Lohnt sich die TransferWise Debit Card?

Jérôme Grad
Stand:

Weltweit einfach und schnell bezahlen ohne überzogene Bankgebühren? Das ist mit der TransferWise Debit Card samt Multi-Währungs-Konto möglich. Ob sie für dich geeignet ist, welche Kosten auf dich zukommen und wie du mit der MasterCard bezahlen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

TransferWise Debit Card

Finanzfluss
  • Kostenloses, bargeldloses Bezahlen weltweit

  • Umsatzunabhängiges Multi-Währungs-Konto 

  • Kontozugriff über App und Webseite

  • Keine SCHUFA-Abfrage

  • Limitierter Betrag von 200₤ (ca. 220€) pro Monat für Bargeldabhebungen

  • Konvertierungskosten bei Überweisungen außerhalb €, , $, AU$ und NZ$

Mit der Karte von TransferWise, einem britischen E-Geld-Institut, erhältst du eine aufladbare Kreditkarte. Dazu gibt es kostenlos ein Multi-Währungs-Konto, das  gebührenfreie Bezahlen in verschiedenen Währungen ermöglicht. Das Angebot ähnelt dem der Revolut Kreditkarte.

Inhalte

TransferWise: Kreditkarte oder Debitkarte?

Beim Angebot der TransferWise Kreditkarte handelt es sich nicht um eine klassische Kreditkarte, wie du es aufgrund des MasterCard-Zeichens vermuten könntest. Vielmehr ist es eine Debitkarte. Beim bargeldlosen Bezahlen fallen demnach keine Kreditgebühren an. Du kannst die TransferWise Karte überall dort einsetzen, wo MasterCard akzeptiert wird.

Für wen lohnt sich die TransferWise Card?

Da beim Beantragen der TransferWise Debit Card keine SCHUFA-Abfrage erfolgt, kann jeder die Karte bestellen, der in Deutschland, dem europäischen Wirtschaftsraum, den USA, Australien und Neuseeland gemeldet ist. Das gilt mit dem Geschäftskonto TransferWise for Business auch für Unternehmen. Ob als Privatperson oder Unternehmen: In beiden Fällen profitierst du vom Multi-Währungs-Konto mit Lastschrift- und Überweisungs-Funktionen und von geringen Wechselkursgebühren beim Bezahlen in Fremdwährungen. Deshalb lohnt sich die Karte auch besonders für Vielreisende oder Studenten im Auslandsaufenthalt.

TransferWise Kreditkarte
In knalligem Grün und mit individueller Prägung kommt die TransferWise Debit Card daher. | Bild: transferwise.de

Die TransferWise Debit Card im Überblick

  • Weltweites bargeldloses Bezahlen ohne Aufpreis
  • Bargeldabheben bis 200£ monatlich oder entsprechendem Betrag in anderer Währung
  • Kein Schufa-Eintrag
  • Multi-Währungs-Konto

Mit der Karte kannst du überall dort bezahlen, wo MasterCard akzeptiert wird, solange Geld auf deinem Konto ist – ob beim Reisen vor Ort oder beim Online-Shoppen. Ein Dispokredit ist beim sogenannten Multi-Währungs-Konto, samt europäischer IBAN mit belgischer Lizenz nicht möglich.

Das Multi-Währungs-Konto ermöglicht dir das Bargeldabheben und Bezahlen in mehreren Ländern wie dem €-Raum, Großbritannien, den USA, Australien und Neuseeland ohne zusätzliche Gebühren. 

Auf der kostenlosen TransferWise Debit Card steht dein Name. Die Karte ist mit NFC und 3D-Secure Verfahren ausgestattet und erfüllt damit die gängigen Sicherheitsstandards. Das Bezahlen via Apple Pay, Google Pay, Samsung Pay, Fitbit Pay und Garmin Pay ist möglich.

Geld abheben kannst du an Geldautomaten weltweit. Mit Guthaben in der entsprechenden Währung, beispielsweise £ in Großbritannien, ist der Vorgang bis 200£ monatlich kostenlos. Folgende Limits gelten:

Bargeldabheben1.000£ täglich, 3.000£ monatlich
Kontaktloses Bezahlen500£ täglich, 4.000£ monatlich
Online-Einkauf1.000£ täglich, 2.000£ monatlich
Chip- und Pin (Apple Pay etc)3.000£ täglich, 10.000£ monatlich
Quelle: transferwise.de, 07/20

Die Angabe in £ erfolgt, weil das Unternehmen in Großbritannien ansässig ist. Der Gegenwert in € schwankt, bewegt sich aktuell bei 220€ (Stand 07/2020). Wie viel Geld du noch abheben kannst, erfährst du jederzeit in der App.

Kosten & Gebühren der TransferWise Debit Card

Solange du in der Landeswährung bezahlst oder überweist und Guthaben auf deinem Konto hast, ist der Vorgang kostenlos. Ansonsten fallen unterschiedliche Gebühren an.

TransferWise Debit CardKosten & Konditionen
KreditkartentypDebitkarte
Girokonto zur Karteja
Jahresgebühr0€
Kosten Bargeldabhebungen Inlandkostenlos bis 200£, 220€, 250$, 350 AU$ und NZ$ monatlich, danach 2%
Kosten Bargeldabhebungen Auslandkostenlos bis 200£, 220€, 250$, 350 AU$ und NZ$ monatlich, danach 2%
Bargeld-Auszahlungsgrenzen Inland1500€ pro Tag, 4000€ pro Monat
Bargeld-Auszahlungsgrenzen Ausland1500€ pro Tag, 4000€ pro Monat
Fremdwährungsgebühr3,7%
Sollzins
Ersatzkarte0€
PartnerkarteNein
Kreditkartenanbieter / AkzeptanzMastercard
NFC / Kontaktlos BezahlenJa, 500£ täglich, 4.000£ monatlich
Apple Pay / Google PayJa
Gibt es eine Metallkarte?Nein
Extra VersicherungenNein
CashbackNein
Meilen | PunkteNein
Lounge AccessNein
RabatteNein
App / Online BankingJa
Quelle: transferwise.com/de (Stand 8/20)

Achte beim Bargeldabheben am Geldautomaten auf das Auswählen der lokalen Währung. Befindet sich kein Guthaben in der entsprechenden Währung auf deinem Konto, berechnet dir TransferWise eine Umtauschgebühr.

Bei Überweisungen in andere Währungen wird die fällige Gebühr immer vorab angezeigt. So entscheidest du, ob du einen bestimmten Betrag überweisen willst oder der Empfänger einen exakten Betrag erhalten soll. Dafür stehen drei Modelle zur Verfügung. Die kostenlose Variante dauert am längsten. Wer es schnell mag, muss höhere Gebühren in Kauf nehmen.

TransferWise Konto zur Debit MasterCard

Die TransferWise Debit Card mit dem Multi-Währungs-Konto ermöglicht dir persönliche Kontoverbindungen in ₤, €, $, AU$ sowie NZ$ und damit die entsprechende Währung zu besitzen.Damit bezahlst du, überweist und erhältst du Geld wie Einheimische  – also ohne zusätzliche Gebühren oder Wechselkursdifferenzen. 

Ist der kontobelastende Betrag nicht ausreichend mit der entsprechenden Währung gedeckt, wird automatisch die Währung mit den geringsten Wechselkursgebühren herangezogen. 

Ein Beispiel: Wenn du 100€ und 100₤ zur Verfügung hast, nun aber etwas für 150€ kaufen möchtest, wird dein Konto mit 100€ und dem Gegenwert von 50€, also circa 45₤ belastet. Auf den Betrag in ₤ fallen dann Wechselkursgebühren an, wodurch du effektiv etwas mehr als die 45₤ bezahlen wirst

App und Online Banking zur TransferWise Kreditkarte mit Multi-Währungs-Konto
Mithilfe des Multi-Währungs-Kontos erhältst eigene Kontonummern für das jeweilige Land – für europäische eine IBAN, für Großbritannien einen Sort-Code etc. | Bild: transferwise.de

Darüber hinaus kannst du dein Geld in bis zu 50 Währungen auf dem Konto verwalten. Je nach Wechselkurs – und ohne zusätzliche Bankgebühren – kannst du sie auch jederzeit tauschen. 

Auslandsüberweisungen in über 50 Länder dauern meist 3-4 Werktage – wer es schneller möchte, kann gegen eine Gebühr den Vorgang beschleunigen. Seit Anfang 2020 sind Lastschriften für Zahlungen € und ₤ durchführbar. Nicht möglich ist ein Kredit, da auch keine Schufa-Abfrage erfolgt.

Wird dein Konto von TransferWise aufgrund von Sicherheitsmängel oder Duplikation deaktiviert, kannst du beim Support Einspruch einlegen. Eingezahltes Guthaben erhältst du in der Regel innerhalb von wenigen Werktagen zurück. Ist nur die Karte gesperrt, kannst du sie selbst entsperren.

Um Geld auf dein Konto zu erhalten, kannst du das Guthaben von einem anderen Bankkonto überweisen. Wichtig: Zuvor musst du in deiner Guthaben-Ansicht eine Art Unterkonto mit eigener Bankverbindung in der jeweiligen Währung eröffnen.

Vorteile der TransferWise Debit Card

Besonders interessant ist die Karte für alle, die sich im Ausland aufhalten. Denn die TransferWise Debit Card besticht vor allem mit transparenten Bezahlvorgängen in andere Währungen –ohne zusätzliche Bankgebühren. Die Vorteile sind:

  • Bargeldloses Bezahlen mit geringeren Wechselkurskosten

  • Geld problemlos in über 50 Länder senden

  • Weltweites Bargeldabheben per Debitkarte

  • Überweisungen in fremde Währungen mit realen Wechselkursen

  • Multi-Währungs-Konto ohne Mindestumsatz und mit lokalen Bankverbindungen für €, , $, AU$, NZ$

  • App mit Zusatzfunktionen, wie Automaten-Finder, 2-Faktor-Login, Karte sperren

  • Kundencenter mit Email- und vielsprachigen Call Center zur Kontaktaufnahme

Nachteile der TransferWise Debit Card

Wenn du das Multi-Währungs-Konto samt TransferWise Debit Card nicht als einziges Girokonto nutzt und nicht oft in fremde Währungen überweisen musst, fallen, die Nachteile nicht so sehr ins Gewicht.

  • Konvertierungskosten bei Überweisungen in andere Währungen als €, ₤, $, AU$ und NZ$

  • Limitierter kostenloser Betrag von 200£ monatlich zum Bargeldabheben

  • Karte funktioniert nicht in allen afrikanischen, südamerikanischen und asiatischen Ländern sowie Kuba

TransferWise Debit Card beantragen & aktivieren

Um die TransferWise Debit Card zu erhalten, musst du zunächst ein Konto in der App oder am Desktop erstellen. Die Verifikation deiner persönlichen Daten, die du per Ausweis-Dokument, Adress-Nachweis und Selfie erbringst, dauert in der Regel 2-3 Werktage.

Anschließend kannst du die Karte bestellen. Dafür gehst du in der App auf den Reiter „Konto“, in der Desktop-Version findest du den Button „Debitkarte“. Nach dem Überprüfen deiner Angaben musst du 20£ auf das Konto einzahlen – der Betrag dient zur Aktivierung und kann komplett ausgegeben werden. Danach erhältst du innerhalb von 2-3 Wochen deine TransferWise Kreditkarte zugeschickt und aktivierst sie mittels Eingabe eines 6-stelligen Codes.

Alternativen zur TransferWise MasterCard

Im Vergleich zu Revolut und anderen Anbietern kannst du bei TransferWise auch via Webseite auf dein Konto zugreifen, wenngleich in der App mehr Funktionen hinterlegt sind, wie das Überwachen deines monatlichen Abhebungslimits. Konvertierungsgebühren bei Überweisungen in Nicht-Standard-Währungen fallen bei Revolut nicht an.

Auch die DKB führt keine solche Gebühren bei ihrem Konto samt Kreditkarte. Allerdings müssen hier dauerhaft 700€ monatlich auf das Konto eingehen, ansonsten drohen zusätzliche Kosten.

Je nach Bedarf kann die bunq Travel Card eine Alternative zur TransferWise Debit Card sein, die mit 0,99€ pro Barabhebung aufwartet.

Häufig gestellte Fragen

Jérôme Grad

Jérôme verschrieb sich nach seinem Studium komplett der Tätigkeit als Online-Redakteur, zunächst im Sport, später in weiteren Bereichen. Seine Affinität zu Finanzfragen und Altersvorsorge entdeckte er spätestens mit Beginn seiner Selbstständigkeit vor einigen Jahren. Seit Juni 2020 schreibt er für Finanzfluss.

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