Wie kann man Bitcoin kaufen?

Markus Schmidt-Ott
Stand:

Es ist ein wenig wie mit der ersten Aktie oder dem ersten ETF: Ein Wertpapier zu kaufen ist gar nicht so schwierig, aber wer sich noch nie zuvor damit beschäftigt hat, steht vor einem großen, undurchschaubaren Universum. Um dir den Einstieg in deine ersten Bitcoin-Guthaben zu erleichtern, erklären wir dir Schritt für Schritt, wie du dabei vorgehst und über welche Plattform du sicher deine ersten Bitcoin kaufen kannst.

Was du wissen solltest
  • Bitcoin kauft und verkauft man üblicherweise an einer Kryptobörse. Dort können Kryptowährungen untereinander oder gegen Fiat-Geld, also herkömmliche staatliche Währungen, getauscht werden.
  • Viele Neobroker bieten inzwischen den Kauf von Bitcoin an. Dadurch ist es nicht mehr unbedingt nötig, sich bei einer Kryptobörse anzumelden.
  • Das Angebot von Neobrokern, um Bitcoin zu kaufen, ist sehr unterschiedlich und teilweise erwirbst du dadurch keine eigenen Bitcoin.
  • Kryptobörsen in Deutschland werden von der Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin reguliert und müssen unter anderem einen sogenannten KYC (“know your customer”) Prozess durchführen.
  • Wer an der Wertentwicklung von Bitcoin teilhaben, sich aber nicht tiefer mit Handel und der sicheren Verwahrung beschäftigen möchte, kann durch Derivate oder Fonds indirekt in Bitcoin investieren.
Wie du vorgehst
  • Suche dir eine Kryptobörse aus, an der du Euro gegen Bitcoin tauschen kannst, um deinen ersten Bitcoin zu kaufen.
  • In Deutschland sind 4 Kryptobörsen ansässig: BSDEX, die Bison App, Bitcoin.de und Nuri (ehemals Bitwala).
  • Investiere zunächst nur kleine Beträge in Bitcoin, um ein Gefühl für die Funktionsweise und die sehr hohe Wertschwankung zu bekommen.
  • Setze deine eigene Bitcoin Wallet zur Verwahrung deiner Bitcoin auf.
  • Transferiere deine Bitcoin von der Kryptobörse an deine sichere Wallet, um sie dort dauerhaft zu verwahren.
Inhaltsverzeichnis

Welche Möglichkeiten gibt es, Bitcoin zu kaufen?

Kryptobörsen

Bitcoin wird auf sogenannten Kryptobörsen gehandelt. Dort kannst du sogenannte Fiatwährungen (z.B. den Euro) gegen Bitcoin oder andere Kryptowährungen tauschen. Dies ist die gängigste Möglichkeit, an Bitcoin zu gelangen. Der Preis für einen Bitcoin hängt dabei von Angebot und Nachfrage ab. Einige Plattformen bieten auch den Tausch von Kryptowährungen untereinander an.

Neobroker

Viele Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital bieten den Kauf von Bitcoin an. Wer also bereits bei einem dieser Anbieter ein Depot besitzt, kann dort ganz bequem in Bitcoin investieren, ohne sich um die Auswahl und Anmeldung bei einer Kryptobörse zu kümmern. Aber Achtung: Bei den meisten Neobrokern gehen die gekauften Bitcoin nicht in dein Eigentum über, sondern verbleiben beim Broker.

Bitcoin aus dem Geldautomaten

Ein Bitcoin ATM erlaubt es, Bitcoin gegen Bargeld an einem Automaten zu tauschen und umgekehrt. Wer Bitcoin kaufen möchte, führt also Bargeld in den Automaten ein und erhält Bitcoin auf seine Wallet überwiesen. Damit der Automat weiß, wem er die Bitcoins zuordnen soll, kann er beispielsweise einen QR-Code zu der Wallet vom Smartphone abscannen. Auch der umgekehrte Fall ist möglich: Bitcoins können an Automaten in Bargeld getauscht und ausgezahlt werden.

In Deutschland dürfen nur Bitcoin ATMs aufgestellt werden, die den Regularien der Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) entsprechen.

Bitcoin zwischen Personen überweisen

Wie bei jeder anderen Währung auch: Bitcoin kann natürlich auch von Person zu Person oder von Freund zu Freund transferiert werden. Jede Bitcoin-Wallet hat eine eindeutige Adresse und an diese Adresse kann Bitcoin geschickt werden. Voraussetzung dafür ist, dass sowohl Sender als auch Empfänger eine Wallet besitzen. Das ist für Anfänger mit Menschen mit Kryptoerfahrung vermutlich der einfachste Schritt ins Bitcoin Universum.

Bitcoin als Arbeitslohn

Immer mehr Arbeitgeber erwägen, ihre Mitarbeiter in Bitcoin zu entlohnen. Dennoch eine legitime Frage: Darf ein Arbeitgeber in Deutschland seine Mitarbeiter in Bitcoin entlohnen? Nein, sagt dazu ganz klar die Gewerbeordnung. Dort heißt es in § 107 Abs. 1: “Das Arbeitsentgelt ist in Euro zu berechnen und auszuzahlen”. Trotzdem steht es natürlich jedem Arbeitgeber frei, zusätzlich zum vereinbarten Lohn Bitcoin an die Arbeitnehmer zu verteilen. Auch in einem selbstständigen Vertragsverhältnis steht es jedem frei, welche Arbeitsleistung gegen welche Gegenleistung erbracht wird.

Bitcoin kaufen über eine Kryptobörse

Was ist eine Kryptobörse?

Eine Kryptowährungsbörse ist eine Handelsplattform, auf der jeder registrierte Nutzer Bitcoin kaufen und verkaufen kann – oder genauer gesagt: auf der Kryptowährungen gegen andere Währungen getauscht werden können. An einigen Kryptobörsen können unterschiedliche Kryptowährungen gegeneinander getauscht werden. Wie üblich bei Börsen ergibt sich der Preis eines Bitcoin immer aus Angebot und der Nachfrage und schwankt daher ständig.

An einer Kryptobörse gibt es zwei Möglichkeiten, Bitcoin zu kaufen:

  • Direkt vom Anbieter der Kryptobörse

    Der Anbieter der Kryptobörse bietet den Käufern direkt Bitcoins zum Verkauf an – zu einem von ihm festgelegten Preis, der sich natürlich am Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage orientiert. Der Direktkauf ist mit etwas höheren Gebühren verbunden als das Geschäft zwischen Käufer und Verkäufer, denn der Anbieter muss auf eigenes Risiko Bitcoins erwerben und diese verwahren.

  • Kauf von einer anderen Privatperson

    Wie auf einem Marktplatz kann auf einer Kryptobörse Bitcoin von Privatperson zu Privatperson gekauft und verkauft werden. Dabei fungiert die Kryptobörse lediglich als Vermittler und erhält dafür eine Gebühr.

Wie sicher sind Kryptobörsen?

Kryptobörsen, die von der deutschen Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin lizenziert sind, unterliegen strengen Regularien und können als sicherer angenommen werden als unregulierte Börsen aus dem Ausland. Dennoch umgehen viele Kryptobörsen die Regulierung durch die BaFin, da die Lizenzierung aufwendig und teuer ist.

In Deutschland sind unter anderem die Kryptobörsen Nuri (ehemals Bitwala), Bitcoin.de, Bison und BSDEX ansässig und unterliegen daher den Regularien der BaFin.

Grundsätzlich können Kryptobörsen gehackt und die dort verwahrten Bitcoins geklaut werden. Das Risiko sollte aber insbesondere bei etablierten Kryptobörsen überschaubar sein, denn eine Sicherheitslücke kann für eine Kryptobörse ihre gute Reputation und letztlich das Unternehmen selbst ruinieren. Um das Risiko jedoch zu minimieren, sollten Bitcoins nicht bei einer Kryptobörse, sondern in einer sogenannten eigenen Wallet aufbewahrt werden.

Was ist ein KYC Prozess?

KYC steht für “know your customer”. Wie im Finanzbereich üblich, musst du dich bei einigen Kryptobörsen, die einen KYC-Prozess nutzen, mit deinem Ausweis identifizieren. In Deutschland lizenzierte Kryptobörsen sind verpflichtet, ihre Kunden zu identifizieren. Je nach Kryptobörse gibt es unterschiedliche Stufen der Identifizierung. So kann man bei einigen Kryptobörsen schon Bitcoin kaufen, wenn lediglich das Konto durch eine SEPA-Überweisung identifiziert wurde. Möchte man höhere Beträge handeln, kann dann aber zusätzlich eine Identifizierung per Ausweis gefordert werden.

Was spricht gegen KYC?

Bitcoin ist nicht anonym, sondern pseudonym. Das gesamte Netzwerk kann das Bitcoin-Vermögen sowie alle alten Transaktionen von allen Wallets einsehen. Zwar verbirgt sich hinter einer Wallet kein Klarname, sondern eine Zeichenkette (public key). Doch sollten die Identifikationsdaten und die Wallet-Adressen zum Beispiel durch eine Datenpanne einander zugeordnet werden können, ist es vorbei mit der Anonymität. Daher sollte die Kryptobörse sorgfältig ausgewählt und die persönlichen Daten nicht zu freimütig mit jedem Anbieter geteilt werden.

Kryptobörsen wie Bisq, über die anonym und dezentral Peer-to-Peer gehandelt wird, verlangen keinen Identitätsnachweis. Auch viele ausländische Kryptobörsen verzichten auf eine Identifizierung ihrer Kunden.

Welche Kosten fallen an?

Wie beim Handel mit Wertpapieren fallen bei vielen Bitcoin-Transaktionen Kosten an. Da der Bitcoin-Kurs aber stark schwankt, fallen die Kosten im Vergleich zu Aktien oder ETFs weniger ins Gewicht. Trotzdem lohnt es sich hinzuschauen, denn vor allem die Netzwerkgebühren können je nach Handelsaufkommen hoch ausfallen.

Kosten für Ein- und Auszahlungen

Darauf sollte man achten: Manche Börsen verlangen je nach Zahlungsart eine Gebühr für Ein- und Auszahlungen. Wer also Euro oder andere Kryptowährungen in sein Konto einzahlt oder abhebt, bekommt dabei unter Umständen einen kleinen Prozentsatz abgezogen. Wer 100 € in Bitcoin umtauschen möchte und diesen Betrag dafür bei der Kryptobörse einzahlt, sollte vorher die Gebühren checken und eventuell ein kleines bisschen mehr einzahlen. Diese Gebühren vermieden werden, indem ein Anbieter gewählt wird, der solche Gebühren nicht erhebt. Die Einzahlungen per Banküberweisung auf die oben genannten Plattformen ist kostenlos.

Kauf- und Verkaufskosten

Für jeden Handel mit Bitcoin fallen bei der Kryptobörse Gebühren an. Manche Börsen teilen diese Handelsgebühr in Verkaufsgebühren (Maker Fee) und Kaufgebühren (Taker Fee). Häufig ist die Verkaufsgebühr etwas niedriger als die Kaufgebühr, denn Verkäufer füllen die Börse mit Liquidität und machen diese dadurch attraktiv für Trader. Die Gebühren bewegen sich in der Regel im Bereich von 0,1 bis 0,35 % des Transaktionsvolumens. Bei höherem Transaktionsvolumen sind die Gebühren bei manchen Börsen niedriger.

Netzwerkgebühren

Die wichtigsten Kosten sind die Netzwerkgebühren und diese fallen bei jeder Bitcoin-Transaktion zusätzlich zu eventuellen Handelsgebühren an. Eine Bitcoin-Transaktion erfordert Rechenaufwand durch sogenannte Bitcoin-Miner. Diese Rechenleistung wird ihnen (unter anderem) durch die Netzwerkgebühr vergütet. Da Bitcoin-Miner nur eine begrenzte Anzahl an Transaktionen gleichzeitig durchführen können, ergibt sich hier ein Flaschenhals, durch den alle Bitcoin-Transaktionen müssen. Wer eine Transaktion durchführen möchte, bietet dem Miner eine Netzwerkgebühr an. Je höher die Gebühr gewählt wird, desto früher ist die Transaktion an der Reihe. Wer nur eine geringe Netzwerkgebühr bietet, muss sich recht weit hinten anstellen. Wie hoch die Netzwerkgebühr ist, hängt also davon ab, wie viele Transaktionen zum jeweiligen Zeitpunkt durchgeführt werden. Und wie lange die Transaktion dauert, hängt von der Netzwerkgebühr ab. So kann es je nach Netzwerkgebühr in der Regel zwischen zehn Minuten und einigen Tagen dauern, bis eine Transaktion durchgeführt wird.

Ihren bisherigen Rekord erreichte die Netzwerkgebühr am 21. April 2021. An diesem Tag betrug diese im Schnitt umgerechnet 50,32€.

Spreads

Nicht nur bei Kryptobörsen, sondern auch beim Handel mit Wertpapieren bekannt ist der Spread: Eine versteckte Gebühr, die nicht gleich auffällt. An allen Börsen wird zwischen dem Kauf- und Verkaufskurs unterschieden. Dabei liegt der Kaufkurs immer über dem Verkaufskurs. Der Spread entspricht der prozentualen Differenz zwischen diesen beiden Kursen. Transaktionsgebühren kommen hier natürlich noch dazu.

Bei der Kryptobörse BSDEX hast du in Echtzeit Einblick in das Orderbuch und kannst so beobachten, wie der Spread zustande kommt. Im Orderbuch werden alle Kauf- und Verkaufsorder sortiert (siehe Bild). Zunächst werden alle Verkaufsorder absteigend nach dem Preis sortiert. Darunter, ebenfalls absteigend sortiert, folgen die Kauforder. In der Mitte, also wo die niedrigste Verkaufsorder und die höchste Kauforder zusammen kommen, findet zwischen diesen beiden ein Handel statt. Aus dem Mittelwert zwischen diesen beiden Orders ergibt sich der aktuelle Kurs und aus der Differenz zwischen der niedrigsten Verkaufsorder und der höchsten Kauforder ergibt sich der Spread. Dieser kann auch durch die Börse künstlich erzeugt werden.

Du kannst dir den Spread also so vorstellen, dass du immer zu einem um die Hälfte des Spreads schlechteren Kurs kaufst oder verkaufst.

Spread BSDEX
Orderbuch mit Spread bei BSDEX

Welche Arten von Kryptobörsen gibt es?

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal der unterschiedlichen Kryptobörsen ist: Welche (Krypto-)Währung kann gegen welche getauscht werden? Manche Börsen ermöglichen es, mit einem herkömmlichen Zahlungsmittel Fiatgeld (also Euro oder Dollar) einzuzahlen und dies dann anschließend gegen Bitcoin zu tauschen. Das ist für den Anfang die empfehlenswerte Variante. Andere Börsen wiederum geben Dir die Möglichkeit, eine Kryptowährung in eine andere zu tauschen. Manche bieten beides an.

Das können auch jeweils unterschiedliche Plattformen sein: Du kannst je nach Konditionen auf einer Plattform Euro gegen Bitcoin tauschen, deinen Bitcoin dann zu einer anderen Plattform übertragen und diesen dort wiederum handeln.

Bitcoin kaufen über einen Neobroker

Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital sind recht neue Broker, die ihr Angebot vor allem auf junge Trader zugeschnitten haben. Sie unterscheiden sich von den klassischen Brokern vor allem in der Preisstruktur, denn meistens kann dort sehr günstig gehandelt werden.

Worin unterscheiden sich Neobroker von Kryptobörsen?

Neobroker sind in erster Linie klassische Broker, über die Aktien, ETFs und Derivate gehandelt werden können. Während sich Kryptobörsen seit Jahren rein auf Kryptowährungen spezialisiert haben, liegt das Kerngeschäft von Neobrokern woanders.

Worin unterscheidet sich das Angebot der Neobroker?

Das Angebot der Neobroker unterscheidet sich vor allem in einem Punkt: Wird Bitcoin direkt gekauft oder indirekt über ein Zertifikat? Trade Republic und JustTrade ermöglichen es dir, direkt in Bitcoin zu investieren, während über Scalable Capital nur der Kauf von Derivaten möglich ist. Über Letzteres profitierst du also nur indirekt vom Bitcoin-Kurs.

In einem weiteren Punkt unterscheiden sich die drei Neobroker leider nicht: Die gekauften Bitcoin können nicht in eine eigene Wallet transferiert und dort sicher verwahrt werden. Du erlangst somit nicht den direkten Besitz an deinen Bitcoin. Wenn du also langfristig deine Bitcoin halten möchtest, empfiehlt sich eher der Kauf über eine Kryptobörse.

BrokerWelche Kryptowährungen können gekauft werden?Wie werden die Bitcoin verwahrt?Übertragung in eigene Wallet möglich?MindestanlagesummeHandelsgebühr
Trade RepublicBTC, BCH, LTC, ETHVerwahrung durch BitGoNeinCa. 25 € (in Bitcoin)1€ pro Transaktion
Scalable CapitalKeine – Nur Derivate auf BTC, BTC short, LTC, ETH, BCHDerivate EmittentNeinAb 25€ pro Monat im Sparplan0,99€ pro Trade im Free Broker
JustTradeBTC, BCH, XRP, ETH, LTCVerwahrung durch Bankhaus von der HeydtNein50€Kostenlos

Wie viel kostet Bitcoin?

Wie auch Wechselkurse von Fiat-Währungen oder Aktien schwankt der Bitcoin-Kurs. Einen festen Wert kann man also nicht angeben. Im Jahr 2021 startete der Bitcoin mit einem Kurs von ca. 24.000 € und lag Mitte Mai bei ungefähr 37.000 €. Im April 2021 erreichte dieser sein bisheriges Allzeithoch von rund 53.000 €. Der Kurs ist extrem volatil und Aussagen darüber können von Tag zu Tag ihre Gültigkeit verlieren.

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In dem obigen Chart kannst du den Bitcoin Kurs der letzten Jahre sehen. Wenn du über die untere Zeitleiste den gesamten Zeitraum seit 2013 betrachtest, erkennst du das starke Wachstum, den der Kurs zurückgelegt hat. In den Jahren vor 2017 sieht die Kurve quasi flach aus, da der Kurs verglichen mit dem heutigen sehr niedrig war. Um auch diese Kursentwicklung sehen zu können, hilft die logarithmische Darstellung. Dadurch werden kleinere Kurse etwas hochskaliert und höhere Kurse abgeflacht.

Dein erster Bitcoin muss kein ganzer sein

Diese hohen Kurse müssen dich nicht abschrecken, in Bitcoin zu investieren, denn dein erster Bitcoin muss kein ganzer sein. Die kleinste handelbare Einheit ist ein Satoshi. 100 Millionen Satoshi entsprechen einem Bitcoin. Ein Satoshi ist also 0,00000001 Bitcoin, welches zum Allzeithoch Mitte April 2021 0,0005 € wert war.

Unser Bitcoin-Rechner kann nicht nur Eurobeträge in Bitcoin umrechnen, sondern auch Euro in Satoshi. Satoshi-Beträge sind häufig ein wenig griffiger, da man im Gegensatz zum Bitcoin nicht auf jede Nachkommastelle achten muss.

Bitcoin kaufen Schritt für Schritt

1. Handelsplatz aussuchen

Welchen Handelsplatz du wählst, kannst du von den folgenden drei Kriterien abhängig machen:

  • Was kann getauscht werden?

    Wenn du deine ersten Bitcoins kaufen möchtest, muss an dem Handelsplatz Euro gegen Bitcoin handelbar sein. An manchen Handelsplätzen musst du eventuell eine Fiat-Währung in eine andere Kryptowährung tauschen, um anschließend diese in Bitcoin tauschen zu können.

  • Transaktionskosten

    Wie viel bezahlst du für verschiedene Transaktionen und wie hoch ist der Spread? Hier kannst du die Preise verschiedener Plattformen vergleichen

  • Seriosität

    Du musst dem Handelsplatz vertrauen können. Nimm lieber etwas höhere Gebühren in Kauf, wenn du an dem Handelsplatz deiner Wahl ein gutes Gefühl hast. Wir empfehlen vor allem Kryptobörsen, die von der deutschen Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin oder einem Pendant aus einem anderen EU-Land reguliert sind.

2. Konto anlegen

Wenn du dich für eine Kryptobörse entschieden hast, führt diese dich durch den Anmeldeprozess. Vermutlich wirst du auch einen KYC-Prozess durchlaufen. Häufig sprichst du dazu per Video-Call mit einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter, welche deine Identität feststellen.

3. Wie viele Bitcoin soll ich kaufen?

Fange mit ganz kleinen Beträgen an und taste dich langsam an den Bitcoin heran. Mit einem Bitcoin-Sparplan kannst du Monat für Monat einen kleinen Betrag anlegen und musst dir keine Gedanken über den richtigen Kaufkurs machen. Gewinne ein Gefühl für die starken Kursschwankungen, die deutlich höher sind, als man es vom Aktienmarkt kennt. Überlege dir vorher Regeln, nach denen du investierst. Diese müssen nicht in Stein gemeißelt sein, sondern können nach und nach angepasst werden.

Eine mögliche Vorgehensweise: Einen kleinen Betrag in Bitcoin investieren. Sobald der Kurs um einen zuvor festgelegten Prozentsatz nach unten gefallen ist, kannst du den gleichen Betrag noch einmal investieren.

4. Kauf abschließen und Bitcoins sicher verwahren

Nachdem du einen kleinen Betrag in Bitcoin investiert hast, stehst du vor der Entscheidung, ob du diesen lieber in eine eigene Wallet transferierst oder auf der Kryptobörse liegen lässt. Wenn du langfristig investierst und nicht traden möchtest, solltest du deine Bitcoin so bald wie möglich sicher in der eigenen Wallet verwahren. Wenn du aber nur einen sehr kleinen Betrag investiert hast, solltest du abwägen, ob die Gebühren, die dabei anfallen können, den kleinen Transfer überhaupt rechtfertigen. Mehr zum Thema Bitcoin sicher verwahren.

Indirekt in Bitcoin investieren - Derivate und ETPs

Eine Alternative zum direkten Kauf von Bitcoin ist der Kauf von Bitcoin-Derivaten oder sogenannten ETNs (Exchange Traded Notes). Das sind (meist) börsengehandelte Produkte, die ein indirektes Investment in Bitcoins ermöglichen. Mit Derivaten kann auf den Bitcoin-Kurs gewettet werden. Um Bitcoin-Derivate zu kaufen, benötigt man lediglich ein Wertpapierdepot bei einem Broker, der den Handel mit Derivaten unterstützt. Während eine Aktie einen Anteil am Eigenkapital eines Unternehmens verbrieft, handelt es sich bei den meisten Derivaten lediglich um eine Schuldverschreibung: Der Emittent des Derivats schuldet den Inhabern einen Betrag, zum Beispiel bei CFDs die Differenz zwischen dem Basiswert und der Wertentwicklung des - in diesem Fall - Bitcoins. Mit Derivaten kann auch auf fallende Kurse gesetzt werden und diese können gehebelt werden - sprich, die Kursentwicklung wird vervielfacht. Hiervon ist aus Risikoaspekten abzuraten.

Vorteile:

  • Besonders einfach: Man muss sich nicht die Funktionsweise von Bitcoin, Kryptobörsen und die Verwahrung kümmern.

  • Man benötigt keinen Zugang zu einer Kryptobörse, sondern kann die über einen normalen Wertpapierbroker kaufen.

Nachteile:

  • Besonders riskant, da das Investment nicht als Sondervermögen geschützt ist.

  • Investition erzeugt laufende Kosten.

  • “Not your Key, not your coins” Wenn du deine Bitcoin-Keys nicht selbst in der Hand (oder einer Wallet) hast, bist du darauf angewiesen, dass der Verwahrer diese sicher verwahrt.

  • Du verzichtest auf die Vorteile, die Bitcoin als Netzwerk mit sich bringt und bildest ausschließlich die Kursentwicklung ab.

Für wen sind Bitcoin-Derivate geeignet?

Grundsätzlich würden wir von Bitcoin-Derivaten abraten. Wer ernsthaft und langfristig in Bitcoin investieren möchte, sollte sich zunächst genauer mit der Thematik auseinandersetzen und dann direkt investieren. Wenn du hingegen nur einmal rein schnuppern und dich an die hohen Wertschwankungen gewöhnen möchtest, wäre ein indirektes Investment durch Derivate ein Einstieg.

Bitcoin auszahlen

Bitcoin kann man sich nicht einfach physisch auszahlen lassen, aber man kann ihn in Euro wechseln und sich diese Euros dann am Automaten auszahlen lassen: Das funktioniert in Echtzeit an einem Bitcoin ATM - einem Bitcoin-Geldautomaten. Die überwiegende Mehrheit der Bitcoin ATMs bietet allerdings nur die umgekehrte Transaktion an: Euro einzahlen und dafür Bitcoin erhalten.

Eine deutlich bequemere Variante ist der Verkauf deiner Bitcoin an einer Kryptobörse. Das daraus erhaltene Fiat-Geld kannst du dir anschließend auf dein Konto überweisen lassen.

Häufig gestellte Fragen

  • Wie kann ich Bitcoin kaufen?

    Bitcoin kannst du über eine Kryptobörse, einen Neobroker oder indirekt über Derivate kaufen. Wir empfehlen dir, Bitcoin immer über eine Kryptobörse zu kaufen.

  • Wo kaufe ich seriös Bitcoin?

    Besonders vertrauenswürdig sind Kryptobörsen, die in einem EU-Land ansässig sind und der dortigen Regulierung unterliegen. In Deutschland ansässige seriöse Kryptobörsen sind zum Beispiel Bison, BSDEX, Nuri oder Bitcoin.de.

  • Wann sollte ich Bitcoin kaufen?

    Am besten kaufst du Bitcoin, wenn dir danach ist. Es macht wenig Sinn, den Kauf richtig zu timen, denn niemand kann voraussagen, wie sich der Kurs in Zukunft entwickelt. Um dein Timing-Risiko zu minimieren, kannst du in regelmäßigen Abständen zum Beispiel jeden Monat einen festen Betrag zu dem dann aktuellen Kurs kaufen.

  • Was kann ich mit Bitcoin kaufen?

    Grundsätzlich kannst du mit Bitcoin alles kaufen. Seien es andere Kryptowährungen, Fiat-Währungen oder beliebige Produkte des Alltags. Du musst nur einen Händler finden, der als Gegenleistung deine Bitcoin akzeptiert.