Smartsteuer

  • Besonders umfangreich: Für Arbeitnehmer, selbstständige und kleine Unternehmen geeignet

  • Erklärungen bei der Eingabe

  • Einnahmenüberschussrechnung für selbstständige

  • Suchfunktion

  • Sehr intuitiv und benutzerfreundlich

  • Vorausgefüllte Steuererklärung durch elektronischen Belegabruf

  • Jede Steuererklärung kann gesondert verschlüsselt werden

  • Erfassung von Gewinnen durch Kryptowährungen wird unterstützt

  • Nur als Web-Version (als Alternative wird das Schwesterprodukt Steuerbot angeboten)

Tipp

Bei den meisten Steuersoftwares fallen die Kosten erst an, wenn du die Steuererklärung tatsächlich beim Finanzamt einreichst. Du kannst sie also kostenlos ausprobieren und dir die voraussichtliche Rückerstattung ausrechnen lassen. Einige Anbieter Kosten erst, wenn die Rückerstattung ausreichend hoch ausfällt.

Screenshot Smartsteuer
Während du dich bei Smartsteuer durch die Steuererklärung klickst, wird dir angezeigt, wie hoch deine prognostizierte Steuererstattung ist.

Darf es auch etwas unkomplizierter sein? Taxfix, Steuerbot und Wundertax

Besonders innovative Eingabeprozesse haben sich die Steuerprogramme Taxfix, Steuerbot und Wundertax ausgedacht. Alle drei führen dich in einem Frage-Antwort-Spiel durch den Prozess. Diese drei Apps sind nicht ganz so umfangreich wie WISO oder Smartsteuer und machen dir vor allem bei einfacheren Steuerfällen das Leben leichter: Also beispielsweise als Arbeitnehmer ohne steuerliche Besonderheiten, wie selbstständige Einkünfte, Aktiengewinne, Krypto-Gewinne, Umzugskosten und andere steuerrelevante Feinheiten. Dennoch werden einige dieser Fälle von den genannten Apps unterstützt.

Innovatives Interview-Format bei Taxfix und Steuerbot

Taxfix und Smartbot führen dich durch einen übersichtlichen Interview-Prozess ans Ziel. Schritt für Schritt befragen sie dich über deine aktuelle Lebenssituation (“Bist du im vergangenen Jahr umgezogen?”) und verschaffen sich einen Überblick über alles Steuerrelevante im letzten Jahr. Besonders viel Freude macht der Steuerbot, denn das Interview ist etwas spielerisch als Chat aufgebaut. Beide Programme sind sowohl als App als auch als Webversion nutzbar. Wer nachträglich Korrekturen vornehmen möchte, wird in der Web-Version von Taxfix Probleme haben. Die App-Version funktioniert jedoch optimal.

Klassisch und simpel: Wundertax

Wer es hingegen klassischer bevorzugt, wird zu Wundertax tendieren. Die Abfrage erinnert ein wenig an WISO und Smartsteuer, ist aber nicht so detailliert aufgebaut. Gerade wenn es in die Tiefe geht, enttäuscht Wundertax. Während andere Steuerprogramme dich bei der Eingabe an die Hand nehmen, musst man bei Wundertax an vielen Stellen selbst wissen, wie man den einzutragenden Wert berechnet. Wir haben in unserem Test beispielsweise versucht, die Anschaffung eines zu 50% beruflich genutzten Laptops einzutragen.

Die anderen Tools, die wir getestet haben, sind Wundertax deutlich überlegen. Du kannst es dennoch gut nutzen, wenn dein Steuerfall einfach ist und du nicht zu sehr ins Detail gehen möchtest.

Nicht für selbstständige und Freelancer geeignet

Alle drei Steuerprogramme eignen sich nicht für Selbstständige und Freelancer. Wundertax unterstützt zwar Einkünfte aus selbstständiger Arbeit, die Abfrage ist jedoch recht oberflächlich. Sobald bei Taxfix angegeben wird, dass Einnahmen aus Selbstständigkeit erzielt wurden, ist hier die Abfrage zu Ende – diese werden nicht unterstützt. Beim Steuerbot ist dies ähnlich, aber immerhin wird der User hier zu Smartsteuer verwiesen, denn die beiden gehören zur gleichen Familie.

Fazit

Für die meisten Steuerzahler sind Taxfix, Steuerbot und Wundertax sehr gut geeignet und vor allem für einfache Steuerfälle zu empfehlen. Nutzer und Nutzerinnen müssen sich nicht durch komplizierte Formulare quälen und können durch diese drei Softwares tatsächlich Spaß an ihrer Steuererklärung finden. Alle drei Steuerprogramme kommen mit fast allen Steuerfällen zurecht – nur Taxfix und Steuerbot nicht mit Selbstständigen und Freelancern.

Taxfix

  • Übersichtlicher Interviewprozess

  • Als App und Webversion verfügbar

  • Zwei Faktor-Authentifizierung

  • Erfassung von Gewinnen durch Kryptowährungen (privates Veräußerungsgeschäft) wird unterstützt

  • Nachträgliche Änderungen in Webversion etwas holprig

  • Nicht für Selbstständige und Freelancer geeignet

  • Keine Suchfunktion

Steuerbot

  • Interviewprozess per Chat macht Freude

  • Als App und Webversion verfügbar

  • Vorausgefüllte Steuererklärung durch elektronischen Belegabruf

  • Suchfunktion

  • Nicht für Selbstständige und Freelancer geeignet

  • Erfassung von Gewinnen durch Kryptowährungen (private Veräußerungsgeschäfte) wird nicht unterstützt

Screenshot Steuerbot
Besonders innovativ ist das Interview-Format von Steuerbot.

Wundertax

  • Alle grundlegenden steuerrelevanten Themen werden abgedeckt

  • Als App und Webversion verfügbar

  • Handel mit Kryptowährungen kann eingetragen werden

  • Keine Suchfunktion

  • Keine vorausgefüllte Steuererklärung durch elektronischen Belegabruf

Warum es sich (fast) immer lohnt, eine Steuererklärung abzugeben

Mal angenommen, dein Steuerfall ist denkbar simpel: Du bist als Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, die Steuer und Sozialabgaben wurden bereits vom Lohn abgeführt und das war’s. Wozu nun also eine Steuererklärung abgeben?

Bist du Mitglied in der Kirche und hast Kirchensteuer bezahlt? Dann haben wir schon den ersten Grund gefunden, eine Steuererklärung abzugeben: Die Kirchensteuer kann von der Steuer abgesetzt werden. Das passiert aber nicht automatisch, sondern nur, wenn du in der Steuererklärung die Kirchensteuer in das entsprechende Feld einträgst.

Möchtest du wissen, wie hoch die Kirchensteuer für dich ist? In unserem Kirchensteuer-Rechner erfährst du es.

Das Praktische an den von uns getesteten Steuerprogrammen ist, dass all diese Dinge von dir abgefragt werden und die Software mit dir gemeinsam nach Ausgaben sucht, die abgesetzt werden können. An irgendeiner Stelle wird man immer fündig.

Hier einige Beispiele:

  • Falls du einen Laptop oder andere Arbeitsmittel gekauft hast, die auch teilweise beruflich genutzt werden, kann diese Anschaffung abgesetzt werden. Pauschal pro Jahr 110€ oder mehr mit entsprechenden Belegen.

  • Wenn dein Arbeitsweg über 15 km liegt, lohnt es sich die Pendlerpauschale als Werbungskosten geltend zu machen. Wo die genaue Grenze liegt, hängt davon ab, an wie vielen Tagen im Jahr du arbeitest.

  • Auch Spenden an gemeinnützige Vereine oder politische Parteien mindern deine Steuerbelastung, wenn du sie in der Steuererklärung angibst.

  • Bei beruflich bedingten Umzügen (bei neuem Job, wenn man mehr als 30 Minuten pro Arbeitsweg einspart) kann man Umzugspauschalen absetzen bzw. Belege bei höheren Kosten einreichen.

  • Hast du im letzten Jahr viel von zu Hause gearbeitet? 5€ pro Tag im Home Office, maximal 600€/Jahr können steuerlich geltend gemacht werden. Gilt erst mal nur für 2020 und 2021. Anders als früher muss man dafür kein separates Arbeitszimmer haben.

  • Ein separates Arbeitszimmer sowie die Ausstattung dafür für Arbeit von zu Hause aus kann von der Steuer abgesetzt werden.

  • Bewerbungskosten: Pauschal kannst du pro Online-Bewerbung 2,50€ und pro Brief-Bewerbung 8,50€ für Papier, Druckkosten, Porto usw. absetzen.

Also: Bei fast jedem Steuerzahler und fast jeder Steuerzahlerin gibt es Geld vom Finanzamt zurück, wenn in der Steuererklärung die richtigen Dinge angegeben sind.

Tipp

Wer seine Steuererklärung das ganze Jahr hin und wieder im Blick hat, spart eine Menge Arbeit. Sammle über das Jahr alle Belege für Ausgaben, die für die Steuererklärung relevant sind. Etabliere dir eine Routine, alle Belege sofort in einem bestimmten Ordner abzuheften oder einzuscannen. So hast du für die Steuererklärung alles griffbereit und die Steuer macht viel weniger Arbeit.

Rundum-Sorglos-Paket: Lohnsteuerhilfeverein, Zasta und Steuerberater

Die Steuererklärung selbst in die Hand zu nehmen ist deutlich einfacher, als die meisten denken. Dennoch fühlen sich nicht alle in der Lage, ihre Steuererklärung selbst zu machen. Ein Steuerberater wäre hier die naheliegendste, aber auch etwas teurere Wahl. Jedoch gibt es deutlich günstigere Alternativen von Experten bei der Steuererklärung unterstützt zu werden. Die unten aufgeführten Möglichkeiten sind um ein Vielfaches teurer als die von uns getestete Steuersoftware. Dennoch nehmen sie dir viel Arbeit ab.

Lohnsteuerhilfeverein

Ziel des Lohnsteuerhilfevereins ist es, Arbeitnehmern unabhängig von der Höhe ihres Einkommens eine günstige steuerliche Beratung zu ermöglichen. Wer dieses Angebot in Anspruch nehmen möchte, erkundigt sich zunächst nach einem solchen Verein in der Nähe und tritt dem Verein bei. In der Regel müssen dabei eine Aufnahmegebühr und ein Jahresbeitrag gezahlt werden, der sich nach dem Jahresbruttoeinkommen richtet. Der Verein erstellt für dich deine Einkommensteuererklärung, kann den gesamten Schriftverkehr mit dem Finanzamt abwickeln und sogar Einspruchs- und Klageverfahren übernehmen. Alles aber nur in engen Grenzen: Nur bei Einkünften aus nicht-selbstständiger Arbeit, Renten, Versorgungsbezügen, Unterhaltsleistungen und selbst genutztem Wohneigentum darf der Verein tätig werden.

Der durchschnittliche Jahresbeitrag von Lohnsteuerhilfevereinen beträgt ca. 150€ pro Jahr und ist je nach Einkommen von 50€ bis 400€ gestaffelt.

Zasta: Einfach einen Steuerberater finden

Eine Art Zwischending aus Steuersoftware und Steuerberater ist Zasta. Die Website wirbt damit, dass du in nur drei Minuten mit Deiner Steuererklärung fertig sein kannst. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit, denn nachdem du in der App oder auf der Website deine Daten eingetragen und eine Vollmacht unterschrieben hast, wird dein Fall an einen Steuerberater weitergegeben. Dieser überprüft deine Angaben und erstellt daraus ein Angebot. Stimmst du dem Angebot zu, erledigt ein Steuerberater die Steuererklärung für Dich.

Steuerberater

Bevor du einen Steuerberater aufsuchst, solltest du zunächst prüfen, ob nicht eine der anderen Alternativen in diesem Artikel für dich infrage kommen. Ein Steuerberater ist sicherlich von allen Alternativen die Kostspieligste, aber auch die Bequemste, mithilfe welcher du jede steuerliche Situation abbilden kannst. Laut Steuerberaterverband Berlin-Brandenburg kostet im Jahr 2021 die Abgabe einer Einkommensteuererklärung durch einen Steuerberater bei einem nicht-selbstständigen Jahresbruttoeinkommen von 40.000€, ca. 444,40€.

Ein paar weitergehende Steuer-Tipps findest du in unserer Podcast-Folge.

So versteuerst du Kryptowährungen wie Bitcoin mit einer Steuererklärung-Software

Gewinne, die durch den Kauf und Verkauf von Bitcoin erzielt werden, werden steuerlich als private Veräußerungsgewinne behandelt. Wenn du ein Gemälde, ein Sofa oder Bücher gewinnbringend verkauft hast, sind das genauso private Veräußerungsgewinne wie eben der Gewinn aus dem Handel mit Kryptowährungen. Hier gelten zwei Ausnahmen, unter denen du diese Gewinne nicht versteuern musst:

  • Gewinne unter 600€: Für private Veräußerungsgewinne gilt eine Freigrenze von 600€. Eine Freigrenze ist nicht zu verwechseln mit einem Freibetrag. Sobald dein Gewinn über der Freigrenze liegt, muss der volle Betrag versteuert werden, während ein Freibetrag vom zu versteuernden Betrag abgezogen wird.

  • Nach einer Haltedauer von einem Jahr: Was du länger als ein Jahr besessen hast, musst du nach dieser Haltedauer nicht mehr versteuern. Behältst du deine Kryptowährungen also immer mehr als ein Jahr, sind die Gewinne daraus steuerfrei.

Bei der von uns getesteten Steuersoftware empfiehlt sich vor allem Smartsteuer für den Handel mit Kryptowährungen.

Häufig gestellte Fragen

  • Welche Steuersoftware soll ich für die Steuererklärung nutzen?

    Das Angebot an Steuerprogrammen ist vielfältig. Wenn dein Steuerfall recht kompliziert ist oder bei deiner Steuererklärung gerne ins Detail gehen möchtest, empfehlen wir dir WISO oder Smartsteuer. Wenn es nicht so sehr ins Detail gehen soll und du die Steuererklärung einfach nur hinter dich bringen möchtest, eignen sich Taxfix, Steuerbot und Wundertax.

  • Wieso brauche ich ein Steuerprogramm?

    Eine Steuersoftware hilft dir bei der Abgabe Deiner Steuererklärung. Du musst dich nicht durch komplizierte Formulare kämpfen, sondern wirst von verschiedenen Steuerprogrammen kinderleicht durch die Steuererklärung geführt.

  • Welche Steuersoftware ist die beste?

    Das kommt auf deine Bedürfnisse an. Wir empfehlen je nach persönlicher Situation WISO, Smartsteuer, Taxfix, Steuerbot oder Wundertax.

  • Welche Steuersoftware eignet sich für Selbstständige?

    WISO und Smartsteuer können dir helfen, als Selbstständiger oder Freelancer deine Steuererklärung abzugeben. Dennoch solltest du als Selbstständiger eventuell in Erwägung ziehen, einen Steuerberater aufzusuchen.

  • Mit welcher Software kann ich meine Kryptowährungen versteuern?

    Am besten eignet sich dafür Smartsteuer. Auch Wundertax, Taxfix und WISO unterstützen Kryptowährungen. Diese werden als private Veräußerungsgewinne eingetragen.